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Friesische Wehde

Freitag, 30 November 2018 12:04

Mit Optimismus zu mehr Lebensqualität

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Friedeburg/Friesische Wehde. Sicher steht Sven-Philipp Glomme auf dem Longboard, wippt vor und zurück, die Balance austarierend. Der bisweilen geklinkerte und geschotterte Untergrund der Wege und Nebenstraßen ist kein Problem für den Friedeburger, mit seinen Kindern dreht er kilometerlange Runden durch die Nachbarschaft. Sven-Philipp Glomme ist auf dem ersten Blick jemand, der sich in sein Hobby „reingehangen“ hat, dabei ist die sportliche Freizeitbeschäftigung für den Friedeburger alles andere als selbstverständlich. Weil er ohne Wadenbein geboren wurde, ist er auf eine Prothese angewiesen, die im Alltag alles übernimmt, was im Idealfall sein Bein übernehmen würden.
Sven-Philipp Glomme ist ein vielseitiger und ehrgeiziger Mensch: Er interessiert sich unter anderem für Fotografie und Naturwissenschaften, ist Familienvater und Lehrer an der IGS Friesland-Süd in Zetel. Vor allem ist der Friedeburger jemand, der sich bemerkbar macht und für andere einsetzt – in diesem Jahr hat Sven-Philipp Glomme eine Selbsthilfegruppe namens „Prothesen in Bewegung“ gegründet, die Betroffenen in der Region Möglichkeiten für den Austausch und Hilfsangebote bieten will.
Wer mit einer Prothese lebt, hat in der Regel bereits viel ausprobiert. Auch Sven-Philipp Glomme hat eine kleine Prothesensammlung zuhause, jede von ihnen hat Vor- und Nachteile. Sie stammen aus unterschiedlichen Zeiträumen, mit den jeweiligen technischen Entwicklungsständen. „Man muss mit dem Hilfsmittel viel üben“, sagt Sven-Philipp Glomme. Die Prothese muss vor allem „symptomangemessen“ sein, sprich, an die jeweilige Behinderung angepasst werden. „Im Alltag kann es leicht passieren, dass sich falsche Bewegungsmuster einschleichen. Dann ist mit einem Male der Nacken verspannt oder es zwickt im Rücken.“ Nicht alle Prothesen sind jedoch für jeden Zweck geeignet. Einige sind kosmetische Hilfsmittel oder auf Träger abgestimmt, die nur wenig gehen können. Denn je anspruchsvoller die Belastung sein soll, umso kostenintensiver ist die Anfertigung – und damit auch abhängig vom eigenen Geldbeutel.
Sven-Philipp Glomme war das, was ihm die Prothesen im Leben ermöglichten, zu wenig – er wollte sportlich sein, runter vom Sofa, rein in die Natur, laufen und sprinten können. Dass er das heute kann, ermöglicht ihm ein Laufbein, speziell auf den Sport zugeschnitten. Bei einem Lauf­event, wo verschiedene Prothesen getestet werden konnten, hat der Friedeburger sein Hilfsmittel gefunden. „Ich gebe es nicht mehr her“, sagt Sven-Philipp Glomme und lacht.
Seine Erfahrungen im Leben haben ihn auf die Idee einer eigenen Selbsthilfegruppe gebracht. „Den Gedanken trage ich schon einige Jahre mit mir rum“, erzählt der Initiator, der auch regelmäßig eine Prothesenwerkstatt besucht. „Ich habe dort Menschen getroffen, die sehr verzweifelt waren, weil sie lernen mussten, wieder zu laufen.“ Zunächst im Internet hat Sven-Philipp Glomme seinen Werdegang geschildert und sich mit anderen ausgetauscht: „Aktivität geht uns alle an.“
Im ländlichen Bereich Friedeburgs geht es auch um die Versorgung von Prothesenträgern. Der Gruppengründer hofft, Versorger, Werkstätten, Physiotherapeuten und Ärzte, aber auch Sportvereine und -geschäfte mit ins Boot zu holen: „Ich erinnere mich als Lehrer oft an meine Schulzeit, insbesondere den Sportunterricht. Wenn es Kinder mit Prothesen hier in der Umgebung gibt, gilt es auch deren Sportversorgung zu unterstützen.“ Denkbar sei auch die Ausrichtung eines Sportevents für Menschen mit Behinderung. Um das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung abzunehmen, lässt sich der Friedeburger derzeit zum Prüfer ausbilden. „Wir freuen uns über jeden, der dazukommt. Im kommenden Jahr gehen wir dann mit ein bis zwei Verstaltungen in die Öffentlichkeit“, kündigt Sven-Philipp Glomme an.

