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Freitag, 20 April 2018 11:55

Gemeinden unterzeichnen Pachtvertrag

Bockhorn/Zetel. Die Bahntrasse von Bockhorn nach Zetel wird von vielen Radfahrern in der Wehde genutzt. Damit die Strecke insgesamt sicherer zu befahren und zudem für Menschen mit Behinderungen barrierefrei genutzt werden kann, haben die Gemeinden Zetel und Bockhorn noch für dieses Jahr den Ausbau nebst Verbreiterung der Wege beschlossen (wir berichteten).
Die Bahntrasse ist Eigentum des Landkreises Friesland. Die nötigen Pachtverträge haben nun kürzlich im Kreishaus in Jever die Bürgermeister Andreas Meinen (Bockhorn, links) sowie Heiner Lauxtermann (Zetel, rechts) nebst Frieslands Landrat Sven Ambrosy unterzeichnet. Die Verträge sind 25 Jahre gültig.
Die Radwegeabschnitte zwischen Bockhorn und Zetel sind 2009/2010 erstellt worden und betragen 2,5 Kilometer (Abschnitt Zetel-Neuenburg) und 3,3 Kilometer (Abschnitt Zetel-Bockhorn). Die Gesamtkosten für beiden Strecken liegen bei rund 270.000 Euro. Im Vorfeld ist vom Leader-Programm „Südliches Friesland“ eine Förderung in Höhe von 70 Prozent bewilligt worden, beide Gemeinden haben beim Landkreis Friesland zusätzlich einen Förderantrag in Höhe von 30 Prozent für die nicht gedeckten Kosten gestellt.
Zetel. Die vormals im Gebäude befindliche Traditionsgaststätte Janssen an der Hauptstraße 7 ist längst Geschichte – aber das Haus selbst erfüllt noch heute einen gastlichen Zweck. Für viele Zeteler und auch auswärtige Besucher ist das Mehrgenerationenhaus (MGH) ein fester Anlaufpunkt im Alltag. Im Zeteler Kaffeehaus, dem offenen Café des Mehrgenerationenhauses, kommen Alt und Jung zusammen, wird geklönt oder in Gruppen gearbeitet. Es finden Flohmärkte statt, es gibt Angebote für Kinder und einen Bürgermeisterstammtisch. Frühaufsteher und Schüler können hier sogar Frühstück und Mittagessen bekommen. Kurzum: Das MGH ist eine Begegnungsstätte für Jedermann.
„Ganz am Anfang wussten viele nicht, dass es hier so ein Angebot gibt“, erzählt Kerstin von Zabiensky. Das war vor rund sechs Jahren, heute ist das Angebot auch über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Kerstin von Zabiensky ist Leiterin im MGH und koordiniert nicht nur die anfallende Arbeit, sondern ist als ständiges Bindeglied zwischen den Gruppen im MGH und Besuchern immer in Bewegung. „Die Nachfrage nach den Angeboten im Haus steigt stetig, viele suchen ein freies Plätzchen für sich“, erklärt die Leiterin den Erfolg der Einrichtung. Ein weiterer Grund: Im Zeteler Kaffeehaus geht alles etwas gemütlicher zu: „Das Café ist ein offener Treff, es gibt keinen Verzehrzwang.“ Wohnen tue hier allerdings keiner – „auch wenn die Frage oft aufkommt“, sagt Kerstin von Zabiensky mit einem Lachen. Für sie ist das Mehrgenerationenhaus fast wie ein zweites Zuhause. Das Miteinander möchte sie nicht missen. „Alle, die zu uns kommen, egal ob Besucher oder Mitarbeiter, sind auf ihre Art sehr liebenswert“, sagt Kerstin von Zabiensky.
Um die Gäste des Kaffeehauses kümmern sich ehrenamtliche Mitarbeiter. Als Leiterin packe sie auch mal selbst mit in der Küche an, wenn Not am Mann ist. „Wir sind immer auf der Suche, Ehrenamtliche sind bei uns etwas knapp“, gibt Kerstin von Zabiensky zu bedenken. Was die Mitarbeiter im Alltag bewerkstelligen, sei eine große Leistung: „Das kann man nicht genug honorieren.“ Der Grundgedanke der Freiwilligkeit spiegelt sich auch in der im MGH untergebrachten Ehrenamtsbörse wieder: „Wer sich als Freiwilliger einbringen möchte, kann sich bei mir melden, direkt vor Ort oder telefonisch.“ Die Börse funktioniert dabei in beide Richtungen: Vereine oder Gruppen, die Hilfe brauchen, können ein Gesuch ebenso aufgeben wie Bürger, die sich in bestimmten Bereichen einbringen möchten.
In Zetel ist das MGH nicht mehr wegzudenken. Im vergangenen Jahr hat die Einrichtung ihr fünfjähriges Bestehen gefeiert. Das Grundkonzept der Einrichtung ist von Tag Eins an übrigens unverändert geblieben. „Unsere Tür ist für Jedermann offen“, fasst Kerstin von Zabiensky zusammen.

