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Bockhorn. Weidetierhalter sehen in ihm eine deutliche Gefahr für die Nutztiere, Naturschützer sehen in ihm eine Population, die nach extensiver Bejagung in Deutschland wieder Fuß fasst: Beim Wolf gehen die Meinungen deutlich auseinander. Landwirte und Weidetierhalter fordern seit Jahren eine Regulierung des Wolfsbestandes und eine vereinfachte Entnahme sogenannter Problemtiere, dem jedoch der Schutzstatus des Wolfes gegenübersteht.
Die wachsende Zahl von Wölfen, die sich auf offenen und bewaldeten Flächen ansiedelt, führt zu einer weiteren Problematik: In ländlich besiedelten Gebieten kreuzen sich dadurch öfters die Wege zwischen Mensch und Wolf. Damit einher geht die Frage: Wie verhalte ich mich, wenn ich dem Wildtier gegenüberstehe und wie nah sollte ein Wolf menschlichen Siedlungen kommen?

Wie sich der Wolf verhält und was im Falle einer Begegnung zu tun ist, war Gegenstand eines Vortrags von Wolfsberater Wilhelm Eden im Ordnungsausschuss der Gemeinde Bockhorn. Der Wolf komme häufiger und vor allem dichter an Siedlungen und Hofstellen heran, auch in der Gemeinde Bockhorn, berichtete Bürgermeister Thorsten Krettek eingangs. Das schüre Ängste und Unsicherheit.
In Niedersachsen leben derzeit 36 Rudel und zwei Einzeltiere, so Wilhelm Eden, man gehe aktuell von rund 400 Wölfen aus, was Jungwölfe miteinberechne. Laut der Roten Liste gefährdeter Arten ist der Wolf keine gefährdete Art, der Bestand des Wolfes wird allein für Europa auf 20.000 Tiere geschätzt. Als geschützte Tierart ist der Wolf jedoch in der Roten Liste Niedersachsens enthalten und hat einen ganzjährigen Schutzstatus. Damit soll der Population ermöglicht werden, sich zu erholen.

Bezüglich des Verhaltens des Wolfes gegenüber Menschen haben Experten eine Einteilung in sieben Stufen vorgenommen.

1. Stufe: Jäger bemerken eine deutliche Unruhe im Wald, das Wild rottet sich zusammen oder verschwindet aus bestimmten Gebieten;
2. Stufe: Wölfe tauchen in weiter Entfernung auf. In dieser Phase komme es oft zu einer unfreiwilligen Anfütterung des Wolfes, so Wilhelm Eden. Achtlos aus dem Fenster geworfene Abfalltüten mit Essensresten locken den Wolf an, der dadurch den Menschen mit Futtergaben verknüpft;
3. Stufe: Der Wolf erkundet nachts Ansiedelungen, läuft auf Geh- und Fahrradwegen. Ab hier erfolgen auch mitunter die ersten Risse von Nutztieren;
4. Stufe: Wie Stufe 3, nur tagsüber;
5. Stufe: Der Wolf kommt dicht heran, bis an das Haus. Vom menschlichen Geruch zeigt er sich unbeeindruckt;
6. Stufe: Der Wolf kommt näher, läuft einher neben Mensch und Hund. Das in dieser Stufe vom Wolf geäußerte Knurren ist dabei eine Aufforderung, erklärte Wilhelm Eden: Entweder herzukommen oder zu gehen;
7. Stufe: Der Wolf bestimmt den Platz des Menschen. Durch seine Distanzlosigkeit bringt er den Menschen dazu, sich zurückzuziehen.

In der Region lasse sich das Verhalten des Wolfes in die fünfte Stufe eingliedern, so der Wolfsberater. Im Baltikum dagegen komme der Wolf über die zweite Stufe nicht hinaus. Dort wisse der Wolf, dass die Nähe zum Menschen für ihn schmerzhafte oder gar tödliche Folgen habe. Die genauen Grenzen für den Wolf festzulegen, obliege jedoch der Politik.

