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Donnerstag, 29 März 2018 14:15

Selbst etwas erarbeiten und mit anderen teilen

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Die IGS Friesland-Süd Zetel bietet in diesem Jahr die Möglichkeit eines Freiwilligen Ökologischen Jahres

Zetel. Eigenständig etwas auf die Beine stellen, andere motivieren, sich selbst besser kennenlernen – allesamt Fähigkeiten, die sich später in Beruf und Studium als nützlich erweisen können, wenn es um die Bewertung der eigenen Stärken und Schwächen geht.
Eine Orientierung bietet die IGS Friesland-Süd in Zetel mit der Möglichkeit eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ). Sie ist in diesem Jahr erstmals als FÖJ-Einsatzstelle anerkannt worden. Dahinter steckt eine Menge Arbeit, wie Sven Glomme, Fachbereichsleiter Naturwissenschaften an der IGS, erklärt. Der Aufgabenbereich eines Freiwilligen ist klar geregelt, für den Antrag auf Anerkennung ist ein entsprechendes Konzept erstellt worden. „In erster Linie wollen wir eine vielfältige Gelegenheit zum Mitmachen und Einbringen anbieten, und das über ein ganzes Jahr“, umreißt Sven Glomme die Kernidee.
Hinzu kommt, dass die IGS als Ganztagsbetrieb den Freiwilligen größere Zeiträume ermöglicht, in denen sie aktiv an ihren Projekten arbeiten können. „Das Haupteinsatzfeld ist der Schulzoo, mit Routineaufgaben wie Betreuen und Füttern“, sagt Sven Glomme, „nachmittags geht es dann zusammen mit dem Lehrer oder Betreuer in die Schul-AGs.“ Dort können und sollen die Freiwilligen auch eigene Ideen einbringen: „Wenn die Einarbeitung abgeschlossen ist, kann je nach Neigung auch eine eigene AG betreut werden.“
Entsprechend sind Kreativität, Selbstständigkeit und Lust an der Zusammenarbeit Eigenschaften, die die Bewerber idealerweise mitbringen sollten. „Der Freiwillige kann bei uns seinen Arbeitsplatz selbst gestalten und andere junge Menschen mit seinem Engagement ansprechen“, erklärt der Fachbereichsleiter. Das könne jemand, dessen Schulzeit noch nicht lange zurückliegt, oftmals besser als ein Pädagoge: „Jugendliche haben einen anderen Zugang zueinander und bringen ihre eigenen Erfahrungen ein.“
Betreut werden die Freiwilligen nicht nur von den Lehrern der IGS, sondern auch von der Akademie für Naturschutz, wo Seminare die jungen Menschen auf ihre Aufgabe vorbereiten. „Wir orientieren uns an den Bewerbern“, betont Sven Glomme. Denn letztlich soll das FÖJ für beide Seiten einen positiven Nutzen haben. „Für Jugendliche ist es eine Möglichkeit zu schauen, ob der pädagogische Bereich etwas für ihn ist und ermit anderen jungen Menschen arbeiten möchte.“
Für ihre Tätigkeit erhalten die Freiwilligen eine kleine Vergütung über den Förderverein der IGS Friesland-Süd und die Akademie für Naturschutz. „Wünschenswert wäre für uns ein Bewerber aus der nahen Region, da wir dem Freiwilligen keine Unterkunft anbieten können.“
Viel zu bieten habe die IGS jedoch an anderer Stelle. „Wir sind eine junge Einrichtung, die sich gerade aufbaut und viele ökologische und nachhaltige Themen aufgreift. Wer sich für Natur interessiert, dürfte hier bei uns auf seine Kosten kommen.“
Derzeit ist an der IGS eine FÖJ-Stelle zu besetzen. Bewerbungen können über die Internetseite der Akademie für Naturschutz via www.nna.niedersachsen.de/foej eingereicht werden. Für weitere Informationen steht Sven Glomme per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zur Verfügung.

