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Friesische Wehde

Freitag, 06 Mai 2022 11:52

Aktion „Stadtradeln“: Auftakt am 7. Mai

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Zetel. Auch dieses Jahr nimmt die Gemeinde Zetel wieder an der Aktion „Stadtradeln – Radeln für ein gutes Klima“ teil. Das Motto und Ziel des Stadtradelns ist es, in Teams möglichst viele Kilometer zu sammeln. Der Auftakt dazu ist eine Tour am Samstag, 7. Mai, welche um 10.30 Uhr auf dem Markthamm Zetel unter Leitung von Ingo Logemann beginnt.
Er hat dazu eine Strecke durch die Wehde – auch über Waldwege – ausgesucht, die über bekannte und vielleicht auch unbekannte Strecken führt. Unterwegs wird er einige Informationen zu markanten Punkten sowie eine Einweisung in das Knotenpunktsystem geben. Damit ist auch für kleine Pausen gesorgt. Das Tempo wird gemütlich sein. Ziel ist das Schulmuseum in Bohlenbergerfeld. Die Ankunft dort ist für 14 Uhr vorgesehen, wo sich die Radelnden mit einem kostenlosen Kaltgetränk erfrischen können.
Folgendes ist zu bedenken und berücksichtigen: Jeder Teilnehmer ist für sein Fahrrad und seine Verkehrssicherheit verantwortlich. Getränke und Verpflegung sowie Gefäße und Behälter sollten unter dem Umweltschutzgedanken selbst mitgeführt werden. Die Streckenlänge beträgt ungefähr 18 Kilometer.
Freitag, 06 Mai 2022 11:45

Ein Markt, der keine Spuren hinterlässt

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Zetel. Kann eine öffentliche Großveranstaltung so gestaltet werden, dass am Ende der notwendige Kehraus mitsamt Entsorgung des angefallenen Mülls entfällt? Wie lässt sich für einen Markt der CO2-Abdruck minimieren oder gar auf Null setzen? Der erste nachhaltige Markt in Zetel am Sonntag, 15. Mai, will unter Beweis stellen, dass es durchaus möglich ist, als Veranstaltung nach Ende keine Spuren zu hinterlassen. Unter dem Titel „Es geht auch ohne“ wird der Markt gänzlich ohne Müll und Plastik umgesetzt – unter anderem mit Einsatz eines Pfandsystems für Teller und Besteck.
Entwickelt wurde die Veranstaltung von der Klimagruppe Friesische Wehde. Eigentlich war der nachhaltige Markt bereits im September vergangenen Jahres als Abschluss der Plastik-Aktionswoche geplant – zeitgleich mit dem Kinderfest der Gemeinde Zetel. Dafür hatten sich die Klimagruppe und Gemeinde zusammengesetzt und überlegt, wo das ganze stattfinden könnte. Ausgewählt wurde am Ende der Platz rund um den Hankenhof. „Dann gingen jedoch die Infektionszahlen wieder hoch, und wir mussten den Markt in den Mai 2022 verschieben“, erklärt Aiske Schimmelpenning vom Organisationsteam.
Zu den weiteren Unterstützern gehört die Agenda Varel. Diese möchte in der kommenden Zeit verstärkt Projekte bürgerschaftlichen Engagements junger Menschen zwischen 14 und 29 Jahren fördern. „Der nachhaltige Markt wird mit LEADER-Mitteln finanziert“, erläutert Janita Budde-Frerichs von der Agenda Varel. Gerade einmal 10 Prozent der Kosten muss der Veranstalter, hier die Klimagruppe, selbst beitragen, die übrigen Kosten decken Gemeinde (20 Prozent) sowie EU-LEADER-Mittel (70 Prozent) ab.
Allerdings, so betonen die Organisatoren, sei es ohne die Hilfe von Privatleuten und Einrichtungen nicht möglich gewesen, ein solches Projekt zu stemmen. „Es ist echt stark, wie hilfsbereit sich alle gezeigt haben, die wir angefragt haben“, sagt Elfriede Geisendorff von der Klimagruppe mit Begeisterung in der Stimme. „Es war manchmal nur ein Anruf nötig, und dann hieß es schon: ,Kein Problem, kommt vorbei‘. Dafür können wir uns nur bei allen Unterstützern bedanken“, ergänzt Aiske Schimmelpenning.

