Anzeigen

Redaktion

Media-Daten

 

Friebo

Bürozeiten:
Montags bis Donnerstag: 9 bis 13 Uhr und 14:00 bis 17 Uhr
Freitags: 9 bis 12 Uhr

Kontakt
Freitag, 08 September 2017 11:16

In Dangast wird 2018 (fast) alles teurer

geschrieben von Michael Tietz
Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Destination Dangast: Strandkörbe, Parkplatz, Quellbad, Camping und Kurbeitrag werden im kommenden Jahr im Schnitt um zehn Prozent teurer. Nur die Saunatarife bleiben stabil. Destination Dangast: Strandkörbe, Parkplatz, Quellbad, Camping und Kurbeitrag werden im kommenden Jahr im Schnitt um zehn Prozent teurer. Nur die Saunatarife bleiben stabil.
Varel. Ein überwiegend heiterer, zeitweise hochsommerlich warmer September vor nunmehr einem Jahr hat der Saison 2016 in Dangast letztlich noch einmal reichlich Schub gegeben, was die Umsätze im Tourismusbetrieb betrifft. So kann der Jahresabschluss 2016 für den städtischen Eigenbetrieb Nordseebad Dangast nunmehr sogar mit einem gegenüber der Planung zu Jahresbeginn leicht verbesserten Jahresabschluss aufwarten.
„Juli und August waren schon im letzten Jahr eine Enttäuschung, aber der September hat es herausgerissen“, fasste Kurdirektor Johann Taddigs am Montag im Betriebsausschuss des Stadtrats zusammen. „An einigen Tagen hatten wir noch 30 Grad und waren bei den Strandkörben ausverkauft.“ Letztlich gilt es nunmehr einen Jahresverlust in Höhe von knapp 739.000 Euro zu bilanzieren, bei Aufstellung des Wirtschaftsplans war ein Defizit von rund 826.000 Euro angenommen worden – eine Verbesserung um gut 87.000 Euro oder 10,6 Prozent.
Sowohl der Campingplatz als auch das Quellbad brachten mehr Erlöse als zunächst kalkuliert, größter Umsatzbringer war der Campingplatz mit knapp über 500.000 Euro, gefolgt vom Quellbad mit 484.000 Euro und der Kurtaxe, die mit 389.000 Euro allerdings leicht hinter den Erwartungen zurückblieb. Immer (ge)wichtiger werden auf der Einnahmeseite auch die Parkplatzgebühren, die mit 226.000 Euro den prophezeiten Ansatz um fast 35 Prozent übertroffen haben. Der Kurdirektor wies darauf hin, dass ein Parkplatz insbesondere beim Vergleich Erlöse–Kosten unschlagbar sei: „Aus ökonomischer Sicht sollten wir uns darauf beschränken, Parkplätze zu betreiben“, scherzte Taddigs. Sorgenkind bei den Erträgen bleibt weiterhin der Saunabetrieb, mit 67.000 Euro blieben die Einnahmen hier im vergangenen Jahr um rund 21 Prozent hinter den Erwartungen. Insgesamt war aber mit Erlösen von fast 2,17 Millionen Euro ein Plus von 5,9 Prozent gegenüber dem Wirtschaftsplan zu verzeichnen. Zugleich stiegen die Gesamtkosten um 1,2 Prozent auf 2,9 Millionen Euro, allein bei den Personalkosten gab es einen Anstieg um 3,7 Prozent in 2016 auf insgesamt 1,54 Millionen Euro.

