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Mittwoch, 16 Mai 2018 16:48

„Der Notstand in der Pflege ist nun da“

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Aufnahmestopp bei der Sozialstation Zetel: Es sind keine neuen Fachkräfte zu bekommen – Warteliste

Zetel
. Fünf Jahre ist es her, dass zum ersten Mal unter dem Motto „Fünf vor zwölf – Pflege am Boden“ bundesweit mit einer ehrenamtlich organisierten Aktion auf die prekäre Situation in der Alten- und Krankenpflege hingewiesen wurde. Inzwischen ist der Pflegenotstand in aller Munde, er war auch Thema im vergangenen Bundestagswahlkampf – getan hat sich bislang indes wenig, längst ist es auf der symbolischen Uhr fünf nach zwölf geworden.
Was das in der Praxis bedeutet, davon weiß man unter anderem beim ambulanten Pflegedienst der Sozialstation Zetel ein trauriges Lied zu singen: „Wir wollen gern weiteres Personal einstellen, denn das brauchen wir dringend, um der steigenen Nachfrage gerecht zu werden“, sagt Pflegedienstleiterin Danja Wehrmann. „Aber es sind einfach keine qualifizierten Kräfte zu bekommen, der Markt ist leergefegt.“ Die Konsequenz: Die Sozialstation Zetel kann derzeit keine weiteren Patientinnen und Patienten mehr aufnehmen. „Das stößt natürlich auf Unverständnis, wenn wir am Telefon eine Absage erteilen müssen“, sagt Danja Wehrmann, „aber die Kapazitätsgrenzen sind längst erreicht und wir müssen letztlich auch die Qualität der geleisteten Arbeit sicherstellen.“
56 Menschen arbeiten derzeit bei der Sozialstation Zetel, sie versorgen 346 Patienten im gesamten Gemeindegebiet und in angrenzenden Ortschaften. „Wir sind vor Ort wichtiger Träger der ambulanten Pflege und mühen uns nach Kräften, examinierte Kräfte zu finden“, betont auch Bürgermeister Heiner Lauxtermann, qua Amt Betriebsleiter der Sozialstation Zetel, ein Regiebetrieb der Gemeinde. Seit einigen Jahren bildet die Station selbst Fachkräfte aus, die Zahl der Auszubildenden wird in diesem Sommer auf vier erhöht. Das allein löst aber das Problem nicht, weiß Lauxtermann: „Wir werben an Schulen, setzen auf Praktika, zudem verfügen wir als Arbeitgeber über einen ganz guten Ruf, aber wir sind eben nur ein Wettbewerber in einem hart umkämpften Markt.“
Zwei Umstände hätten die Situation gerade in der ambulanten Pflege weiter verschärft, berichtet Danja Wehrmann: „Wir werden verstärkt angefragt, immer häufiger wollen Menschen möglichst lange zuhause leben können. Zugleich ist der Aufwand je Patient im Durchschnitt gestiegen, das ist schon eine enorme Herausforderung.“ Neben der Grund- und Behandlungspflege leistet die Sozialstation auch die Betreuung von Demenzpatienten sowie die sogenannte Palliativpflege bei schwerstkranken Patienten. Dafür braucht es nochmal eine besondere Zusatzausbildung, was die Personalsituation weiter verschärft.
„Wir haben das auf uns zukommen sehen“, sagt Heiner Lauxtermann, „der oft zitierte Notstand in der Pflege ist nun da.“ Und die Sozialstation Zetel ist nicht die einzige Einrichtung mit dem Personalproblem. Was also ist zu tun? „Das wird nur mit einer großen politischen Offensive zu lösen sein“, bilanziert der Bürgermeister, „die Attraktivität des Berufes muss gesteigert werden, dabei geht es auch, aber nicht nur um die Verdienstmöglichkeiten.“ Danja Wehrmann sieht ihrerseits auch ein gesellschaftliches Problem: „Die Pflege hat praktisch keine Lobby. Am Image des Berufs muss sich etwas ändern.“ Dazu gehöre auch, dass junge Menschen, die sich für Pflegeberufe interessieren, bestärkt und nicht belächelt werden.