Das nächste Treffen der Gruppe findet am Donnerstag, 12. Dezember, um 19 Uhr in den Räumen des Jugend- und Sozialtreff „JuSt bi’t Bad“ in Friedeburg, Schützenweg 23, statt. Die Räume sind ebenerdig erreichbar. Weitere Informationen gibt es per E-Mail an:
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sowie online unter:
www.protheseninbewegung.wordpress.com
Freitag, 30 November 2018 11:58

Einkaufen und gleichzeitig etwas Gutes tun

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Zetel. Das Prinzip ist einfach, der Effekt nachhaltiger und sozialer Natur: Der Lions-Club Zetel-Friesische Wehde hat sich für die Adventszeit eine besondere Aktion ausgedacht, eine Weihnachtslotterie, deren Erlös der Jugendfeuerwehr Zetel zufließt. Unterstützt wird der Serviceclub dabei von der Zeteler Gemeinschaft der Gewerbetreibenden (WIR).
Das System der Lotterie ist simpel: Zum Preis von drei Euro kann in vier Zeteler Geschäften (Spielwaren Lübben, Mode und Haushaltswaren Meynen, Apotheke am Rathaus und Radwechsel) ab sofort eine Stempelkarte erworben werden, die zehn Felder umfasst. Wer in den an die WIR-Gemeinschaft angeschlossenen Geschäften einkauft, erhält ab je vollen zehn Euro Einkaufswert einen Stempel. Sind alle Felder abgestempelt, können die mit Namen und Kontaktdaten versehenen Karten in die im Uhren- und Optikfachgeschäft Dierks befindliche Losbox eingeworfen werden.
Die Lotterie beginnt am Samstag, 1. Dezember, und endet am 22. Dezember, die Gewinner werden am 24. Dezember ermittelt. Zu gewinnen sind unter anderem Einkaufsgutscheine, Bücher und weitere Sachpreise, der Hauptpreis ist ein hochwertiges E-Bike, gestiftet von der Firma Radwechsel.
„Wir können finanzielle Unterstützung immer gut gebrauchen“, bringt es Jascha Burow, Jugendbetreuer der Jugendfeuerwehr Zetel, vor dem Hintergrund des gespendeten Erlöses auf den Punkt. Kosten, die in nächster Zeit zu stemmen seien, sind die geplante Zeltlagerfahrt im Sommer 2019 und die Ausrüstung mit Einsatzbekleidung für die Jugendwehr: „Für das Geld haben wir auf jeden Fall Verwendung.“
Die Lotterie sei ein Projekt, das dem Ort und der Feuerwehr gleichermaßen zugute kommen solle, so Dr. Rolf Bruns. Die Jugendfeuerwehr leiste einen großen Beitrag für die Heranwachsenden vor Ort. „Die jungen Menschen erleben dort eine soziale Gemeinschaft und haben die Möglichkeit, sich in einer Gruppe einzubringen.“ Gleichzeitig bringe die Aktion auch Leben in die Zeteler Geschäftswelt und sorge dafür, dass der lokale Handel wieder stärker in den Vordergrund trete.
Freitag, 30 November 2018 11:47