Übrigens: Zum 1. August sucht das Mehrgenerationenhaus noch einen Bundesfreiwilligendienstler. Das Aufgabengebiet umfasst dabei Service, Kontaktpflege zu den Gästen, die Betreuung der sozialen Netzwerkseite, Einkaufsplanung und Unterstützung der Ehrenamtlichen sowie der Leitung.
Freitag, 20 April 2018 11:46

Eine Grabanlage mit Gartencharakter

Zetel. Bisher ist die rechte Seite neben dem Lutherbaum auf dem Friedhof an der Bohlenberger Straße noch leer, lediglich ein kleiner Fußpfad verläuft auf der Grünfläche. Dort sollen noch in diesem Jahr 25 neue Grabplätze entstehen. Pro Platz wird dann sowohl eine Sarg-, als auch eine Urnenbestattung möglich sein.
Mit der neuen Anlage reagiert die Kirchengemeinde auf Veränderungen in der Bestattungskultur. „Es gibt Paare, bei denen nur einer erdbestattet werden möchte, während der andere sich eine Feuerbestattung wünscht“, sagt Pastorin Sabine Indorf. Das habe mitunter ethische oder weltanschauliche Gründe. Ein weiterer Vorteil der Gemeinschaftsanlage ist, dass der alte und neue Teil des Friedhofs an dieser Stelle künftig optisch stärker verbunden wird. „Wir bekommen immer mal wieder die Frage gestellt, warum die Gräber hier so allein stehen“, erzählt Sabine Indorf. Dieses Problem wird mit den neuen Grabplätzen gelöst.
Ähnlich wie bei der Urnengemeinschaftsanlage wird es eine Stele für Gedenkplaketten geben, sowie Sitzgelegenheiten und einen barrierefreien Zugang für Rollatoren und Rollstuhlfahrer (siehe Grafik). „Die Fläche bekommt einen Gartencharakter“, erläutert Nina Brokmann von der Friedhofsverwaltung. Die Planung und Gestaltung der Fläche geht auf ihre Entwürfe zurück: „Wenn letztlich alle Plätze belegt sind, wird nicht mehr das einzelne Grab zu erkennen sein.“ Das Areal wird eingefasst von einem handgeschmiedeten Zaun.
Die Pflege der Anlage wird durch den Friedhofsgärtner ganzjährig sichergestellt und ist jeweils in die Liegegebühr einkalkuliert. „Es wird immer etwas blühen, niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn er einen Besuch des Friedhofs mal nicht einplanen kann“, sagt Sabine Indorf. Die Anlage soll noch dieses Jahr fertiggestellt werden, so Detlef Kant, Vorsitzender im Ausschuss für Friedhof und Ländereien. Die Kosten für die Gemeinschaftsanlage liegen bei rund 40.000 Euro. „Das Geld kommt aus dem Friedhofsetat. Die Kirchengemeinde geht damit in Vorleistung“, berichtet Pastorin Sabine Indorf. Weil es sich bei dem Friedhof an der Bohlenberger Straße nicht um einen Defizitfriedhof handele, seien solche Projekte in dieser Größenordnung überhaupt möglich.