Das Team der Sozialstation steht im Dialog mit den Haus­ärzten und dem Entlassungsmanagement der umliegenden Krankenhäuser, um im Einzelfall eine Lösung zu finden. Es wird eine Warteliste geführt, aber das nützt den Betroffenen wenig, die sofort Hilfe benötigen. Es zerreiße ihr das Herz, Patienten abweisen zu müssen, sagt Danja Wehrmann. Aber es gelte letztlich auch das Wohl der Kolleginnen und Kollegen im Blick zu haben. So bleibt den Beschäftigten des Pflegedienstes bis auf weiteres nur, zu vertrösten, um Verständnis zu werben und gegebenenfalls auf andere Einrichtungen zu verweisen. Dort aber ist die Situation vielfach eine ganz ähnliche.

Nach Angaben des Deutschen Pflegerats sind die zuletzt von der Bundesagentur für Arbeit genannten bundesweit 35.000 fehlenden Stellen nur die halbe Wahrheit, da viele Einrichtungen schon mangels Aussicht auf Erfolg gar keine freien Stellen mehr melden würden. Tatsächlich benötigt werden demnach wohl bis zu 100.000 Kräfte in der Pflege. Schon jetzt finde die Pflege mit einer viel zu niedrigen Personalbesetzung statt. Wartelisten und Aufnahmestopps in Pflegeheimen und bei ambulanten Pflegediensten seien keine Einzelfälle mehr – „und das ist nur die quantitative Seite des Problems“, so Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats, in einer Stellungnahme von Ende April.
Der Notstand, er ist längst da – und das Problem wird sich weiter verschärfen, ist man auch in Zetel sicher. Dazu genüge ein Blick auf die demografische Entwicklung, so Heiner Lauxtermann: „Der breite Bauch bei der Altersstruktur verlagert sich immer weiter nach oben“ – einfach auszumalen, was das für die Pflegebranche bedeutet.
Freitag, 04 Mai 2018 10:51

25 Jahre Kinderbetreuung mit Herz

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Grabstede. Bereits seit 1993 gibt es den kommunalen Kindergarten in Grabstede – nun feiert die Einrichtung ihr 25-jähriges Bestehen und lädt dazu herzlich am Samstag, 5. Mai, zum Tag der offenen Tür, in den Achterlandsweg 4a in Bockhorn-Grabstede ein.
Eröffnet wird die Jubiläumsfeier um 14 Uhr durch eine Begrüßungsrede von Bürgermeister Andreas Meinen. Im Anschluss daran zeigen die Krippen- und Kindergartenkinder bei einer Vorführung ihr Können.
Des Weiteren wird es auf dem Fest nicht nur eine große Hüpfburg und viele Mal- und Bastelaktionen geben, auch können sich die Kleinen mit bunten Glitzertattoos verzieren oder mit verschiedenen Motiven schminken lassen. Ponyreiten, ein Clown, der Luftballontiere macht sowie einige Spiele, bei denen die Kinder etwas gewinnen können, runden das Programm ab. Für die Verköstigung der Besucher sorgt eine eingerichtete Caféteria. Die Veranstaltung endet gegen 17 Uhr.