Graft soll wieder als solche erkennbar sein

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Neuenburg. Der Sommer hat vom Graftgewässer um das Neuenburger Schloss nicht viel übrig gelassen, der Herbst hat die wenigen verbliebenen Wassermengen zusätzlich abgedeckt. Derzeit muss man zweimal hinschauen, um Gewässer und Begrüntes auseinanderzuhalten. Wie das Gewässer künftig im Rahmen der geplanten Umgestaltung des Schloss-Areals wieder stärker in den Vordergrund treten kann, ist jüngst Thema im Arbeitskreis Schloss­anlagen Neuenburg gewesen.
Bereits aus historischer Sicht sei es wünschenswert, die Wasserfläche zu vergrößern und damit die Graft als solche wieder erlebbarer zu machen, schickten die Bremer Landschaftsarchitekten Uta Müller-Glaßl und Frank Glaßl voraus. Dies schließe eine Graftenreinigung in regelmäßigen Abständen mit ein, die ein Verlanden des Gewässers verhindere.
Laut der Fachplaner ist eine Verbreiterung des Gewässers lediglich an der Südseite möglich: Dort wären weder wertvoller Baumbestand noch andere Hindernisse im Weg. Nach Westen und nach Norden hin lässt sich das Gewässer aufgrund von Bäumen und Bebauung dagegen nicht verbreitern.
Ein höherer Wasserstand der Bäke und der Graft ließe sich durch Anstau erzielen. Allerdings würden dadurch auch weit außerhalb der Schlossanlagen befindliche Grundstücke angestaut – spontan möglich sei dagegen die Errichtung zweier Stauanlagen im Süd- und Nordwesten der Graftanlage. Dadurch könnte die Bäke ungehindert und ohne Aufstau weiter fließen, dafür müsste entweder Wasser aus der Bäke oder dem Feuerwehrlöschbrunnen in die aufgestaute Graft gepumpt werden.
Auch die Nutzung des Schloss­parks während des Weihnachtsmarktes war Thema der Sitzung. Seitens der Planer wurde herausgestellt, dass eine Teilreduzierung von Buden auf der Schlossinsel vorteilhaft sei. Um den Innenhof des Schlosses als Ort der Ruhe und Stille zu erhalten, wäre eine intensivere Nutzung dort dagegen nicht möglich. Eine Ausdehnung des Weihnachtsmarktes auf der Schlossinsel in den historischen Park hinein wurde ebenfalls ausgeschlossen.
Die Planer aus Bremen regten jedoch an, die momentan noch sehr feuchte Wiese südöstlich des Schlossparks aufzuwerten und nutzbar zu machen. Eine angemessene Reduzierung von Buden auf der Schlossinsel wäre dann machbar, so die Landschaftsarchitekten.
Donnerstag, 22 November 2018 12:03

Erlebnisbad: Neues Betriebsgebäude notwendig

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Planer schätzt Kosten auf 1,4 Millionen Euro

Bockhorn.
„Wir müssen so langsam anfangen, Nägel mit Köpfen zu machen“ – mit diesem Satz verwies Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen im jüngsten Schul-, Jugend-, Kultur-, Sport- und Marktausschuss auf die Dringlichkeit, ein neues Betriebsgebäude im Erlebnisbad Bockhorn zu schaffen. Im derzeitigen Betriebsgebäude gebe es verschiedene Probleme, vor allem beim Dach und der Elektrik, wie Andreas Meinen weiter ausführte. Um einen Neubau komme man nicht mehr herum, die Notwendigkeit habe sich auch in mehreren Begehungen gezeigt.
Die Kosten für den Neubau liegen laut Architekt Udo Janßen aus Bad Zwischenahn im Vorentwurf bei geschätzten 1,4 Millionen Euro. Die Schätzung beruhe auf Vergleichsobjekten, belastbare Zahlen seien erst im Entwurfsstadium möglich, erklärte der Fachplaner. Auf die Frage von Christel Bartelmei (CDU), warum der Neubau so hohe Kosten verursache, erläuterte Udo Janßen, dass es neben den Sanitäranlagen einen sehr hohen Technikanteil in dem Gebäude gebe.

„Das ist ein ganz schönes Pfund“, betonte Christian Bergfeld (SPD) in Hinblick auf die Kostenschätzung. Gleichwohl lohne sich die Investition vor dem Hintergrund, da es sich bei dem Erlebnisbad um ein Alleinstellungsmerkmal Bockhorns handele. Christa Hoppenheit (UWG) wies darauf hin, dass bei der Gebäudeplanung die Überlegung einfließen sollte, ein bis zwei Familienumkleiden einzurichten.
Die genaue Kostenermittlung soll im nächsten Schritt erfolgen, ebenso die Prüfung auf mögliche Einsparpotentiale und Fördermöglichkeiten. Darauf einigte sich der Ausschuss einstimmig.

