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Freitag, 19 Januar 2018 09:30

Bahn will alte Brücke am Bahnhof nun doch abreißen

geschrieben von Michael Tietz
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Die markante Brücke am Vareler Bahnhof soll nach Plänen der Deutschen Bahn nun doch abgerissen werden. Die markante Brücke am Vareler Bahnhof soll nach Plänen der Deutschen Bahn nun doch abgerissen werden. Foto: Archiv

Die hohen Kosten und technische Risiken hätten letztlich zu dem Entschluss geführt, so die Bahn. Die Behörden haben aber noch mitzureden.

Varel.
Die Deutsche Bahn will den denkmalgeschützten Übergang am Vareler Bahnhof entgegen der bisherigen Planungen nun doch abbrechen und durch ein neues Bauwerk ersetzen. Es solle so rasch wie möglich ein Antrag auf Genehmigung des Abrisses bei den Behörden eingereicht werden, teilte die Bahn am Freitag mit.

Seit vielen Jahren wird in Varel ein barrierefreier Übergang über die Gleise gefordert, doch die Bahn tut sich bislang schwer, eine akzeptable Lösung für den Vareler Bahnhof umzusetzen. Lange war die Sanierung der markanten historischen Fahrgastbrücke vorgesehen, ein Konzept dafür hatte die Bahn schon vor mehr als sechs Jahren in Varel vorgestellt. Das Problem: Um die Fahrdrähte, die im Rahmen der Streckenelektrifizierung aufgebaut werden sollen, unter der Brücke hindurchführen zu können, müsste diese angehoben oder von unten ein Stück abgetragen werden. Das war zwar als möglich dargestellt worden - aber der Umbau inklusive Anbau eines Fahrstuhles wäre sehr teuer geworden. Im Sommer 2016 noch war der damalige Bahn-Konzernchef Rüdiger Grube zu Gast in Varel und hatte eine rasche Umsetzung der Umbaupläne versprochen. Doch es kam nicht dazu - Grund sind vor allem die immer weiter steigenen Kosten.

Kosten zuletzt bei mehr als vier Millionen Euro
So teilt die Deutsche Bahn jetzt mit, dass sich nach Abschluss der Planungen für eine Sanierung zunächst geschätzte Kosten von etwa 2,6 Millionen Euro ergeben hätten, und das noch ohne die Aufzüge. Dieser Wert sei bereits doppelt so hoch wie die Kosten für einen "zeitgemäßen Neubau" und waren als "vertretbare Kostenobergrenze" definiert worden. Anfang 2017 sei dann die Ausschreibung der Arbeiten erfolgt, in deren Ergebnis dann allerdings nur ein Angebot eingereicht wurde. Dieses Angebot habe mit einer Angebotssumme von knapp 4 Millionen Euro deutlich über der vorgegeben Kostenobergrenze gelegen. "Trotz weitergehenden Überlegungen, die sogar einen Teilabbruch und -wiederaufbau der alten Brücke beinhalteten, konnte keine deutliche Kostenreduzierung erreicht werden", heißt es auf Seiten der Bahn.
So viel Geld will die Bahn nicht aufbringen für das alte Gebäude: "Da eine Erweiterung des Finanzierungsrahmens ebenfalls nicht möglich ist, hat sich die DB AG dazu entschlossen, bei der weiteren Planung den Erhalt des Baudenkmals nicht mehr weiter zu verfolgen, sondern die Planungen für einen Abbruch der alten und Neubau einer modernen Bahnsteigbrücke weiter zu verfolgen", teilt Armin Skierlo, Sprecher für Großprojekte in der Nordwestregion mit. Man habe die Planungen für den Erhalt des Baudenkmals am Vareler Bahnhof intensiv und mit sehr viel Aufwand betrieben, ergänzt dazu Projektleiter Ulrich Beyer.

Bereits zu Beginn der Planungen für die Elektrifizierung hatte sich abgezeichnet, dass die notwendigen Änderungen an der zu niedrigen Brücke für die Elektrifizierung und die Anforderungen an den Denkmalschutz im Bahnhof Varel schwer unter einen Hut zu bekommen sein würden. "Kern des Denkmalschutzes ist die massive Bauweise als Eisenbetonkonstruktion mit Mauerwerksausfachung. Es handelt sich um eine für die damalige Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts schon sehr fortschrittliche Bauweise für ein derartiges Bauwerk", so der Bahnsprecher. Nach umfangreichen Voruntersuchungen und der Betrachtung mehrerer Varianten war letztlich die Anhebung des Gesamtbauwerks als einzige Lösungsmöglichkeit herausgearbeitet worden. In diesem Zusammenhang sollten dann auch Aufzüge an der Nordseite der Brücke gebaut werden, da bei umfangreichen Umbauten an öffentlichen Verkehrsanlagen auch zwingend die Barrierefreiheit hergestellt werden muss.

Die Höhe der Kosten und auch die technischen Risiken, die man bei Arbeiten in derart alter Bausubstanz auch im Blick haben müsse, hätten nun letztlich zum Entschluss für einen Abbruch geführt. „Leicht ist uns dieser Entschluss nicht gefallen“, so Beyer. Die Deutsche Bahn werde nun so rasch wie möglich den denkmalrechtlichen Abbruchantrag auf den Weg bringen. Das weitere Vorgehen hänge vom Ergebnis der Antragsprüfung ab. Die Einrichtung der Barrierefreiheit im Bahnhof Varel bleibe Bestandteil der Planung, wenngleich sich die Realisierung etwas hinauszögern werde. Ein Konzept für einen Neubau gebe es noch nicht, es müsse zunächst die Genehmigung für den Abbruch abgewartet werden, so Bahnsprecher Skierlo auf Nachfrage.

Der entsprechende Antrag ist zunächst an die Untere Denkmalschutzbehörde beim Bauamt der Stadt Varel zu richten. Wie Ulrike Dänekas-Condé, bei der Stadtverwaltung zuständig für Denkmalschutzbelange, mitteilte, ist das weit mehr als eine Formalität: In einem Antrag auf Abriss müsse überzeugend dargelegt werden, dass Erhalt und Sanierung wirtschaftlich unzumutbar sind. Die Stadt werde das zunächst prüfen und den Vorgang dann mit einer Einschätzung an das Landesamt für Denkmalschutz weiterreichen. Dort werde letztlich entschieden.
Gelesen 1940 mal Letzte Änderung am Freitag, 19 Januar 2018 10:39

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