Wer einem Wolf begegnet, sollte einige Dinge beherzigen, erläuterte Wilhelm Eden. Wer mit hoher Stimme schreie, imitiere unfreiwillig die Hasenklage, also den Laut, den ein verletzter Hase ausstößt. Ratsamer sei, den Wolf mit tiefer Stimme zu vertreiben: „Der größte Feindes Wolfs ist der Bär.“ Mitgeführte Hunde sollten vom Bellen und Kläffen abgehalten werden. Im nächsten Schritt gelte es, sich langsam rückwärts zu entfernen, ohne das Gesicht vom Wolf abzuwenden. Dabei sollte ein direkter Blickkontakt jedoch vermieden werden. Kontraproduktiv wirke sich das Ablenken mit Essen aus, da damit der Wolf Mensch gleich Futter assoziiere.
Grundsätzlich, so Wilhelm Eden, lasse sich festhalten, dass der Mensch, egal ob Erwachsener oder Kind, nicht in das Beuteschema des Wolfs passe: Ein Angriff sei sehr unwahrscheinlich, Ausnahmen könnten bei tollwutinfizierten oder in die Enge getriebenen Tiere bestehen. „Der Wolf hat Respekt vor dem Menschen, aber er testet auch aus.“

Wolfsberater

Wolfsberater des Landes Niedersachsen sind ehrenamtlich tätig und informieren Bürger auf Wunsch über den Wolf und seinen Lebensraum. Wolfsberater dokumentieren ferner Sichtungen und Spuren, um Klarheit über Wolfsvorkommen und Wolfsrisse zu erhalten.
Bei Rissen, die den Verdacht eines beteiligten Wolfes nahelegen, werden Wolfsberater ebenfalls hinzugezogen. Diese dokumentieren mit Protokollen und Fotos den Fund und nehmen DNA-Proben. Diese werden mitsamt Unterlagen an das Wolfsbüro des NLWKN gesandt, wo die Dokumentation ausgewertet und die DNA-Proben zur Untersuchung an das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen weitergeleitet werden.

Ein PDF mit allen niedersächsischen Wolfsberatern getrennt nach Städten und Gemeinden kann unter folgendem Link abgerufen werden:
https://t1p.de/n7j3

Umfassendes, mehrsprachiges Informationsmaterial zum Herunterladen (auch zum Thema richtiges Verhalten bei einer Begegnung mit dem Wolf) findet sich unter:
https://t1p.de/60hc
Freitag, 21 Mai 2021 10:27

Weniger weiße Flecken im Kreisgebiet

Bockhorn. Auf die Grund- und weiterführenden Schulen folgen die Gewerbegebiete: Der Breitbandausbau im Landkreis Friesland nimmt sich in der nächsten Stufe der lokalen Unternehmerschaft an. Diese sollen künftig im Rahmen einer flächendeckenden Versorgung Zugriff auf eine zeitgemäße und schnelle Datenleitung haben. Die Kosten für den Ausbau trägt der Landkreis Friesland über seine angeschlossene Breitbandfördergesellschaft. Zuschüsse dafür gibt es sowohl vom Bund als auch vom Land.