Im darauffolgenden Tagesordnungspunkt wurde über den Vorschlag der Gruppe FDP/Scherer gesprochen, in Bockhorn eine Boulebahn bei der Minigolfanlage zu errichten. Bereits 1995 war auf dem Gelände eine Boulebahn installiert, nach Jahren jedoch aufgrund geringer Nachfrage wieder demontiert worden. Während sich viele Ausschussmitglieder einig waren, dass ein solches Angebot zur Attraktivität der Gemeinde beitrage, einigte man sich beim Entschluss darauf, das Thema zurück in die Fraktionen zu geben.
Diskutiert wurde auch über die Sanierung der Laufbahn an der Hilgenholter Straße. Anke Rull (Grüne) monierte, dass der Sportverein, der die Anlage nutzt, nicht zur Begehung eingeladen wurde. Doris Wilken vom Vorstand des TV bemängelte, dass die Sanierungsplanung vorsehe, die Anlauffläche für die Springer entgegengesetzt zur derzeitigen Bahnführung zu legen. Da hinter der Halle Fußballer trainierten, gäbe es wegen möglicher Fehlschüsse Konflikte mit den Springern.
Christian Bergfeld (SPD) regte an, für den Sprungbereich einen Ballfang in Betracht zu ziehen. Christel Bartelmei (CDU) machte den Vorschlag, gemeinsam mit den Vereinen und Schulvertretern die Planung vor Ort erneut zu besprechen und bei größeren Änderungen „nochmals an den Tisch zu kommen“. Diesem Vorschlag folgte der Ausschuss einstimmig. Ein Bericht über die Begehung soll im nichtöffentlichen Verwaltungsausschuss erfolgen.
Freitag, 02 November 2018 12:22

Biosphärenreservat: Mehr Chancen als Risiken?

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Zetel. Marsch, Geest und Moor, von den in der Wehde lebenden Menschen über Jahrhunderte geformt und kultiviert, bilden eine besondere Kulturlandschaft, die im nördlichen Teil Deutschlands eine besondere Rolle einnimmt. Wie lässt sich dieser Bereich des Binnendeiches auch für zukünftige Generationen sichern und unter nachhaltigen Gesichtspunkten voranbringen? Eine Möglichkeit bietet hier die Zertifizierung der Gemeinde Zetel als Biosphärenreservatsgemeinde.
Den genauen Prozess hinter der UNESCO-Auszeichnung stellte in der jüngsten Umwelt- und Planungsausschuss-Sitzung Peter Südbeck als Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer vor. Die Zertifizierung soll vor allem eines schaffen: Eine nachhaltige Regionalentwicklung, „die eine gerechte, lebensfähige und lebenswerte Welt schafft“, wie der Peter Südbeck erläuterte.
Das Biosphärenreservat gliedert sich in drei Teile. In der Mitte liegt die geschützte Kernzone, umgeben von einer Pufferzone. Um diese gruppieren sich die jeweiligen Gemeinden als sogenannte Entwicklungszone. Während im Kern- und Puffergebiet Naturschutz- und Landschaftsgebietsregelungen Anwendung finden, ist die Entwicklungszone frei von Naturschutzauflagen. Das liege daran, dass die Entwicklungszone nicht nach dem Bundesnaturschutzgesetz definiert ist, wie Peter Südbeck erklärte: „Wir legen keiner Kommune hinterher einen Zehn-Punkte-Plan vor. Es gibt keine Vorschriften, vieles kann, aber nichts muss.“
Das gesamte Konzept basiert laut Südbeck auf Freiwilligkeit und Interesse an einer gemeinschaftlichen Gemeindeentwicklung in kleinen Schritten. Das macht auch die Zielsetzung deutlich, unter anderem Partnerschaften mit Tourismusorganisationen, Restaurants sowie Hotel- und Herbergsbetreibern zu bilden oder den Nahverkehr von Bus und Bahn weiter voran zu bringen. Hinzu kommt der Erhalt regionaler Kultur – die Perspektiventwicklung schließt dabei die Landwirtschaft mit ein. Ein Punkt ist dabei die Förderung der biologischen Landwirtschaft und der Biodiversität, beispielsweise durch Bauerngärten oder Kompensationsflächen. Auch die Förderung regionaler Erzeugnisse, etwa unter der Marke „Wattenmeer-Produkt“, sei möglich.
Peter Südbeck sprach in diesem Zusammenhang von Chancen statt Risiken: Die Ängste vor einer Entwicklungszone nach dem Bundesnaturschutzgesetz, einem zwanghaften Naturschutz oder Einschränkungen im Baurecht seien unbegründet. Die Gemeinden erhielten die Möglichkeit, ihr Image nach außen und die Identität nach innen auszubauen und ferner von Fördermöglichkeiten durch die Zertifizierung zu profitieren.
Der nächste Beitrittsprozess beginnt im Januar 2019. Für die interessierten Gemeinden besteht damit die Möglichkeit, zur Jahresmitte 2020 über den Beitritt abzustimmen.