Viele Vereine und Institutionen haben ihre Teilnahme für den Markt zugesagt. Musikalisch wird jeweils von 13.30 bis 14 Uhr sowie 15.45 bis 16.30 Uhr die Gruppe „Majanko“ aus Wilhelmshaven die Veranstaltung umrahmen. Die Besucher können sich an zahlreichen Ständen örtlicher und regionaler Vereine, Gruppen und Unternehmen unter anderem über Nachhaltigkeit, Tierschutz und Forstwirtschaft informieren.
Seitens der Gemeinde wird es außerdem einen Stand zum Thema nachhaltiges Bauen und Sanieren geben. Um die Verpflegung der Besucher kümmern sich verschiedene Ausschankbetriebe, Unverpacktläden und Fairhandelsanbieter, die mit frischen veganen und vegetarischen Gerichten zu familienfreundlichen Preisen aufwarten.
Kinder können malen und rätseln, außerdem gibt es einen Siebdruckstand, die IGS Zetel lädt außerdem ein, Bienenwachstücher herzustellen. Es wird einen Kleidertausch geben, Besucher sind daher auch eingeladen, aussortierte Kleidung mitzubringen.
Die Klimagruppe Friesische Wehde und die Agenda Varel werden mit einem eigenen Stand vertreten sein. „Dort wird es einen Kaffee- und Kuchenverkauf geben“, kündigt Elfriede Geisendorff an. Wer einen Kuchen für den Verkauf spenden möchte, kann sich direkt an die Klimagruppe wenden. Den Erlös daraus soll weiteren Aktionen, wie beispielsweise Vorträgen, zugutekommen.
Um auf Müll zu verzichten, gibt es ein eigens entwickeltes Pfandsystem: So werden Teller und Besteck gegen Pfand an eigens eingerichteten Tischen ausgegeben. Die Besucher können sich dann an den Ständen mit Speisen und Getränken versorgen lassen und hinterher das benutzte Geschirr wieder abgeben. Eigenes Geschirr und Besteck dürfen ebenfalls mitgenommen werden, dies kann vor Ort auch gereinigt werden.
„Ich hoffe einfach, dass der Markt zeigt, dass es anders geht und auch mal was ganz anderes ist, was in Zetel sonst geboten wird“, sagt Aiske Schimmelpenning.
„Wir hoffen, dass viele Besucher, von jung bis alt, den Weg zu uns finden, man locker ins Gespräch kommt und wir eine schöne gemeinsame Zeit miteinander verbringen“, hofft Elfriede Geisendorff.

Mehr Informationen zum 1. nachhaltigen Markt gibt es auf der Webseite der Klimagruppe unter:
https://t1p.de/91ato

Wer einen Kuchen spenden möchte, kann sich per E-Mail an das Organisationsteam wenden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Donnerstag, 21 April 2022 16:09

Bockhorner Gewerbeverein startet durch mit neuem Vorstand

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Bockhorn. „Wir danken dem alten Vorstand für seine Arbeit“, sagt Jennifer Kuhlmann, 1. Vorsitzende des Vereins für Handel, Handwerk und Gewerbe. Gemeinsam mit Lars Wübbenhorst wurde sie auf der Versammlung am 17. März in den Vorstand des Vereins gewählt. Das Amt der Kassenwartin bekleidet nun Denise Schwarz-Wies. Mit seiner Wahl hat sich der Verein neu aufgestellt und möchte nun nach der coronabedingten Pause neu durchstarten. „Wir freuen uns auf neue Projekte“, berichtet Jennifer Kuhlmann. So ist beispielsweise angedacht den Herbstmarkt Bockhorn oder auch den Weihnachtsmarkt wieder aufleben zu lassen. Außerdem sind die neuen Social-Media-Kanäle des Vereins bereits in Arbeit. Darüber können Neuigkeiten dann direkt ausgespielt werden.
Aktuell zählt der Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe rund 70 Mitglieder. Über weitere Verstärkung würde er sich jedoch freuen. „Wir sind für jeden dankbar, der sich bei uns im Verein engagieren möchte“, sagt Jan Bruns, ein Mitglied des Vereins.
Auch Fragen, Anregungen und Ideen sind herzlich willkommen. Diese können unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! eingereicht werden. Gerne können sich zudem auch etablierte Bockhorner Betriebe melden, die bislang noch kein Mitglied im Verein sind. In seinem Wirken möchte der Verein etwas von Bockhornern für Bockhorner sein.
Dienstag, 01 Februar 2022 09:45

Musik in d‘ Lüchterkark in Zetel

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Zetel. Nun kommt es doch noch zu zwei LÜCHTERKARK-Konzert in Landkreis Friesland. Da diese Woche Konzerte in Wilhelmshaven abgesagt wurden, haben sich die Musiker*innen um LAWAY und La Kejoca zusammen mit den Kirchengemeinden in Zetel und Sillenstede kurzfristig zu Konzerten am Freitag, 4. Februar, in Zetel in der St.-Martinskirche und Samstag, 5. Februar, in Sillenstede in der St.-Florianskirche entschieden. Einlass ist jeweils um 18-45 Uhr unter 2Gplus-Regeln. „Mit dem Licht der Kerzen und wunderschöner Weihnachts- und Wintermusik wollen wir etwas Wärme in diese dunkle Zeit bringen“, so Projektleiter Gerd Brandt.
Die Friedensbotschaft der Weihnacht trägt die „Musik in d‘ Lüchterkark – FOLK MEETS CLASSIC“ alljährlich in die Welt hinaus. Seit Jahren ist sie im Nordwesten Deutschlands, in Ostfriesland und dem Oldenburgerland eine Kultveranstaltung von außergewöhnlicher musikalischer Vielfalt. Vom Christmas Carol über bekannte Arien aus Oper und Oratorium, vom Winterfolk aus Skandinavien und weihnachtlichen Volksliedern bis hin zu feuriger Flamencomusik – das alles gibt es hier zu hören. Und wie immer, viel auf Platt.

Coronabedingt konnte 2020/21 keine Lüchterkark stattfinden, nun wollen die Künstler*innen unter 2Gplus-Coronaregeln das Konzert veranstalten. Der Nachweis ist über die Corona-App oder einen Impfnachweis am Eingang zu erbringen. Gegebenenfalls herrscht außerdem Maskenpflicht beim Konzert. Trotzdem sollen die Kirchen nicht voll ausgelastet werden, daher sind die Kartenkontingente noch sehr beschränkt.

