Anzeigen

Redaktion

Media-Daten

 

Friebo

Bürozeiten:
Montags bis Donnerstag: 9 bis 13 Uhr und 14:00 bis 17 Uhr
Freitags: 9 bis 12 Uhr

Kontakt
Freitag, 23 Februar 2018 10:03

Fachtagung: PKV-Wärme für das Quellbad?

geschrieben von Anke Kück
Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Diskutierten lebhaft bei der Fachveranstaltung in Dangast (v.r.): Kurdirektor Johann Taddigs, Umweltminister Olaf Lies, Bürgermeister Gerd-Christian Wagner und Lothar Nolte (Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen).  Diskutierten lebhaft bei der Fachveranstaltung in Dangast (v.r.): Kurdirektor Johann Taddigs, Umweltminister Olaf Lies, Bürgermeister Gerd-Christian Wagner und Lothar Nolte (Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen). Foto: Anke Kück
Varel. In der letzten Woche trafen sich in Dangast fast 100 Fachleute zur Veranstaltung „Nachhaltige Wärmeversorgung für die Tourismusregion Nordseeküste.“
Unter ihnen waren auch Umweltminister Olaf Lies und Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. Er machte deutlich: „Gerade die nachhaltige Wärmeversorgung ist ein spannendes und zukunftsorientiertes Thema, das geradezu auffordert, nach neuen Strategien zu suchen.“
Dem stimmte auch Umweltminister Olaf Lies zu: „Bei der Wärmeversorgung bietet sich ein enormes Potential mit Blick auf den Klimaschutz. Das wurde bisher viel zuwenig genutzt.“ Zunächst ging er auf den Veranstaltungsort im Weltnaturerbeportal ein: „Dieser Ort eignet sich hervorragend, weil der Blick aus den Fenstern uns allen die Bedeutung des Klimaschutzes deutlich macht.“ In Anspielung auf den Wechsel vom Wirtschafts- ins Umweltministerium machte er deutlich: „Wir wollen zeigen, dass Klimaschutz auch ökonomisch sein kann.“ Wichtig sei aber breiter zu denken, bei der Energieerzeugung sei vieles erreicht, „... bei der Mobilität haben wir bisher komplett versagt und auf dem riesigen Gebiet der Wärmeversorgung noch viel zu wenig erreicht.“
Nur im Bereich Strom zu denken sei aber zu wenig, nun gelte es die Wärmewende einzuleiten, Energie intelligent zu erzeugen, zu speichern und mit den Verbrauchsbedürfnissen zu vernetzen: „Das Projekt ENERA ist da wegweisend und ich bin sicher, dass das Thema Klimaschutz ein Standortvorteil für den Norden werden kann.“ Kluge Lösungen zur Nutzung von Abwärme könnten ein Baustein auf dem Weg dahin sein.

Was damit speziell für Varel gemeint war, erläuterte anschließend Kurdirektor Johann Taddigs. Als Betreiber großer technischer Einrichtungen, sei das Thema Energie und Klimaschutz natürlich in der Kurverwaltung quasi täglich präsent. Allein das Quellbad verbraucht jährlich 712.900 kWh Strom, 1.590 MWh für Wärme und 153.350 Kubikmeter Erdgas.
Maßnahmen wie der Einsatz von Fotovoltaik (Stromproduktion 2017 – 48.144 kWh) und frequenzabhängigen Pumpen, eines Blockheizkraftwerkes (gelieferte Wärme 625 MWh), die teilweise Umstellung auf LED-Beleuchtung und eine Optimierung der Öffnungszeiten, hätten schon deutliche Einsparungen möglich gemacht, aber es gehe noch mehr:
„In nächster Zeit steht die Erneuerung der Rutsche an, gesucht wird eine wärmegedämmte Version.“ Bei der Suche nach Lösungen traf Taddigs auf Wolfgang Jaske vom Bundesverband Wärmerecycling und es erschloss sich ein weiteres Thema. Es entstand die Idee die Kühlwasserabwärme des Hotspots „Papier- und Kartonfabrik Varel“ zur Aufheizung des Quellbadwassers zu nutzen. „Wir haben bei Geschäftsführer Kristian Evers offene Türen gefunden und die Bereitschaft, die Kommune zu unterstützen.“

Wolfgang Jaske erklärte erste Details: „Die Kühlwasserleitung kann als Energiespeicher funktionieren. Die Distanz zwischen PKV und Dangast beträgt fünf Kilometer Luftlinie, die anfallende Kühlwassermenge ist über das Jahr sehr konstant und so werden wir uns ganz intensiv mit der Frage beschäftigen, wie kann man mit der Abwärme eines Industrieunternehmens über ein sogenanntes ‚Kaltes Nahwärme Netz‘ einen Tourismushotspot heizen. Natürlich denken wir noch weiter: Geht noch mehr als das Quellbad?“ Wie im Laufe des Tages noch vorgestellt wurde, gibt es bereits Beispiele: In Aurich wird eine moderne Sporthalle durch ein kaltes Fernwärmenetz mit Molkereiabwärme versorgt. Interessante Modelle der Wärmerückgewinnung gibt es beim Moskaubad in Osnabrück.
Eine gute Nachricht zu diesen Ideen kommt aus dem Ministerium: Solche Maßnahmen können mit bis zu 50 Prozent vom Land Niedersachsen gefördert werden. Johann Taddigs bringt es auf den Punkt: „Die Idee ist verlockend und wir sind sehr dankbar, bei der PKV großes Interesse gefunden zu haben.“
Gelesen 347 mal Letzte Änderung am Freitag, 23 Februar 2018 11:20

Online lesen...

Facebook

Adresse

Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Elisabethstr. 13
Elisabethstr. 13
26316 Varel
26316 Varel

Bürozeiten:

Montag bis Donnerstag:
Montag bis Donnerstag:
9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
9 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr
Freitag:
Freitag:
9 bis 12 Uhr
9 bis 12 Uhr