Weitere Informationen zu den Grabplätzen erteilt Nina Brokmann von der Friedhofsverwaltung montags von 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 11 Uhr unter ☎ 04453/2033.
Freitag, 06 April 2018 12:05

Wesertunnel voll gesperrt

Stadland. Der Wesertunnel (B 437) wird in der kommenden Woche wegen Wartungsarbeiten nachts gesperrt: Nach Mitteilung der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sind vom 9. bis zum 12. April wechselnde Sperrungen der einzelnen Tunnelröhren notwendig. Geprüft und gewartet werden nach Mitteilung der Behörde Anlagen zur Entwässerung, Spannungsversorgung, Verkehrslenkung bis hin zu sicherheitstechnischen Einrichtungen der Branderkennung oder Brandmeldung.
Die Vollsperrung der nördlichen Röhre in Fahrtrichtung von der A 27 zur B 212 (Ost nach West) erfolgt in der Nacht von Montag, 9. April, auf Dienstag, 10. April, und von Dienstag, 10. April, auf Mittwoch, 11. April, jeweils von 22 bis 5 Uhr.
Die Vollsperrung der südlichen Röhre in Fahrtrichtung Bremerhaven erfolgt dann in der Nacht von Mittwoch, 11. April, auf Donnerstag, 12. April, und von Donnerstag, 12. April, auf Freitag, 13. April, wiederum jeweils von 22 bis 5 Uhr.
Die Weserfähren Bremerhaven-Blexen und Brake-Sandstedt werden in diesen Zeiten jeweils einen Ersatzverkehr einrichten.
Bockhorn. Die Lebensräume für Insekten sind über die Jahre immer kleiner geworden, Versiegelung und die wirtschaftliche Nutzung ökologischer Nischen hat zu diesem Phänomen beigetragen. Die Folgen davon sind heute deutlich sichtbar: weniger Insekten und ein Rückgang der Artenvielfalt insgesamt. Welche Möglichkeiten bestehen, dieser Entwicklung zu begegnen, war Thema im jüngsten Bau, Plan- und Umweltausschuss der Gemeinde Bockhorn.
Dr. Tatjana Hoppe vom Ammerländer Landvolk stellte anhand des Ammerländer Blühstreifenprojekts eine Möglichkeit vor. Dem Projekt gehören neben dem Landvolk Kreis und Gemeinden sowie Jägerschaft, Schulen und Imker an. „Das Ziel ist, mehr Lebensräume für Insekten zu schaffen und für das Thema zu sensibilisieren“, fasste Dr. Tatjana Hoppe zusammen. Zum Einsatz kommt dabei eine spezielle Mischung aus Wild- und Kulturpflanzen, die an Fel­dern und Wegerändern sowie auf Grünflächen und Verkehrsinseln ausgebracht wird. Neben der ästhetischen Aufwertung von Flächen geht es auch um die Imageverbesserung der Landwirte. Die Skepsis sei beim Projektstart 2009 durchaus groß gewesen, berichtete Dr. Tatjana Hoppe. Sechs Landwirte nahmen damals mit einer Blühfläche von 1,2 Hektar teil, 2017 waren es 30 Landwirte mit 13,4 Hektar. „Die Rückmeldungen sind positiv und viele Landwirte verzichten inzwischen auf Entschädigung für die zur Verfügung gestellten Flächen.“ Möglichkeiten für eine Förderung bestehen auch. Allerdings habe das Projekt auch seine Grenzen, so Hoppe. Das Problem in der Landwirtschaft sei, das für die Bewirtschaftung jede Fläche genutzt werden müsse, sodass nicht immer ein Bereich als Blühstreifen zur Verfügung gestellt werden kann. Ein weiteres Problem ist aus Sicht der Referentin die Versiegelung von Boden: „In Niedersachsen sind es täglich neun Hektar.“
„Jeder kann in seinem Bereich etwas tun, auch wenn es nur die Blumenkästen am Balkon sind“, appellierte Dr. Tatjana Hoppe. Rolf Scherer (Gruppe FDP/Scherer) ergänzte: „Bei diesem Thema gibt es wie in jeder anderen Gemeinde Handlungsbedarf. Keiner kann sich zurücklehnen und annehmen, dass jemand anderes das übernimmt.“ Das Ökosystem sei in Gefahr, mahnte Rolf Scherer: „Es geht darum dieses Bewusstsein bei den Bürgern zu wecken und aufzuklären. Jeder kann in seinem Einzugsgebiet etwas dazu beitragen.“ Für Diskussion sorgte im Anschluss der Antrag der Gruppe Grüne/Linke auf Überprüfung der Spielplätze innerhalb der Gemeinde. Laut Bürgermeister Andreas Meinen ist 2017 bei einer Begehung bereits festgestellt worden, das einige Geräte nicht mehr den geltenden Standards entsprechen. Deshalb seien die Geräte demontiert oder Plätze abgesperrt worden. Dies betrifft unter anderem Plätze in Osterforde, Bockhornerfeld und dem Bockhorner Neubaugebiet. Für Unterhaltung und Anschaffung neuer Spielgeräte hat die Gemeinde rund 130.000 Euro für 2018 eingeplant.