Ein Meer von Kerzen erhellt stimmungsvoll die Kirchen, in denen Lieder zu Advent und Weihnacht, sowie winterliche Songs von den Menschen zwischen Moor und Meer erklingen. Die „Musik in d‘ Lüchterkark“ ist ein grenzübergreifendes Crossover-Projekt um die Friesenfolker der Gruppe LAWAY, die 2019 ihr 40-jähriges Jubiläum feierte. Besondere Höhepunkte bringen Borkums singender Wattführer Albertus Akkermann, der ammerländer Flamencogitarrist Manuel Bunger und die Global-Folker von La Kejoca mit ein, die soeben für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik mit ihrem neuen Album LIBERTAD nominiert wurden.

Wegen des kurzen Vorlaufs für Sillenstede nur Online-Reservierung per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Für Zetel gibt es außerdem Karten in den Nordwest-ticket-VVK-Stellen in Jever, Wilhelmshaven und Varel.
Einlass ist 45 Minuten vor Beginn, freie Platzwahl.
weitere Informationen auf www.laway.de
Freitag, 19 November 2021 11:13

Neuenburger Schloss wird wieder sichtbar

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Entwicklungskonzept: Fällarbeiten weitestgehend abgeschlossen – Neupflanzungen geplant

Neuenburg.
Sie sind nicht zu übersehen, die Arbeiten am Schloss Neuenburg und dem umliegenden Parkgelände. Schweres Gerät ist im Einsatz, um Baumstümpfe abzufräsen, die einstigen Wege durch das Areal zieren tiefe Spurrillen. Und dann wären da die ungewohnt tiefen Einblicke, die die Vegetation nach den aktuellen Fällungen zulässt: Das Schloss­entwicklungskonzept, welches zunächst als Planung existierte, wird in der Umsetzung zunehmend sichtbarer.
Die Wiederherstellung des historischen Schlossgartens ist ein Teil der aktuellen Arbeiten, parallel läuft die Fassadensanierung an. Die Fällungen der Bäume im Garten hat die Gemeinde Zetel bewusst in den Herbst, nach der Vegetationsperiode, verlagert. Entnommen wurden kranke, abgestorbene oder sterbende Gewächse, gerodet wurden mehrheitlich kleinere, aufschießende Gehölze mit geringem Stammdurchmesser, aber auch viele Ahornbäume. „Der Ahorn ist für diesen Standort nicht geeignet, er ist zu trocken“, erklärt David Heimann vom Fachbereich Bauleitplanung, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz der Gemeinde Zetel bei einem Vororttermin den Hintergrund. Außerdem seien wild aufgeschossene Ahorne keine langlebigen Gehölze und ihr Lebensabend war weitgehend erreicht. Sie „wachsen schon rückwärts“, mit viel Totholz in den Kronen. „Dadurch ist hier in Zukunft mit erhöhtem Pflegeaufwand und ohnehin stetigen Fällarbeiten zu rechnen gewesen. Gleichzeitig sind diese Bäume nie im Park vorgesehen gewesen, weshalb sie andere wertvolle Bäume im Bestand bedrohen, wie den ansehnlichen alten Buchen- und Eichenbestand.“
In besonderen Fällen, bei denen Unklarheit über den Zustand der Bäume bestand, wurde ein Baumsachverständiger hinzugezogen. In einem Fall hat er die hohe Vitalität einer zweistämmigen Buche an der alten Zugbrücke über die Gräfte bescheinigt. Bei einer Ulme wurde jedoch der Ulmensplintkäfer diagnostiziert und bei einem Exemplar einer alten Rotbuche musste auch eine Fällung wegen Pilzbefall erfolgen. Sie drohte auf den Rad-/Wanderweg und die B437 zu kippen. In diesem Zusammenhang, so David Heimann weiter, müsse man auch bei der Rodung betrachten, dass etliche Gehölze mit der ursprünglichen Anlegung des Schlossparks nichts zu tun haben.
Wesentlicher Teil des Schlosskonzeptes ist seine Sichtbarmachung. „In den letzten Jahrzehnten hat man hier die Natur weitgehend frei wachsen lassen, das war ein gänzlich anderer Ansatz, als das, was wir jetzt verfolgen“, sagt David Heimann. Das historische Bauwerk war zunehmend hinter Grün verschwunden – das soll künftig anders sein. „Es geht nicht darum, hier tabula rasa zu machen, sondern mit überlegten Eingriffen Sichtachsen auf das Schloss zu schaffen.“
An strategischen Punkten werden jedoch auch neue Bäume gepflanzt, dazu gehören unter anderem sechs Linden, die vor dem Schlossaufgang gesetzt werden sollen und gewissermaßen den Alleecharakter auf einer Seite optisch verlängern. Zudem werden zwei Ulmen und zwei Schuppenrinden-Hickory gesetzt. „Alles, was jetzt oder später entnommen werden muss, entnehmen wir auch jetzt“ – diese Herangehensweise hat weitreichende Gründe. Denn wenn der Park erst einmal wiederhergestellt ist, wird eine nachträgliche Arbeit an der neu entwickelten Vegetation umso schwieriger. „Die Gefahr, dabei wieder alles kaputt zu machen, ist einfach zu groß.“