Bis heute wird das Angebot des kommunalen Kindergartens der Gemeinde Bockhorn sehr gut angenommen. „Der Bedarf war schon immer vorhanden und ist gerade in den letzten Jahren enorm gestiegen“, erklärt Einrichtungsleiterin Kirsten Janssen.
Im Gegensatz zu der Anfangszeit, in der die Kinder erst mit vier, fünf Jahren in den Kindergarten gekommen sind, werden die Kleinen heute bereits ab dem neunten Lebensmonat in die Krippe gebracht. „Heutzutage werden die Kinder immer jünger und bleiben immer länger – bis zu fünf Jahre können die Kleinen unser Haus besuchen und bis zu sieben Stunden täglich betreut werden“, so Kirsten Janssen.
Neben dem sozialen Miteinander, Kontakt zu Gleichaltrigen, den Umgang mit Regeln und Grenzen oder der Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, lernen die Kinder einige grundlegende Dinge, die für das spätere Leben unerlässlich sind. „Mittlerweile übernehmen wir Erzieher viele Sachen, die früher in der Familie selbstverständlich waren – das fängt zum Teil schon bei den Tischmanieren an.“
Zu der Zeit vor 25 Jahren habe sich eine Menge verändert, auch das Spielen der Kinder selber. „Früher mussten die Kleinen viel kreativer sein, sie hatten weniger vorgefertigtes Spielmaterial oder Medien zum Bespaßen und bedienten sich eher ihrer Fantasie. Zudem hatten sie auch einfach mehr Zeit zum Spielen und keinen engen Terminplan wie heutzutage“, berichtet die Einrichtungsleiterin.
Nach dem schockierenden Ergebnis der PISA-Studie im Jahr 2001 ging man dazu über, die Bildung bereits im Kindergarten-alter aufzubauen. Fördervorgaben und der Orientierungsplan für Bildung und Erziehung ließen die Erwartungen an die Einrichtungen erheblich steigen. „Wir sind nicht mehr nur eine Erziehungs- und Betreuungsstätte, sondern zu einem großen Teil auch ein essentieller Ort zur Frühbildung“, erläutert Kirsten Janssen.
Eine weitere Besonderheit des Kindergartens ist die enge Zusammenarbeit mit der Grundschule Grabstede. Gerade im Brückenjahr vor der Einschulung betreuen die beiden Stätten viele Projekte gemeinsam. „Unsere Kinder lernen die Grundschule auf diese Weise bereits vor der Einschulung kennen und fühlen sich bei Schulbeginn dort nicht mehr fremd oder unsicher – das bringt für jeden Vorteile,“so Kirsten Janssen.
Der Kindergarten arbeitet integrativ und umfasst insgesamt fünf Gruppen, aufgeteilt in zwei Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe im Kindergartenbereich, sowie eine Krippengruppe am Vor- und Nachmittag. Eine zusätzliche Vormittagskindergartengruppe befindet sich in der Grundschule Grabstede. Zudem gehört eine Integrationsgruppe mit 18 Kindern zu der Einrichtung.
„Die Entwicklung an sich finde ich gut, aber nicht in diesem Tempo. Um jedem Kind gerecht zu werden brauchen wir mehr Zeit“, fasst Kirsten Janssen zusammen.
Freitag, 04 Mai 2018 10:48

Schlusspunkt unter Zeteler Gymnasiums-Ära

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Zetel/Varel. Derzeit werden an der Außenstelle des Lothar-Meyer-Gymnasiums (LMG) in Zetel noch jeweils zwei 7. und 8. Klassen unterrichtet. Die Betonung liegt auf „noch“ – denn der Standort Westerende 2 schließt am 28. Juni und damit mit Beginn der Sommerferien für immer seine Türen.
Künftig besuchen die Gymnasiasten ausschließlich den LMG-Hauptstandort in Varel. Der Unterricht in Zetel läuft langsam aus, das vom Förderverein finanzierte Inventar der Zeteler Außenstelle zieht mit den Schülern zum Sommer um. Bevor die Außenstelle abgeschlossen wird, sichten Fachleute, was von der Einrichtung noch benötigt wird.

Im Rückblick habe man das Gymnasium in Zetel sehr gerne betrieben, sagt Astrid Geisler – trotz der aufwändigen Unterrichtsplanung zwischen den beiden 15 Kilometer entfernten Standorten, verbunden mit eigenem Vertretungsplan und der internen Postzustellung zwischen den beiden Häusern: „Zetel lässt sich nicht in 10 Minuten erreichen, entsprechend brauchen Lehrkräfte eine Springerstunde, um dort hinzukommen.“
Der Standort in der Friesischen Wehde sei von Seiten der Schüler und Lehrer gut angenommen worden, gelobt worden sei unter anderem die familiäre Atmosphäre: „Das hat uns über lange Zeit bestärkt, die Außenstelle weiter zu betreiben.“ Viel Unterstützung sei von den Eltern gekommen, als die Schließung des Zeteler Gymnasialzweigs nun aber feststand. „Wir haben sehr viel versucht, auf lokaler und politischer Ebene umzustimmen, aber die Entscheidung ist anders getroffen worden“, bedauert die Schulleiterin.
Das Umgliedern der Schüler in den Vareler Hauptstandort bedeute für den laufenden Betrieb jedoch keinerlei Probleme, betont Astrid Geisler. Das liege mit daran, das die Jahrgänge in der Vergangenheit ab Klasse 9 automatisch von Zetel nach Varel gewechselt sind. „Schüler aus Neuenburg und Zetel werden sich künftig von Beginn an auf einen weiten Fahrweg einstellen müssen“, so Astrid Geisler.