Grafik: Sven Glomme

Donnerstag, 29 März 2018 14:10

Barrierefreier Weg auf zwei Meter Breite

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Preisanpassung von Minigolfanlage und Erlebnisbad weitere Themen im Gemeinderat Bockhorn

Bockhorn. Der barrierefreie Ausbau des Radweges auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen An der Hasenweide in Zetel und der Urwaldstraße in Bockhorn ist beschlossene Sache. Einstimmig brachte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Entscheidung auf den Weg.
Die Kosten für den Ausbau sind mit 140.038 Euro beziffert. Die Gemeinde Bockhorn trägt, da der Radweg überwiegend ihr Gebiet berührt, den Löwenanteil von 92.924 Euro. Die Leader-Gruppe „Südliches Friesland“ hat einen Zuschuss von 70 Prozent bewilligt, die Gemeinde Bockhorn hofft, dass der verbleibende Eigenmittelanteil von 27.877 Euro durch einen etwaigen Zuschuss des Landkreises Friesland zusätzlich reduziert wird. Geplant ist eine Verbreiterung des gesamten Radwegs auf zwei Meter – damit sollen sich Radfahrer, Handbiker und Rollstuhlfahrer künftig problem- und gefahrlos begegnen können.
„Auf den Weg muss man ein Auge haben, damit er nicht zweckentfremdet wird“, betonte Rolf Scherer (Gruppe FDP/Scherer). Das verbiete auch das Befahren der Strecke mit LKW, um beispielsweise Holz abzuholen, so der Ratsherr. Christel Bartelmei (CDU) regte an, dass die Einfahrten in Zetel und Bockhorn zwar gut für E-Rollstuhlfahrer zu passieren sind, aber dennoch eine Barriere geschaffen werde, um zu vermeiden, dass der Weg als „Rennstrecke“ genutzt wird.
Ebenfalls beschlossen wurde die Anpassung der Preise für Minigolf und Erlebnisbad. So kostet der Eintritt für Erwachsene in der Minigolfsaison 2018 künftig drei statt 2,50 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren beträgt das Entgeld zwei statt bisher 1,50 Euro. Beibehalten wurde dagegen der Schülergruppentarif von einem Euro je Schüler. Neu ist, das Personen mit einem Behinderungsgrad von 50 Prozent einen Euro pro Spielkarte an Ermäßigung erhalten. Ab einem Behinderungsgrad von 100 Prozent ist das Spiel kostenlos.
Im Erlebnisbad gilt der Abendtarif künftig ab 18 Uhr statt wie bisher ab 18.30 Uhr. Die Zehnerkarte ist ab dieser Saison nicht mehr erhältlich – sie wurde wegen geringer Nachfrage eingestellt. Gestiegen ist auch der Preis für die Saisonkarte: 180 Euro sind nun fällig, davor waren es 155 Euro. Begründet wird die Erhöhung der Eintrittspreise für das Bockhorner Bad durch das erwirtschaftete Defizit, in 2017 von rund 168.500 Euro.
Neueingeführt wurde die Kombikarte zur Nutzung beider Einrichtungen in der Badesaison. Der aktuelle Preis beträgt für Erwachsene fünf Euro (vorher: sechs Euro), für Kinder drei statt vier Euro.
Donnerstag, 29 März 2018 14:08

Seit 40 Jahren Treffpunkt für Jung und Alt

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Festakt mit Musik und Tag der offenen Tür im Bürger-Huus am Samstag, 21. April, von 13 bis 17 Uhr