Die Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses verfolgte auch Hartmut Seetzen als Kreislandvolk-Vorsitzender. In der Sitzung durften allerdings ausschließlich Zeteler Einwohner Fragen zur Thematik Biosphärenreservat stellen. Auf Nachfrage des Friesländer Boten erläutert Hartmut Seetzen nach der Sitzung die Hintergründe für die ablehnende Haltung der Landwirtschaft gegenüber einer Zertifizierung als Biosphärenreservatsgemeinde.
So befürchten die Landwirte unter anderem, dass nach einem Wechsel in der Landesregierung die in der Entwicklungszone befindlichen Flächen der jeweiligen zertifizierten Gemeinden unter Landschafts- oder Naturschutz gestellt werden könnten. Zwar werde seitens der Nationalparkverwaltung eine solche Vorgabe verneint, doch „die Erfahrungen in den letzten 30 Jahren haben gezeigt, dass immer etwas oben drauf kommt“. so Hartmut Seetzen.
Mit der Zertifizierung würde sich die jeweilige Gemeinde zudem in vielen Bereichen verbindlich festlegen, was nachträglich nicht mehr so einfach geändert werden könne. Auch den seitens der Nationalparkverwaltung erwähnten touristischen Vorteil hält Hartmut Seetzen für überschaubar: „Wenn wir einen heißen Sommer haben, zieht es die Urlauber ohnehin in die Küstenregion.“ Ein weiteres Problem zeichnet sich laut dem Kreislandvolk-Vorsitzenden auch bei der Verteilung der Fördermittel ab. „Wenn viele zertifizierte Gemeinden dabei sind, geht es zwangsläufig nach einer Rangliste“, so Hartmut Seetzen. Dann könne es auch sein, dass die Fördermittel wegen der Vielzahl der sich bewerbenden Gemeinden gering ausfallen.
Ausschlaggebendes Kriterium in der Diskussion sei jedoch die Sorge, dass es bei der freien Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen zu Einschränkungen kommt. „Von Seiten der Landwirtschaft lehnen wir das deshalb für Friesland ab. Da gibt es kein Verhandeln“, sagt Hartmut Seetzen mit Nachdruck. Auf lange Sicht sei die Landwirtschaft Verlierer, „was von den Gemeinden wiederum aufgefangen werden muss.“ Gleichwohl, fügt der Kreislandwirt hinzu, sei man mit der Politik in Friesland sehr zufrieden, viele Projekte würden von der hiesigen Landwirtschaft wohlwollend begleitet.
Freitag, 02 November 2018 12:10

