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Freitag, 23 Oktober 2020 19:28

Autobahnbrücke: Eine Seite soll Ende 2020 fertig sein

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Sanierung auf A 29 bei Zetel: Wechsel auf Nordseite zu Beginn 2021
Zetel.
Die erste Hälfte ist bald geschafft: Mit Ende des Jahres soll das neue Brückenteilwerk Ost der Autobahnbrücke Zetel (A29) fertiggestellt sein. Mit dem Verlauf der Bauarbeiten ist Frank Zielesny von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg äußerst zufrieden.
„Wir sind mit allen Baumaßnahmen sehr gut durchgekommen“, fasst der Leiter der Projektgruppe A 20 zusammen. Das habe nicht nur damit zu tun, dass für das Bauvorhaben rings um die Brücke viel Platz und Bewegungsraum herrsche, sondern auch mit dem, anders als bei Bauarbeiten an innerstädtischen Zuwegungen, normalen Verkehrsaufkommen.
Aktuell wird die Tragfähigkeit des östlichen Brückenteils durch Bewehrung sichergestellt. Darauf aufbauend erfolgt in der kommenden Woche die Betonierung. Ehe im nächsten Schritt die Abdichtung erfolgen kann, muss der Beton zunächst aushärten. Die aktuelle Wettersituation mit teilweise feuchten Bedingungen stelle dabei kein Problem dar, sagt Frank Zielesny.
Anders verhält es sich bei den Dichtstoffen – da diese auf Temperaturen empfindlich reagieren, kann hier eine wetterbedingte Verzögerung nicht ausgeschlossen werden. Abschließend erfolgt der Fahrbahnaufbau. Mit Beginn 2021 wird zum nördlichen Brückenwerk gewechselt, dann wird die Brücke in Fahrtrichtung Oldenburg abgebrochen. Vorteil hier: Die Auffahrt führt hinter der Brücke auf die Autobahn, kann also aller Voraussicht nach während der Bauzeit geöffnet bleiben.
Die Verkehrsführung bleibt jedoch in jedem Fall bis Ende 2021 bestehen – dann werden Autofahrer die Strecke ohne Einschränkungen über zwei neue Brückenwerke nutzen können.
Für die SchülerInnen der Klasse 6f am LMG Varel gab es am Donnerstag bereits Entwarnung.

Zetel/Varel.
Wegen einer Corona-Infektion in einer Familie aus Zetel bleibt die dortige Kita Südenburg zunächst vorsorglich geschlossen, zudem mussten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6f des Lothar-Meyer-Gymnasiums sowie drei Lehrkräfte am Donnerstag zuhause bleiben.

Nachdem bei einem Elternteil am Mittwoch das Coronavirus nachgewiesen worden ist, hat das Gesundheitsamt des Landkreises Friesland entsprechende Maßnahmen veranlasst. Ein Kind des betroffenen Elternteils besucht die Kindertagesstätte Südenburg in Zetel, ein anderes Kind die Klasse 6f des Lothar-Meyer-Gymnasiums in Varel. Die zwei Kinder der Familie gelten als Kontakt ersten Grades, werden nun getestet und befinden sich in Quarantäne. Bis die Ergebnisse vorliegen, findet für die besagte Schulklasse kein Präsenzunterricht statt und die Kita bleibt komplett geschlossen. Da die Einrichtung ein offenes Konzept umsetzt und somit keine räumliche Trennung der Gruppen erfolgt, betrifft die Schließung in diesem Fall die gesamte Einrichtung mit 68 Kindern.
Am Gymnasium werden vorsorglich die insgesamt 25 Mitschülerinnen und Mitschüler der Klasse 6f und 3 Lehrkräfte, die mit der Klasse Kontakt hatten, die Schule nicht besuchen. Aufgrund der Hygiene- und Abstandsregelungen können alle weiteren Kinder und Lehrkräfte der Schule weiterhin den Unterricht vor Ort wahrnehmen. Die Eltern der Kinder sind bereits durch Kita bzw. Schule informiert worden.

Das Testergebnis werde "innerhalb weniger Tage" erwartet, teilte Landkreissprecherin Nicola Karmires auf Nachfrage mit. Sollten diese oder eins davon positiv sein, würde nach Richtlinien des Robert-Koch-Instituts die weitere Kontaktnachverfolgung erfolgen. Dabei wird im Detail geprüft, mit wem eine Person wann Kontakt hatte und auch, ob zum Zeitpunkt des Kontaktes die betroffene Person überhaupt schon ansteckend war.