Derzeit wird das Lothar-Meyer-Gymnasium um zehn Klassenräume erweitert. Wenn alles nach Zeitplan verläuft, kann die Einweihung nach den Herbstferien erfolgen. Astrid Geisler: „Die Arbeiten am Anbau hätten wir gerne vor dem Umzug von Zetel abgeschlossen.“ Der Schulbetrieb werde dennoch reibungslos weiterlaufen. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, betont Astrid Geisler. Der Anbau bringt eine notwendige Entlastung, denn in den vergangenen zwei Jahren ist das LMG knapp siebenzügig gefahren: „Das war schon extrem, wir sind hier fast aus allen Nähten geplatzt.“
Die Erweiterung ist nur eine von zahlreichen baulichen Veränderungen, die am Vareler Lothar-Meyer-Gymnasium in den nächsten Jahren anstehen. Unter anderem soll das Lehrerzimmer umgebaut werden, um den 80 bis 90 Lehrkräften mehr Platz zu bieten. Der Altbau soll um einen Oberstufentrakt ergänzt werden, der T-Trakt wird gänzlich runderneuert. Modernisierungen wie Fahrstühle für Inklusionsschüler gehören ebenfalls zum Maßnahmenkatalog dazu. „Aber es sind auch die kleineren Sachen, die uns beschäftigen, wie neue EDV und die Raumausstattung“, erklärt die Schulleiterin.
Freitag, 04 Mai 2018 10:46

Steinsäule erinnert an Zwangsarbeiterschicksale

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Neuenburg. Übereinandergestapelt türmt sich Basalt- auf Granitstein, das fragile Gebilde scheinbar nur gehalten von acht Stahlstangen, die den Steinturm jeweils an den Seiten schützend umgeben. Die Säule an der Mühlenstraße ist als Mahnung und Erinnungsplatz gedacht. Das sie ihren Platz an der Bundesstraße Richtung Friedeburg hat, ist kein Zufall.
Die heutige Bundesstraße 437 zwischen Varel und Friedeburg ist während der Zeit des Nationalsozialismus aufwändig ausgebaut worden – unzählige Basalt- und Granitsteine wurden dabei von Strafgefangenen aus den Emsland-Lagern und Kriegsgefangenen der Wehrmacht unter Zwang verlegt. An den Folgen der harten Arbeit, durch Willkür der Wachmannschaften und Unterernährung starben viele bei dem als kriegswichtig erachteten Unterfangen, eine bessere Anbindung der Luftwaffen-Fliegerhorste Marx-Barge und Varel-Friedrichsfeld zu erreichen.
Der Neubau der Bundesstraße 2012 brachte die Geschichte sprichwörtlich wieder an das Tageslicht. Die Blaubasalt- und Granitsteine, die unter dem Asphalt zum Vorschein kamen, waren 2013 Initiativpunkt für die Neuenburger Kunstwoche „Pflasterkunst“. Woher kommen die Steine und welchen Hintergrund haben sie? Den Antworten ist der Kunstverein „Bahner“ jahrelang nachgegangen. Hinweise aus der Bevölkerung und die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Antje Sander und Holger Frerichs vom Schlossmuseum Jever haben schließlich das Bild vervollständigt.
Am Mittwochabend ist mit dem Mahnmal für die Zwangsarbeiter beim Straßenbau in Neuenburg ein weiterer Erinnerungsort eingeweiht worden. Zahlreiche Vertreter aus Gemeinderat und Verwaltung, „Bahner“-Mitglieder sowie Vertreter der Politik wie Landrat Sven Ambrosy, Erste Kreisrätin Silke Vogelbusch und Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen waren der Einladung gefolgt.
„Der Dreiklang aus Erinnerung, Verantwortung und Zukunft verpflichtet uns geradezu, das Andenken an die während der Naziherrschaft geschundenen und ermordeten Menschen zu bewahren“, erklärte Wolfgang Andrée im Rahmen seiner Rede. Prof. Dr. Antje Sander hob hervor, das den Erinnerungsorten eine immer stärkere Bedeutung zukomme, insbesondere da die Generation der Zeitzeugen und deren Kinder bald nicht mehr leben werde und damit den Orten selbst die Aufgabe zukomme, Zeugnis erlittenen Unrechts abzulegen. Fred Gburreck als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Zetel erläuterte, das mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Erinnerung an die Zwangsarbeit nahezu verdrängt worden: „Die ,Bahner‘ waren diejenigen, die das Thema 2012 wieder aufgegriffen haben.“ Die Erinnerung an die Gräuel schwänden langsam, betonte Bürgermeister Andreas Meinen. Es sei notwendig, sich der Geschichte zu stellen und sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Zum Hintergrund: Die Gestaltung des 2,50 Meter hohen Mahnmals an der Bundesstraße stammt von Inge Streithorst. Es stellt eine Straße dar, die hochkant verläuft und in Stahlstangen gefangen ist. Die dazu gehörende Infotafel hat der Wangerlander Grafiker Andreas Reiberg geschaffen.
Freitag, 27 April 2018 09:40

