Anzeigen

Redaktion

Media-Daten

 

Friebo

Bürozeiten:
Montags bis Donnerstag: 9 bis 13 Uhr und 14:00 bis 17 Uhr
Freitags: 9 bis 12 Uhr

Kontakt
Montag, 14 September 2020 09:39

„Die Zukunft der Volksfeste steht in den Sternen“

geschrieben von
Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Marktmeister Olaf Oetken Marktmeister Olaf Oetken Foto: Bernd Harms
Zetel. Herr Oetken, im Netz sind schon lange vor der Absage des Zeteler Marktes Mutmaßungen und Gerüchte im Umlauf gewesen. Gab es diesbezüglich direkte Rückfragen bei der Verwaltung?

Olaf Oetken: Natürlich gab es bereits im Sommer, nachdem die ersten Volksfeste in der Region abgesagt wurden (beispielweise Esens), die ersten Rückfragen, ob der Zeteler Markt 2020 denn stattfinden könne. Im Laufe der Zeit mehrten sich die Rückfragen. Schließlich planen die Marktbesucher ihren Urlaub rechtzeitig.
Da jedoch der Gesetzgeber zunächst ein Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober ausgesprochen hatte, wurde der Zeteler Markt in Absprache mit den Schaustellern nicht frühzeitig abgesagt, um den Schaustellern nicht die Hoffnung zu nehmen.

Warum hat die Gemeinde Zetel die Absage erst jetzt bekannt gegeben?

Olaf Oetken: Wir konnten seitens der Marktverwaltung nur die rechtliche Entwicklung abwarten. Erst nachdem die Ministerkonferenz der Länder gemeinsam mit der Kanzlerin am 27. August den Beschluss gefasst hat, dass das Verbot für Großveranstaltungen, wie Volksfeste, Festivals usw. bis zum Ende des Jahres verlängert wird, war klar, dass der Zeteler Markt 2020 ausfallen muss.
Aus diesem Grunde hat Bürgermeister Heiner Lauxtermann die Entscheidung in der Sitzung des Marktausschusses am 3. September 2020 im Beisein von Schaustellervertretern bekannt gegeben.
Mit den Schaustellern waren wir während der ganzen Zeit im Kontakt, sodass die Absage in Schaustellerkreisen nicht als Überraschung aufgefasst wurde. Bis zum 27. August hieß das Motto jedoch „Die Hoffnung stirbt zuletzt“.

In den sozialen Netzwerken wird gerade diskutiert, ob es für Zetel eine Alternative geben sollte. Dabei wird auf andere Ortschaften und Städte verwiesen, die einen temporären Freizeitpark anbieten. Der Schaustellerverband selbst fürchtet ja, dass es sich wirtschaftlich nicht rechnet und ein abgespecktes Volksfest nicht ausreichend von den Zetelern angenommen wird. Können Sie kurz erläutern, welche Gründe seitens der Gemeinde einer solchen Alternative in Zetel entgegenstehen?

Olaf Oetken: Im Vorfeld des Marktausschusses wurde mit dem für uns zuständigen Schaustellerverband Oldenburg diskutiert, ob ein derartiges „Pop-Up Volksfest“ für Zetel überhaupt in Frage kommt. Dazu muss man wissen, dass das Land Niedersachsen ganz klare Vorgaben für die Durchführung eines „temporären Freizeitparkes“ erlassen hat.
So ist Voraussetzung, dass eine gewisse Dauerhaftigkeit vorliegen muss, das heißt, die Öffnung muss mindestens vier Wochen gewährleistet sein. Dadurch soll erreicht werden, dass es nicht zu einem Besucheransturm an den wenigen geöffneten Tagen kommt. Weiterhin darf kein Veranstaltungscharakter entstehen (Musik, Aufführungen oder ähnliches). Weiterhin muss der gesamte Park eingezäunt werden und es muss eine Zugangskontrolle stattfinden, da nur eine bestimmte Anzahl von Gästen Zutritt haben. Dazu muss von den Besuchern ein Entgelt erhoben werden. Für die Fläche ist ein Hygienekonzept zwingend erforderlich, das vom Gesundheitsamt abgenommen werden muss.
Der Vorsitzende des Schaustellerverbandes Oldenburg hat in seiner Rede im Marktausschuss eindrucksvoll dargestellt, warum eine Durchführung kritisch gesehen wird. Nach seiner Aussage haben fast alle Ersatzmärkte, die in Deutschland in Corona-Zeiten stattgefunden haben, nicht den gewünschten Erfolg verzeichnet. In vielen Fällen mussten die Schausteller sogar mit einem Minus leben. Hinzu kommt die Lage des Markthamms im Ortskern von Zetel. Eine Komplettsperrung des Markthammgeländes würde für einen langen Zeitraum zu Beeinträchtigungen im Alltag führen, ich denke da nur an den Schülerverkehr. Problematisch wäre auch, den richtigen Zeitraum zu finden. Der „Pop-Up-Markt“ in Leer geht bis zum 11. November. Am 15. November ist bereits der erste stille Feiertag, es folgen der Totensonntag und die Weihnachtszeit.