Nachtrag:
Am Donnerstagnachmittag folgte bereits die Meldung, dass sich der Verdachtsfall am Lothar-Meyer-Gymnasium nicht bestätigt habe – somit fände ab Freitag wieder Präsenzunterricht für die Klasse 6f statt. Bei dem Kind, das als Kontakt ersten Grades gilt, wurde das Coronavirus nicht nachgewiesen.
Auch bei dem Kindergartenkind wurde das Coronavirus nicht nachgewiesen, teilte der Landkreis Friesland am Freitag mit. Die Kindertagesstätte Südenburg in Zetel ist seit Montag, 21.9.2020 wieder geöffnet.

Zwei Wochen zuvor hatte es einen Fall in einer Vareler Familie gegeben, hier besuchte ein Kind die Krippe, die ebenfalls vorsorglich geschlossen worden war - zwei Tage später erfolgte allerdings die Entwarnung für die Einrichtung.
Montag, 14 September 2020 09:39

„Die Zukunft der Volksfeste steht in den Sternen“

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Zetel. Herr Oetken, im Netz sind schon lange vor der Absage des Zeteler Marktes Mutmaßungen und Gerüchte im Umlauf gewesen. Gab es diesbezüglich direkte Rückfragen bei der Verwaltung?

Olaf Oetken: Natürlich gab es bereits im Sommer, nachdem die ersten Volksfeste in der Region abgesagt wurden (beispielweise Esens), die ersten Rückfragen, ob der Zeteler Markt 2020 denn stattfinden könne. Im Laufe der Zeit mehrten sich die Rückfragen. Schließlich planen die Marktbesucher ihren Urlaub rechtzeitig.
Da jedoch der Gesetzgeber zunächst ein Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober ausgesprochen hatte, wurde der Zeteler Markt in Absprache mit den Schaustellern nicht frühzeitig abgesagt, um den Schaustellern nicht die Hoffnung zu nehmen.

Warum hat die Gemeinde Zetel die Absage erst jetzt bekannt gegeben?

Olaf Oetken: Wir konnten seitens der Marktverwaltung nur die rechtliche Entwicklung abwarten. Erst nachdem die Ministerkonferenz der Länder gemeinsam mit der Kanzlerin am 27. August den Beschluss gefasst hat, dass das Verbot für Großveranstaltungen, wie Volksfeste, Festivals usw. bis zum Ende des Jahres verlängert wird, war klar, dass der Zeteler Markt 2020 ausfallen muss.
Aus diesem Grunde hat Bürgermeister Heiner Lauxtermann die Entscheidung in der Sitzung des Marktausschusses am 3. September 2020 im Beisein von Schaustellervertretern bekannt gegeben.
Mit den Schaustellern waren wir während der ganzen Zeit im Kontakt, sodass die Absage in Schaustellerkreisen nicht als Überraschung aufgefasst wurde. Bis zum 27. August hieß das Motto jedoch „Die Hoffnung stirbt zuletzt“.

In den sozialen Netzwerken wird gerade diskutiert, ob es für Zetel eine Alternative geben sollte. Dabei wird auf andere Ortschaften und Städte verwiesen, die einen temporären Freizeitpark anbieten. Der Schaustellerverband selbst fürchtet ja, dass es sich wirtschaftlich nicht rechnet und ein abgespecktes Volksfest nicht ausreichend von den Zetelern angenommen wird. Können Sie kurz erläutern, welche Gründe seitens der Gemeinde einer solchen Alternative in Zetel entgegenstehen?