Als Entscheidungshilfe, welche Spielplätze beibehalten, aufgewertet oder aufgegeben werden sollen, hat die Gemeinde einen Fragebogen für Kinder von fünf bis elf Jahren erstellt, der in den Grundschulen verteilt wird. Sollten Spielplätze aufgegeben werden, sollten diese nicht sofort als Baugrundstücke vergeben werden, schlug Christa Hoppenheit (UWG) vor. So bleibe die Chance bestehen, später erneut einen Spielplatz einzurichten, wenn der Bedarf sich dafür ergeben sollte. Von den Eltern gab es Kritik an der Vorgehensweise beim Abbau der Geräte. So sei im Vorfeld nicht kommuniziert worden, dass die teils von den Anwohnern geschaffenen Spielgeräte vom Bauhof mitgenommen würden.
Zuletzt beschäftigte sich der Ausschuss mit dem geplanten Naturschutzgebiet „Neuenburger Holz“. Gegen die vom Landkreis Friesland erstellte Verordnung gebe es von Seiten der Gemeinde keine Einwände. Einwohner Klaus Böttcher monierte, dass die neue Verordnung den Schutz des Neuenburger Urwalds nicht mehr gewährleiste. Mit der neuen Regelung würden auch Eingriffe in den Urwald legitimiert, obwohl dieser einen besonderen Schutzstatus genieße. Zudem gehe die Bezeichnung „Neuenburger Urwald“ in der neuen Verordnung in dem Begriff „Neuenburger Holz“ auf.
Zetel. Symbolträchtiger hätte das Wetter angesichts der Gedenkstelen-Einweihung für die deportierte Sinti-Familie Frank an der Horster Straße in Bohlenberge nicht sein können: Während der Himmel den Auftakt der Veranstaltung in kühles Grau tauchte, prasselte während des musikalischen Intermezzos der Gruppe „Sinti Swing“ der Regen auf die Gäste, dass einige die Musiker mit Regenschirmen vor der Nässe schützten.
Vor 75 Jahren stand an der Stelle, die durch die Stele gekennzeichnet ist, der Wohnwagen der Schaustellerfamilie. Am 8. März wurden sie verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Grete, Georg, Frieda Gertrud, Ella Lisbeth, Hans Georg, Herbert Otto, Anna Ursula und Angela Frank fanden im Vernichtungslager den Tod, lediglich Margot Schwarz (geb. Franz) und Anton Franz überlebten.
In ihrer Eröffnungsrede betonte die Leiterin des Schlossmuseums Jever, Prof. Dr. Antje Sander, die Bedeutung der Gedenkkultur in den Orten: „Für die Hinterbliebenen der Opfer sind dies wichtige Brücken zu dem Geschehen und ihren Familien.“ Die Gedenkarbeit bleibe auch für die Enkelgeneration ein wichtiges Anliegen, was sich in Gesprächen mit der Familie Schwarz deutlich gezeigt habe.
Der stellvertretende Landrat Reinhard Onnen-Lübben unterstrich, dass „die Opfer dieser bösen Zeit nicht vergessen werden dürfen“. Es sei lobenswert, dass Erinnerungsorte in den Städten und Gemeinden die Aufarbeitung der von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen ermöglichen.
Das Jahrzehnte andauernde Schweigen über die verübten Gräueltaten habe in Zetel besonders lange angehalten, stellte Hartmut Peters vom Arbeitskreis des Gröschlerhauses Jever heraus: „Den gezeichneten Überlebenden des Völkermords wurde zu lange die Last der öffentlichen Erinnerung aufgebürdet.“ Ohne die Berichte von Margot Schwarz und die Beharrlichkeit von Christel Schwarz, der das Gedenken an seine Familie einforderte, „ständen wir heute nicht hier“, so Hartmut Peters.
Das Leid der Sinti und Roma sei im Nachkriegsdeutschland keinesfalls zu Ende gewesen, erläuterte Hans Begerow: „Bald wieder als Landfahrer stigmatisiert, wurde ihnen eine Entschädigung für die brutale KZ-Haft auf gemeine Art und lange verweigert.“
Christel Schwarz, der mit zahlreichen Angehörigen der Auschwitz-Überlebenden an der Veranstaltung teilnahm, bedankte sich bei den Initiatoren der „Erinnerungsorte in Friesland“, die die Stele aufgestellt hatten. Es gebe die Tendenz einer erneuten Diskrimierung angesichts der aktuellen politischen Entwicklung, warnte Christel Schwarz, der sich einen Abbau der Vorbehalte gegenüber Sintis wünschte. Zum Gedenken an die Deportierten legte die Familie Schwarz einen Kranz an der Stele ab.
Mittwoch, 14 März 2018 12:06