Ein Ort zum Arbeiten, Lesen und Spielen

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Zetel. Auf der Lesecouch kann man es sich so richtig gemütlich machen: Die hohen Rücken- und Seitenwände dämpfen den Schall und sorgen für eine angenehm ruhige Atmosphäre – perfekt, um ein wenig zu lesen oder sich ungestört mit anderen auszutauschen. Seit Montagmorgen hat die IGS Friesland-Süd in Zetel eine Leseecke. Der offene Bereich im Flur bietet allerdings noch weitere Möglichkeiten, darunter Gruppen- und Stillarbeit.
Vorher standen hier lediglich Tische und Stühle zum Arbeiten. „Die Schränke sind neu gestrichen worden und wir haben Lesecouchen angeschafft. Sogar Blumenspenden für die Fensterbank haben wir bekommen. Insgesamt ist der Bereich nun optisch deutlich aufgewertet“, erläutert Schulleiterin Heike Neumann die Neuerungen. Unter Aufsicht darf hier nun gespielt, gelesen und geübt werden.
Rund 6000 Euro sind in die Einrichtung der Leseecke geflossen, finanzielle Unterstützung kam dabei von der LzO, der Bürgerstiftung, dem Förderverein der IGS, dem Sozialen Kaufhaus, Stoffwechsel und der WIR-Stiftung. Bei der Gestaltung der Minibücherei waren die Schüler gefragt. „Wir haben uns erkundigt, welche Bücher sich die Schüler wünschen. Die Antworten reichten vom klassischen Märchenbuch bis hin zum Wissensbuch über Natur und Technik“, sagt Schulleiterin Heike Neumann. Harry Potter-Bände stehen ebenfalls im Regal: „Die sind nach wie vor beliebt, genauso wie die Was-ist-Was-Bücher.“
Um den Wandanstrich haben sich die Eltern an einem Wochenende gekümmert, schulintern gibt es zur Zeit einen Wettbewerb für die schönste Wandgestaltung – „mit Jury und Trostpreisen“, so die Schulleiterin, die sich freut, dass die Leseecke von den Schülern bereits gut angenommen worden ist. Ohne Hilfe seien solche Projekte allerdings nicht zu meistern: „Unsere eigenen Mittel sind begrenzt, sodass wir nicht jeden Wunsch erfüllen können. Umso mehr freuen wir uns, dass soviele zur Leseecke beigetragen haben.“

→ Die IGS Friesland-Süd freut sich über Sachspenden für die Leseecke. Gesucht werden Bücher, Stifte, pflegeleichte Blumen und Spiele (auch gut erhalten gebraucht). Wer etwas abgeben möchte, meldet sich telefonisch im Sekretariat der Schule unter ☎ 04453/3112.
Neuenburg. Die begabte Musikerin Eliane Menzel nutzt die Semesterferien ihrer Violinenausbildung in New York, um zusammen mit ihrem Vater Fabian Menzel (Oboe) Liebhabern der klassischen Musik ein weiteres musikalisches Highlight zu präsentieren.
Im Mittelpunkt der „Schlosskonzerte Neuenburg“ stehen diesmal die deutsche und französische Romantik mit Werken von Schumann, Franck, Saen und Brahms. Am Mittwoch, 23., und Donnerstag, 24. Mai, jeweils um 19.30 Uhr, werden die beiden gemeinsam mit Maria Conti Gallenti im historischen Trausaal zu hören sein.
Aufgrund der räumlichen Situation des historischen Trausaales ist die Zahl der Karten limitiert. Die Vorbestellung der Konzertkarten ist unter ☎ 04453/935299 möglich.
Dienstag, 24 April 2018 09:38

Dieselross und Straßenkreuzer

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Traditionelles Oldtimertreffen in Bohlenbergerfeld an diesem Wochenende.