Olaf Oetken: Im Vorfeld des Marktausschusses wurde mit dem für uns zuständigen Schaustellerverband Oldenburg diskutiert, ob ein derartiges „Pop-Up Volksfest“ für Zetel überhaupt in Frage kommt. Dazu muss man wissen, dass das Land Niedersachsen ganz klare Vorgaben für die Durchführung eines „temporären Freizeitparkes“ erlassen hat.
So ist Voraussetzung, dass eine gewisse Dauerhaftigkeit vorliegen muss, das heißt, die Öffnung muss mindestens vier Wochen gewährleistet sein. Dadurch soll erreicht werden, dass es nicht zu einem Besucheransturm an den wenigen geöffneten Tagen kommt. Weiterhin darf kein Veranstaltungscharakter entstehen (Musik, Aufführungen oder ähnliches). Weiterhin muss der gesamte Park eingezäunt werden und es muss eine Zugangskontrolle stattfinden, da nur eine bestimmte Anzahl von Gästen Zutritt haben. Dazu muss von den Besuchern ein Entgelt erhoben werden. Für die Fläche ist ein Hygienekonzept zwingend erforderlich, das vom Gesundheitsamt abgenommen werden muss.
Der Vorsitzende des Schaustellerverbandes Oldenburg hat in seiner Rede im Marktausschuss eindrucksvoll dargestellt, warum eine Durchführung kritisch gesehen wird. Nach seiner Aussage haben fast alle Ersatzmärkte, die in Deutschland in Corona-Zeiten stattgefunden haben, nicht den gewünschten Erfolg verzeichnet. In vielen Fällen mussten die Schausteller sogar mit einem Minus leben. Hinzu kommt die Lage des Markthamms im Ortskern von Zetel. Eine Komplettsperrung des Markthammgeländes würde für einen langen Zeitraum zu Beeinträchtigungen im Alltag führen, ich denke da nur an den Schülerverkehr. Problematisch wäre auch, den richtigen Zeitraum zu finden. Der „Pop-Up-Markt“ in Leer geht bis zum 11. November. Am 15. November ist bereits der erste stille Feiertag, es folgen der Totensonntag und die Weihnachtszeit.

Mal davon ab, dass die Marktvorbereitungen sehr lange vor dem eigentlichen Termin beginnen- was bedeutet die Absage nun für die Gemeinde selbst?

Olaf Oetken: Die Zusagen für die Großfahrgeschäfte sind bereits im Februar vor der Corona-Krise verschickt worden und das Rahmenprogramm war bereits abgesteckt. Während der Corona-Zeit wurde vieles „unter Vorbehalt“ abgemacht, sodass es kein Problem darstellt, wieder alles rückgängig zu machen.
Die direkten Vorarbeiten zum Markt entfallen jetzt, so dass nun andere Aufgaben angepackt werden können. Zu tun gibt es genug. Anfang des Jahres 2021 befassen wir uns dann mit den Märkten in Neuenburg und Zetel, die hoffentlich im Jahr 2021 wieder stattfinden können. Die Bedeutung der Absage für die Gemeinde Zetel als Veranstalter kann ich noch gar nicht abschätzen. Finanziell ist das kein Problem, da wir mit dem Markt keinen Gewinn machen und nur kostendeckend arbeiten.
Allein, dass der Markt nicht stattfindet, ist ein komisches Gefühl für uns. Meine Kollegen und ich sind bei der Planung und Abwicklung des Marktes immer mit Herzblut dabei und versuchen, einen attraktiven Markt auf die Beine zu stellen. Da wird schon etwas fehlen. Ich hoffe nur für die Schausteller, dass die Weihnachtsmärkte – wenn auch in anderer Form – stattfinden können. Ansonsten sehe ich für viele Schausteller schwarz und die Zukunft der Volksfeste steht in den Sternen.

Herr Oetken, traditionell ist am Schluss des Interviews noch Gelegenheit für eine persönliche Bemerkung.

Olaf Oetken: In diesem Zusammenhang weist die Gemeinde Zetel als Veranstalter des Zeteler Marktes und als Grundstückseigentümer des Markthammgeländes darauf hin, dass auch während der eigentlichen Veranstaltungstage des Zeteler Marktes die Vorschriften der Niedersächsischen Corona-Verordnung uneingeschränkt gelten. Auf dem Gelände selbst werden keine Aktionen, Events oder Ähnliches stattfinden und auch private Treffen mit größerem Ausmaß sind dort nicht zulässig.
Freuen wir uns umso mehr auf den Zeteler Markt 2021, der in der Zeit vom 6. bis zum 10. November 2021 stattfinden soll. Wir hoffen, dass unsere Schausteller diese schwierige Zeit überstehen, damit unsere traditionellen Volksfeste weiter bestehen bleiben.
Montag, 14 September 2020 09:30

Kein 336. Zeteler Markt in diesem Jahr

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Zetel. Nun ist es offiziell: Auch der traditionsreiche Zeteler Markt wird in diesem Jahr vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ausfallen müssen. Im Marktausschuss der Gemeinde Zetel wurde kürzlich mitgeteilt, dass die Gemeinde in enger Abstimmung mit dem Schaustellerverband Oldenburg entschieden hat, den Zeteler Markt für dieses Jahr abzusagen.
Dass bis Ende des Jahres sämtliche Großveranstaltungen ausgesetzt sind, ist einer der Hauptgründe für die Absage des Zeteler Marktes. Wie Marktmeister Olaf Oetken ausführte, habe man vor der Entscheidung den am 27. August gefassten Erlass des Landes Niedersachsen noch abgewartet. Bund und Länder hatten sich Ende August darauf verständigt, dass Großveranstaltungen, bei denen die Corona-Auflagen nicht eingehalten werden können, bis Ende des Jahres grundsätzlich verboten bleiben.