Bockhorn. Für etliche Generationen ist der Bereich hinter dem Torbogen der Kirchstraße 9 mit vielen Erinnerungen verbunden. Hier öffneten sich vor 40 Jahren erstmals die Türen einer Einrichtung, die seit dem 21. April 1978 für Jugendliche und Senioren gleichermaßen als Anlaufstelle fungiert.
Der Grundgedanke ist bis heute gleich geblieben: Im oberen Bereich ist das Jugendzentrum untergebracht, die Räumlichkeiten im Erdgeschoss dürfen dagegen von Gruppen unentgeltlich genutzt werden. Der Seniorenbeirat hält hier unter anderem seine Sitzungen ab, die Frauengruppe trifft sich für Handarbeiten, außerdem gibt es eine ehrenamtlich geführte Bücherei. „Das Haus lebt ja gerade von und mit denjenigen, die es nutzen“, fasst Inja Boomgaarden von der Jugendpflege der Gemeinde Bockhorn zusammen.
Die Jugendpflegerin hat derzeit noch alle Hände voll zu tun. Denn das 40-jährige Bestehen soll am Samstag, 21. April, von 13 bis 17 Uhr in einem Festakt mit Musik, Redebeiträgen und einem Tag der offenen Tür gewürdigt werden. „Wir organisieren derzeit Stellwände, kaufen ein und sprechen mit den Gruppen durch, welche Technik sie benötigen“, erzählt Inja Boomgaarden, die sich darüber freut, dass sich alle Nutzer an dem Festtag beteiligen: „Alle sind motiviert und freuen sich bereits auf den Tag.“
Für die Besucher und Gäste wird es ein umfangreiches Bühnenprogramm geben, dazu verschiedene Informationsstände, Mitmachaktionen für Kinder und natürlich eine umfangreiche Cafeteria mit selbst gebackenem Kuchen und Torten sowie Bockwurst und Kartoffelsalat.
Die musikalische Untermalung übernehmen die Showband Grabstede und der Shantychor, außerdem erwartet die Besucher eine Aufführung des Kommunalen Kindergartens Grabstede und eine Hiphop-Tanzdarbietung des TV Bockhorn. Zur Eröffnung gibt es kurze Redebeiträge von Ehrengästen und dem Bürgermeister.
Ein Kreativangebot haben Tatjana Meisner vom Familien- und Kinderservicebüro (FamKi) und Jugendleiterin Matjana Gröne vorbereitet, zudem können für das Freibad und die Minigolfanlage Freikarten bei einem Luftballonweitflug-Wettbewerb gewonnen werden.
Im Flur des Bürger-Huus ist außerdem eine Ausstellung über die Einrichtung zu sehen, die der Heimatverein zusammengestellt hat.
Freitag, 23 März 2018 11:35

Vertrauen schafft Halt untereinander

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Coolness-Training in den siebten Klassen der Oberschule Bockhorn

Bockhorn. Es gibt sie in jeder Klasse: Den Einzelgänger, der sich partout nicht in die Gruppe eingliedert, oder die eingeschworene Gemeinschaft, die immer etwas lauter als die anderen daherkommt. In der Schule prallen unterschiedliche Ansichten und Sympathien aufeinander, was mitunter auch zu Konflikten führt. Gerade in den jüngeren Jahrgängen ist die Streitkultur oftmals rauer untereinander – damit es dabei nicht zum Äußersten wie Ausgrenzung oder Mobbing kommt, setzt die Oberschule Bockhorn auf Präventionsprogramme, die ein gewaltfreies Miteinander in den Klassen vermitteln.
Dazu gehört auch das Coolness-Training von David Eckert, der die siebten Klassen der Oberschule kürzlich besuchte. Das Programm des Trainers ist individuell, Rollenspiele und Aktionen auf die Schüler abgestimmt. „Ich schaue darauf, was die Klassen brauchen, das sehe ich schon nach wenigen Augenblicken“, sagt David Eckert. Manchmal gehe es darum, das Selbstbewusstsein zu stärken oder dass die Klassenregeln wieder ins Bewusstsein rücken.
„Mit der Pubertät treten die Jugendlichen in eine besondere Lebensphase ein“, weiß der Trainer, der die Schüler dazu bringen möchte sich selbst kennenzulernen – und auch die Mitschüler. „Es geht darum, wie man mit Konflikten und miteinander umgeht“, fügt David Eckert hinzu.
Bei seinem Programm, das der Anti-Aggressivitäts- und Coolnesstrainer auch an anderen Schulen in Niedersachsen anbietet, gehe es auch bisweilen um deutlich tiefgreifendere Konflikte: „In Bockhorn ist es entspannt, der Umgang in ländlichen Gegenden ist respektvoller im Gegensatz zu größeren Städten“, weiß David Eckert aus Erfahrung.
Konflikte vernünftig zu lösen und Verantwortung zu übernehmen ist das Ziel des Sozialkompetenztrainings. Das halte oftmals noch Tage nach dem Training an, sagt die Schulsozialarbeiterin der Oberschule Bockhorn, Jasmin Wittkowski: „Man sieht auf einmal, dass die Schüler in der Pause als Klasse zusammensitzen.“
Natürlich gibt es auch Grenzen, setzt David Eckert hinzu. „Man kann nicht immer alle erreichen. Aber wenn dabei auch nur einer gestärkt herausgeht, ist es ein gutes Training gewesen.“
Freitag, 16 März 2018 12:08