Bohlenbergerfeld.
Dodge neben Deutz, Hanomag trifft Cadillac: Beim 24. Oldtimertreffen für Traktoren und Nutzfahrzeuge in Bohlenbergerfeld sind am nächsten Wochenende, 28. und 29. April, neben Traktorren, Lastwagen und Landmaschinen auch US-Fahrzeuge aller Formen und Baujahre willkommen.
„Einige unserer Mitglieder besitzen selbst Klassiker aus US-amerikanischer Produktion, so kam es zu dieser Idee“, verrät Matthias Simon vom gastgebenden Oldtimerclub Bohlenbergerfeld und verspricht: „Das wird sicher eine spannende Mischung!“ So kommen blubbernde V8-Straßenkreuzer und bollernde Einzylinder-Diesel zusammen, Treffpunkt ist wie gehabt das Gelände bei der Gaststätte Hurling an der Wehdestraße in Zetel-Bohlenbergerfeld. Angemeldet hat sich unter anderem ein riesiger amerikanischer Freightliner-Truck des Mitglieds Karl-Heinz Alzog aus Hude.

Wie in den Vorjahren auch werden wieder eine ganze Reihe alter Lastwagen, Motorräder und klassische Automobile erwartet, zudem ein breites Angebot an Zubehör und Ersatzteilen. Längst hat das große Treffen Kultstatus bei den Fans, und auch viele tausend Schaulustige kommen, um sich das Spektakel anzuschauen – bis zu 600 Fahrzeuge werden sich im Laufe des Wochenendes zum großen Treffen in Bohlenbergerfeld einfinden. Die Vorbereitungen laufen bereits seit mehr als einer Woche, die Mitglieder des 1993 gegründeten Vereins organisieren den gesamten Ablauf des Wochenendes.

Zwei Tage Programm
Das öffentliche Treffen beginnt am Samstag und Sonntag jeweils um 8.30 Uhr. Während des Samstages sind vor Ort ab 8.30 Uhr übrigens auch Abnahmen und Eintragungen durch den TÜV Nord möglich. Auf dem Markt für Teile und Zubehör können lang gesuchte Ersatzteile oder das eine oder andere Erinnerungsstück erworben werden. In regelmäßigen Abständen wird ein kleiner „Knobelwagen“, ein Trecker mit Anhänger, an beiden Tagen über den Platz kreuzen, dort sind dann unter anderem herzhafte Preise zu gewinnen.
Mittags wird die obligatorische Erbsensuppe angeboten, am Nachmittag gibt es Unterhaltung mit der Musik- und Showband Grabstede. Am Samstagabend können Teilnehmer und Besucher gemeinsam bei der Zeltdisco feiern.
Mit einem gemeinsamen Frühstück geht es dann am Sonntag weiter. Am Sonntagnachmittag werden hochwertige Sachpreise unter den angemeldeten Teilnehmern verlost, bei dieser Gelegenheit wird Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann gegen 15.30 Uhr die angereisten Oldtimerfreunde begrüßen.
Einlass zum Gelände ist am Freitag, 27. April, ab 10 Uhr. Ferner ist die Zufahrt am Freitag maximal bis 22 Uhr, am Samstag bis 20 Uhr möglich. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass das Gelände danach für Fahrzeuge abgesperrt wird. Es gibt ausreichend kostenlose Parkplätze, die Wehdestraße muss frei gehalten werden. Auch der Eintritt zum Ausstellungsgelände ist wie immer frei.

Flohmarkt gleich nebenan
Traditionell lädt Familie Jürgens direkt neben dem Oldtimergelände an beiden Tagen zu einem Flohmarkt ein. Los geht es dort jeweils um 9 Uhr mit dem Aufbau der Stände. Auch der Eismann wird wieder zu finden sein. Der Erlös des Flohmarktes wird wie immer einem guten Zweck gespendet.