Die Personalkosten sind nach Auskunft von Johann Taddigs in den vergangenen fünf Jahren auch wegen Änderungen der Tarifverträge um insgesamt mehr als 17 Prozent gestiegen, nicht zuletzt darauf gelte es zu reagieren: So hatte der Ausschuss nun über den Vorschlag der Kurverwaltung zu befinden, die Tarife in Dangast durch die Bank zu erhöhen. Dieser Vorschlag war bereits in der letzten Sitzung im Juni diskutiert, eine Entscheidung aber vertagt worden.
Angehoben wird somit – entsprechende Bestätigung durch den Stadtrat vorausgesetzt – zum 1.1.2018 der Kurbeitrag von derzeit 2 Euro auf 2,20 Euro (Erwachsene pro Tag, Zone 1). Auch ein Besuch im Quellbad wird teurer: der Grundtarif (3,5 Stunden) für Erwachsene kostet künftig 7,30 statt bisher 6,50 Euro, eine Familien-Tageskarte statt bisher 16 künftig 17,75 Euro. Angehoben werden ferner die Parkgebühren: Zwei Stunden parken am Hafen kostet dann 2,80 statt 2,50 Euro, ein Tagesticket auf dem Quellbadparkplatz kostet künftig 6,60 statt bisher 6 Euro. Im Durchschnitt werden die Preise mit dem Vorschlag um rund zehn Prozent angehoben, wenngleich es bei einzelnen Positionen „Ausreißer nach oben wie unten“ gebe, das sei dann sinnvollen Aufrundungen geschuldet. Um die Erhöhungen hatte es bereits Debatten gegeben, Bernd Redeker (CDU) mahnte hier zu Besonnenheit: „Prozentzahlen klingen immer wuchtig, wir sollten nicht übersehen, dass es hier zumeist um Centbeträge geht.“ Alexander Westerman (parteilos, Gruppe G6) erklärte, dass die Gruppe den Vorschlag mittragen könne, als kleinen Kompromiss sei man mit dem Kurdirektor übereingekommen, beim Kurzbadetarif (90 Minuten) einen etwas größeren Kulanzzeitraum insbesondere für Familien zu schaffen.
Auf Widerstand stieß der Vorschlag hingegen bei Zukunft Varel: Leo Klubescheidt erklärte, eine Erhöhung um zehn Prozent und mehr sei „unanständig“ und es bleibe das „Geschmäckle einer Abzocke“. Gerade finanziell schwächeren Gästen sei das nicht zuzumuten. Bürgermeister Gerd-Christian Wagner betonte, dass die Stadt mit dem Quellbad eine gute Leistung erbringe, für die sie faire Preise verlange, auch künftig: „nicht zuletzt muss die Stadt hier auch unternehmerisch herangehen.“
Axel Neugebauer (ZV) skizzierte das Risiko, dass bei steigenden Preisen gerade Familien künftig im Zweifel auf einen Besuch im Quellbad verzichten könnten: Da der Bäderbetrieb ohnehin ein Zuschussgeschäft bleibe, sollte die öffentliche Hand als Betreiber doch lieber einen anderen Weg beschreiten, so Neugebauer: „Warum nicht mal die Preise senken, vielleicht bekommen wir dann mehr Besucher nach Dangast und haben am Ende genauso viel Geld in der Kasse.“

Einen Moment lang sah es so aus, als könne man sich im Ausschuss durchaus für diese Anregung erwärmen, dann aber erging mit deutlicher Mehrheit der Beschluss zur Billigung des Verwaltungsvorschlages. So wird das Parken in Dangast, die Nutzung von Campingplatz und Strandkörben, der Kurbeitrag und ein Besuch im Quellbad im kommenden Jahr teurer. Bürgermeister Wagner wies noch darauf hin, dass man in Dangast zuvor sieben Jahre preisstabil geblieben sei, Michael Ramke erklärte als Vertreter der Beschäftigten im Eigenbetrieb, dass man die vorgestellte Preisanpassung ebenfalls für nachvollziehbar und angemessen halte.
Gelesen 2624 mal

Online lesen...

Facebook

Adresse

Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Elisabethstr. 13
Elisabethstr. 13
26316 Varel
26316 Varel

Bürozeiten:

Montag bis Donnerstag:
Montag bis Donnerstag:
9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
Freitag:
Freitag:
9 bis 12 Uhr
9 bis 12 Uhr