Stele erinnert an Schicksal der Familie Frank

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Zetel. Symbolträchtiger hätte das Wetter angesichts der Gedenkstelen-Einweihung für die deportierte Sinti-Familie Frank an der Horster Straße in Bohlenberge nicht sein können: Während der Himmel den Auftakt der Veranstaltung in kühles Grau tauchte, prasselte während des musikalischen Intermezzos der Gruppe „Sinti Swing“ der Regen auf die Gäste, dass einige die Musiker mit Regenschirmen vor der Nässe schützten.
Vor 75 Jahren stand an der Stelle, die durch die Stele gekennzeichnet ist, der Wohnwagen der Schaustellerfamilie. Am 8. März wurden sie verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Grete, Georg, Frieda Gertrud, Ella Lisbeth, Hans Georg, Herbert Otto, Anna Ursula und Angela Frank fanden im Vernichtungslager den Tod, lediglich Margot Schwarz (geb. Franz) und Anton Franz überlebten.
In ihrer Eröffnungsrede betonte die Leiterin des Schlossmuseums Jever, Prof. Dr. Antje Sander, die Bedeutung der Gedenkkultur in den Orten: „Für die Hinterbliebenen der Opfer sind dies wichtige Brücken zu dem Geschehen und ihren Familien.“ Die Gedenkarbeit bleibe auch für die Enkelgeneration ein wichtiges Anliegen, was sich in Gesprächen mit der Familie Schwarz deutlich gezeigt habe.
Der stellvertretende Landrat Reinhard Onnen-Lübben unterstrich, dass „die Opfer dieser bösen Zeit nicht vergessen werden dürfen“. Es sei lobenswert, dass Erinnerungsorte in den Städten und Gemeinden die Aufarbeitung der von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen ermöglichen.
Das Jahrzehnte andauernde Schweigen über die verübten Gräueltaten habe in Zetel besonders lange angehalten, stellte Hartmut Peters vom Arbeitskreis des Gröschlerhauses Jever heraus: „Den gezeichneten Überlebenden des Völkermords wurde zu lange die Last der öffentlichen Erinnerung aufgebürdet.“ Ohne die Berichte von Margot Schwarz und die Beharrlichkeit von Christel Schwarz, der das Gedenken an seine Familie einforderte, „ständen wir heute nicht hier“, so Hartmut Peters.
Das Leid der Sinti und Roma sei im Nachkriegsdeutschland keinesfalls zu Ende gewesen, erläuterte Hans Begerow: „Bald wieder als Landfahrer stigmatisiert, wurde ihnen eine Entschädigung für die brutale KZ-Haft auf gemeine Art und lange verweigert.“
Christel Schwarz, der mit zahlreichen Angehörigen der Auschwitz-Überlebenden an der Veranstaltung teilnahm, bedankte sich bei den Initiatoren der „Erinnerungsorte in Friesland“, die die Stele aufgestellt hatten. Es gebe die Tendenz einer erneuten Diskrimierung angesichts der aktuellen politischen Entwicklung, warnte Christel Schwarz, der sich einen Abbau der Vorbehalte gegenüber Sintis wünschte. Zum Gedenken an die Deportierten legte die Familie Schwarz einen Kranz an der Stele ab.
Freitag, 16 März 2018 12:04