Neuenburg bekommt eigenen Wochenmarkt

Neuenburg. Das Wehdegebiet ist um einen Wochenmarkt reicher. Zusätzlich zu den Märk-ten in Zetel und Bockhorn wird es künftig jeden Freitag ein weiteres Angebot in Neuenburg geben. Inititator der Idee ist der Unternehmer Stefan Siefjediers, der für eine Umsetzung den Gewerbeverein Neuenburg ins Boot geholt hat. Dieser brachte den Vorschlag schließlich bei der Gemeinde Zetel ein.
Zunächst hatte sich der Markt­ausschuss mit der Thematik befasst, an der Sitzung nahmen Stefan Siefjediers und Christoph Groß vom Gewerbeverein Neuenburg ebenfalls teil. Der Dörpplatz sei bereits aufgrund des Supermarktes dort ein zentral genutzter Platz und auch für Ältere gut erreichbar, so Groß. Mit dem Wochenmarkt werde in Zeiten des Geschäftesterbens zudem ein wichtiges Zeichen gesetzt: „In erster Linie soll es eine kulturelle Bereicherung sein.“
Die Reaktionen auf die Idee fielen auf Seiten der Zeteler Politik positiv aus. „Ihr lauft hier offene Türen ein“, sagte Heinrich Meyer (SPD), der gleichzeitig den Vorschlag einbrachte, den Beschickern für die Anfangszeit die Gebühren zu erlassen. Sofern dies im Einklang mit dem Marktrecht stehe, solle das für eine bestimmte Zeit getan werden, setzte Bürgermeister Heiner Lauxtermann hinzu. „Das ist eine tolle Sache und wird sicherlich auch Kaufkraft nach Neuenburg ziehen“, zeigte sich Heiner Juilfs (CDU) sicher.
Einstimmig votierte der Markt­ausschuss für den Markt. In der jüngsten Ratssitzung der Gemeinde war die Abstimmung schließlich nur noch eine reine Formsache. Auch hier stellte sich der Rat einstimmig hinter die Idee. Bürgermeister Heiner Lauxtermann: „Das Schöne ist, das damit der erste Markt bereits nächste Woche stattfindet.“ Die Verwaltung beschäftigt das Thema allerdings noch etwas länger. Der Markt muss in der Gewerbeordnung festgesetzt werden, dies schließt Änderungen in der Wochenmarktordnung und -satzung mit ein.
Bockhorn. Empfindliche Kostensteigerung beim Umbau des Feuerwehrhauses Grabstede: Die 2016 geschätzten Kosten von ursprünglich 991.000 Euro lassen sich laut dem ausführenden Planungsbüro nicht halten. Realistisch ist ein Kostenrahmen von 1,185 Millionen Euro, so Rüdiger Piltz vom Architekturbüro Kieselhorst und Piltz im Ausschuss für Ordnung, Feuerschutz und Soziales. Grund für die erhöhten Kosten sind die Fachplanungen für Vermessung, Brandschutz, Statik, Elektronik, Heizung und Sanitär. Kostensteigerungen von zirka zehn Prozent seien nicht unüblich, merkte Rüdiger Piltz an. Dies habe auch mit den Preisschwankungen der Wirtschaft zu tun.