Für die moderne Infrastruktur ist eine stabile und schnelle Internetleitung nicht mehr wegzudenken. Allerdings existieren gerade im ländlichen Bereich noch immer viele der sogenannten weißen und grauen Flecken. Zur Erklärung: In den weißen Flecken, wo es kein schnelles Internet gibt, darf der Landkreis selbst einen Ausbau vornehmen, in den grauen Flecken, die im Besitz eines Telekommunikationsdienstleisters sind, dagegen nicht.
Rund 17 Gewerbegebiete im gesamten Landkreis sollen schrittweise angekabelt werden, erklärte Rolf Neuhaus bei einem Vor-Ort-Termin im Bockhorner Gewerbegebiet Am Geeschendamm, die Gebiete umfassen rund 400 Adressen kreisweit. „Finanziell sind große Konzerne in der Lage, sich eine schnelle Datenleitung leisten zu können, das ist kleineren Betriebe jedoch oftmals nicht möglich.“ An dieser Stelle setze die vom Landkreis vorgesehene Ausbaustufe an. Denn: „Mit 30 Mbit pro Sekunde lässt sich heute nicht mehr viel machen“, sagte Landrat Sven Ambrosy zusammenfassend. Dafür seien die technologischen Anforderungen im wirtschaftlichen Bereich mittlerweile zu hoch. Mehr noch: Die demografische Entwicklung zeige, dass im Kreisgebiet die Zeichen auf Zuzug von außerhalb stehen: „Die schnelle Anbindung an das Internet sorgt für Attraktivität. Und es ist etwas, was die Jugend ebenfalls schon lange fordert: Einen funktionierenden ÖPNV und Breitbandversorgung.“
Verließe man sich ganz auf die Marktgesetze im digitalen Bereich, dürften die Veränderungen erst 2025 und 2026 durchschlagen, so der Landrat. So lange habe man als Landkreis jedoch nicht warten wollen und bereits 2015 den Beschluss gefasst, als Kreis den Kampf gegen die digitale Unterversorgung aufzunehmen.
Für diese frühzeitige Entwicklung eines Ausbauplans gab es von Staatssekretär Stefan Muhle vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung ein großes Lob in Richtung Kreis- und Gemeindevertreter. Der Staatssekretär war aus Hannover in das Bockhorner Gewerbegebiet gereist, im Gepäck Förderbescheide für die Gemeinden Sande, Zetel und Bockhorn (siehe Info am Ende des Artikels). „Etliche Kommunen kümmern sich seit Jahren drum, andere fangen jetzt erst an, das Thema Breitbandausbau anzugehen“, so Stefan Muhle, der betonte, dass der digitale Ausbau keineswegs Kreisaufgabe, sondern die der Anbieter sei. Deshalb sei das Engagement des Kreises mit den angeschlossenen Gemeinden und Städten keineswegs als selbstverständlich zu erachten.
Bockhorns Bürgermeister Thorsten Krettek erklärte, mit dem Ausbauprogramm des Kreises habe man lokal einen „riesigen Schritt“ nach vorne machen können: „Wenn man das als Sechs-Gang-Betriebe betrachtet, befinden wir uns derzeit im fünften Gang.“

Kurz zusammengefasst:
Die Kosten für den Breitbandausbau der Gemeinden Sande, Bockhorn und Zetel betragen 804.210 Euro. Von den Kosten trägt der Bund 60 Prozent, das Land Niedersachsen fördert den Ausbau mit einer Summe von 170.431 Euro. In den vorgenannten Gemeinden sind in den jeweiligen Gewerbegebieten insgesamt 163 Adressen enthalten. Die Förderung für die Gemeinden und Städte im Landkreis Friesland liegt in Summe bei 1,9 Millionen Euro (1,4 Millionen Euro vom Bund sowie 500.000 Euro vom Land Niedersachsen).
Bockhorn. Die Salzbetten sind angewärmt, im Hintergrund läuft sanfte Musik, die verdeckten Licht-Spots hinter den Salzpaneelen tauchen den Raum in warmes Licht. Der Boden ist frisch geharkt, die Sitzgelegenheiten ausgerichtet. Obwohl hier seit sechseinhalb Monaten keine Kunden mehr hineindürfen, sorgt Salzgrotten-Betreiberin Regine Kniebeler hier täglich für ein behagliches Ambiente – ganz so, als würde jeden Moment jemand zur Tür hineinkommen und sich eine Auszeit in der Salzgrotte wünschen. „Eine zeitliche Perspektive, wann ich wieder öffnen darf, gibt es für mich und viele andere Bereiche noch nicht“, sagt Regine Kniebeler, „was ich am meisten vermisse, ist das Leben, das hier sonst war, meine Stammkunden und die Gespräche.“
2018 hat sich die Bockhornerin den Wunsch von einer eigenen Salzgrotte erfüllt. Das Angebot wird gut angenommen, heute zählen viele Stammkunden zu den regelmäßigen Besuchern. „Ich habe wirklich wunderbare Kunden“, betont Regine Kniebeler, „selbst jetzt im Lockdown fragen viele telefonisch nach, wie es mir geht und ob ich bald wieder öffnen kann. Viele vermissen es, hierherzukommen. Dieser Zuspruch ist ein schönes Gefühl.“
Nach dem ersten Lockdown durfte die Grotte Ende Juni wieder für Kunden öffnen – „aber es lief sehr schleppend an. Viele Ältere, die zu mir kommen, gehören zur Risikogruppe, da fehlten rund 30 Prozent der Stammkunden.“ Mit den Einnahmen von Juli bis September konnte Regine Kniebeler die Fixkosten begleichen, „privat ist dabei jedoch noch nichts hängengeblieben.“ Im September 2020 lässt sie die neuen Salzbetten bauen, aus Eigenmitteln. „Der Oktober war ein Spitzenmonat, der erste, wo ich für mich privat etwas dazuverdienen konnte. Und dann kam am 30. Oktober der zweite Lockdown.“