>> Mehr Infos zum Traktoren- und Oldtimertreffen gibt´s im Internet unter www.oc-bfeld.de.
Freitag, 20 April 2018 11:55

Gemeinden unterzeichnen Pachtvertrag

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Bockhorn/Zetel. Die Bahntrasse von Bockhorn nach Zetel wird von vielen Radfahrern in der Wehde genutzt. Damit die Strecke insgesamt sicherer zu befahren und zudem für Menschen mit Behinderungen barrierefrei genutzt werden kann, haben die Gemeinden Zetel und Bockhorn noch für dieses Jahr den Ausbau nebst Verbreiterung der Wege beschlossen (wir berichteten).
Die Bahntrasse ist Eigentum des Landkreises Friesland. Die nötigen Pachtverträge haben nun kürzlich im Kreishaus in Jever die Bürgermeister Andreas Meinen (Bockhorn, links) sowie Heiner Lauxtermann (Zetel, rechts) nebst Frieslands Landrat Sven Ambrosy unterzeichnet. Die Verträge sind 25 Jahre gültig.
Die Radwegeabschnitte zwischen Bockhorn und Zetel sind 2009/2010 erstellt worden und betragen 2,5 Kilometer (Abschnitt Zetel-Neuenburg) und 3,3 Kilometer (Abschnitt Zetel-Bockhorn). Die Gesamtkosten für beiden Strecken liegen bei rund 270.000 Euro. Im Vorfeld ist vom Leader-Programm „Südliches Friesland“ eine Förderung in Höhe von 70 Prozent bewilligt worden, beide Gemeinden haben beim Landkreis Friesland zusätzlich einen Förderantrag in Höhe von 30 Prozent für die nicht gedeckten Kosten gestellt.
Freitag, 20 April 2018 11:52

„Unsere Tür ist für Jedermann offen“

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Zetel. Die vormals im Gebäude befindliche Traditionsgaststätte Janssen an der Hauptstraße 7 ist längst Geschichte – aber das Haus selbst erfüllt noch heute einen gastlichen Zweck. Für viele Zeteler und auch auswärtige Besucher ist das Mehrgenerationenhaus (MGH) ein fester Anlaufpunkt im Alltag. Im Zeteler Kaffeehaus, dem offenen Café des Mehrgenerationenhauses, kommen Alt und Jung zusammen, wird geklönt oder in Gruppen gearbeitet. Es finden Flohmärkte statt, es gibt Angebote für Kinder und einen Bürgermeisterstammtisch. Frühaufsteher und Schüler können hier sogar Frühstück und Mittagessen bekommen. Kurzum: Das MGH ist eine Begegnungsstätte für Jedermann.
„Ganz am Anfang wussten viele nicht, dass es hier so ein Angebot gibt“, erzählt Kerstin von Zabiensky. Das war vor rund sechs Jahren, heute ist das Angebot auch über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Kerstin von Zabiensky ist Leiterin im MGH und koordiniert nicht nur die anfallende Arbeit, sondern ist als ständiges Bindeglied zwischen den Gruppen im MGH und Besuchern immer in Bewegung. „Die Nachfrage nach den Angeboten im Haus steigt stetig, viele suchen ein freies Plätzchen für sich“, erklärt die Leiterin den Erfolg der Einrichtung. Ein weiterer Grund: Im Zeteler Kaffeehaus geht alles etwas gemütlicher zu: „Das Café ist ein offener Treff, es gibt keinen Verzehrzwang.“ Wohnen tue hier allerdings keiner – „auch wenn die Frage oft aufkommt“, sagt Kerstin von Zabiensky mit einem Lachen. Für sie ist das Mehrgenerationenhaus fast wie ein zweites Zuhause. Das Miteinander möchte sie nicht missen. „Alle, die zu uns kommen, egal ob Besucher oder Mitarbeiter, sind auf ihre Art sehr liebenswert“, sagt Kerstin von Zabiensky.
Um die Gäste des Kaffeehauses kümmern sich ehrenamtliche Mitarbeiter. Als Leiterin packe sie auch mal selbst mit in der Küche an, wenn Not am Mann ist. „Wir sind immer auf der Suche, Ehrenamtliche sind bei uns etwas knapp“, gibt Kerstin von Zabiensky zu bedenken. Was die Mitarbeiter im Alltag bewerkstelligen, sei eine große Leistung: „Das kann man nicht genug honorieren.“ Der Grundgedanke der Freiwilligkeit spiegelt sich auch in der im MGH untergebrachten Ehrenamtsbörse wieder: „Wer sich als Freiwilliger einbringen möchte, kann sich bei mir melden, direkt vor Ort oder telefonisch.“ Die Börse funktioniert dabei in beide Richtungen: Vereine oder Gruppen, die Hilfe brauchen, können ein Gesuch ebenso aufgeben wie Bürger, die sich in bestimmten Bereichen einbringen möchten.
In Zetel ist das MGH nicht mehr wegzudenken. Im vergangenen Jahr hat die Einrichtung ihr fünfjähriges Bestehen gefeiert. Das Grundkonzept der Einrichtung ist von Tag Eins an übrigens unverändert geblieben. „Unsere Tür ist für Jedermann offen“, fasst Kerstin von Zabiensky zusammen.