„2013 haben wir mit einem Investitionsvolumen von 15.000 Euro in Grabstede angefangen. Den Bürgern sind wir schuldig, diese Steigerung zu erklären“, betonte Rolf Scherer (parteilos). Mit den ersten Mitteln von rund 20.000 Euro habe man Mängel, die sofort zu beseitigen gewesen seien, im Feuerwehrhaus behoben, erläuterte Bürgermeister Andreas Meinen. Durch die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeug müssten zudem bauliche Maßnahmen für eine verkehrssichere Ein- und Ausfahrt umgesetzt werden.
Einen Überblick über die geleisteten Einsätze und Übungen der beiden Ortswehren gaben die Ortsbrandmeister Stefan Lehmann und Stefan Bieling. Dabei wurde auch deutlich, wie belastend einige Einsätze für die Feuerwehrkameraden gewesen sind. Insbesondere der Sturz eines Jugendlichen durch das Dach der stillgelegten Ziegelei sei kein täglicher Einsatz gewesen. „Wir haben nach dem Einsatz noch lange darüber gesprochen. Da gab es viel Redebedarf“, so Stefan Bieling. Auch das Orkantief Xaver habe einige Male das Ausrücken der Wehren notwendig gemacht. Mehrere tausend Dienststunden seien so zusammengekommen, erklärte Stefan Lehmann.
Bürgermeister Andreas Meinen dankte für die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren, inbesondere vor dem Hintergrund der oftmals belastenden Einsätze. „Es macht Spaß mit euch, und die Zusammenarbeit mit den Kommandos klappt hervorragend“, lobte Meinen. Gemeindebrandmeister Holger Reuter gab einen Sachstand zum Grabsteder Löschfahrzeug ab. Dieses soll im Sommer 2019 einsatzbereit sein, die europaweite Ausschreibung dazu ist versandfertig.
Beraten hatte der Ausschuss auch über eine Neuregelung der Seniorenbeiratswahl. Diese soll künftig zusammen mit der Kommunalwahl erfolgen, aus Rücksicht auf die ehrenamtlichen Wahlhelfer erfolgt die Stimmenauszählung drei Tage später. „Die Versammlungswahl als Modell ist gescheitert“, machte Walter Daxl vom Beirat deutlich, eine Zusammenlegung mit der Kommunalwahl biete eine Chance auf höhere Wahlbeteiligung. „Wir wollen erreichen, damit bekannter zu werden.“
Dies könne eine Änderung der Wahlordnung nicht bewirken, hielt Rolf Scherer entgegen. Ratsamer wäre, dass der Beirat mit allen Einrichtungen der Gemeinde, die sich für Ältere einsetzen, ein gemeinsames Konzept für Seniorenarbeit erstelle. Über die endgültige Änderung der Wahlordnung muss der Rat abschließend abstimmen.
Einen Zuschuss in Höhe von 300 Euro erhält die Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland (ALI) für das aktuelle Jahr. Nachdem eine Bitte um finanzielle Zuwendung in 2017 noch abschlägig beschieden worden war, stimmte der Ausschuss einstimmig für eine zunächst einmalige Unterstützung der Initiative.
Freitag, 19 Januar 2018 12:32

