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Montag, 30 Oktober 2017 08:35

Von Sturmflut überrascht: Mann im Jadebusen ertrunken

geschrieben von Michael Tietz
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Der Kleinbus der von der Sturmflut eingeschlossenen Camper wurde durch das Wasser einige Meter weit in die Wiesen im Deichvorland gedrückt. Der Kleinbus der von der Sturmflut eingeschlossenen Camper wurde durch das Wasser einige Meter weit in die Wiesen im Deichvorland gedrückt. Foto: Polizei
Friesland/Wesermarsch. Viel zu tun gab es am vergangenen Wochenende für die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehren und Rettungsdiensten: Sturmtief "Herwart" wütete über Norddeutschland und bescherte der Nordseeküste in der Nacht zum Sonntag eine schwere Sturmflut. In Bensersiel, Wilhelmshaven, Cuxhaven und Bremerhaven registrierte der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) Wasserstände von mehr als zwei Metern über normal - die definierte Marke für eine schwere Sturmflut. In Wilhelmshaven stieg der Pegel auf 2,32 Meter, in Cuxhaven auf 2,45 Meter und in Bremerhaven sogar auf 2,59 Meter.

Am Strandbad Sehestedt in der Gemeinde Jade kam in der Sturmflutnacht ein Mensch ums Leben: Wie die Polizei am Sonntagmittag mitteilte, hatte gegen 4.20 Uhr in der Nacht ein Mann einen Notruf abgesetzt. Der Anrufer erklärte, dass er sich auf dem Gelände des Strandbades in Sehestedt in einem VW-Bus befinde und dieser nun von der stark ansteigenden Flut erfasst werde.
Das Gespräch wurde dann aber unterbrochen, ein Rückruf blieb erfolglos. Als der erste Funkstreifenwagen der Polizei Sehestedt erreichte, war es wegen des hohen Wasserstandes auf der Zufahrtsstraße bereits nicht mehr möglich, den direkt am Ufer gelegenen Park- und Campingplatz zu erreichen. Das gesamte Vordeichsgelände war schon überflutet. Vom Deich aus war aber ein Licht im Bereich des Campingplatzes zu erkennen. Die Polizei veranlasste umgehend eine umfangreiche Such- und Rettungsaktion, zu der unter anderem die Feuerwehr, die Wasserschutzpolizei und Rettungskräfte der DLRG hinzugezogen wurden. Auch ein SAR-Hubschrauber wurde angefordert.
Um 7:05 Uhr konnte nach Angaben der Polizei schließlich ein 59-jähriger Mann aus Nordrhein-Westfalen von einer Schlauchbootbesatzung der DLRG im Bereich des Strandbades aus dem Wasser gezogen werden. Der Mann hatte sich an einem Mast festklammern können. Er wurde nach einer ersten ärztlichen Versorgung in das Krankenhaus Varel gefahren. Der Mann erlitt eine starke Unterkühlung, Lebensgefahr bestand nicht.
Er gab nach seiner Rettung an, zusammen mit seinem 63-jährigen Bruder in dem VW-Bus gewesen zu sein. Sie hätten in der Nacht angesichts des steigenden Wassers gemeinsam das Fahrzeug verlassen, um sich in Richtung Deich in Sicherheit zu bringen. Das Wasser sei aber mit enormer Wucht auch aus Richtung Deich gekommen, sie hatten es so nicht zum Deich schaffen können. Er selbst habe sich an dem Mast retten können, seinen Bruder habe er aber in der Dunkelheit aus den Augen verloren. Die Suchmaßnahmen wurden daraufhin fortgesetzt. Der vermisste zweite Mann wurde schließlich gegen 8.30 Uhr von der Besatzung des SAR-Hubschraubers in der Nordsee treibend entdeckt und von der Besatzung eines DLRG-Bootes geborgen. An Land konnte dann aber nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden.
Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus. Die Brüder hatten vermutlich in ihrem Bulli direkt am Ufer des Jadebusens übernachten wollen und waren dann durch die Sturmflut überrascht und vom rasch ansteigenden Wasser eingeschlossen. Beim Versuch, sich zu Fuß auf den Deich in Sicherheit zu bringen, sei dann der älterere der beiden Brüder ertrunken, so die Polizei. Am Sonntagnachmittag wurde schließlich das Fahrzeug der beiden Männer durch einen Abschleppdienst aus den Salzwiesen geborgen.

Mehrere Einsätze hatten am frühen Sonntag auch die Feuerwehren der Stadt Varel zu absolvieren. Die Ortswehr Varel wurde erstmals um 5.19 Uhr alarmiert, weil in der Friedrich-Ebert-Straße ein Baum auf ein Wohnhaus gestürzt war. Die Einsatzkräfte rückten mit Drehleiter und Rüstwagen aus, der Baum wurde entfernt. Bis zum Vormittag gab es noch weitere ähnlich Einsätze, die Drehleiter wurde dabei auch von der Ortswehr Obenstrohe angefordert, die unter anderem in Büppel im Einsatz war, um umgestürzte Bäume von Straßen zu entfernen und herausgebrochene Äste, die in Baumkronen hängen geblieben waren, zu entfernen.
Gelesen 644 mal Letzte Änderung am Montag, 30 Oktober 2017 14:40

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