Premiere im Zeli: Wenn Träume in Erfüllung gehen

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Zetel. Es gibt viele Möglichkeiten zu träumen – und ebenso viele Wege diese zu erfüllen. Das zeigt das inklusive Filmexperiment „Geiht nich, gifft’t nich“ der GPS-Werkstatt Jeringhave und der NDR-Journalistin Carola Schede. Die Lebensträume von GPS-Werkstattmitgliedern sind zentraler Inhalt des Films – mit der Premiere im Zeteler Zeli dürfte auch gleich der Zwölfte in Erfüllung gegangen sein. Denn die Organisatoren des Premierenabends zogen alle Register, um in die Veranstaltung ein wenig Hollywood-Flair einzubringen: ein sprichwörtlicher roter Teppich mit Sektempfang und frisches, selbstgemachtes Popcorn und eine erste Reihe exklusiv für die Darsteller bildeten den festlichen Rahmen des gutbesuchten Abends. Nicht jeder Besucher erhielt einen Sitzplatz und zeitweise war das Kino so voll, dass niemand mehr eingelassen wurde. Abhilfe schaffte eine zweite Vorführung, die Zeit konnten die Wartenden bei kulinarischer Bewirtung im Café des Mehrgenerationenhauses überbrücken.
Landrat Sven Ambrosy sprach in seiner Begrüßungsrede von einem „Herzensprojekt“, welches ein buntes und vielfältiges Friesland zeige und dabei deutliche Akzente im Miteinander setze. Die vielfältige Region mit ihren Besonderheiten für diese Kulturlandschaft sei ein tragendes Element des Films, machte Werkstattleiterin Heike Sander deutlich: „Die Wünsche der Darsteller sind dabei der rote Faden, der uns durch ganz Friesland führt.“
Worum geht es in dem Film? Ohne zuviel vom Inhalt zu verraten: Es geht um die Arbeit einer Hochzeitsplanerin, einen jungen Mann, der einmal gerne James Bond sein möchte und sein Glück auf dem Bockhorner Oldtimermarkt findet. Und da wären noch zwei Bürgermeister, die sich eine gesellschaftliche Teilhabe auf Augenhöhe wünschen. All diese einzelnen Motive laufen auf einen Höhepunkt zu – bei dem ein singender Kellner noch eine besondere Rolle spielt …
„Geiht nich, gifft’t nich“ berührt, ist jedoch gleichzeitig ein mit viel Humor und Authentizität eingefangenes Porträt. Wenn zu Beginn des Films die Darsteller ihre Träume vorstellen, fängt die Kamera unmittelbar die Persönlichkeit des jeweiligen Menschen und seiner Tätigkeit in der GPS-Werkstatt Jeringhave ein.
Mit ruhigen Schwenks und Überblendungen entsteht ein sich langsam entfaltendes Filmwerk, das an vielen Stellen deutlich macht, wie lebensnah einige der im Film dargestellten Träume sind: sei es eine Hochzeit oder der Retter in der Not, der zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Besonders hervorzuheben ist die Spielfreude, die Darsteller gehen in ihren Rollen spürbar auf. Ein feiner Witz und die authentische Art machen den Film zu einem kurzweiligen Vergnügen mit einer Botschaft, die auch nach der Vorführung noch lange im Kopf bleibt.
Das Zeli zeigt „Geiht nich, giff’t nich“ am Mittwoch, 21., und Dienstag, 27. November, nochmals auf der großen Leinwand. Eine DVD ist in Planung, Bestellungen sind möglich per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Freitag, 02 November 2018 12:07

