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Bebauungsplan geändert, Erschließung kann starten:

Letzte Hürde für Ferienpark Sehestedt ist genommen


JADE
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20.01.2017
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Jade.
Sowohl der Bauausschuss wie auch gut eine Stunde später der Gemeinderat in Jade haben am Dienstag den Weg frei gemacht für eine Erschließung des seit Jahren in der Schwebe stehenden Ferienhausparks in Sehestedt. Sobald der Satzungsbeschluss zur nun beschlossenen Bebauungsplanänderung rechtskräftig ist, kann mit den Vorbereitungen zur Erschließung begonnen werden. Darauf warten die Eigentümer von Hausgrundstücken bereits seit Jahren.
Bekanntlich hatte es eine lange Auseinandersetzung zu der Frage gegeben, ob die Gemeinde nach der Insolvenz des damaligen Investors in die Erschließung eintreten sollte. Nach langem Hin und Her entschied der Gemeinderat letztlich, die Erschließung zu übernehmen, auch nachdem der Landkreis eine Einschätzung abgegeben hatte, nach der sich eine Erschließungspflicht der Gemeinde verdichtet habe. Alles in allem wird mit Kosten von nunmehr rund 1,4 Millionen Euro gerechnet, nach Erschließungssatzung wird die Gemeinde dabei letztlich zehn Prozent selbst tragen müssen, 90 Prozent kann die Kommune von den Anliegern wieder einfordern.
Eine Änderung des Bebauungsplans „Ferienhausgebiet Sehestedt-Süd“ war nötig geworden, um  die zunächst als privat vorgesehene Verkehrsfläche sowie die Regenrückhaltebecken und Aufweitungen von Gräben in öffentliche Flächen zu ändern sowie die zukünftigen Straßenverläufe an die zuletzt durchgeführte Vermessung anzupassen.
Knut Brammer (CDU) erklärte im Bauausschuss, dass er der Vorlage nicht zustimmen könne: Es lägen noch keine ausreichend nachvollziehbaren Erläuterungen zur Verdichtung der Erschließungspflicht vor, wie sie im Dezember beantragt worden waren. Dennoch war man sich im Ausschuss mehrheitlich einig, das Thema zum Beschluss zu bringen, da bereits wiederholt und ausführlich über den Bebauungsplan debattiert worden sei. Im Gemeinderat beantragte die CDU in dieser Sache namentliche Abstimmung, bei drei Gegenstimmen der CDU gab es dennoch eine breite Mehrheit für den Abwägungs- und Satzungsbeschluss.

Den Weg bereitet hat der Rat ferner für eine neue Nutzung des einstigen Postgebäudes an der Poststraße in Jaderberg. Die Poststelle selbst ist hier schon seit vielen Jahren geschlossen, doch der Dienstleister nutzt bislang noch hintere Gebäudeteile für die Logistik. Nach Auskunft von Bürgermeister Henning Kaars wird die Post diese Aufgaben in Zukunft in ein in Varel neu geplantes Logistikzentrum verlagern und die Räume in Jaderberg aufgeben. Der Eigentümer denke diesbezüglich über eine neue Nutzung nach. Es gebe auch bereits einen Interessenten, der sich vorstellen kann, an der Poststraße eine Jugendhilfeeinrichtung zu eröffnen. Doch das lässt der bisherige Bebauungsplan nicht zu, das fragliche Grundstück ist mit der Zweckbestimmung „Post“ belegt. Deshalb sei eine Planänderung nötig. Ulrich van Triel (Grüne) merkte an, dass bei dieser Änderung dafür Sorge getragen werden solle, die Zulässigkeit für die Errichtung von Spielhallen zu unterbinden.

Autor: Michael Tietz



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