Mal davon ab, dass die Marktvorbereitungen sehr lange vor dem eigentlichen Termin beginnen- was bedeutet die Absage nun für die Gemeinde selbst?

Olaf Oetken: Die Zusagen für die Großfahrgeschäfte sind bereits im Februar vor der Corona-Krise verschickt worden und das Rahmenprogramm war bereits abgesteckt. Während der Corona-Zeit wurde vieles „unter Vorbehalt“ abgemacht, sodass es kein Problem darstellt, wieder alles rückgängig zu machen.
Die direkten Vorarbeiten zum Markt entfallen jetzt, so dass nun andere Aufgaben angepackt werden können. Zu tun gibt es genug. Anfang des Jahres 2021 befassen wir uns dann mit den Märkten in Neuenburg und Zetel, die hoffentlich im Jahr 2021 wieder stattfinden können. Die Bedeutung der Absage für die Gemeinde Zetel als Veranstalter kann ich noch gar nicht abschätzen. Finanziell ist das kein Problem, da wir mit dem Markt keinen Gewinn machen und nur kostendeckend arbeiten.
Allein, dass der Markt nicht stattfindet, ist ein komisches Gefühl für uns. Meine Kollegen und ich sind bei der Planung und Abwicklung des Marktes immer mit Herzblut dabei und versuchen, einen attraktiven Markt auf die Beine zu stellen. Da wird schon etwas fehlen. Ich hoffe nur für die Schausteller, dass die Weihnachtsmärkte – wenn auch in anderer Form – stattfinden können. Ansonsten sehe ich für viele Schausteller schwarz und die Zukunft der Volksfeste steht in den Sternen.

Herr Oetken, traditionell ist am Schluss des Interviews noch Gelegenheit für eine persönliche Bemerkung.

Olaf Oetken: In diesem Zusammenhang weist die Gemeinde Zetel als Veranstalter des Zeteler Marktes und als Grundstückseigentümer des Markthammgeländes darauf hin, dass auch während der eigentlichen Veranstaltungstage des Zeteler Marktes die Vorschriften der Niedersächsischen Corona-Verordnung uneingeschränkt gelten. Auf dem Gelände selbst werden keine Aktionen, Events oder Ähnliches stattfinden und auch private Treffen mit größerem Ausmaß sind dort nicht zulässig.
Freuen wir uns umso mehr auf den Zeteler Markt 2021, der in der Zeit vom 6. bis zum 10. November 2021 stattfinden soll. Wir hoffen, dass unsere Schausteller diese schwierige Zeit überstehen, damit unsere traditionellen Volksfeste weiter bestehen bleiben.
Gelesen 694 mal Letzte Änderung am Montag, 14 September 2020 09:48
Mehr in dieser Kategorie: « Kein 336. Zeteler Markt in diesem Jahr

Online lesen...

Leserreisen 2018

Facebook

Adresse

Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Friesländer Bote GmbH & Co. KG
Elisabethstr. 13
Elisabethstr. 13
26316 Varel
26316 Varel

Bürozeiten:

Aufgrund der Corona-Pandemie gelten andere Öffnungszeiten. Bitte erfragen Sie diese telefonisch.    Tel.: 04451-9119-0
Aufgrund der Corona-Pandemie gelten andere Öffnungszeiten. Bitte erfragen Sie diese telefonisch. Tel.: 04451-9119-0