Reserven aufgebraucht

Für Zetel wird es in diesem Jahr zwar keine Alternative in Form eines temporären Freizeitparks geben. „In Dortmund und Düsseldorf hat man zwei Freizeitparks aufgestellt, beide haben sich nicht gerechnet“, schilderte Schaustellerverbandsvorsitzender Michael Hempen in der Sitzung die Erfahrungen aus seiner Branche. In Zetel werde ein solches Konzept nicht funktionieren, ist Michael Hempen überzeugt: „Es würde keine Feierstimmung aufkommen und ein solcher Freizeitpark wird in Zetel nicht angenommen.“
Die Schausteller hoffen, dass das Geschäft im kommenden Jahr mit einer kleinen Tournee durch die Städte wieder anlaufen kann. Denn: Etliche Schausteller haben ihre Geschäfte eingelagert, „die Reserven sind längst aufgebraucht. Einige denken schon daran, die Lebensversicherungen aufzulösen.“ Die Not sei groß, so Michael Hempen. „Wir sind kaltgestellt, die Betriebe sind momentan nichts wert. Finanziell passt nirgends eine Scheibe Brot dazwischen.“ Angesichts der seit März andauernden Situation falle es schwer, die Mitstreiter ruhig zu halten. Wenn die Bundesregierung der Branche nicht eine ausreichend finanzielle Unterstützung einräume, „dann brauchen wir uns in 2021 nicht mehr über den Zeteler Markt unterhalten. Dann gibt es uns Schausteller nicht mehr.“

LaOLa als Lichtstreif

Die Politik in Zetel könne für die Schausteller nichts tun, sagte Michael Hempen: „Bis auf eines: Ladet alle Zeteler ein, uns in Oldenburg besuchen zu kommen.“ Dort findet nämlich vom 17. September bis 11. Oktober auf dem Freigelände an den Weser-Ems-Hallen der temporäre Freizeitpark „LaOLa“ statt. Die Schausteller hoffen, dass durch den vierwöchigen Freizeitpark ein paar Einnahmen hängenbleiben, um die Existenz zu sichern: „Es geht hier gerade um das blanke Überleben.“

Der „LaOLa“-Freizeitpark ist jeweils von Donnerstag bis Sonntag in der Zeit von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Der symbolische Eintritt beträgt einen Euro. Die Besucherzahl auf dem Gelände ist auf 2000 begrenzt und wird durch Einlasskontrollen sichergestellt.
Freitag, 04 September 2020 09:51

Zeteler Markt 2020 fällt aus

geschrieben von
Zetel. Nun ist es offiziell: Auch der traditionsreiche Zeteler Markt wird in diesem Jahr vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ausfallen müssen. Im Marktausschuss der Gemeinde Zetel wurde am Donnerstag mitgeteilt, dass die Gemeinde in enger Abstimmung mit dem Schaustellerverband Oldenburg entschieden hat, den Zeteler Markt für dieses Jahr abzusagen. In der Sitzung des Marktausschussses im Neuenburger Schloss erläuterten Marktmeister Olaf Oetken und Michael Hempen als Vorsitzender des Schaustellerverbands Oldenburg die Hintergründe.
Dass bis Ende des Jahres sämtliche Großveranstaltungen ausgesetzt sind, ist einer der Hauptgründe für die Absage des Zeteler Marktes. Wie Marktmeister Olaf Oetken ausführte, habe man vor der Entscheidung den am 27. August gefassten Erlass des Landes Niedersachsen noch abgewartet. Bund und Länder hatten sich Ende August darauf verständigt, dass Großveranstaltungen, bei denen die Corona-Auflagen nicht eingehalten werden können, bis Ende des Jahres grundsätzlich verboten bleiben. Dies erklärt, warum bisher keine offizielle Stellungnahme seitens der Gemeinde Zetel erfolgte, obwohl in den sozialen Netzwerken bereits gemutmaßt worden war, dass das Volksfest in diesem Jahr wohl ausfallen würde.