Sehr zufrieden zeigt sich David Heimann mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten. „Die Firma Brunken, die die Fällungen vornimmt, und das Unternehmen Garten- und Landschaftsbau Siefken aus Nordenham arbeiten sehr gut zusammen.“
Im nächsten Schritt sollen auch die Wege wieder hergestellt werden. „Einen belastbaren Untergrund zu schaffen wird allerdings komplexer, weil im Untergrund Torf ist.“ Veränderungen wird es auch für die Gräften um das Schloss geben, die entschlämmt und mit neuen Wasserwehren ausgestattet werden. Der Wasserspiegel soll dann einen halben Meter höher sein als bisher. Davon profitieren vor allem die Eichenpfähle, auf denen das Schloss steht. Ohne Bedeckung durch Wasser würden diese nämlich langsam verrotten. Ebenfalls soll eine bessere Verfügbarkeit von Wasser im Untergrund aber auch der Vegetation zugute kommen.
Vor rund einer Woche hat eine archäologische Baubegleitung stattgefunden – „gefunden wurden dabei leider nicht wie erhofft die alten Wegeverläufe des 18. und 19. Jahrhundert, sondern lediglich wenige Porzellanscherben mit NS-Insignien. Wahrscheinlich hat man sich des Materials nach dem Weltkrieg hier diskret entledigen wollen“, berichtet David Heimann. Die genaue Auswertung der Baubegleitung stehe allerdings noch aus.
Bis wieder Spaziergänger durch den Park flanieren können, ist allerdings noch etwas Geduld vonnöten. Voraussichtlich im Frühsommer kommenden Jahres soll der Park wieder regulär betretbar sein – sofern die Planung eingehalten werden kann. Das Projektende ist für August 2022 avisiert.

Aktualisierungen zur Schlosssanierung sind auch online abrufbar unter: www.zetel.de/wirtschaft-bauen/sanierung-schloss-neuenburg
Freitag, 28 Mai 2021 11:47

„Der Wolf hat Respekt, testet aber auch aus“

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Bockhorn. Weidetierhalter sehen in ihm eine deutliche Gefahr für die Nutztiere, Naturschützer sehen in ihm eine Population, die nach extensiver Bejagung in Deutschland wieder Fuß fasst: Beim Wolf gehen die Meinungen deutlich auseinander. Landwirte und Weidetierhalter fordern seit Jahren eine Regulierung des Wolfsbestandes und eine vereinfachte Entnahme sogenannter Problemtiere, dem jedoch der Schutzstatus des Wolfes gegenübersteht.
Die wachsende Zahl von Wölfen, die sich auf offenen und bewaldeten Flächen ansiedelt, führt zu einer weiteren Problematik: In ländlich besiedelten Gebieten kreuzen sich dadurch öfters die Wege zwischen Mensch und Wolf. Damit einher geht die Frage: Wie verhalte ich mich, wenn ich dem Wildtier gegenüberstehe und wie nah sollte ein Wolf menschlichen Siedlungen kommen?

Wie sich der Wolf verhält und was im Falle einer Begegnung zu tun ist, war Gegenstand eines Vortrags von Wolfsberater Wilhelm Eden im Ordnungsausschuss der Gemeinde Bockhorn. Der Wolf komme häufiger und vor allem dichter an Siedlungen und Hofstellen heran, auch in der Gemeinde Bockhorn, berichtete Bürgermeister Thorsten Krettek eingangs. Das schüre Ängste und Unsicherheit.
In Niedersachsen leben derzeit 36 Rudel und zwei Einzeltiere, so Wilhelm Eden, man gehe aktuell von rund 400 Wölfen aus, was Jungwölfe miteinberechne. Laut der Roten Liste gefährdeter Arten ist der Wolf keine gefährdete Art, der Bestand des Wolfes wird allein für Europa auf 20.000 Tiere geschätzt. Als geschützte Tierart ist der Wolf jedoch in der Roten Liste Niedersachsens enthalten und hat einen ganzjährigen Schutzstatus. Damit soll der Population ermöglicht werden, sich zu erholen.

Bezüglich des Verhaltens des Wolfes gegenüber Menschen haben Experten eine Einteilung in sieben Stufen vorgenommen.

1. Stufe: Jäger bemerken eine deutliche Unruhe im Wald, das Wild rottet sich zusammen oder verschwindet aus bestimmten Gebieten;
2. Stufe: Wölfe tauchen in weiter Entfernung auf. In dieser Phase komme es oft zu einer unfreiwilligen Anfütterung des Wolfes, so Wilhelm Eden. Achtlos aus dem Fenster geworfene Abfalltüten mit Essensresten locken den Wolf an, der dadurch den Menschen mit Futtergaben verknüpft;
3. Stufe: Der Wolf erkundet nachts Ansiedelungen, läuft auf Geh- und Fahrradwegen. Ab hier erfolgen auch mitunter die ersten Risse von Nutztieren;
4. Stufe: Wie Stufe 3, nur tagsüber;
5. Stufe: Der Wolf kommt dicht heran, bis an das Haus. Vom menschlichen Geruch zeigt er sich unbeeindruckt;
6. Stufe: Der Wolf kommt näher, läuft einher neben Mensch und Hund. Das in dieser Stufe vom Wolf geäußerte Knurren ist dabei eine Aufforderung, erklärte Wilhelm Eden: Entweder herzukommen oder zu gehen;
7. Stufe: Der Wolf bestimmt den Platz des Menschen. Durch seine Distanzlosigkeit bringt er den Menschen dazu, sich zurückzuziehen.

In der Region lasse sich das Verhalten des Wolfes in die fünfte Stufe eingliedern, so der Wolfsberater. Im Baltikum dagegen komme der Wolf über die zweite Stufe nicht hinaus. Dort wisse der Wolf, dass die Nähe zum Menschen für ihn schmerzhafte oder gar tödliche Folgen habe. Die genauen Grenzen für den Wolf festzulegen, obliege jedoch der Politik.