Erziehung und Bildung als große Chance

Grabstede. In einem behüteten Zuhause aufwachsen, die ersten Lebensstationen absolvieren und schließlich in die Selbstständigkeit starten. Das ist gemeinhin der klassische Verlauf des Erwachsenwerdens. Doch nicht überall ist das Gefüge Familie stabil, oftmals ist aufgrund verschiedener Gründe professionelle Hilfe notwendig – sowohl auf Seiten der Eltern, als auch der der Kinder.
Eine lokale Einrichtung, die verschiedene Hilfsprogramme anbietet, ist die Heilpädagogische Jungenwohngruppe Grabstede der Jugendhilfe Collstede. Derzeit leben hier sieben Jugendliche im Alter von neun bis 17 Jahren. In der stationären Einrichtung sind die pädagogischen Mitarbeiter rund um die Uhr für sie da. „Das Ziel ist die Rückführung in die Familie oder der Weg in die Selbstständigkeit“, zeichnet Jugendhilfeleiter Jan Praßel einen Teilauftrag der Jungenwohngruppe nach.
Die Gründe, weshalb Jugendliche für eine bestimmte Zeit ihr familiäres Umfeld gegen den stationären Aufenthalt der Jugendhilfe tauschen, sind vielfältig. „Bevor die Jugendlichen zu uns kommen, ist im Vorfeld bereits ganz viel passiert“, weiß Jan Praßel. Eltern, die keine Energie oder nicht das Wissen haben, um ihre Kinder zu erziehen, Probleme durch Scheidung, Alkoholismus oder psychische Erkrankungen – die Liste der Faktoren ist lang. Auffällig sei dabei auch der gesellschaftliche Wandel in Bezug auf das Familienbild: „Das funktioniert heute nicht mehr so wie vor Jahrzehnten. Und auch die äußeren Bedingungen haben sich verändert.“
In ihrer Arbeit setzt die Jugendhilfe auf alle Beteiligten, ausdrücklich wird von Familienhilfe gesprochen. Parallel läuft eine enge Abstimmung mit Jugendämtern und anderen Institutionen. „Erziehung und Bildung Hand in Hand sind die Chancen für die Kinder, sich selbstständig zu entwickeln“, ist Jan Praßel überzeugt. „Die Familie bleibt im Mittelpunkt, wir sind nur die Ersatzspieler“, betont Thomas Feld, theologischer Vorstand der Diakonie im Oldenburger Land. Das sieht auch der Jugendhilfeleiter so: „Die Eltern bleiben Eltern.“
Im Schnitt leben Jugendliche zwei bis drei Jahre in der Grabsteder Einrichtung – mit Eintritt in die Volljährigkeit bieten sich auch mobile Lösungen an, wie zum Beispiel eine eigene Wohnung mit weiterer Betreuung durch die Sozial- und Heilpädagogen. In Grabstede entsteht derzeit auf dem Grundstück ein Neubau, in dem zwei Appartements Platz für Jugendliche als auch Besucher bieten. „In einem kann das selbstständige Leben erprobt werden, in dem anderen können wir Eltern, die ihre Kinder besuchen wollen, unterbringen“, erklärt Jan Praßel.
Die vom Kleinen Kreis am Dienstagvormittag übergebene Spende in Höhe von 7.100 Euro soll für die Gartengestaltung und die Anschaffung von Spielgeräten genutzt werden. Den Spendenscheck überreichte Martin Steinbrecher als Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg – Der Kleine Kreis an Thomas Feld und Jan Praßel. Das Geld stammt aus dem Erlös des Schlossabends im vergangenen Jahr, zu dem als prominenter Vortragsredner Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn geladen war. Die insgesamt an dem Abend gesammelten 30.000 Euro kommen zudem drei weiteren karitativen Einrichtungen in Oldenburg, Cloppenburg und Wilhelmshaven zugute.
Zetel/Neuenburg. Was ist geplant, wohin soll die Reise gehen? Die Entwicklungsrichtung der Gemeinde ist Aufhänger des diesjährigen Zeteler Neujahrsempfangs gewesen. Bürgermeister Heiner Lauxtermann gab Einblicke in die Planung für die kommenden zwölf Monate und ergänzte um aktuelle Sachstände zu Themen, die bereits seit dem vergangenen Jahr auf der Agenda von Rat und Verwaltung stehen.
Aufgelockert wurde die Veranstaltung durch den Auftritt der Sternsinger, die im Anschluss an die Gesangsdarbietung Spenden für Kinder in Not sammelten. Musikalische Akzente zwischen den Redebeiträgen setzten Eliane Menzel und Prof. Fabian Menzel mit einem klassischen Repertoire, welches, auf Violine und Oboe gespielt, von den Gästen des Empfangs mit großem Applaus bedacht wurde.