Ein temporärer Freizeitpark, wie er derzeit in einigen größeren Städten von Marktbeschickern und Schaustellern angeboten wird, ist dagegen für Zetel nicht vorgesehen. Dies hängt einerseits mit einer zu kurzen Vorlaufzeit für die Umsetzung des zwingend erforderlichen Hygienekonzepts zusammen. Zudem besteht in der Gemeinde keine Möglichkeit, ein entsprechendes Gelände für einen solchen Park vorzuhalten. Das Gelände müsste umzäunt sein, Registrierungen der Gäste und die Einhaltung der Hygienevorgaben kontrolliert werden. Vor diesem Hintergrund sprach sich Michael Hempen gegen eine solche Lösung für Zetel aus. Es stehe zu befürchten, dass ein alternatives Konzept wie dieses von der Bevölkerung nicht ausreichend angenommen werde.

Ein ausführlicher Hintergrundbericht wird der kommenden Friebo-Ausgabe zu entnehmen sein.
Donnerstag, 13 August 2020 14:34

Autohof Ellens: Protest geht in die nächste Runde

geschrieben von
Zetel. Der Protest der Klimagruppe Friesische Wehde geht in die nächste Runde. In einem Offenen Brief wünscht sich die Gruppe „ausführliche Antworten“ der hiesigen Politik auf Fragen. Gleichzeitig fordern sie „den Stopp aller aktuellen und bisherigen Bauaktivitäten inklusive der vorbereitenden Arbeiten auf dem Gelände“.
Gleichzeitig sollen die Zeteler Politiker eine „zeitnahe erneute ausführliche Prüfung des Projektes unter Beachtung der Klimarisiken und der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung“ beschließen und zeitnah umsetzen. „Wir haben Angst um unser Wattenmeer, unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder, die Bewahrung unserer Heimat und die Zukunft unserer Gemeinde“, führen die Unterzeichner im Brief als Gründe für den Protest an.
Im Nachfolgenden die gestellten Fragen der Klimagruppe in voller Länge:

„Ökologische Aspekte:
1. Können Ausgleichsflächen tatsächlich die direkte Landschaftszerstörung und lokale Schäden und Einflüsse wie Flächenversiegelung, Lärm, Licht, Emissionen in Form von Müll, Abgasen und Staub wieder gut machen?
2. Das Gelände liegt direkt in der Zeteler Marsch, die es zu schützen gilt. Die Marschböden trocknen aus und verdichten sich durch die Bebauung, was ökonomische und ökologische Folgen hat. Sind diese Folgen sowie der Verlust des Bodens als CO2-Speicher mit einkalkuliert?
3. Rund 17% der Treibhausgasemissionen weltweit entstehen in der Zement- und Stahlproduktion. Halten Sie die Verwendung von Beton bzw. dem enthaltenen Zement und Stahl in dieser Größenordnung für vertretbar? Gibt es nachhaltige Baupläne, die dies berücksichtigen?
4. Gibt es konkrete Pläne für zukünftige Wasserstoffproduktion?
5. Sind die Strukturen leicht zurück zu bauen, wenn das Projekt sich wirtschaftlich nicht rentieren sollte?