Geschätzte Kosten lassen sich nicht halten

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Bockhorn. Empfindliche Kostensteigerung beim Umbau des Feuerwehrhauses Grabstede: Die 2016 geschätzten Kosten von ursprünglich 991.000 Euro lassen sich laut dem ausführenden Planungsbüro nicht halten. Realistisch ist ein Kostenrahmen von 1,185 Millionen Euro, so Rüdiger Piltz vom Architekturbüro Kieselhorst und Piltz im Ausschuss für Ordnung, Feuerschutz und Soziales. Grund für die erhöhten Kosten sind die Fachplanungen für Vermessung, Brandschutz, Statik, Elektronik, Heizung und Sanitär. Kostensteigerungen von zirka zehn Prozent seien nicht unüblich, merkte Rüdiger Piltz an. Dies habe auch mit den Preisschwankungen der Wirtschaft zu tun.
„2013 haben wir mit einem Investitionsvolumen von 15.000 Euro in Grabstede angefangen. Den Bürgern sind wir schuldig, diese Steigerung zu erklären“, betonte Rolf Scherer (parteilos). Mit den ersten Mitteln von rund 20.000 Euro habe man Mängel, die sofort zu beseitigen gewesen seien, im Feuerwehrhaus behoben, erläuterte Bürgermeister Andreas Meinen. Durch die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeug müssten zudem bauliche Maßnahmen für eine verkehrssichere Ein- und Ausfahrt umgesetzt werden.
Einen Überblick über die geleisteten Einsätze und Übungen der beiden Ortswehren gaben die Ortsbrandmeister Stefan Lehmann und Stefan Bieling. Dabei wurde auch deutlich, wie belastend einige Einsätze für die Feuerwehrkameraden gewesen sind. Insbesondere der Sturz eines Jugendlichen durch das Dach der stillgelegten Ziegelei sei kein täglicher Einsatz gewesen. „Wir haben nach dem Einsatz noch lange darüber gesprochen. Da gab es viel Redebedarf“, so Stefan Bieling. Auch das Orkantief Xaver habe einige Male das Ausrücken der Wehren notwendig gemacht. Mehrere tausend Dienststunden seien so zusammengekommen, erklärte Stefan Lehmann.
Bürgermeister Andreas Meinen dankte für die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren, inbesondere vor dem Hintergrund der oftmals belastenden Einsätze. „Es macht Spaß mit euch, und die Zusammenarbeit mit den Kommandos klappt hervorragend“, lobte Meinen. Gemeindebrandmeister Holger Reuter gab einen Sachstand zum Grabsteder Löschfahrzeug ab. Dieses soll im Sommer 2019 einsatzbereit sein, die europaweite Ausschreibung dazu ist versandfertig.
Beraten hatte der Ausschuss auch über eine Neuregelung der Seniorenbeiratswahl. Diese soll künftig zusammen mit der Kommunalwahl erfolgen, aus Rücksicht auf die ehrenamtlichen Wahlhelfer erfolgt die Stimmenauszählung drei Tage später. „Die Versammlungswahl als Modell ist gescheitert“, machte Walter Daxl vom Beirat deutlich, eine Zusammenlegung mit der Kommunalwahl biete eine Chance auf höhere Wahlbeteiligung. „Wir wollen erreichen, damit bekannter zu werden.“
Dies könne eine Änderung der Wahlordnung nicht bewirken, hielt Rolf Scherer entgegen. Ratsamer wäre, dass der Beirat mit allen Einrichtungen der Gemeinde, die sich für Ältere einsetzen, ein gemeinsames Konzept für Seniorenarbeit erstelle. Über die endgültige Änderung der Wahlordnung muss der Rat abschließend abstimmen.
Einen Zuschuss in Höhe von 300 Euro erhält die Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland (ALI) für das aktuelle Jahr. Nachdem eine Bitte um finanzielle Zuwendung in 2017 noch abschlägig beschieden worden war, stimmte der Ausschuss einstimmig für eine zunächst einmalige Unterstützung der Initiative.
Mittwoch, 14 März 2018 12:06