Dieses Datum hat die Betreiberin auf der Schiefertafel am Eingang zur Salzgrotte notiert. Wie sonst, wenn Kunden kommen, hat sie dazu die Luftfeuchtigkeit und Temperatur notiert – eine bedeutende Notiz. „Seit sechseinhalb Monaten habe ich geschlossen. Die November-/Dezemberhilfe ist schließlich im Februar ausgezahlt worden. Vieles habe ich bis dato aus eigener Tasche beglichen“, berichtet die Unternehmerin. Mit Jahresbeginn 2021 hat der Bund die sogenannte Überbrückungshilfe III aufgelegt. Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch von mindestens 70 Prozent vorweisen, bekommen 90 Prozent der betrieblichen Fixkosten erstattet. Unternehmer können sich zwischen der Neustarthilfe und der Überbrückungshilfe III entscheiden. Regine Kniebeler wägt ab und entscheidet sich für die einmalig mit maximal 7500 Euro geförderte Neustarthilfe. „Das Geld kam zwar zügig, aber mittendrin änderten sich die Bedingungen der Überbrückungshilfe III. Nun waren 100 Prozent Erstattung möglich und es gab Geld über einen Eigenkapitalzuschuss. Wären die Bedingungen von Anfang an so gewesen, hätte ich den Antrag ausgefüllt, weil es wirtschaftlich für mich sinnvoller gewesen wäre.“ Für die Betreiberin gibt es nun noch eine Chance: Mit der Endabrechnung Ende Juni besteht die Möglichkeit, sich erneut zwischen den beiden Unterstützungsangeboten entscheiden zu können.
Was Regine Kniebeler neben der stetigen Neuanpassung ärgert, ist die Berechnung der Hilfen. Denn im Falle der Überbrückungshilfe sind ausschließlich betriebliche Fixkosten gedeckt: „Ich zahle jedoch weiterhin das Darlehen für die Salzgrotte ab, zahle meine privaten Versicherungen. Das ist nicht gedeckt, und die Kosten laufen dennoch weiter auf.“ Eine Zusatzversicherung habe sie bereits auflösen müssen: „Sonst hätte ich hier zumachen können.“ Die Politik dürfe nicht nur den Blick auf die betrieblichen Kosten lenken, sondern müsse auch die private Situation der Selbstständigen im Blick behalten, fordert Regine Kniebeler. „Wir arbeiten nicht, um nur die betrieblichen Ausgaben zu decken, sondern auch, um selbst davon leben zu können“, macht die Betreiberin deutlich.
Sie fühlt sich mittlerweile im Stich gelassen: „Wenn die Politik möchte, dass wir als Unternehmer am Ende der Pandemie noch existieren, dann sollte die Unterstützung anders ausfallen.“
Der Kampf um finanzielle Zuwendung und die Frage, wie es weitergeht, zieht Kraft – das hat auch Regine Kniebeler zu spüren bekommen: „Die ersten zwei Monate im Lockdown fielen mir sehr sehr schwer, ich habe mich eingelesen, an die Bundesregierung geschrieben. Irgendwann habe ich mir gesagt, das bringt dich nicht weiter.“
Mittlerweile hat die Bockhornerin die Zeit für sich genutzt, in sich hineingehorcht. „Der Lockdown hat auch eine positive Seite“, ist die Unternehmerin überzeugt, „denn vieles, was Freude macht und uns auszeichnet, geht im Berufs­alltag unter. Oft bleibt für die eigenen Bedürfnisse dann keine Zeit am Ende des Tages. Ich habe angefangen zu nähen, zu meditieren und bin viel in der Natur und im Garten.“ Die durch die Zwangspause erworbenen Freiräume und der Zuspruch der Kunden sorgen bei Regine Kniebeler für Zuversicht: „Es wird weitergehen, da bin ich mir sicher.“
Freitag, 19 Februar 2021 10:26