Wirtschaftliche Aspekte:
6. Der Autohof fördert eine Transportlogistik, die der Vergangenheit angehört/angehören sollte, die Weichen werden an dieser Stelle mittel- und langfristig falsch gestellt: Derzeit wird die Bahnverbindung zum Jade-Weser-Port ausgebaut. Der JWP zeichnet sich immer wieder durch nachhaltiges Wirtschaften aus, sollte da nicht angedockt werden? Der Güterverkehr über die Schiene sollte zukünftig die wichtigste Rolle einnehmen aufgrund von Effizienz und Klimafreundlichkeit.
7. Welche Firmen wollen die Strukturen des LogisticPorts nutzen und wofür? Gibt es schon feste Verträge? Wieso sind direkt am Jade-Weser-Port noch große Logistikflächen frei, die einen größeren Standortvorteil haben durch die direkte Anbindung? Sollte bei so einem kostenintensiven Projekt wie dem Autohof Ellens nicht eine konkrete Nachfrage da sein?
8. Können wir mit unbefristeten Arbeitsplätzen mit einem angemessenen Einkommen rechnen, mit Ausbildungsplätzen und Aufstiegsmöglichkeiten? Werden diese Arbeitsplätze in 50 Jahren noch Bestand haben, wenn sich die Logistik weiterentwickelt? Um welche Anzahl an Arbeitsplätzen handelt es sich?
9. Sind die Kosten, die die Gemeinde übernehmen muss für die Erschließung des Geländes in den ausgeglichenen Haushaltsplan eingeplant nach so vielen Jahren Stillstand? Und auch die Mehrkosten der Klimaschäden, die durch den Bau des Autohofes entstehen? Sind die diesbezüglichen Verträge der Gemeinde mit dem Investor von (externen) Sachverständigen (Baurecht, Planungsrecht, Erschließung, Anforderungen) geprüft worden? Ist die Übernahme von zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbaren Folgekosten durch die Gemeinde vertraglich ausgeschlossen?
10. Sind die Investoren bzw. die von ihnen mit der Realisierung von Autohof und Logistikzentrum beauftragten Unternehmen im Vorfeld der Vertragsschließung von der Gemeinde auf Bonität und Liquidität geprüft worden? Hat man Referenzen und vorherige Projektrealisierungen durch die Investoren überprüft?
11. Hat die Gemeinde Zetel eine Berechnung der zu erwartenden Gewerbesteuer- und sonstigen kommunalen Einnahmen durch den Autohof/das Logistikzentrum vorgenommen? Ist sichergestellt, dass Steuern von den Firmen des LogisticPorts auch tatsächlich hier vor Ort gezahlt werden, das heißt der Gemeinde zugutekommen? Ist geprüft worden, ob die beteiligten Firmen, z.B. durch einen Sitz im Ausland, tatsächlich hier vor Ort steuerpflichtig sein werden?
12. Die Zukunft des Jade-Weser-Ports ist für uns nicht glasklar. Wie lang wird es dauern, bis der Schiffsverkehr sich erholt hat von der Corona-Krise? 10 Jahre wie nach der Wirtschaftskrise 2008? Wird die Obergrenze des Containerwachstums von rund 11 Millionen TEU mitbedacht, die schon die Elbvertiefung irrelevant macht?
Was für ein Friesland wollen wir? Verantwortung gegenüber der Gesellschaft:
13. Der Tourismus ist unverzichtbar für unsere regionale Wirtschaft und basiert auf den landschaftlichen Vorzügen für Radfahrer und Küstenliebhaber. Derzeit schlängelt sich neben dem zu bebauenden Gelände eine kleine Straße durch die Landschaft, durch den Ort Ellens, in die friedliche Zeteler Marschenlandschaft hinein. Die Besucher bekommen in Ellens den ersten Eindruck der Friesischen Wehde: Heute Wiesen mit Kühen, morgen eine bebaute Fläche mit 15 m hohen Hallen? Müssen wir unser Landschaftsbild so verschandeln?
14. Ist die negative Entwicklung der Lebensqualität von Anwohnern durch die ökologischen Einbußen und den Verkehr bei so einer Projektplanung völlig irrelevant?
15. Die als Abkürzungs-Route beworbene Strecke durch die Orte Neuenburg und Zetel ist ein Schulweg und bereits jetzt für alle Verkehrsteilnehmer*innen durch unübersichtliche Kurven (z.B. Ohrbült) gefährlich. Ist vermehrter Verkehr zu verantworten mit Blick auf die Sicherheit, Gesundheit und die Lebensqualität? Sicherheitsmaßnahmen können Ampeln sein – doch ist die Abkürzung von 30 Minuten dann noch gegeben? Hebt sich durch eine solche Entwicklung der wichtigste Standortvorteil der Fläche wieder auf?“
Donnerstag, 06 August 2020 16:11

