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Auch Kursaal-Komplex wird abgerissen


DANGAST
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23.02.2017
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Dangast. Im Rahmen der Vorbereitung für den 2. Abschnitt des Bauprojektes „Nord­seepark“ auf dem Gelände der einstigen Kuranlage Deich­hörn wird nun entgegen der ursprünglichen Planung auch der westlich gelegene Gebäudekomplex abgerissen, in dem sich bislang der Kursaal und die Gastronomie befanden. Das teilte Stadtplaner Olaf Freitag am Dienstag im Planungsausschuss des Stadtrats mit.

Das einstige sogenannte Kurmittelhaus ist bereits vollständig abgebrochen, hier sollen demnächst weitere Appartementhäuser entstehen. Das Kursaalgebäude hingegen sollte eigentlich im Kern erhalten und grundlegend saniert werden. Doch das komme angesichts des baulichen Zustandes nicht mehr in Frage, wie Unternehmer Lothar Peters dem Friebo erklärte: Eine umfassende Bestandsaufnahme habe eine Vielzahl von Mängeln, etwa Feuchtigkeitsschäden, zutage gebracht, deren Beseitigung einen unverhältnismäßigen Aufwand mit sich bringen würden. Mindestens 60 Prozent der vorhandenen Bausubstand seien nicht mehr zu retten, da sei ein Komplettabriss die effizientere Lösung, erklärte Peters.
Die Frage nach Abriss oder Erhalt des Gebäudes war im Rahmen der Diskussion um den Verkauf der einst städtischen Grundstücke kontrovers öffentlich erörtert worden: Im Wertgutachten der Katasterbehörde, das eine wesentliche Grundlage für die Ermittlung des Grundstücks­preises darstellte, war der Wert der vorhandenen Deichhörn-Gebäude mit Null angesetzt worden, sie galten als abrissreif. In der Tatsache, dass der Investor ein Gebäude aber erhalten und sanieren wollte, sahen Kritiker des Verkaufs einen Beleg für eine falsche Berechnung, sie vermuteten einen bewusst „kleingerechneten“ Immobilienwert zu Gunsten des Käufers.
Der alte Kursaal wie auch das Obergeschoss im Gastronomieteil durften schon seit geraumer Zeit nicht mehr als Versammlungsstätte genutzt werden, weil Brandschutzanforderungen nicht erfüllt werden konnten. Die Substanz im Inneren des Hauses sei überwiegend in einem schlechten Zustand, ebenso wie die Holzfassade und das Dach des etwa 40 Jahre alten Gebäudes, erklärte Lothar Peters. „Das wir nun doch das Gebäude aufgeben, war eine kurzfristig getroffene Entscheidung“, so Peters, „wir wollen den Abriss nun in einem Zuge erledigen, da wir im Anschluss die gepflasterte Zuwegung wieder herstellen.“ Der Abbruch des Komplexes soll in der kommenden Woche beginnen und noch vor Beginn der Osterferien abgeschlossen sein.

Im Herbst könne dann mit einem Neubau begonnen werden, in dessen südlichem Teil wieder eine Bistro-Gastronomie eingeplant werden soll, wie Peters berichtete. Eine variable Innengestaltung soll die Möglichkeit für Familienfeiern und sonstige Veranstaltungen bieten. Ein künftiger Betreiber, der vorher feststehen soll, werde in die Planung einbezogen. Der – nun noch neu zu planende – Neubau als Ersatz für den Kursaalkomplex ergänzt somit die fünf geplanten Appartementhäuser gegenüber, die ganz ähnlich wie die inzwischen weitestgehend fertiggestellten Gebäude im ersten Bauabschnitt gestaltet werden. Das 1993 errichtete „DanGastHaus“ wird mit Gewerbeeinheiten und einer Rezeption für den Nordseepark erhalten bleiben, ebenso wie der Brunnen auf dem Platz davor.

Autor: Michael Tietz



Leserkommentare

1 Kommentar | Erstelle einen Kommentar

Klaus Scholz 24.02.2017 17:48
Damit ist die ehemals schönste Kuranlage Geschichte.Das Intresse der Bürger war nicht Groß genug.Jetzt Gilt es die Sandkuhle zu retten.Das sollten aber die Bürger Selbst machen!Mein Intresse gilt der Natur,so das es passende Ausgleichsflächen gibt,wenn nichts zu retten ist.Von mir letzter Kommentar zu diesen Tehma,ansonsten viel Spaß bei der Bebauung! Antworten

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