Wer einem Wolf begegnet, sollte einige Dinge beherzigen, erläuterte Wilhelm Eden. Wer mit hoher Stimme schreie, imitiere unfreiwillig die Hasenklage, also den Laut, den ein verletzter Hase ausstößt. Ratsamer sei, den Wolf mit tiefer Stimme zu vertreiben: „Der größte Feindes Wolfs ist der Bär.“ Mitgeführte Hunde sollten vom Bellen und Kläffen abgehalten werden. Im nächsten Schritt gelte es, sich langsam rückwärts zu entfernen, ohne das Gesicht vom Wolf abzuwenden. Dabei sollte ein direkter Blickkontakt jedoch vermieden werden. Kontraproduktiv wirke sich das Ablenken mit Essen aus, da damit der Wolf Mensch gleich Futter assoziiere.
Grundsätzlich, so Wilhelm Eden, lasse sich festhalten, dass der Mensch, egal ob Erwachsener oder Kind, nicht in das Beuteschema des Wolfs passe: Ein Angriff sei sehr unwahrscheinlich, Ausnahmen könnten bei tollwutinfizierten oder in die Enge getriebenen Tiere bestehen. „Der Wolf hat Respekt vor dem Menschen, aber er testet auch aus.“

Wolfsberater

Wolfsberater des Landes Niedersachsen sind ehrenamtlich tätig und informieren Bürger auf Wunsch über den Wolf und seinen Lebensraum. Wolfsberater dokumentieren ferner Sichtungen und Spuren, um Klarheit über Wolfsvorkommen und Wolfsrisse zu erhalten.
Bei Rissen, die den Verdacht eines beteiligten Wolfes nahelegen, werden Wolfsberater ebenfalls hinzugezogen. Diese dokumentieren mit Protokollen und Fotos den Fund und nehmen DNA-Proben. Diese werden mitsamt Unterlagen an das Wolfsbüro des NLWKN gesandt, wo die Dokumentation ausgewertet und die DNA-Proben zur Untersuchung an das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen weitergeleitet werden.

Ein PDF mit allen niedersächsischen Wolfsberatern getrennt nach Städten und Gemeinden kann unter folgendem Link abgerufen werden:
https://t1p.de/n7j3

Umfassendes, mehrsprachiges Informationsmaterial zum Herunterladen (auch zum Thema richtiges Verhalten bei einer Begegnung mit dem Wolf) findet sich unter:
https://t1p.de/60hc
Freitag, 21 Mai 2021 10:27

Weniger weiße Flecken im Kreisgebiet

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Bockhorn. Auf die Grund- und weiterführenden Schulen folgen die Gewerbegebiete: Der Breitbandausbau im Landkreis Friesland nimmt sich in der nächsten Stufe der lokalen Unternehmerschaft an. Diese sollen künftig im Rahmen einer flächendeckenden Versorgung Zugriff auf eine zeitgemäße und schnelle Datenleitung haben. Die Kosten für den Ausbau trägt der Landkreis Friesland über seine angeschlossene Breitbandfördergesellschaft. Zuschüsse dafür gibt es sowohl vom Bund als auch vom Land.

Für die moderne Infrastruktur ist eine stabile und schnelle Internetleitung nicht mehr wegzudenken. Allerdings existieren gerade im ländlichen Bereich noch immer viele der sogenannten weißen und grauen Flecken. Zur Erklärung: In den weißen Flecken, wo es kein schnelles Internet gibt, darf der Landkreis selbst einen Ausbau vornehmen, in den grauen Flecken, die im Besitz eines Telekommunikationsdienstleisters sind, dagegen nicht.
Rund 17 Gewerbegebiete im gesamten Landkreis sollen schrittweise angekabelt werden, erklärte Rolf Neuhaus bei einem Vor-Ort-Termin im Bockhorner Gewerbegebiet Am Geeschendamm, die Gebiete umfassen rund 400 Adressen kreisweit. „Finanziell sind große Konzerne in der Lage, sich eine schnelle Datenleitung leisten zu können, das ist kleineren Betriebe jedoch oftmals nicht möglich.“ An dieser Stelle setze die vom Landkreis vorgesehene Ausbaustufe an. Denn: „Mit 30 Mbit pro Sekunde lässt sich heute nicht mehr viel machen“, sagte Landrat Sven Ambrosy zusammenfassend. Dafür seien die technologischen Anforderungen im wirtschaftlichen Bereich mittlerweile zu hoch. Mehr noch: Die demografische Entwicklung zeige, dass im Kreisgebiet die Zeichen auf Zuzug von außerhalb stehen: „Die schnelle Anbindung an das Internet sorgt für Attraktivität. Und es ist etwas, was die Jugend ebenfalls schon lange fordert: Einen funktionierenden ÖPNV und Breitbandversorgung.“
Verließe man sich ganz auf die Marktgesetze im digitalen Bereich, dürften die Veränderungen erst 2025 und 2026 durchschlagen, so der Landrat. So lange habe man als Landkreis jedoch nicht warten wollen und bereits 2015 den Beschluss gefasst, als Kreis den Kampf gegen die digitale Unterversorgung aufzunehmen.
Für diese frühzeitige Entwicklung eines Ausbauplans gab es von Staatssekretär Stefan Muhle vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung ein großes Lob in Richtung Kreis- und Gemeindevertreter. Der Staatssekretär war aus Hannover in das Bockhorner Gewerbegebiet gereist, im Gepäck Förderbescheide für die Gemeinden Sande, Zetel und Bockhorn (siehe Info am Ende des Artikels). „Etliche Kommunen kümmern sich seit Jahren drum, andere fangen jetzt erst an, das Thema Breitbandausbau anzugehen“, so Stefan Muhle, der betonte, dass der digitale Ausbau keineswegs Kreisaufgabe, sondern die der Anbieter sei. Deshalb sei das Engagement des Kreises mit den angeschlossenen Gemeinden und Städten keineswegs als selbstverständlich zu erachten.
Bockhorns Bürgermeister Thorsten Krettek erklärte, mit dem Ausbauprogramm des Kreises habe man lokal einen „riesigen Schritt“ nach vorne machen können: „Wenn man das als Sechs-Gang-Betriebe betrachtet, befinden wir uns derzeit im fünften Gang.“