Neuenburg bekommt eigenen Wochenmarkt

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Neuenburg. Das Wehdegebiet ist um einen Wochenmarkt reicher. Zusätzlich zu den Märk-ten in Zetel und Bockhorn wird es künftig jeden Freitag ein weiteres Angebot in Neuenburg geben. Inititator der Idee ist der Unternehmer Stefan Siefjediers, der für eine Umsetzung den Gewerbeverein Neuenburg ins Boot geholt hat. Dieser brachte den Vorschlag schließlich bei der Gemeinde Zetel ein.
Zunächst hatte sich der Markt­ausschuss mit der Thematik befasst, an der Sitzung nahmen Stefan Siefjediers und Christoph Groß vom Gewerbeverein Neuenburg ebenfalls teil. Der Dörpplatz sei bereits aufgrund des Supermarktes dort ein zentral genutzter Platz und auch für Ältere gut erreichbar, so Groß. Mit dem Wochenmarkt werde in Zeiten des Geschäftesterbens zudem ein wichtiges Zeichen gesetzt: „In erster Linie soll es eine kulturelle Bereicherung sein.“
Die Reaktionen auf die Idee fielen auf Seiten der Zeteler Politik positiv aus. „Ihr lauft hier offene Türen ein“, sagte Heinrich Meyer (SPD), der gleichzeitig den Vorschlag einbrachte, den Beschickern für die Anfangszeit die Gebühren zu erlassen. Sofern dies im Einklang mit dem Marktrecht stehe, solle das für eine bestimmte Zeit getan werden, setzte Bürgermeister Heiner Lauxtermann hinzu. „Das ist eine tolle Sache und wird sicherlich auch Kaufkraft nach Neuenburg ziehen“, zeigte sich Heiner Juilfs (CDU) sicher.
Einstimmig votierte der Markt­ausschuss für den Markt. In der jüngsten Ratssitzung der Gemeinde war die Abstimmung schließlich nur noch eine reine Formsache. Auch hier stellte sich der Rat einstimmig hinter die Idee. Bürgermeister Heiner Lauxtermann: „Das Schöne ist, das damit der erste Markt bereits nächste Woche stattfindet.“ Die Verwaltung beschäftigt das Thema allerdings noch etwas länger. Der Markt muss in der Gewerbeordnung festgesetzt werden, dies schließt Änderungen in der Wochenmarktordnung und -satzung mit ein.
Freitag, 23 Februar 2018 11:51

Vermieter vermarkten sich künftig selbst

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Neuenburg/Zetel. Einmal jährlich trifft sich der Kur- und Verkehrsverein Neuenburg zum Jahresgespräch. Ein Schwerpunkt: Die jeweilige Jahresplanung. Diese ist für 2018 abgeschlossen, Ende Mai sollen die Flyer mit den Veranstaltungshinweisen an die Neuenburger Haushalte verteilt werden, weitere Exemplare liegen zudem in den Geschäften aus.
Im vergangenen Jahr hat der Verein an der Überarbeitung des Webauftritts für das „Naturerlebnis Südliches Friesland“ mitgewirkt. Wichtigste Neuerung: Die Vermieter, die bisher über die Webseite ihre Zimmer angeboten haben, vermitteln diese nun in Eigenregie. „Die Gemeinden Bockhorn und Zetel führen keine Listen mehr über freie Unterkünfte“, erläutert Heiner Lauxtermann als Vorsitzender des Kur- und Verkehrsvereins.
Viele Vermieter hätten inzwischen eigene Internetauftritte, für die Gemeinden bedeutet der Wegfall des Zimmernachweises vor allem eine Entlastung, da die Buchung damit künftig direkt zwischen Gast und Anbieter abgewickelt wird. Auch in diesem Jahr gibt es wieder naturnahe Angebote wie Moorwanderung, die Führungen der Freunde des Neuenburger Holzes sowie die öffentlichen Teeabende. „Die sind als Highlight stets ausgebucht. Ohne die beteiligten Gruppen wären die Abende aber auch nicht das, was sie sind“, so Heiner Lauxtermann. Derzeit sind rund 60 Mitglieder im Kur- und Verkehrsverein Neuenburg: „Alle haben signalisiert, dass sie weitermachen wollen.“ Für eine Gemeinde, die viele Reize, auch in Bezug auf sanften Tourismus, biete, sei die Vereinsarbeit überaus fruchtbar, betont der Vorsitzende.

