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Mittwoch, 31 Mai 2017 11:34

"Der Klimawandel wird nicht auf uns warten"

geschrieben von Michael Tietz
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Viel Spaß bei ihrem Ausflug ins Watt bei Sehestedt hatten unter anderem Hanso Janßen, Katrin Göring-Eckardt, Anja Piel und Stefan Wenzel (v. links). Viel Spaß bei ihrem Ausflug ins Watt bei Sehestedt hatten unter anderem Hanso Janßen, Katrin Göring-Eckardt, Anja Piel und Stefan Wenzel (v. links). Foto: Michael Tietz

Sehestedt. Die Grünen-Landtagsfraktion war zu einer Klausurtagung in die Wesermarsch gereist. Zu einer Wattwanderung kam dann auch Bundestags-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt.

Einen Ausflug in den Nationalpark Wattenmeer machten am Dienstag letzter Woche die Landtagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen in Sehestedt. Im Rahmen einer dreitägigen Fraktionsklausur in der Wesermarsch waren die Grünen-Politiker, darunter auch die vier grünen Landesminister, in der Nationalpark-Erlebnisstation bei Rüdiger von Lemm zu Besuch. Begleitet wurde die Fraktion dabei von Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag und Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl im September. Sie war für einen Kurzbesuch an die Küste gekommen, um sich mit der Landtagsfraktion über Bundes- und Landesthemen auszutauschen.

Bei der dreitägigen Klausur im Seminarhotel in Seefeld hatten sich die 20 Abgeordneten mit der Frage beschäftigt, was die Grünen in Niedersachsen in den vergangenen vier Jahren erreicht haben und wo es noch etwas zu tun gibt, so die Fraktionsvorsitzende Anja Piel. Einige Anregungen habe man dabei aus dem zurückliegenden Wahlkampf in Schleswig-Holstein mitnehmen können.


Das Eintreten für Minderheiten etwa sei ein Thema, dem sich die Grünen in Niedersachsen fortan noch stärker widmen wollen. Frauenrechte seien dabei ein Aspekt, aber auch die Belange der vielen prekär Beschäftigten. Nicht zuletzt aber müsse es für die Grünen darum gehen, sich auf die klassischen Kernkompetenzen der Partei zu besinnen, so Anja Piel: „Den Umwelt- und Klimaschutz“. In diesem Zusammenhang stünden Land und Bund gleichermaßen vor ebenso gewaltigen wie vielfältigen Herausforderungen.
Dem pflichtete Katrin Göring-Eckardt bei: „Wir werden spannende Debatten erleben. Der Klimawandel wird nicht auf uns warten, das Artensterben wird weitergehen“, so die Grüne Spitzenkandidatin. So pathetisch das auch klingen möge: „Es wird ganz entscheidend sein, was wir jetzt in die Wege leiten und ob es uns gelingt, die Existenzfrage zum Thema zu machen.“ Der enorme Verlust an Biodiversität, die zunehmende Vermüllung der Meere, die Gülleproblematik und die Folgen der Massentierhaltung bis hin zum Klimawandel als Fluchtursache: „Eins hängt mit dem anderen zusammen und es geht um nicht weniger als eine Richtungsentscheidung“, betonte Katrin Göring-Eckardt vor der Kulisse des Unesco-Weltnaturerbes Wattenmeer. Wie eminent wichtig das Eintreten für Klima- und Naturschutz und die Schonung natürlicher Ressourcen ist, das sei inzwischen von weiten Teilen der Bevölkerung verinnerlicht worden. „Wir müssen den Menschen nun deutlich machen, dass man das auch wählen kann“, so Göring-Eckardt.

Der Abgeordnete Hans-Joachim Janßen, für den die Tagung am Jadebusen ein Heimspiel war, erinnerte daran, dass die jetzige Landtagsfraktion bereits einiges erreicht habe: „Die Schnäbel von Legehennen bleiben dran, die Kita-Plätze wurden ausgebaut, durch das neue Düngerecht wird das Wasser geschont und der Einsatz von Antibiotika ist um die Hälfte reduziert worden.“ Niedersachsen habe enorme Fortschritte beim Tierwohl erzielt und gelte bundesweit als Vorreiter, so Janßen. „Ernährung ist eine Frage der Haltung und immer mehr Verbraucher sehen genau hin.“


Genau hingesehen hat dann die Grünen-Delegation auch, als Rüdiger von Lemm die Gruppe zu einer Wattwanderung in den Jadebusen führte und auf die Besonderheiten des einmaligen Ökosystems Wattenmeer hinwies. „Das ist meine erste Wattwanderung“, gestand die aus Thüringen stammende Katrin Göring-Eckardt. Später teilte sie via Twitter mit, sie habe durchaus „Watt jelernt“ bei der spannenden Exkursion.
Gelesen 1169 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 31 Mai 2017 12:35

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