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Freitag, 22 März 2019 10:13

Eine Mahnung an alle Generationen

geschrieben von Andrea Bartels
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Christel Schwarz während der Gedenkstunde, im Hintergrund die Musiker von „Sinti Swing“. Christel Schwarz während der Gedenkstunde, im Hintergrund die Musiker von „Sinti Swing“. Foto: Andrea Bartels
Zetel. Zu einer Mahn- und Gedenkstunde hatte kürzlich die Ortsgruppe Zetel Bündnis 90/Die Grünen zur Erinnerung an die Verfolgung der Sinti und Roma eingeladen. Vor einem Jahr war in der Horster Straße eine Gedenkstele errichtet worden, ganz in der Nähe von dem Ort, an dem vor 76 Jahren die zehnköpfige Sinti-Familie Frank von den Nazis festgesetzt worden war. Nach der Deportation wurde die Familie bis auf zwei der Kinder wenig später in Ausch­witz ermordet.
Der Vorsitzende der Ortsgruppe der Grünen, Wilhelm Wilken, stellte seiner Einführung während der Gedenkveranstaltung ein Zitat des Theologen und Friedensaktivisten Martin Niemöller voran: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“ Das Mahnen und Gedenken bleibe ein wichtiger Bestandteil der Erinnerungskultur, so Wilhelm Wilken.
Verlesen wurden ebenfalls die Namen der Zeteler Familie Frank, die in Auschwitz starben. Christel Schwarz (geborene Frank), dessen Mutter Margot den Terror des Vernichtungslagers überlebte, nahm mit seinen Kindern an der Gedenkfeier teil. Eine Zeit wie jene dürfe sich nie wiederholen, so Christel Schwarz: „Wir müssen weiter Obacht geben und den Widerstand zur Pflicht machen. Und unseren Kindern davon erzählen.“ Zwischen den Wortbeiträgen spielte die Oldenburger Gruppe „Sinti Swing“.
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