Wer mag, kann sich den 24. Juli bereits vormerken. An dem Tag findet der Grillabend des Kur- und Verkehrsvereins Neuenburg, mit musikalischer Untermalung von Franky Joseph. Fix sind auch die Termine für die Teeabende auf dem Platz vor der Neuenburger Rauchkate: Jeweils am Donnerstag, 19. Juli, 9. August und 30. August. Der Beginn ist wie gewohnt um 19.30 Uhr.

Freitag, 23 Februar 2018 11:42

GELB-Vortrag: Vom Statussymbol zum Massenprodukt

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Bockhorn. „Fleischlos glücklich?“ lautete der Vortrag der Gesundheitsberaterin Susanne Balduff in der Altdeutschen Diele in Steinhausen. Auf Einladung des Gesprächskreises Gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn (GELB) kamen viele Interessierte, um den Vortrag der Gesundheitsberaterin zu hören.
„Jeder sollte sich kritisch mit dem Fleischkonsum auseinandersetzen. Denn die ökologischen und gesundheitlichen Probleme sind einfach zu groß“, stellte Susanne Balduff voraus. Mit dem Wohlstand sei der Fleischverbrauch gestiegen, während Anfang der 1960er Jahre Fleisch noch als Statussymbol galt. Nun werde es zur billigen Massenware degradiert: „Die meisten Menschen wissen nicht mehr um die Zusammenhänge in der Landwirtschaft oder der Tierproduktion.“
Die globale Fleischproduktion ist laut Weltagrarbericht in den letzten 50 Jahren von jährlich 78 auf 308 Millionen Tonnen angestiegen. „80 Prozent der Verbraucher würden mehr für Tierprodukte zahlen, wenn sich dafür die Tierhaltung verbessern würde“, so die Referentin. Allerdings kaufe die Mehrheit der Verbraucher das Fleisch im Supermarkt – und nur 1,4 Prozent griffen dabei zu Bio-Fleisch. In den größten Schlachtfabriken würden bis zu 46.000 Schweine täglich geschlachtet. „Es gibt neue Technologien, um möglichst viele Tiere in einem Stall zu halten, Futtermittelcomputer, Melkroboter. Und nicht zuletzt das Lohndumping in den Schlachthöfen macht Fleisch, Wurst und Milch zu billiger Massenware“, führte Susanne Balduff aus.
Aber welche Auswirkungen hat der immense Fleischkonsum? Die Referentin nannte hier zunächst die Umweltschäden: „Böden sind CO2-Speicher. Werden die Wiesen umgebrochen zum Anbau für Futtermittel (Mais oder Soja), wird klimaschädliches CO2 frei. Viele Tiere bedeutet viel Methan. Auch Methan ist schädlich für das Klima. Das Ausbringen von Gülle setzt Lachgas frei. Lachgas hat eine 300-fache Klimaschädlichkeit im Vergleich zu CO2.“
„Gülle haben wir viel zu viel. Gülle enthält Nitrat, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein.“ Im Moment seien die Nitrat-Werte im Trinkwasser noch nicht über den Richtwerten. „Aber es weiß noch keiner, wie Trinkwasser von Nitrat gereinigt werden kann.“ Als weiteres Kriterium für den kritischen Umgang führte Susanne Balduff wirtschaftliche Bedenken an: „Flügel und Beinfleisch der Hühnchen werden subventioniert nach Afrika exportiert. Dort ist es dann um die Hälfte billiger als bei den heimischen Bauern.“
Ein großes Problem seien die multiresistenten Keime, die durch den vermehrten Einsatz von Antibiotika bei Tieren entstehen würden. „Es wird an Alternativen für Fleischproduktion gearbeitet,“ so die Referentin. „An Fleisch aus dem Reagenzglas“. Allerdings sei die Forschung hier noch in den Kinderschuhen. Der große Markt der Fleischersatzprodukte hätte laut der Gesundheitsberaterin nichts mit gesunder Ernährung zu tun: „Erstellt meist aus Soja und vielen Zusatzstoffen. Das kann nicht gesund sein.“
Mittwoch, 31 Januar 2018 14:24

