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Freitag, 20 Oktober 2017 12:07

Richtfest beim Hospiz: „Meilenstein in der Entwicklung Varels“

geschrieben von Michael Tietz
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Eine bunte Richtkrone wurde beim Haus für Hospiz- und Palliativarbeit "Am Jadebusen" per Kran hinaufgezogen. In gut einem halben Jahr soll das Haus eröffnet werden. Eine bunte Richtkrone wurde beim Haus für Hospiz- und Palliativarbeit "Am Jadebusen" per Kran hinaufgezogen. In gut einem halben Jahr soll das Haus eröffnet werden. Foto: Michael Tietz
Varel. Mit einer bunt geschmückten Richtkrone, einem launigen Richtspruch von Zimmerermeister Dirk Brumund und den besten Wünschen für das Haus wurde am vergangenen Dienstag Richtfest gefeiert beim Neubau des Hauses „Am Jadebusen“, dem künftigen Zentrum für ambulante wie stationäre Hospiz- und Palliativarbeit.
Mehr als 200 Gäste waren zur Feier auf das Grundstück im einstigen Kasernengelände gekommen. Daniel de Vasconcelos, der als Geschäftsführer der Gesellschaft Haus der Hospiz- und Palliativarbeit (HHP) die Bauherren vertrat, begrüßte viele Vertreter aus der regionalen Politik und der Wirtschaft, Handwerker, Nachbarn, und, wie er sagte, „unzählige Freunde, Helfer und Förderer dieses Vorhabens“. Kurz erinnerte de Vasconcelos daran, dass nicht einmal vier Monate zuvor erst der symbolische Spatenstich erfolgt war – es sei beeindruckend, was in der Zwischenzeit geschafft worden ist. Er dankte vor allem den am Bau beteiligten Planern und Handwerkern: „Jedes Mal, wenn ich seit dem hier auf der Baustelle bin, sehe ich Menschen, die hochmotiviert daran arbeiten, dass unser Traum von einem Ort, an dem bei uns in der Region ambulante und stationäre Hospizarbeit unter einem Dach vereint sind, Wirklichkeit wird.“ Das Haus der Hospiz- und Palliativarbeit „Am Jadebusen“ wird gemeinschaftlich getragen von der mission:lebenshaus gGmbH, der Hospizbewegung Varel und der Stadt Varel, die auch das Grundstück zur Verfügung stellte. Bürgermeister Gerd-Christian Wagner: „Unser gemeinsam geplantes Haus nimmt immer mehr Form an. Anfangs war es nur eine Vision. Jetzt ist Stein auf Stein gesetzt worden und wir können jetzt schon sehen, was Großartiges geschaffen wird. Dieser Bau und dieses Projekt sind Meilensteine in der Entwicklung Varels. Mein Dank geht an alle, die daran mitgewirkt haben.“
„Würdevolles und selbstbestimmtes Leben ermöglichen“
Geschäftsführerin der mission:lebenshaus und somit des Trägers des zukünftigen stationären Hospizes, dem „Hospiz am Wattenmeer“, ist Irene Müller. Die mission:lebenshaus betreibt bereits jeweils ein Erwachsenenhospiz in Jever und im Landkreis Oldenburg sowie das Kinder- und Jugendhospiz in Wilhelmshaven. „Gemeinsam möchten wir den uns anvertrauten Menschen bis zuletzt ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben ermöglichen“, so Irene Müller. In zahlreichen Gesprächen mit ganz unterschiedlichen Menschen merke sie immer wieder, wie dringend dieses Haus gebraucht wird. Die Leitung des Hospizes am Wattenmeer wird Maria Bohndieck übernehmen.

RichtfestAufs Dach gestiegen: Unter kritischer Beobachtung von Handwerksmeister Dirk Brumund bemühte sich Geschäftsführer Daniel de Vasconcelos, den symbolischen letzten Nagel ins Gebälk zu treiben. Im kommenden Frühjahr soll der Neubau bezugsfertig sein. Foto: M. Tietz

Anke Kück, Vorsitzende der Hospizbewegung Varel e. V.: „Das Richtfest heute ist natürlich ein besonders emotionaler Tag – unser Traum wird Wirklichkeit. Unser Haus, das so viele unterschiedliche Hilfen unter einem Dach vereint, ist nun schon für alle sichtbar.“
Möglich geworden sei dies durch die enorme Unterstützung der Menschen in der ganzen Region: „Dafür danken wir von Herzen! Das, was wir in den letzten Monaten und Jahren erfahren haben, gibt uns viel Kraft und Sicherheit für die Zukunft.“ Seit mittlerweile vier Jahren wird auf das Haus der Hospiz- und Palliativarbeit „Am Jadebusen“ hingearbeitet. Hier sollen die ambulante Arbeit der Hospizbewegung, das Palliativnetz am Jadebusen sowie das stationäre Hospiz Platz finden und gemeinsam unheilbar erkrankten Menschen eine wohnortnahe Versorgung ermöglichen. Dies gelingt durch ein multiprofessionelles Team bestehend aus Pflegefachkräften, Sozialpädagogen, Seelsorgern, Ärzten und Ehrenamtlichen.

Ein wesentlicher Teil der Investitionssumme von insgesamt mehr als zwei Millionen Euro ist durch Spenden aus der Bevölkerung und Fördermitteln zusammengetragen worden. Das Haus selbst wird auf einem rund 4.300 Quadratmeter großen Grundstück errichtet. Insgesamt werden darin neun Gästezimmer geschaffen, eines davon steht den Angehörigen zur Verfügung. Die Eröffnung des Hauses ist für das zweite Quartal 2018 ge­plant. Daniel de Vasconcelos betonte, dass hier in gemeinschaftlicher Anstrengung ein Gebäude wachse, das den Menschen dienen solle, die hier künftig leben, arbeiten, trauern und Trost spenden werden. Und Zimmerer Dirk Brumund fasste die Wünsche zusammen, die er wohl stellvertretend für alle Gäste ganz traditionell formulierte: „Glück und Segen für dieses Haus – und jeden, der hier geht ein und aus.“
Gelesen 532 mal Letzte Änderung am Freitag, 20 Oktober 2017 12:13

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