Übrigens: Zum 1. August sucht das Mehrgenerationenhaus noch einen Bundesfreiwilligendienstler. Das Aufgabengebiet umfasst dabei Service, Kontaktpflege zu den Gästen, die Betreuung der sozialen Netzwerkseite, Einkaufsplanung und Unterstützung der Ehrenamtlichen sowie der Leitung.
Freitag, 20 April 2018 11:46

Eine Grabanlage mit Gartencharakter

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Zetel. Bisher ist die rechte Seite neben dem Lutherbaum auf dem Friedhof an der Bohlenberger Straße noch leer, lediglich ein kleiner Fußpfad verläuft auf der Grünfläche. Dort sollen noch in diesem Jahr 25 neue Grabplätze entstehen. Pro Platz wird dann sowohl eine Sarg-, als auch eine Urnenbestattung möglich sein.
Mit der neuen Anlage reagiert die Kirchengemeinde auf Veränderungen in der Bestattungskultur. „Es gibt Paare, bei denen nur einer erdbestattet werden möchte, während der andere sich eine Feuerbestattung wünscht“, sagt Pastorin Sabine Indorf. Das habe mitunter ethische oder weltanschauliche Gründe. Ein weiterer Vorteil der Gemeinschaftsanlage ist, dass der alte und neue Teil des Friedhofs an dieser Stelle künftig optisch stärker verbunden wird. „Wir bekommen immer mal wieder die Frage gestellt, warum die Gräber hier so allein stehen“, erzählt Sabine Indorf. Dieses Problem wird mit den neuen Grabplätzen gelöst.
Ähnlich wie bei der Urnengemeinschaftsanlage wird es eine Stele für Gedenkplaketten geben, sowie Sitzgelegenheiten und einen barrierefreien Zugang für Rollatoren und Rollstuhlfahrer (siehe Grafik). „Die Fläche bekommt einen Gartencharakter“, erläutert Nina Brokmann von der Friedhofsverwaltung. Die Planung und Gestaltung der Fläche geht auf ihre Entwürfe zurück: „Wenn letztlich alle Plätze belegt sind, wird nicht mehr das einzelne Grab zu erkennen sein.“ Das Areal wird eingefasst von einem handgeschmiedeten Zaun.
Die Pflege der Anlage wird durch den Friedhofsgärtner ganzjährig sichergestellt und ist jeweils in die Liegegebühr einkalkuliert. „Es wird immer etwas blühen, niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn er einen Besuch des Friedhofs mal nicht einplanen kann“, sagt Sabine Indorf. Die Anlage soll noch dieses Jahr fertiggestellt werden, so Detlef Kant, Vorsitzender im Ausschuss für Friedhof und Ländereien. Die Kosten für die Gemeinschaftsanlage liegen bei rund 40.000 Euro. „Das Geld kommt aus dem Friedhofsetat. Die Kirchengemeinde geht damit in Vorleistung“, berichtet Pastorin Sabine Indorf. Weil es sich bei dem Friedhof an der Bohlenberger Straße nicht um einen Defizitfriedhof handele, seien solche Projekte in dieser Größenordnung überhaupt möglich.

Weitere Informationen zu den Grabplätzen erteilt Nina Brokmann von der Friedhofsverwaltung montags von 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 11 Uhr unter ☎ 04453/2033.
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