Kurz zusammengefasst:
Die Kosten für den Breitbandausbau der Gemeinden Sande, Bockhorn und Zetel betragen 804.210 Euro. Von den Kosten trägt der Bund 60 Prozent, das Land Niedersachsen fördert den Ausbau mit einer Summe von 170.431 Euro. In den vorgenannten Gemeinden sind in den jeweiligen Gewerbegebieten insgesamt 163 Adressen enthalten. Die Förderung für die Gemeinden und Städte im Landkreis Friesland liegt in Summe bei 1,9 Millionen Euro (1,4 Millionen Euro vom Bund sowie 500.000 Euro vom Land Niedersachsen).
Freitag, 21 Mai 2021 10:22

„Wir arbeiten nicht nur für den Betrieb“

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Bockhorn. Die Salzbetten sind angewärmt, im Hintergrund läuft sanfte Musik, die verdeckten Licht-Spots hinter den Salzpaneelen tauchen den Raum in warmes Licht. Der Boden ist frisch geharkt, die Sitzgelegenheiten ausgerichtet. Obwohl hier seit sechseinhalb Monaten keine Kunden mehr hineindürfen, sorgt Salzgrotten-Betreiberin Regine Kniebeler hier täglich für ein behagliches Ambiente – ganz so, als würde jeden Moment jemand zur Tür hineinkommen und sich eine Auszeit in der Salzgrotte wünschen. „Eine zeitliche Perspektive, wann ich wieder öffnen darf, gibt es für mich und viele andere Bereiche noch nicht“, sagt Regine Kniebeler, „was ich am meisten vermisse, ist das Leben, das hier sonst war, meine Stammkunden und die Gespräche.“
2018 hat sich die Bockhornerin den Wunsch von einer eigenen Salzgrotte erfüllt. Das Angebot wird gut angenommen, heute zählen viele Stammkunden zu den regelmäßigen Besuchern. „Ich habe wirklich wunderbare Kunden“, betont Regine Kniebeler, „selbst jetzt im Lockdown fragen viele telefonisch nach, wie es mir geht und ob ich bald wieder öffnen kann. Viele vermissen es, hierherzukommen. Dieser Zuspruch ist ein schönes Gefühl.“
Nach dem ersten Lockdown durfte die Grotte Ende Juni wieder für Kunden öffnen – „aber es lief sehr schleppend an. Viele Ältere, die zu mir kommen, gehören zur Risikogruppe, da fehlten rund 30 Prozent der Stammkunden.“ Mit den Einnahmen von Juli bis September konnte Regine Kniebeler die Fixkosten begleichen, „privat ist dabei jedoch noch nichts hängengeblieben.“ Im September 2020 lässt sie die neuen Salzbetten bauen, aus Eigenmitteln. „Der Oktober war ein Spitzenmonat, der erste, wo ich für mich privat etwas dazuverdienen konnte. Und dann kam am 30. Oktober der zweite Lockdown.“

Dieses Datum hat die Betreiberin auf der Schiefertafel am Eingang zur Salzgrotte notiert. Wie sonst, wenn Kunden kommen, hat sie dazu die Luftfeuchtigkeit und Temperatur notiert – eine bedeutende Notiz. „Seit sechseinhalb Monaten habe ich geschlossen. Die November-/Dezemberhilfe ist schließlich im Februar ausgezahlt worden. Vieles habe ich bis dato aus eigener Tasche beglichen“, berichtet die Unternehmerin. Mit Jahresbeginn 2021 hat der Bund die sogenannte Überbrückungshilfe III aufgelegt. Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch von mindestens 70 Prozent vorweisen, bekommen 90 Prozent der betrieblichen Fixkosten erstattet. Unternehmer können sich zwischen der Neustarthilfe und der Überbrückungshilfe III entscheiden. Regine Kniebeler wägt ab und entscheidet sich für die einmalig mit maximal 7500 Euro geförderte Neustarthilfe. „Das Geld kam zwar zügig, aber mittendrin änderten sich die Bedingungen der Überbrückungshilfe III. Nun waren 100 Prozent Erstattung möglich und es gab Geld über einen Eigenkapitalzuschuss. Wären die Bedingungen von Anfang an so gewesen, hätte ich den Antrag ausgefüllt, weil es wirtschaftlich für mich sinnvoller gewesen wäre.“ Für die Betreiberin gibt es nun noch eine Chance: Mit der Endabrechnung Ende Juni besteht die Möglichkeit, sich erneut zwischen den beiden Unterstützungsangeboten entscheiden zu können.
Was Regine Kniebeler neben der stetigen Neuanpassung ärgert, ist die Berechnung der Hilfen. Denn im Falle der Überbrückungshilfe sind ausschließlich betriebliche Fixkosten gedeckt: „Ich zahle jedoch weiterhin das Darlehen für die Salzgrotte ab, zahle meine privaten Versicherungen. Das ist nicht gedeckt, und die Kosten laufen dennoch weiter auf.“ Eine Zusatzversicherung habe sie bereits auflösen müssen: „Sonst hätte ich hier zumachen können.“ Die Politik dürfe nicht nur den Blick auf die betrieblichen Kosten lenken, sondern müsse auch die private Situation der Selbstständigen im Blick behalten, fordert Regine Kniebeler. „Wir arbeiten nicht, um nur die betrieblichen Ausgaben zu decken, sondern auch, um selbst davon leben zu können“, macht die Betreiberin deutlich.
Sie fühlt sich mittlerweile im Stich gelassen: „Wenn die Politik möchte, dass wir als Unternehmer am Ende der Pandemie noch existieren, dann sollte die Unterstützung anders ausfallen.“
Der Kampf um finanzielle Zuwendung und die Frage, wie es weitergeht, zieht Kraft – das hat auch Regine Kniebeler zu spüren bekommen: „Die ersten zwei Monate im Lockdown fielen mir sehr sehr schwer, ich habe mich eingelesen, an die Bundesregierung geschrieben. Irgendwann habe ich mir gesagt, das bringt dich nicht weiter.“
Mittlerweile hat die Bockhornerin die Zeit für sich genutzt, in sich hineingehorcht. „Der Lockdown hat auch eine positive Seite“, ist die Unternehmerin überzeugt, „denn vieles, was Freude macht und uns auszeichnet, geht im Berufs­alltag unter. Oft bleibt für die eigenen Bedürfnisse dann keine Zeit am Ende des Tages. Ich habe angefangen zu nähen, zu meditieren und bin viel in der Natur und im Garten.“ Die durch die Zwangspause erworbenen Freiräume und der Zuspruch der Kunden sorgen bei Regine Kniebeler für Zuversicht: „Es wird weitergehen, da bin ich mir sicher.“
Freitag, 19 Februar 2021 10:26

