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Unfallkasse hat zahlreiche Mängel an allen Standorten aufgelistet

Gemeinde muss in Feuerwehrhäuser investieren


JADE
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02.12.2016
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Jade.
Trotz chronisch leerer Kassen wird die Gemeinde Jade in naher Zukunft erheblich investieren müssen, und zwar in Sanierung und Umbau oder gar den Neubau von Feuerwehrgerätehäusern. Denn in den Gebäuden aller vier Feuerwehren in Jade, Jaderberg, Schweiburg und Bollenhagen hat die Feuerwehrunfallkasse (FUK) Niedersachsen als zuständiger Unfallversicherungsträger teils eklatante Mängel festgestellt.

Der entsprechende Bericht der Unfallkasse war unlängst Thema im Feuerwehrausschuss der Gemeinde, der im Geräte­haus der Stützpunktfeuerwehr Jaderberg unter Vorsitz von Tobias Beckmann (CDU) tagte. Bürgermeister Henning Kaars erläuterte, dass bereits im vergangenen Januar eine Begehung aller Feuerwehrgebäude mit einem Sachverständigen der Unfallkasse und den Orts- und Gemeindebrandmeistern stattgefunden habe. Im Sommer sei das umfangreiche Mängelprotokoll bereits vorgestellt worden.
Im Schreiben vom 13. Januar listet die FUK auf 19 Seiten verschiedene Mängel und Probleme auf, die bei den bestehenden Gebäuden festgestellt worden waren. Diese sind in erster Linie bautechnischer Art – die Gebäude entsprechen nicht mehr den Anforderungen an zeitgemäßes Feuerwehrwesen, sie sind teils nicht mit der Arbeitsstättenverordnung in Einklang zu bringen, teils bergen die Gegebenheiten Gefahren für die Kameraden, gerade wenn diese im Einsatzfall in Eile sind. Tordurchfahren sind zu schmal, es gibt keine ausreichenden sanitären Einrichtungen, keine ausreichenden Dekontaminationsvorrichtungen und keine sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung, also klar separierte Zonen für verschmutzte Kleidungs und Ausrüstung und die sauberen Arbeits- bzw. Aufenthaltsbereiche. Auch die bislang genutzten Schlauchtürme genügen nicht den sicherheitstechnischen Anforderungen.
Henning Kaars erklärte, dass die schriftlich dokumentierten Feststellungen für die handelnden Personen keineswegs eine Überraschung seien. „Wir müssen da aktiv werden, gerade die deutlichen Sicherheitsmängel gilt es zu beseitigen.“  
Sowohl für die Fahrzeughallen der Feuerwehren in Jaderberg wie auch in Jade wurde festgestellt, dass die Mindestanforderungen an die Stellplatzgrößen und damit an die Verkehrswege um die Fahrzeuge nicht erfüllt sind. Weiter heißt es im Bericht, Bestandschutz sei nicht gegeben, „da ohne die notwendigen Änderungen erhebliche Gefahren für Leben oder Gesundheit der Feuerwehrangehörigen zu befürchten sind.“
Nadja Varenkamp (SPD) zeigte sich irritiert, da im Bericht klar formuliert sei, dass die genannten Mängel „zeitnah“ abzustellen seien. Im Januar hatte die Unfallkasse der Gemeinde aufgegeben, binnen drei Monaten darzulegen, welche Maßnahmen veranlasst werden oder zumindest werden sollen, um die aufgeführten sicherheitstechnischen Mängel abzustellen. „Was ist denn in den vergangenen zehn Monaten passiert?“ fragte Nadja Varenkamp. Seitens der Verwaltung wurde erklärt, dass erste provisorische Maßnahmen bereits ergriffen worden seien. Ferner habe man Ingenieurbüros gebeten, der Gemeinde einen Überblick über die vorzunehmenden baulichen Veränderungen mitsamt Kostenschätzung anzufertigen – das sei aber nicht „mal eben so“ zu machen gewesen: Zu komplex und umfangreich ist die Problemlage an allen vier Gebäuden.
Diese Ausgangslage mündete nun in den Vorschlag, für das kommende Jahr 40.000 Euro bereitzustellen, um ein auf feuerwehrtechnische Anlagen spezialisiertes Planungsbüro damit beauftragen zu können, eine fundierte Grundlage für ein Konzept zu nötigen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen zu schaffen. Teils existieren gar keine Baupläne der alten Gebäude mehr, so dass hier auf dem sprichwörtlichen Reißbrett bei Null angefangen werden muss. Auch das Umfeld der Gerätehäuser gilt es ferner zu betrachten, denn aus Sicherheitsgründen gibt es Anforderungen an die Zu- und Abfahrtssituation, ferner gilt es eine Mindestanzahl an stets verfügbaren Parkplätzen für die Einsatzkräfte vorzuhalten. „Das wird uns weiter beschäftigten“, betonte Bürgermeister Henning Kaars, zudem stellte er fest, dass kaum alle Defizite innerhalb eines Jahres würden beseitigt werden können.

Angesichts dieser Prophezeiung war die Beschlussempfehlung zu den Jahresbudgets der Ortswehren im Grunde nur noch Formsache. Insgesamt sollen für 2017 gut 81.000 Euro für Verbrauchs- und Ausrüstungsmaterial bereitgestellt werden,damit werden die Ansätze zu den Vorjahren leicht erhöht zudem sind rund 196.000 Euro für Investitionen vorgesehen. Davon entfällt ein Anteil von 150.000 Euro auf die für 2017 vorgesehene Ersatzbeschaffung eines Tanklöschfahrzeugs für die Ortswehr Jaderberg. Dafür waren 100.000 Euro bereits für 2016 veranschlagt worden.

Autor: Michael Tietz



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