Dynamit bringt Schornstein gezielt zu Fall

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Ein 37 Meter hoher Klinkerschlot der einstigen Ziegelei Tapken wurde am Dienstag gesprengt

Bockhorn.
Fast zehn Jahre ist es her, dass in der traditionsreichen Ziegelei an der Urwaldstraße die letzten Klinker gebrannt wurden. Ende 2008 hatte der letzte produzierende Eigentümer, das Unternehmen Wienerberger, den Betrieb der einstigen Ziegelei Tapken eingestellt. Seither standen die Hallen und Gebäude auf dem gut sechs Hektar großen Gelände leer, zwei hohe Schornsteine – aus Klinkern gemauert – erinnerten wie stille Riesen an die gut 100-jährige Geschichte der „Bockhorner Klinker“.

Seit Dienstag gibt es davon nur noch einen: Der von der Straße aus gesehen vordere, rund 37 Meter hohe Schornstein ist am Dienstagnachmittag mit einer gezielten Sprengung zu Fall gebracht worden. Das Gelände gehört seit Jahresbeginn einer Eigentümergemeinschaft, zu der das Unternehmen Manfred Ende Baustoffhandel und Transporte aus Westerstede zählt. Wie Geschäftsführerin Daniela Ende erklärt, habe man sich auch aus Sicherheitsgründen zum Abbruch des weithin sichtbaren Schornsteins entschlossen: „Er war schon baufällig und hätte saniert werden müssen, wenn man ihn hätte stehen lassen wollen.“ Eine Verwendung gab es für den Schornstein nicht mehr, das frei gewordene Areal soll zunächst als Lagerfläche dienen. Der zweite Schlot bleibt bis auf weiteres erhalten. Mit der Sprengung beauftragt war das Bauunternehmen Matthäi aus Westerstede. Am Montag war das Gelände vorbereitet worden, Füllsand wurde auf dem befestigten Platz aufgeschüttet, um die Landung der tonnenschweren Steinbrocken zu dämpfen.

Am Dienstag wurde schließlich die Sprengladung aus Dynamitstangen montiert, gegen 16 Uhr war es dann soweit: Das Gelände wurde abgesperrt, es gab schließlich einen kurzen Countdown, dann einen Knall – die Sprengung verlief wie am sprichwörtlichen Schnürchen, der Turm landete exakt im vorgesehenen „Sandbett“. Sprengmeister wie Auftraggeber waren gleichermaßen mit dem Ergebnis zufrieden.
Die Beseitigung hoher Türme ist ohnehin Routine für die Beteiligten: Mehrfach hatte das Unternehmen Matthäi in der Region in jüngerer Vergangenheit unter anderem Türme von nicht mehr rentablen Windenergieanlagen sprengen lassen.
Ein kurzes Video der Sprengung ist zu sehen unter www.facebook.com/frieslaenderbote.

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