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Freitag, 19 November 2021 11:13

Neuenburger Schloss wird wieder sichtbar

geschrieben von Thorsten Soltau
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David Heimann vom Fachbereich Bauleitplanung, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz der Gemeinde Zetel erläutert den aktuellen Stand am Neuenburger Schloss. Die Fällarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Zu den weiteren Maßnahmen gehören Wegebauarbeiten, Neuanpflanzungen und der Einsatz neuer Wasserwehre in den Gräften. Der Schlosspark soll in Abhängigkeit zum erreichten Fortschritt im Frühsommer 2022 wieder freigegeben werden. David Heimann vom Fachbereich Bauleitplanung, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz der Gemeinde Zetel erläutert den aktuellen Stand am Neuenburger Schloss. Die Fällarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Zu den weiteren Maßnahmen gehören Wegebauarbeiten, Neuanpflanzungen und der Einsatz neuer Wasserwehre in den Gräften. Der Schlosspark soll in Abhängigkeit zum erreichten Fortschritt im Frühsommer 2022 wieder freigegeben werden. Foto: Thorsten Soltau
Entwicklungskonzept: Fällarbeiten weitestgehend abgeschlossen – Neupflanzungen geplant

Neuenburg.
Sie sind nicht zu übersehen, die Arbeiten am Schloss Neuenburg und dem umliegenden Parkgelände. Schweres Gerät ist im Einsatz, um Baumstümpfe abzufräsen, die einstigen Wege durch das Areal zieren tiefe Spurrillen. Und dann wären da die ungewohnt tiefen Einblicke, die die Vegetation nach den aktuellen Fällungen zulässt: Das Schloss­entwicklungskonzept, welches zunächst als Planung existierte, wird in der Umsetzung zunehmend sichtbarer.
Die Wiederherstellung des historischen Schlossgartens ist ein Teil der aktuellen Arbeiten, parallel läuft die Fassadensanierung an. Die Fällungen der Bäume im Garten hat die Gemeinde Zetel bewusst in den Herbst, nach der Vegetationsperiode, verlagert. Entnommen wurden kranke, abgestorbene oder sterbende Gewächse, gerodet wurden mehrheitlich kleinere, aufschießende Gehölze mit geringem Stammdurchmesser, aber auch viele Ahornbäume. „Der Ahorn ist für diesen Standort nicht geeignet, er ist zu trocken“, erklärt David Heimann vom Fachbereich Bauleitplanung, Natur-, Umwelt- und Klimaschutz der Gemeinde Zetel bei einem Vororttermin den Hintergrund. Außerdem seien wild aufgeschossene Ahorne keine langlebigen Gehölze und ihr Lebensabend war weitgehend erreicht. Sie „wachsen schon rückwärts“, mit viel Totholz in den Kronen. „Dadurch ist hier in Zukunft mit erhöhtem Pflegeaufwand und ohnehin stetigen Fällarbeiten zu rechnen gewesen. Gleichzeitig sind diese Bäume nie im Park vorgesehen gewesen, weshalb sie andere wertvolle Bäume im Bestand bedrohen, wie den ansehnlichen alten Buchen- und Eichenbestand.“
In besonderen Fällen, bei denen Unklarheit über den Zustand der Bäume bestand, wurde ein Baumsachverständiger hinzugezogen. In einem Fall hat er die hohe Vitalität einer zweistämmigen Buche an der alten Zugbrücke über die Gräfte bescheinigt. Bei einer Ulme wurde jedoch der Ulmensplintkäfer diagnostiziert und bei einem Exemplar einer alten Rotbuche musste auch eine Fällung wegen Pilzbefall erfolgen. Sie drohte auf den Rad-/Wanderweg und die B437 zu kippen. In diesem Zusammenhang, so David Heimann weiter, müsse man auch bei der Rodung betrachten, dass etliche Gehölze mit der ursprünglichen Anlegung des Schlossparks nichts zu tun haben.
Wesentlicher Teil des Schlosskonzeptes ist seine Sichtbarmachung. „In den letzten Jahrzehnten hat man hier die Natur weitgehend frei wachsen lassen, das war ein gänzlich anderer Ansatz, als das, was wir jetzt verfolgen“, sagt David Heimann. Das historische Bauwerk war zunehmend hinter Grün verschwunden – das soll künftig anders sein. „Es geht nicht darum, hier tabula rasa zu machen, sondern mit überlegten Eingriffen Sichtachsen auf das Schloss zu schaffen.“
An strategischen Punkten werden jedoch auch neue Bäume gepflanzt, dazu gehören unter anderem sechs Linden, die vor dem Schlossaufgang gesetzt werden sollen und gewissermaßen den Alleecharakter auf einer Seite optisch verlängern. Zudem werden zwei Ulmen und zwei Schuppenrinden-Hickory gesetzt. „Alles, was jetzt oder später entnommen werden muss, entnehmen wir auch jetzt“ – diese Herangehensweise hat weitreichende Gründe. Denn wenn der Park erst einmal wiederhergestellt ist, wird eine nachträgliche Arbeit an der neu entwickelten Vegetation umso schwieriger. „Die Gefahr, dabei wieder alles kaputt zu machen, ist einfach zu groß.“

Sehr zufrieden zeigt sich David Heimann mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten. „Die Firma Brunken, die die Fällungen vornimmt, und das Unternehmen Garten- und Landschaftsbau Siefken aus Nordenham arbeiten sehr gut zusammen.“
Im nächsten Schritt sollen auch die Wege wieder hergestellt werden. „Einen belastbaren Untergrund zu schaffen wird allerdings komplexer, weil im Untergrund Torf ist.“ Veränderungen wird es auch für die Gräften um das Schloss geben, die entschlämmt und mit neuen Wasserwehren ausgestattet werden. Der Wasserspiegel soll dann einen halben Meter höher sein als bisher. Davon profitieren vor allem die Eichenpfähle, auf denen das Schloss steht. Ohne Bedeckung durch Wasser würden diese nämlich langsam verrotten. Ebenfalls soll eine bessere Verfügbarkeit von Wasser im Untergrund aber auch der Vegetation zugute kommen.
Vor rund einer Woche hat eine archäologische Baubegleitung stattgefunden – „gefunden wurden dabei leider nicht wie erhofft die alten Wegeverläufe des 18. und 19. Jahrhundert, sondern lediglich wenige Porzellanscherben mit NS-Insignien. Wahrscheinlich hat man sich des Materials nach dem Weltkrieg hier diskret entledigen wollen“, berichtet David Heimann. Die genaue Auswertung der Baubegleitung stehe allerdings noch aus.
Bis wieder Spaziergänger durch den Park flanieren können, ist allerdings noch etwas Geduld vonnöten. Voraussichtlich im Frühsommer kommenden Jahres soll der Park wieder regulär betretbar sein – sofern die Planung eingehalten werden kann. Das Projektende ist für August 2022 avisiert.

Aktualisierungen zur Schlosssanierung sind auch online abrufbar unter: www.zetel.de/wirtschaft-bauen/sanierung-schloss-neuenburg
Gelesen 230 mal Letzte Änderung am Freitag, 19 November 2021 11:35

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