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Freitag, 31 August 2018 11:41

„Stoffwechsel“: Nachhaltigkeit mit sozialem Zweck

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Herzlich willkommen: Bei den engagierten Frauen von „Stoffwechsel“ wird Kundenbedienung besonders groß geschrieben. Herzlich willkommen: Bei den engagierten Frauen von „Stoffwechsel“ wird Kundenbedienung besonders groß geschrieben. Foto: Thorsten Soltau
Zetel. Der Erfolgsgeschichte des Zeteler Vereins „Stoffwechsel“ steht eine kleine Anekdote voran, die vielen Menschen bekannt vorkommen dürfte. „Ich habe mir irgendwann gedacht, ich könnte meinen Kleiderschrank mal aufräumen – aber zum Wegwerfen waren mir die Sachen zu schade“, erinnert sich die Vorsitzende Margrit Weydemans. Das war vor sieben Jahren. Gemeinsam mit sechs anderen Frauen entstand damals die Idee, etwas Sinnvolles mit Kleidung anzustellen, die nicht mehr benötigt wird. Aus dieser Überlegung wurde „Stoffwechsel“.
Das Konzept dahinter ist, gut erhaltene beziehungsweise neuwertige Kleidung für wenig Geld anzubieten. Der Clou: Der Erlös wird nach Abzug der Kosten komplett gespendet, wo Hilfe benötigt wird. Eine intensive Zusammenarbeit besteht unter anderem mit der Gemeinde Zetel, den Freien Sozialen Diensten, dem Hospiz, der Tafel sowie den Vereinen „Schlüsselblume“ und „Flugkraft“. Der gemeinnützige Verein ist selbstständig und unabhängig von der Gemeinde Zetel.
Was mit sieben Frauen anfing, ist heute auf 23 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen angewachsen. „Alle sind sehr engagiert und mit viel Spaß bei der Sache“, sagt Margrit Weydemans, die sich vor allem darüber freut, dass viele der Frauen im Kleiderladen von Anfang an bis heute dem Konzept treu geblieben sind. Jeweils vier Frauen bilden eine Gruppe, die sich um das kümmert, was gerade anfällt: Annehmen von Kleidung, das Sichten oder die Sortimentspflege des Kleiderladens. Dieses ist recht umfangreich, von festlicher Mode, über Kinderkleidung zu Röcken und Saisonmode sowie Tischdecken und Bettwäsche.
Wichtig ist, dass die abgegebene Kleidung sauber und unbeschädigt ist. Kleinere Aufbereitungen, wie einen Knopf annähen, der fehlt, übernehmen die Damen bei der Annahme. Selbst nach sieben Jahren kommt im „Stoffwechsel“ täglich eine große Menge an Kleidung an. „Das zeigt, wieviele das Konzept annehmen und unterstützen“, freut sich Margrit Weydemans, „ohne die Spender und Kunden könnten wir nicht so weitermachen. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich bei allen.“
Großer Wert wird im „Stoffwechsel“ auf Kundenbedienung gelegt. „Wir haben viele Stammkunden, darunter auch ältere Menschen. Da wird auch mal beim An- oder Auskleiden geholfen, wenn es notwendig ist“, betont Margrit Weydemans. Viele, die in den Kleiderladen kommen, kennen die engagierten Frauen beim Namen. „Wenn jemand etwas Besonderes sucht, suchen wir so lange, bis wir etwas für den Kunden gefunden haben. Und wenn gerade nichts da ist, halten wir die Augen offen.“
Die Kundschaft ist bunt gemischt, kaufen darf hier jeder. Es sind keineswegs ausschließlich bedürftige Bürger, die hier für wenig Geld gut erhaltene Kleidung bekommen – unter den Besuchern sind auch viele, die ungewöhnliche Stücke suchen, die man andernorts nur schwer bekommt. Auf die Frage, ob sie sich für die nächsten sieben Jahre etwas Besonderes wünschen, reagiert Margrit Weydemans mit einem Schmunzeln. „Wir wünschen uns, dass es so weiterläuft wie bisher.“

Übrigens: Derzeit läuft bis zum 7. September eine 50-Prozent-Aktion auf alle Kleidungsstücke, zusätzlich hat der Kleiderladen an dem Tag durchgehend von 9 bis 18 Uhr geöffnet, für die Kunden gibt es einen Sektempfang und kleine Überraschungen für Groß und Klein. Am 12. September kommt die Herbst-Winter-Kollektion in die Auslage. Zu finden ist „Stoffwechsel“ in der Neuenburger Straße 17 (Aldi-Parkplatz).
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