„Die Kinder brauchen was zu beißen“

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Zetel. Bei einer Sitzung des Zeteler Schul-, Jugend- und Sozialausschusses im Neuenburger Vereenshuus war kürzlich die Mittagsverpflegung in den Kindertagesstätten Emkenburg und Schloss Neuenburg sowie in der Zeteler Grundschule Thema. Hierzu erläuterte Bürgermeister Heiner Lauxtermann, die Mittagsverpflegung sei wegen Wegfalls des bisherigen Catering-Services kurzfristig „weggebrochen“.
Ab dem 16. August werde es somit nun ein neues Catering geben, denn kurzfristig sei es „nicht machbar, dies selbst zu übernehmen“, so der Bürgermeister. „Wenn wir als Gemeinde anfangen zu kochen, müssen Gesundheitsamt und Veterinäramt involviert werden“, so Heiner Lauxtermann – bis zum 16. August sei dies zu kurzfristig, die Änderung sei sehr plötzlich gekommen. Es habe in den Kindergärten bereits ein Probeessen mit dem Caterer „meerBlick“ Wilhelmshaven gegeben, der nach Vorgaben für Kindergärten und Krippen koche. Dieses Probeessen habe der Leitung sehr gut gefallen. Für das nächste Kindergarten-Jahr solle das Unternehmen engagiert werden. Die Grundschule werde künftig von dem Cateringservice „Le Patron am Meer“, ebenfalls in Wilhelmshaven ansässig, versorgt.
Uwe Koopmann (Die Linke) erkundigte sich nach dem finanziellen Aufwand für die Eltern und fragte zudem nach einer eventuellen diesbezüglichen Kooperation mit der hiesigen Gastronomie. Anke Ulferts-Büscherhoff antwortete, für die Eltern werde sich nicht viel ändern: Bei „meerBlick“ koste das Essen auf Monatsbasis 49 Euro, und es gebe hier keinen Unterschied zum vorigen Caterer. Aus der hiesigen Gastronomie vor Ort habe sich auf Anfrage niemand für diese Aufgabe bereiterklärt.
Hans-Werner Kammer (CDU) schlug vor, man könne „zum nächsten Jahr entscheiden, ob die Gemeinde noch einen Koch einstellt.“ Zu der jetzigen Lösung äußerte er: „Wenn das Essen schmeckt und vor allem gesund ist, ist es ja gut.“ Wiebke Schröder (SPD) stimmte zu: Bei der kurzfristig notwendigen Entscheidung solle man erstmal das befristete Angebot annehmen, um danach dann eventuell über nachhaltige und regionale Angebote nachzudenken: „Jetzt müssen wir erstmal sehen, dass die Kinder ‚was zu beißen‘ bekommen.“
Wilhelm Wilken (Die Grünen) hob hervor, es sei wichtig, soziale und kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen und eine entsprechende Auswahl an Essen anzubieten. „Zahlen die Eltern das komplett?“ wollte er wissen. Ein ökologisch/biologisches Angebot müsse bezahlbar bleiben, gab er zu bedenken. Hans Bitter (SPD) äußerte, man solle „sich jetzt nicht in irgendwas verzetteln – bis August können wir jetzt nicht mehr viel diskutieren.“ Christian Keller (SPD) fragte nach, wie es in einem Jahr weitergehen solle und ob es vom Grundsatz her möglich sei, „dass man sich über eine Eigenverpflegung Gedanken macht?“ Heiner Lauxtermann führte erneut an, dass in diesem Fall „eine Begehung der entsprechenden Gebäude mit Gesundheits- und Veterinäramt erforderlich“ sei, um zu überprüfen, wie diese verändert werden müssten.
Hans-Werner Kammer äußerte: „Wir können doch nicht ernsthaft darüber diskutieren, ob wir hier eine Zentralküche mit Personal, Urlaubsvertretung etc. einrichten.“ Auch Heiner Lauxtermann sagte, er könne sich nicht vorstellen, „dass wir bei unserer Gemeindegröße eine Großküche bauen. „Das ist vom Realismus so weit weg“, so der Bürgermeister. „Das sehe ich anders“, äußerte hierzu Wiebke Schröder.
Christian Keller plädierte dafür, alle Vorschläge hinsichtlich einer eventuellen zukünftigen Versorgung der Kindergärten – ob im Rahmen eines Caterings, einer dezentralen oder einer zentralen Versorgung – gegeneinander abzuwägen. Abschließend wurde einstimmig beschlossen, der Fachausschuss werde dem Verwaltungsausschluss vorschlagen, die zukünftige Versorgung der Kindergärten in ihren verschiedenen Varianten zu untersuchen.
Dienstag, 14 Juli 2020 15:32

Lastwagen kippt in den Graben

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Zetel. Um Haushalte und Gehöfte im Außenbereich mit Heizöl zu beliefern, war am Dienstagmorgen eine 21-Jährige mit einem Tanklaster auf der Straße Ellens im gleichnamigen Zeteler Ortsteil unterwegs. Als ihr auf der schmalen Straße ein Radfahrer entgegenkommt, weicht die Fahrerin nach rechts aus und gerät mit dem schweren Lastwagen in die aufgeweichte Berme. Das Fahrzeug rutscht nach rechts weg und stürzt um, es bleibt afu der Seite in einem kleinen Graben neben einem Maisfeld liegen. Die Fahrerin bleibt unverletzt, ein Teil des geladenen Heizöls tritt aus und läuft in den Graben. Die Freiwillige Feuerwehr Zetel wird alarmiert, um das Heizöl aufzunehmen und Lecks zu verschließen, benachrichtigt wird außerdem die Untere Wasserbehörde des Landkreises. Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, wird die Sperrung der Straße Ellens für die Bergung des Lastwagens noch bis zum Abend gesperrt sein.