Neue Ampel soll für mehr Sicherheit sorgen

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Bockhorn. Bisher waren auf der Alten Bahnlinie/K 102 neben dem Bockhorner Neubaugebiet „Am Urwald“ 100 Stundenkilometer erlaubt, mit der Entscheidung des Landkreises Friesland aus dem Ergebnis der jüngsten Verkehrsschau ist das vorbei: Für Autofahrer gilt hier maximal 70 (wir berichteten).
Das ist der Bockhorner SPD zu wenig. „Tempo 70 reicht nicht“, macht Rainer Brunken deutlich. Trotz der reduzierten Geschwindigkeit sei auf der Querungshilfe neben der Einfahrtsstraße zum Neubaugebiet ein gefahrloses Wechseln der Straßenseite nicht möglich: „Eine Ampel ist unerlässlich.“ Ob und inwiefern weitere Regelungen auf der Alten Bahnlinie und insbesondere im Bereich der Querungshilfe die Sicherheit erhöhen können, war Thema eines Ortstermins mit Thorsten Hinrichs, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Friesland. Auch Anwohner und Vertreter der Gemeindeverwaltung nahmen an der Begehung teil.
Woher kommt die Entscheidung für eine Anpassung von 70 Stundenkilometern? Thorsten Hinrichs: „Die Verkehrserhebung 2015 hat gezeigt, dass von den täglich 2500 Fahrzeugen 85 Prozent die Geschwindigkeit von 66 Stundenkilometern nicht überschreiten.“ Das spreche für eine Regelung von 70 Stundenkilometern.
Die Installation einer Ampel ist an verkehrsrechtliche Vorgaben geknüpft. Im Fall der Alten Bahnlinie bedeutet das, so Hinrichs, dass rund 450 Fahrzeuge pro Stunde die Straße frequentieren müssten. Dazu kommt, dass die Zahl der Querungen durch Erwachsene bei 100 pro Stunde liegen muss, um eine Ampel erforderlich zu machen. „Bei besonders schutzbedürftigen Personen wie Schülern müssten es immer noch 50 Querungen pro Stunde sein. Obwohl wir zum Querungsverhalten keine Zahlen haben, bezweifle ich, dass wir diese Zahlen hier erreichen“, gab der Leiter des Straßenverkehrsamtes zu bedenken. Sollte jedoch die Gemeinde selbst eine Ampel an der Stelle für sinnhaft erachten, könne diese aufgestellt werden, sofern die Gemeinde für die Unterhaltungskosten selbst aufkommt, so Thorsten Hinrichs weiter. Wie Anwohner Marcel Niemeyer berichtete, nutzen derzeit rund 35 Kinder unter sechs Jahren den Schulweg aus dem Neubaugebiet heraus. Diese würden auch die Alte Bahnlinie überqueren. Die Kinder aufgrund von Sicherheitsbedenken zur Schule zu fahren, sei keine Lösung, so Marcel Niemeyer: „Die Schule möchte nicht, dass die Kinder allesamt mit dem Auto zur Schule gebracht werden, weil dadurch der Busverkehr beeinträchtigt werden kann.“
Wie geht es weiter? Johann Helmerichs, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bockhorn, erklärte, dass man mit einem Antrag auf eine „freiwillige“ Ampel ähnlich wie in Steinhausen an die Gemeindeverwaltung Bockhorn herantreten werde.
Neuenburg. Für die plattdeutsche Bühne des Neuenburger Theaters steht die 1. Inszenierung der neuen Saison 2018/2019 an. Und diese beginnt gleich mit einem Highlight, denn das Stück „Im weißen Rössl“ verspricht auch musikalische Unterhaltung. Das Singspiel dreht sich um die Gastwirtschaft „Im weißen Rössl“ und deren Kellner Leopold, der sich um die Gunst seiner Chefin, der Wirtin Josepha Vogelhuber, bemüht. Diese hat aber ein Auge auf ihren Stammgast, Rechtsanwalt Dr. Siedler, geworfen. Und das Liebes-Wirr-Warr nimmt seinen Lauf, denn Dr. Siedler interessiert sich für Ottilie, die mit ihrem Vater, dem Fabrikanten Giesecke, im „Weißen Rössl“ abgestiegen ist. Ottilie soll aber Sigismund Sülzheimer heiraten, den Sohn von Gieseckes größtem Konkurrenten, um dem Konkurrenzkampf zwischen den beiden Firmen ein Ende zu bereiten. Sigismund bemüht sich indessen aber lieber um das reizende Klärchen, die Tochter des armen Professors Hinzelmann. Leopold schließlich lässt alle Hoffnung auf Josepha fahren, als er diese bei der Ankunft des Kaisers neben Dr. Siedler stehen sieht und von ihr noch entlassen wird.
Das Singspiel wurde von Philip Lüsebrink ins Niederdeutsche übersetzt. Dieser hat auch die Regie übernommen. Lüsebrink ist kein Unbekannter für die Niederdeutsche Bühne in Neuenburg, hat er doch das bisher erfolgreichste Stück geschrieben. Die aus seiner Feder stammende Schlagerrevue der 50er „Wi sünd woller wer – von Petticoat und Wirtschaftswunder“ hatte im Jahr 2016 ganze 20 Zusatztermine gespielt.
Aufführungstermine sind der 9., 11., 12. und 14. Oktober jeweils um 20 Uhr im Neeborger Vereenshuus. Weitere Termine und Informationen unter www.buehne-neuenburg.de.
Montag, 08 Oktober 2018 15:10

