Anzeigen

Redaktion

Media-Daten

 

Friebo

Bürozeiten:
Montags bis Donnerstag: 9 bis 13 Uhr und 14:00 bis 17 Uhr
Freitags: 9 bis 12 Uhr

Kontakt
Freitag, 22 September 2017 12:02

Landwirte warnen vor weiterem Druck auf Fläche

geschrieben von Michael Tietz
Artikel bewerten
(1 Stimme)
Pieter Reitsma aus Rotenhahn (vorn) und Dirk Blankenforth aus Obenstrohe trugen die Erntekrone ins Rathaus, unter anderem begleitet vom Kreislandvolkvorsitzenden Hartmut Seetzen (li.) und Bürgermeister Gerd-Christian Wagner (re.). Pieter Reitsma aus Rotenhahn (vorn) und Dirk Blankenforth aus Obenstrohe trugen die Erntekrone ins Rathaus, unter anderem begleitet vom Kreislandvolkvorsitzenden Hartmut Seetzen (li.) und Bürgermeister Gerd-Christian Wagner (re.). Foto: Michael Tietz
Varel. Die Maisernte steht unmittelbar bevor, und auch sie wird geprägt sein von einem Problem, das die Landwirte in der Region bereits den ganzen Sommer beschäftigt: Es hat immer wieder viel geregnet in den vergangenen Wochen und Monaten, mithin ist es sehr nass auf Feldern und Wiesen.
Von den Herausforderungen, mit denen es die Bauern in dieser Saison zu tun haben, berichtete der Kreislandvolkvorsitzende Hartmut Seetzen jetzt bei der traditionellen Übergabe der Erntekrone im Vareler Rathaus. Etwa 25 Mitglieder der verschiedenen Vareler Landvolkvereine waren am Montagmorgen in die Stadt gekommen, um sich davon zu überzeugen, dass die Erntekrone aus Getreideähren einen prominenten Platz im Rathaus bekommt – und um sich mit Bürgermeister Gerd-Christian Wagner über aktuelle Themen auszutauschen.

Der Milchpreis war heuer kein Thema, nachdem sich die Ertragssituation in den vergangenen Monaten – zumindest für den Moment – wieder etwas entspannt hatte. Schwierigkeiten bereite aber eben das Wetter: „Es war ein gutes Frühjahr“, bilanzierte Hartmut Seetzen, „aber als wir dann an den ersten Grasschnitt gedacht haben, fing es an zu regnen.“ Und es hat dann den Rest des Sommers nicht mehr so recht aufgehört. Die Feuchtigkeit sei ein Problem, so Seetzen: „Insgesamt sind die Erträge zwar zufriedenstellend, aber es ist beispielsweise schwierig, das Stroh trocken zu bekommen.“ Allein in den vergangenen vier Wochen seien mehr als 100 Liter je Qudratmeter gefallen – das gehe nicht nur zu Lasten des Ernteertrages, derzeit seien manche Felder schlicht nicht befahrbar. „Das wird noch spannend“, sagte Seetzen mit Blick auf die Maisernte, zugleich bat er schon jetzt um Verständnis für kaum vermeidbare Verschmutzungen auf den Straßen.

Thematisiert wurde dann bei einem knapp zweistündigen Gespräch im Ratssaal vor allem der Flächenverbrauch: Bei der Kompensation von Neuversiegelungen gelte es nach Ansicht der Landwirte mehr Augenmaß zu beweisen: der Aufwertung bereits vorhandener naturnaher Flächen müsse Vorrang gegenüber der Neuausweisung eingeräumt werden. Ob denn neue Gewerbegebiete geplant seien und wo diese entstehen könnten, wollten die Landwirte vom Bürgermeister wissen – der antwortete diplomatisch: Grundsätzlich sei da das gesamte Gemeindegebiet zu betrachten, „aber wir müssen uns auch fragen, ob wir überhaupt weitere Flächen brauchen.“ Das allerdings war Wochen zuvor im Wirtschaftsausschuss mehrheitlich bejaht worden. Die Ausschau nach geeignetem Gelände müsse zudem behutsam erfolgen, um nicht Preise nach oben zu treiben, so Wagner.
Die ablehnende Haltung des Landvolksverbandes zur möglichen Ausweisung von Sondergebieten für Intensivtierhaltung bekräftigte Hartmut Seetzen. Das sei kontraproduktiv, möglicherweise würden Investoren von außen dadurch erst auf Potenzial in Varel aufmerksam gemacht. Dieses Thema sei nicht allein objektiv abzuwägen, vielmehr ein Politikum, entgegnete Gerd-Christian Wagner. Der Rat sei getrieben durch den Antrag für einen Hähnchenmaststall in Wehgast, es bestehe Einigkeit, den Raum um Dangast von solchen Bauten freihalten zu wollen. Ein sachlicher Umgang mit diesem komplexen Thema sei geboten, Entwicklungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft müssten weiter gegeben sein, darin war sich die Runde einig. In diesem Zusammenhang wurde auch der Hinweis geäußert, dass es Landwirten zuletzt in Einzelfällen schwer gemacht werde, Bauvorhaben umzusetzen. Wagner versprach, sich dafür einzusetzen, dass die Stadtverwaltung auch künftig vor allem Baugenehmigungsbehörde sein werde, keine Verhinderungsbehörde.
Gelesen 505 mal Letzte Änderung am Freitag, 22 September 2017 12:58

Online lesen...

Facebook

Adresse

Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Elisabethstr. 13
Elisabethstr. 13
26316 Varel
26316 Varel

Bürozeiten:

Montag bis Donnerstag:
Montag bis Donnerstag:
9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
Freitag:
Freitag:
9 bis 12 Uhr
9 bis 12 Uhr