Bereits am vergangenen Donnerstag, 9. Juli, ereignete sich ein Unfall auf der B 437 in Borgstede, für den nun Zeugen gesucht werden: Gegen 13.30 Uhr war demnach eine 16-Jährige aus Zetel mit ihrem Leichtkraftrad auf der Bundesstraße in Richtung Neuenburg unterwegs, als ein vor ihr fahrender Transporter in Borgstede kurz vor der Autobahnanschlussstelle plötzlich die Fahrspur wechselte ohne dies anzuzeigen: Die Fahrerin musste stark bremsen und stürzte, sie zog sich dabei leichte Verletzungen zu. Der Transporter entfernte sich von der Unfallstelle. Es sollen zwei Personen in dem Transporter gesessen haben.
Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu diesem Unfall geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei in Zetel unter Tel. 04451 9230 zu melden.
Donnerstag, 18 Juni 2020 21:51

Alles neu, von der Straßendecke bis zum Kanal

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Der Ausbau der Weißenmoorstraße soll Mitte 2021 beendet sein – Gesamtstrecke von 1,2 Kilometern

Bockhorn.
Der Ausbau der Weißenmoorstraße in Bockhorn geht in die zweite Runde. Am Donnerstagvormittag stellten Bürgermeister Thorsten Krettek und Michael Haaken vom Bockhorner Bauamt die weitere Planung des Straßenausbaus vor. Der erste Bauabschnitt von der Langen Straße bis zur Eichenstraße ist bereits fertiggestellt. Erneuert wurde nicht nur die Straße, sondern auch der Schmutz- und Regenwasserkanal. Da von der EWE noch Glasfaserleitungen verlegt werden müssen, wurden die entsprechenden Leerrohre gleich mitverlegt.

Die Runderneuerung der Weißenmoorstraße wird seit Baubeginn im Juni 2019 auf einer Gesamtlänge von 1,2 Kilometern vorgenommen. Das Projekt weist ein Kostenvolumen von rund 2,465 Millionen Euro auf, davon werden 1,552 Millionen aus Fördermitteln bestritten. Wie Stephan Hennings von der Baufirma Wilhelm Meyer berichtete, ist mehr als die Hälfte der Weißenmoorstraße fertiggestellt, der Schmutzwasserkanal zu zwei Dritteln. Der zweite Bauabschnitt reicht von der Mühlen-/Eichenstraße bis zur Steinhauser Straße. Das der Abschnitt verspätet angegangen wurde, hänge mit der Entscheidung eines Versorgers, dort noch Gasleitungen legen zu lassen, zusammen, erläuterte Thorsten Krettek.
Die Fertigstellung der gesamten Strecke ist für Mitte 2021 ge­plant. Entlang der Straße wird zudem die Beleuchtung ausgetauscht; dort werden künftig 30 dämmerungsgesteuerte LED-Straßenlampen den Bereich ausleuchten.
Der Eschweg wird von der Weißenmoorstraße vorübergehend aus komplett gesperrt, der Eschweg kann dann nur über das Neubaugebiet/Hermelinspur erreicht werden. Wie Stephan Hennings und Kai Redeker von der Baufirma mitteilen, werden die betroffenen Anwohner frühzeitig informiert, entsprechende Umleitungen werden ebenfalls installiert.
Die Gemeindeverwaltung und die ausführende Baufirma bedanken sich ausdrücklich bei allen Anwohnern für die Geduld und das kooperative Miteinander.
Montag, 03 Februar 2020 10:58

Lkw verunglückt: B 437 gesperrt

geschrieben von
Bockhorn. Gegen viertel nach acht ist am Montagmorgen auf der B 437 ein Sattelzug verunglückt. Der 59-jährige Fahrerd des Lkw war in Richtung Neuenburg unterwegs, als er mit seinem Lastzug, der mit 25,5 Tonnen Feldspatmehl beladen ist, alleinbeteiligt nach links von der Fahrbahn abkam, in eine Hecke fuhr und schließlich schräg im Seitenraum der Bundesstraße zum Stehen kam.

Der Fahrer musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zur Unfallursache machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Feuerwehren aus Bockhorn und Grabstede waren im Einsatz, die B 437 ist für die Bergung des Sattelzuges zwischen den Kreuzungen Grabsteder und Vareler Straße voll gesperrt. Gegen 15 Uhr meldete die Polizei, dass die Sperrung aufgehoben sei.
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