Kredit soll Sicherheit in der Planung geben

Zetel. Zahlreiche Projekte sollen in diesem Jahr in Zetel angeschoben werden: Im Bereich Straßenunterhaltung, Ausbau der Schulen und der Instandsetzung kommt eine Reihe kostenintensiver Vorhaben auf die Gemeinde zu. Rund 14 Millionen Euro an Kosten stehen auf dem Plan – um das stemmen zu können, muss die Gemeindeverwaltung eine Sicherung im Haushalt einplanen. Aus diesem Grund wird eine Kreditermächtigung von 4,5 Millionen Euro für das Jahr 2021 erforderlich. Dies bedeutet nicht, dass die Gemeinde Zetel den Kreditrahmen voll ausschöpfen wird beziehungsweise muss.

Wie sich der Haushalt für das Jahr 2021 darstellt, erklärte Kämmerer Olaf Oetken gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Röben im Wirtschaftsausschuss. Im Finanzhaushalt steht eine Unterdeckung von knapp acht Millionen Euro, hinzu kommen Haushaltsreste von drei Millionen Euro. Dem stehen, so Kämmerer Olaf Oetken, 6,8 Millionen Euro aus Überschüssen gegenüber. Damit kommt die Gemeinde um die oben genannte Kreditermächtigung nicht herum. Zur Unterstreichung: Einige der geplanten Vorhaben führen zu Verpflichtungsermächtigungen für das Haushaltsjahr 2022, die empfindlich auf den nachfolgenden Haushalt drücken. Großprojekte wie die Erweiterung der Grundschule Zetel beispielsweise werden den Haushalt 2022 mit vier Millionen Euro belasten.

Womit in diesem Jahr seitens der Gemeinde zu rechnen ist, ist unter anderem die Erweiterung der Grundschule Zetel (Ansatz für 2021: 500.000 Euro), der Errichtung der Kita im Neubaugebiet Zetel-Süd (2,6 Millionen Euro Ansatz, voraussichtliche Zuschüsse von 720 .000 Euro) sowie der Umbau der Alten Feuerwache am Markthamm (1,3 Millionen Euro Ansatz, voraussichtliche Zuschüsse von 700 .000 Euro). 900. 000 Euro sind für den Neubau des Bauhofes eingerechnet, das neu entstehende Gewerbegebiet Roßfelde-Nord hat eine Kostennote von rund 1,125 Millionen Euro (voraussichtliche Zuschüsse von 562. 500 Euro).
Die Sanierung der beiden Straßen Danziger Straße und Humboldstraße hat einen Haushaltsansatz von insgesamt 3,03 Millionen Euro, die Finanzierung erfolgt über die wiederkehrenden Beiträge. Die Gemeinde selbst leistet einen Eigenanteil für beide Straßen von 909.000 Euro. Für den Ausbau der Buswartehallen werden Kosten in Höhe von 470.000 Euro erwartet, dem stehen Zuschüsse von 410.000 Euro gegenüber.
Die Erschließung der beiden Baugebiete Pohlstraße/Breslauer Straße hat einen Gesamtansatz von 1,29 Millionen Euro, in 2022 werden 867.500 Euro fällig. Weitere Positionen sind der Neubau der Heetebrücke (300 .000 Euro) und der Neubau der Kompaktanlage der Kläranlage (330 .000 Euro). Die Planung und Erschließung des Autohof Ellens steht mit 171. 000 Euro im Haushalt.

Der Rat der Gemeinde hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den geplanten Haushalt für 2021 verabschiedet.
Freitag, 19 Februar 2021 10:21

Von Kastanien bleiben nur Stümpfe über

Neuenburg. „Im Sommer, bei der Enthüllung der Skulptur im Außenbereich, waren die Kastanien wunderbare Schattenspender für die Gäste. Das waren große, kräftige Bäume, die nicht den Eindruck vermittelten, krank zu sein“, sagt Sonja Wachter. Der Blick nach draußen fällt für sie selbst derzeit schmerzhaft aus, denn von besagten „Schattenspendern“ vor ihrer Galerie an der Urwaldstraße sind nur noch zwei tiefgeschnittene Stümpfe übrig.
Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich hat die beiden Kastanien jüngst fällen lassen, ohne dabei im Vorfeld auf die Beseitigung hinzuweisen. Still und leise sei die Aktion vonstatten gegangen, so die Kritik von Sonja Wachter: „Als ich morgens aus der Galerie herausschaute, dachte ich, ich sehe nicht richtig. Alles weg. Ich bin geschockt und traurig, weil diese drei Kastanien das Hauptambiente draußen ausgemacht haben und die Galerie schützten.“