Kredit soll Sicherheit in der Planung geben

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Zetel. Zahlreiche Projekte sollen in diesem Jahr in Zetel angeschoben werden: Im Bereich Straßenunterhaltung, Ausbau der Schulen und der Instandsetzung kommt eine Reihe kostenintensiver Vorhaben auf die Gemeinde zu. Rund 14 Millionen Euro an Kosten stehen auf dem Plan – um das stemmen zu können, muss die Gemeindeverwaltung eine Sicherung im Haushalt einplanen. Aus diesem Grund wird eine Kreditermächtigung von 4,5 Millionen Euro für das Jahr 2021 erforderlich. Dies bedeutet nicht, dass die Gemeinde Zetel den Kreditrahmen voll ausschöpfen wird beziehungsweise muss.

Wie sich der Haushalt für das Jahr 2021 darstellt, erklärte Kämmerer Olaf Oetken gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Röben im Wirtschaftsausschuss. Im Finanzhaushalt steht eine Unterdeckung von knapp acht Millionen Euro, hinzu kommen Haushaltsreste von drei Millionen Euro. Dem stehen, so Kämmerer Olaf Oetken, 6,8 Millionen Euro aus Überschüssen gegenüber. Damit kommt die Gemeinde um die oben genannte Kreditermächtigung nicht herum. Zur Unterstreichung: Einige der geplanten Vorhaben führen zu Verpflichtungsermächtigungen für das Haushaltsjahr 2022, die empfindlich auf den nachfolgenden Haushalt drücken. Großprojekte wie die Erweiterung der Grundschule Zetel beispielsweise werden den Haushalt 2022 mit vier Millionen Euro belasten.

Womit in diesem Jahr seitens der Gemeinde zu rechnen ist, ist unter anderem die Erweiterung der Grundschule Zetel (Ansatz für 2021: 500.000 Euro), der Errichtung der Kita im Neubaugebiet Zetel-Süd (2,6 Millionen Euro Ansatz, voraussichtliche Zuschüsse von 720 .000 Euro) sowie der Umbau der Alten Feuerwache am Markthamm (1,3 Millionen Euro Ansatz, voraussichtliche Zuschüsse von 700 .000 Euro). 900. 000 Euro sind für den Neubau des Bauhofes eingerechnet, das neu entstehende Gewerbegebiet Roßfelde-Nord hat eine Kostennote von rund 1,125 Millionen Euro (voraussichtliche Zuschüsse von 562. 500 Euro).
Die Sanierung der beiden Straßen Danziger Straße und Humboldstraße hat einen Haushaltsansatz von insgesamt 3,03 Millionen Euro, die Finanzierung erfolgt über die wiederkehrenden Beiträge. Die Gemeinde selbst leistet einen Eigenanteil für beide Straßen von 909.000 Euro. Für den Ausbau der Buswartehallen werden Kosten in Höhe von 470.000 Euro erwartet, dem stehen Zuschüsse von 410.000 Euro gegenüber.
Die Erschließung der beiden Baugebiete Pohlstraße/Breslauer Straße hat einen Gesamtansatz von 1,29 Millionen Euro, in 2022 werden 867.500 Euro fällig. Weitere Positionen sind der Neubau der Heetebrücke (300 .000 Euro) und der Neubau der Kompaktanlage der Kläranlage (330 .000 Euro). Die Planung und Erschließung des Autohof Ellens steht mit 171. 000 Euro im Haushalt.