Investitionen

Heiner Lauxtermann: „Wir sind wirtschaftlich gesund und das ist das Ergebnis guten Wirtschaftens in all den Jahren.“ Die Infrastruktur sei nicht nur ausgelastet, sie muss auch erweitert werden. Eine neue Krippe soll künftig der Geburtenerwartung Rechnung tragen, ein Kindergartenangebot wird auf ganztags umgestellt werden. Die Grundschule Zetel soll mindestens vierzügig ausgebaut werden, außerdem besteht die Notwendigkeit, Ersatz für die Außenstelle Bohlenberge zu schaffen. „Wir brauchen Räumlichkeiten für die Inklusion“, betonte der Bürgermeister in seiner Rede. Die zusätzliche Krippe geht in die Haushaltsberatung für 2018 ein. Für die geplanten Projekte geht die Gemeinde von einem Investitionsvolumen von rund sechs Millionen Euro aus.
Für Neuenburg steht in diesem Jahr die Städtebauförderung im Fokus. Diese soll in Abstimmung mit den Neuenburger Einwohnern erfolgen. Mittelpunkt wird zunächst der denkmalgeschützte Bereich rund um das Schloss sein.

Wohnen und Gewerbe

Zetel als Wohngemeinde erfreut sich großer Beliebtheit. Neuere Baugebiete in Bohlenberge und Lammers Kamp in Neuenburg sind bereits komplett umgesetzt. Durch einfache Bebauungspläne wurden Verdichtungen in den Ortskernen von Zetel und Neuenburg ermöglicht. In diesem Jahr soll Zetel-Süd zwischen Danziger Straße und dem Bahnweg erschlossen und angeboten werden. Rund 80 Bauplätze stehen zur Verfügung, 50 Vormerkungen sind eingegangen. Über die Ökostrom GmbH hat die Gemeinde Wohnungsbau in Süpkenhörn betrieben. Die Gewerbegebiete Roßfelde und Collstede sind praktisch belegt, in Collstede gibt es noch wenige Flächen. Über das neue Gewerbegebiet Roßfelde-Nord ist die Gemeindeverwaltung mit dem Eigentümer der niedersächsischen Landgesellschaft einig geworden. Die Überplanung der Flächen ist für dieses Jahr vorgesehen. Die Chancen für eine öffentliche Förderung der Erschließung stehen dabei laut Lauxtermann „nicht schlecht“.

Haushalt

„Ausgeglichene Haushalte sind kein Selbstgänger“, stellte Bürgermeister Heiner Lauxtermann heraus. Die Gemeinde hat im Haushaltsjahr 2017 einen Überschuss erwirtschaftet, der mit für den Ausgleich des diesjährigen Haushaltsjahres herangezogen wird. Aber: „Es wird enger. Leider wird immer vergessen, dass wir steuerschwach sind und die Einnahmen nicht beliebig gesteigert werden können.“ Der Zuschussbedarf für die Kindertagesstätten mit dem Kiga Regenbogenfisch zusammen belaufe sich auf rund 1,6 Millionen Euro. „Das ist über den Haushalt nicht mehr zu erwirtschaften“, so Lauxtermann.

Kulturelles

Zetel feiert in diesem Jahr zehn Jahre Partnerschaft mit der polnischen Stadt Szczyrk. Dies soll im Mai in Zetel und im August in Szczyrk jeweils mit einem Festakt gefeiert werden.Im Mai kommt mit „Magical Dreams“ zudem eine Ausstellung europäischen Ranges der Galerie Bator aus Szczyrk nach Zetel in das Atelier von Uwe Schmalstieg. Der Bürgermeister lobte besonders das aktive Vereinsleben und das ehrenamtliche Engagement innerhalb der Gemeinde, insbesondere am Beispiel der Feuerwehr. Im Anschluss verlieh Heiner Lauxtermann Wiebke Bruns und Prof. Dr. Uwe Meiners die Gemeindemedaille für ihr Engagement. Wiebke Bruns sammelt seit mehr als zehn Jahren Müll und hat gemeinsam mit Jonny Lüschen das EU-Projekt „Voneinander lernen“ begleitet. Ihr Engagement als Unterstützerin ist zudem vielen lokalen Vereinen zugutegekommen. Prof. Dr. Uwe Meiners erhielt die Medaille vor allem für seine Verdienste um das Restaurierungszentrum Neuenburg und seinen Einsatz für das Schulmuseum Bohlenberge. Der Leitende Direktor des Museumsdorfs Cloppenburg hatte zuvor in einem Vortrag die verschiedenen kulturellen Erbstücke der Region anhand Neuenburg beleuchtet.
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