Ersatz im Herbst

Wieso wurden die Bäume an der Urwaldstraße gefällt? Der Friebo hat bei Bürgermeister Heiner Lauxtermann nachgefragt. Als Vertreter der Gemeinde und Anwohner der Urwaldstraße habe ihn die Fällung völlig überrascht, schreibt Heiner Lauxtermann, zumal die Gemeinde noch vor zwei Wochen Baumpflegearbeiten an einer Kastanie vorgenommen hatte.
Eigentlich hatte sich die Gemeinde mit der Auricher Behörde in der Vergangenheit so abgestimmt, dass vor solchen Eingriffen eine Information an die Gemeinde erfolgt. „Das hat sich in den letzten Jahren wohl ausgeschliffen“, bedauert der Bürgermeister. In einem Gespräch mit Frank Buchholz von der Landesstraßenbaubehörde habe ihn dieser aufgeklärt, dass die Bäume im Vorfeld fachlich untersucht wurden und die Fällung aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht vonnöten war. Die Landesstraßenbaubehörde werde jedoch eine entsprechende Ersatzpflanzung im Herbst vornehmen, kündigt Heiner Lauxtermann an.
Die Gemeinde Zetel werde den Vorfall nun ebenfalls zum Anlass nehmen, die Kommunikation zwischen den Behörden wieder zu verbessern. „Wir werden den Gesprächsfaden aufnehmen, um besonders in den Ortslagen als Gemeinde vorher informiert zu werden. Wir sind vor Ort meistens der erste Ansprechpartner und was ich weiß, kann ich auch erklären“, schreibt Heiner Lauxtermann.

Irreversible Schäden

Woran genau die Bäume gelitten haben, erläutert auf Nachfrage Frank Buchholz in einer schriftlichen Stellungnahme. Die gefällten Rosskastanien an der Urwaldstraße sind seit Jahren im Baumschadenskataster der Behörde geführt worden. Frank Buchholz: „Die Kastanien hatten Phytophthora-Befall (pilzlicher Befall, wurzelbürtig) in Verbindung mit Pseudomoas (bakterieller Befall) im fortgeschrittenen Stadium.“ Die Folgen sind laut Auricher Behörde eine stark nachlassende Vitalität des Baumes, ferner geht damit eine erhöhte Totholzbildungsrate und Sekundärpilzbefall an geöffneten Stark-Ästen und Stammpartien einher.
Dokumentiert worden sind zudem Kronenschäden an den Kastanien. „Diese Schäden sind leider irreversibel. Der Pilzbefall führt dazu, dass die Vitalität des Baumes stark zurückgeht. Diese macht sich als erstes optisch in der Krone bemerkbar. Die Bruchsicherheit der Äste ist nicht mehr gegeben und sie können unkontrolliert herausbrechen. Im weiteren Verlauf können sich die Schäden im Wurzelbereich so verstärken, dass die Standfestigkeit nicht mehr gegeben ist“, so Frank Buchholz.
Dieses Schadensbild des Baumes sei für Außenstehende nicht ohne weiteres erkennbar. Die Entscheidung, ob ein Baum gefällt wird, mache sich die Behörde nicht leicht, erklärt Frank Buchholz: „Die Bäume an unseren Straßen werden von zertifizierten Baumkontrolleuren regelmäßig überprüft, die dann leider auch irgendwann die Entscheidung gegen einen Baum treffen müssen. Kastanien in diesem Befallsstadium werden darüber hinaus auch gefällt, um den Befallsdruck für bisher gesunde Kastanien zu reduzieren.“
Mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises habe man die Vorgehensweise festgelegt, dass Bäume mit einem solchen Schadensbild vor der Fällung von der Landesstraßenbaubehörde nicht angezeigt werden müssen.