Der Rat der Gemeinde hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den geplanten Haushalt für 2021 verabschiedet.
Freitag, 19 Februar 2021 10:21

Von Kastanien bleiben nur Stümpfe über

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Neuenburg. „Im Sommer, bei der Enthüllung der Skulptur im Außenbereich, waren die Kastanien wunderbare Schattenspender für die Gäste. Das waren große, kräftige Bäume, die nicht den Eindruck vermittelten, krank zu sein“, sagt Sonja Wachter. Der Blick nach draußen fällt für sie selbst derzeit schmerzhaft aus, denn von besagten „Schattenspendern“ vor ihrer Galerie an der Urwaldstraße sind nur noch zwei tiefgeschnittene Stümpfe übrig.
Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich hat die beiden Kastanien jüngst fällen lassen, ohne dabei im Vorfeld auf die Beseitigung hinzuweisen. Still und leise sei die Aktion vonstatten gegangen, so die Kritik von Sonja Wachter: „Als ich morgens aus der Galerie herausschaute, dachte ich, ich sehe nicht richtig. Alles weg. Ich bin geschockt und traurig, weil diese drei Kastanien das Hauptambiente draußen ausgemacht haben und die Galerie schützten.“

Ersatz im Herbst

Wieso wurden die Bäume an der Urwaldstraße gefällt? Der Friebo hat bei Bürgermeister Heiner Lauxtermann nachgefragt. Als Vertreter der Gemeinde und Anwohner der Urwaldstraße habe ihn die Fällung völlig überrascht, schreibt Heiner Lauxtermann, zumal die Gemeinde noch vor zwei Wochen Baumpflegearbeiten an einer Kastanie vorgenommen hatte.
Eigentlich hatte sich die Gemeinde mit der Auricher Behörde in der Vergangenheit so abgestimmt, dass vor solchen Eingriffen eine Information an die Gemeinde erfolgt. „Das hat sich in den letzten Jahren wohl ausgeschliffen“, bedauert der Bürgermeister. In einem Gespräch mit Frank Buchholz von der Landesstraßenbaubehörde habe ihn dieser aufgeklärt, dass die Bäume im Vorfeld fachlich untersucht wurden und die Fällung aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht vonnöten war. Die Landesstraßenbaubehörde werde jedoch eine entsprechende Ersatzpflanzung im Herbst vornehmen, kündigt Heiner Lauxtermann an.
Die Gemeinde Zetel werde den Vorfall nun ebenfalls zum Anlass nehmen, die Kommunikation zwischen den Behörden wieder zu verbessern. „Wir werden den Gesprächsfaden aufnehmen, um besonders in den Ortslagen als Gemeinde vorher informiert zu werden. Wir sind vor Ort meistens der erste Ansprechpartner und was ich weiß, kann ich auch erklären“, schreibt Heiner Lauxtermann.

Irreversible Schäden

Woran genau die Bäume gelitten haben, erläutert auf Nachfrage Frank Buchholz in einer schriftlichen Stellungnahme. Die gefällten Rosskastanien an der Urwaldstraße sind seit Jahren im Baumschadenskataster der Behörde geführt worden. Frank Buchholz: „Die Kastanien hatten Phytophthora-Befall (pilzlicher Befall, wurzelbürtig) in Verbindung mit Pseudomoas (bakterieller Befall) im fortgeschrittenen Stadium.“ Die Folgen sind laut Auricher Behörde eine stark nachlassende Vitalität des Baumes, ferner geht damit eine erhöhte Totholzbildungsrate und Sekundärpilzbefall an geöffneten Stark-Ästen und Stammpartien einher.
Dokumentiert worden sind zudem Kronenschäden an den Kastanien. „Diese Schäden sind leider irreversibel. Der Pilzbefall führt dazu, dass die Vitalität des Baumes stark zurückgeht. Diese macht sich als erstes optisch in der Krone bemerkbar. Die Bruchsicherheit der Äste ist nicht mehr gegeben und sie können unkontrolliert herausbrechen. Im weiteren Verlauf können sich die Schäden im Wurzelbereich so verstärken, dass die Standfestigkeit nicht mehr gegeben ist“, so Frank Buchholz.
Dieses Schadensbild des Baumes sei für Außenstehende nicht ohne weiteres erkennbar. Die Entscheidung, ob ein Baum gefällt wird, mache sich die Behörde nicht leicht, erklärt Frank Buchholz: „Die Bäume an unseren Straßen werden von zertifizierten Baumkontrolleuren regelmäßig überprüft, die dann leider auch irgendwann die Entscheidung gegen einen Baum treffen müssen. Kastanien in diesem Befallsstadium werden darüber hinaus auch gefällt, um den Befallsdruck für bisher gesunde Kastanien zu reduzieren.“
Mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises habe man die Vorgehensweise festgelegt, dass Bäume mit einem solchen Schadensbild vor der Fällung von der Landesstraßenbaubehörde nicht angezeigt werden müssen.

Kritik aus dem Rat

Im Gemeinderat ist die Entnahme der beiden Rosskastanien von den Fraktionen kritisch kommentiert worden. Eckhard Lammers (SPD) erklärte, ihn habe es erschüttert, dass die Landesstraßenbaubehörde ohne Ankündigung Bäume fällt. Er beobachte schon länger eine Tendenz, dass Bäume sowohl auf behördliche Anordnung sowie von privater Hand entnommen werden, ohne dass Ersatzanpflanzungen stattfinden.
Bäume zu erhalten, sei in der heutigen Zeit ein wichtiges Pfund, insbesondere für die nachfolgenden Generationen, so der Ratsherr: „Ich wäre daher sehr froh, wenn jeder mal darauf achten würde, wo überall Hecken und Bäume entfernt werden.“
„Es kann nicht sein, dass wir von der Behörde in Aurich einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, sagte Wilhelm Wilken (Grüne), „Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, von so etwas im Vorfeld zu erfahren.“
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