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Statt Umgehung für Varel wird Ertüchtigung der L 862 vorgeschlagen

Zukunft Varel will Lastwagen nach Jade schicken


VAREL
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23.02.2017
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Varel/Jade.
Die Wählergemeinschaft „Zukunft Varel“ betrachtet den Vorschlag zu einer Umgehungsstraße für Varel skeptisch und hat in einem Schreiben an die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nun vorgeschlagen, als Alternative die Ertüchtigung der L 820 und L 862 von Spohle über Jaderberg und Jade zur B 437 in Erwägung zu ziehen. Somit könne die derzeit bestehende Lastbeschränkung ab Jaderberg aufgehoben werden – sprich, die schweren Lastwagen, die sich bislang über die B 437 aus und in Richtung Wesermarsch bewegen, könnten dann durch Jade und Jaderberg fahren.

Zukunft Varel hatte sich nach eigenen Angaben in mehreren öffentlichen Veranstaltungen mit der Problematik der Vareler Ortsdurchfahrt B 437, Bürgermeister-Heidenreich-Straße befasst. Dabei wurde festgestellt, dass es sich beim seinerzeit vom Rat gewollten Ausbau der B 437 mitten durch Varel um einen „historischen Fehler“ handele: „Für städtische Planungen wurde die für eine Kleinstadt gigantische Straße immer mehr zum Problem. Das Verkehrsaufkommen nahm von Jahr zu Jahr zu und die B 437 wurde neben der B 212 eine der Hauptzufahrten zur Wesermarsch und zum Wesertunnel“, heißt es bei Zukunft Varel.
Nunmehr hätten Überlegungen für eine Umgehungsstraße eine gewisse Dynamik erfahren, doch hierbei sei Skepsis angezeigt: „Wir möchten auf jeden Fall verhindern, dass der vor etwa einem halben Jahrhundert begangenen Fehlplanung eine weitere hinzugefügt wird“, so der ZV-Vorsitzende Karl-Heinz Funke.
Während einer lebhaften Aussprache unter Betrachtung der Ergebnisse der sogenannten Verkehrswirtschaftlichen Untersuchung für Varel seien die Überlegungen für eine südliche Umfahrung der Stadt als unrealistisch verworfen worden. Die Nordumgehung werde aber ebenfalls sehr skeptisch beurteilt. „Eine solche Trasse würde umfangreiche Baugebiete belasten. Außerdem bieten sich die Bodenverhältnisse für einen Straßenbau nicht gerade an. Befürchtet wird eine weitere Lärmschneise.“
„Mit einer von uns vorgeschlagenen Ertüchtigung der Landstraße von Spohle über Jaderberg und Jade bis zur B 437 bei Diekmannshausen entlasten wir nicht nur die B 437 in Varel, sondern auch die Wiefelsteder und die Oldenburger Straße deutlich. Der von der A 28 über Westerstede und Spohle kommende Verkehr zum Wesertunnel kann so direkt durchfahren“, heißt es in der Mitteilung von Zukunft Varel. Ergänzt wird der Vorschlag um den Hinweis, dass die in Jaderberg angesiedelten Betriebe „ihren“ Schwerlastverkehr dann nicht mehr den Umweg über Varel nehmen lassen müssten.
Eine Umgehung auf Vareler Gebiet bedeute einen schwerwiegenden Eingriff, ohne dass gegenwärtig nennenswerte verkehrliche Vorteile zu erkennen sind. Darum seien Alternativen, die über das Vareler Stadtgebiet hinaus gehen, zu prüfen.
Nicht nachvollziehen könne man ferner den nunmehr entstandenen Zeitdruck: Vielmehr gelte es doch, die in der Landesuntersuchung prophezeite Entlastung durch die geplante Autobahn A 20 abzuwarten. Ob und wann diese realisiert wird, ist allerdings nach wie vor unklar.

Nach Bekanntwerden der Vorschläge aus Varel kam die empörte Reaktion aus Jade prompt: von einer „absurden Idee“, die „offenbar ohne Ortskenntnis“ geäußert worden sei, sprach etwa UWG-Gemeinderatsmitglied Klaus Decker. Auch Bürgermeister Henning Kaars wies das Ansinnen entschieden zurück, der Vorschlag von Zukunft Varel sei fern jeder Realität. Die Variantendiskussion in den  Gremien der Stadt Varel dürfe nicht auf dem Rücken der Nachbarn ausgetragen werden und keinesfalls dazu führen, die eigenen Verkehrsprobleme abzuschieben, so Kaars.

Autor: Michael Tietz



Leserkommentare

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A. Hude 24.02.2017 15:26
"„Für städtische Planungen wurde die für eine Kleinstadt gigantische Straße immer mehr zum Problem. Das Verkehrsaufkommen nahm von Jahr zu Jahr zu und die B 437 wurde neben der B 212 eine der Hauptzufahrten zur Wesermarsch und zum Wesertunnel', heißt es bei Zukunft Varel.“
Mit solch einer Problematik die Lösung in einem kleinen Dorf auf dem Weg zu suchen ist, wie auch Herr Decker angemerkt hatte schlicht absurd.
Jaderberg als Beispiel verfügt über zwei Schulen angrenzend an die Raiffeisenstraße, die Hauptverkehrsstraße. Eine zusätzliche Belastung durch LKW würde neben Lärm- und Straßenbelastungen auch ein erhöhtes Risiko für die Schülerinnen und Schüler in und um Jaderberg bergen, da sie täglich mit dem LKW-Verkehr konfrontiert würden.
Des Weiteren muss ich sich die, durch eine Umleitung des LKW-Verkehrs durch Jaderberg, verschärfende Situation mit den Schließzeiten des Bahnübergangs gesondert betrachtet werden. Dazu sei dann noch die Frage erlaubt, wieso die Stadt Varel dann eine Bahnüberführung erbaut hat, wenn sie diese nun nicht mehr für den Schwerlastverkehr nutzen wollen.
Ich stehe dem Vorhaben mehr als kritisch entgegen. Besonders Unverständlich finde ich das Argument, die Jaderberger Unternehmer könnten ihren Schwerlastverkehr dann ohne Umwege auf die Autobahn oder die Bundesstraße bringen. Das Gewerbegebiet im westlichen Teil von Jaderberg ist bis zum Ortsschild für LKW-Verkehr bis 40to zugelassen, folgerichtig können dort alle Unternehmer schon auf eine gute Struktur zurückgreifen.
Alles in allem ist dieser Vorschlag für mich ein völlig unverständlicher.
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