Kontroverse Diskussion um Veränderungssperre

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Bockhorn. Bereits im Bauauschuss gingen über die Frage, ob die Gemeinde Bockhorn für das Gebiet „Klinkerhof“ eine Veränderungssperre erlassen soll, die Meinungen auseinander. Derzeit ist das Gebiet „Klinkerhof“ ohne Bebauungsplan, ein Bauleitverfahren läuft derzeit. Eine Veränderungssperre bedeutet, dass in dem Gebiet ohne Genehmigung der Gemeinde weder neu- noch umgebaut werden darf, ein Abriss von Gebäuden ist damit ebenfalls verboten. Allerdings: Betroffen wäre im „Klinkerhof“-Gebiet damit die Planung von Aldi, dort einen 1200 Quadratmeter großen neuen Discounter zu errichten.
In der jüngsten Ratssitzung kam es zu einer kontroversen Diskussion. Horst Hoffschnieder (SPD) erneuerte in der Sitzung seine Kritik, dass damit einem Gewerbetreibenden, der ein Bauvorhaben in dem Bereich umsetzen wolle, Fesseln angelegt würden. Thorsten Krettek (CDU) lehnte die Veränderungssperre ebenfalls mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren der Firma Schomaker gegen den Landkreis Friesland ab. Da die Gemeinde Bockhorn in dem Rechtsstreit als Beisitzer geladen sei, bestehe die Gefahr, dass die Gemeinde Bockhorn in Regress genommen werde. „Wir sollten außerdem potentielle Investoren nicht abschrecken.“
„Ich sehe das völlig anders. Die Veränderungssperre ist nichts anderes als ein Flächennutzungsplan auf Zeit. Es geht nicht darum, etwas zu verhindern, wir brauchen die Veränderungssperre, um Rechtssicherheit zu bekommen“, wandte Rolf Scherer (FDP/Scherer) ein, der zudem eine namentliche Abstimmung beantragte: „Ich möchte, dass die Ratsmitglieder Verantwortung für ihre Entscheidung übernehmen.“ Gleichzeitig kritisierte der Ratsherr, dass an der rechtlichen Vorberatung zu dem Thema durch einen Fachanwalt einige Bauausschussmitglieder nicht teilgenommen hätten. „Wie die Ratsmitglieder mit dem Thema umgehen, ist kritikwürdig“, so Rolf Scherer.
Christa Hoppenheit (UWG) sprach sich für die Veränderungssperre aus und bekräftigte, dass sie eine Sicherheit sei, bis der Bebauungsplan rechtskräftig sei. „Wir können zwar heute eine Veränderungssperre erlassen, können es aber auch dann tun, wenn ein Bauantrag vorliegt“, erklärte Dirk Ihmels (CDU). „Es gibt doch bereits einen Antrag von dem Investor, mit dem wir im Rechtsstreit liegen“, entgegnete Rolf Scherer. Bürgermeister Andreas Meinen bestätigte, dass es einen Antrag des Investors gebe, der auch am 27. Juni den Fraktionsvorsitzenden zur Kenntnisnahme zugegangen sei.
Olaf Nack (UWG) äußerte Unverständnis über die Haltung der CDU. Es entstehe der Eindruck, die CDU wüsste etwas, von dem der übrige Rat nichts wisse. Diese Aussage ließ Thorsten Krettek nicht gelten: „Ich wundere mich über die Schärfe in der Diskussion. Ich weise entschieden zurück, dass wir mehr wissen als alle anderen.“

Am Ende votierte der Rat mit zehn Nein-Stimmen gegen die Veränderungssperre, nur acht sprachen sich bei einer Enthaltung dafür aus.
Dienstag, 18 September 2018 09:02

Vermisster Mann tot aufgefunden

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Neuenburg. Ein trauriges Ende hat am Montagabend die Suche nach einem vermissten Mann genommen: Nachdem Einsatzkräfte zwei Tage lang nach einem 40-Jährigen aus Wilhelmshaven gesucht hatten, ist er am Montag im Neuenburger Urwald bei Zetel tot aufgefunden worden.
Bereits am Samstag, 15. September, war der Wilhelmshavener als vermisst gemeldet worden. Die Ermittlungen der Polizei führten schließlich nach Zetel, da auf einem Parkplatz nahe der Tennisanlage in der Nähe des Urwaldes das verschlossene Auto des Mannes entdeckt wurde. Eine groß angelegte Suchaktion mit Unterstützung von Feuerwehr, Rettungshundestaffel und eines Hubschraubers verlief zunächst ohne Ergebnis. Auch am Sonntag war die Suche fortgesetzt worden.

Mit einem nochmals verstärkten Kräfteaufgebot, unter anderem mit Helfern der Feuerwehren aus Zetel und Neuenburg, der Rettungshundestaffeln Ems/Jade, Aurich, Wilhelmshaven/Friesland, Weser-Ems, dem DRK Aurich-Ostfriesland, der Diensthundführergruppe der Polizeidirektion Oldenburg sowie Beamten der Zentralen Polizeidirektion aus Lüneburg wurde das Gebiet am Montag erneut durchkämmt. Gegen 19 Uhr schließlich wurde eine leblose männliche Person gefunden, bei der es sich laut Polizei um den 40-jährigen vermissten Wilhelmshavener handelt. Nach bisherigem Ermittlungsstand könne ein Fremdverschulden ausgeschlossen werden, teilte die Polizei am Dienstagmorgen mit.
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