Kritik aus dem Rat

Im Gemeinderat ist die Entnahme der beiden Rosskastanien von den Fraktionen kritisch kommentiert worden. Eckhard Lammers (SPD) erklärte, ihn habe es erschüttert, dass die Landesstraßenbaubehörde ohne Ankündigung Bäume fällt. Er beobachte schon länger eine Tendenz, dass Bäume sowohl auf behördliche Anordnung sowie von privater Hand entnommen werden, ohne dass Ersatzanpflanzungen stattfinden.
Bäume zu erhalten, sei in der heutigen Zeit ein wichtiges Pfund, insbesondere für die nachfolgenden Generationen, so der Ratsherr: „Ich wäre daher sehr froh, wenn jeder mal darauf achten würde, wo überall Hecken und Bäume entfernt werden.“
„Es kann nicht sein, dass wir von der Behörde in Aurich einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, sagte Wilhelm Wilken (Grüne), „Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, von so etwas im Vorfeld zu erfahren.“
Zetel. Herr Oetken, im Netz sind schon lange vor der Absage des Zeteler Marktes Mutmaßungen und Gerüchte im Umlauf gewesen. Gab es diesbezüglich direkte Rückfragen bei der Verwaltung?

Olaf Oetken: Natürlich gab es bereits im Sommer, nachdem die ersten Volksfeste in der Region abgesagt wurden (beispielweise Esens), die ersten Rückfragen, ob der Zeteler Markt 2020 denn stattfinden könne. Im Laufe der Zeit mehrten sich die Rückfragen. Schließlich planen die Marktbesucher ihren Urlaub rechtzeitig.
Da jedoch der Gesetzgeber zunächst ein Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober ausgesprochen hatte, wurde der Zeteler Markt in Absprache mit den Schaustellern nicht frühzeitig abgesagt, um den Schaustellern nicht die Hoffnung zu nehmen.

Warum hat die Gemeinde Zetel die Absage erst jetzt bekannt gegeben?

Olaf Oetken: Wir konnten seitens der Marktverwaltung nur die rechtliche Entwicklung abwarten. Erst nachdem die Ministerkonferenz der Länder gemeinsam mit der Kanzlerin am 27. August den Beschluss gefasst hat, dass das Verbot für Großveranstaltungen, wie Volksfeste, Festivals usw. bis zum Ende des Jahres verlängert wird, war klar, dass der Zeteler Markt 2020 ausfallen muss.
Aus diesem Grunde hat Bürgermeister Heiner Lauxtermann die Entscheidung in der Sitzung des Marktausschusses am 3. September 2020 im Beisein von Schaustellervertretern bekannt gegeben.
Mit den Schaustellern waren wir während der ganzen Zeit im Kontakt, sodass die Absage in Schaustellerkreisen nicht als Überraschung aufgefasst wurde. Bis zum 27. August hieß das Motto jedoch „Die Hoffnung stirbt zuletzt“.

In den sozialen Netzwerken wird gerade diskutiert, ob es für Zetel eine Alternative geben sollte. Dabei wird auf andere Ortschaften und Städte verwiesen, die einen temporären Freizeitpark anbieten. Der Schaustellerverband selbst fürchtet ja, dass es sich wirtschaftlich nicht rechnet und ein abgespecktes Volksfest nicht ausreichend von den Zetelern angenommen wird. Können Sie kurz erläutern, welche Gründe seitens der Gemeinde einer solchen Alternative in Zetel entgegenstehen?

Olaf Oetken: Im Vorfeld des Marktausschusses wurde mit dem für uns zuständigen Schaustellerverband Oldenburg diskutiert, ob ein derartiges „Pop-Up Volksfest“ für Zetel überhaupt in Frage kommt. Dazu muss man wissen, dass das Land Niedersachsen ganz klare Vorgaben für die Durchführung eines „temporären Freizeitparkes“ erlassen hat.
So ist Voraussetzung, dass eine gewisse Dauerhaftigkeit vorliegen muss, das heißt, die Öffnung muss mindestens vier Wochen gewährleistet sein. Dadurch soll erreicht werden, dass es nicht zu einem Besucheransturm an den wenigen geöffneten Tagen kommt. Weiterhin darf kein Veranstaltungscharakter entstehen (Musik, Aufführungen oder ähnliches). Weiterhin muss der gesamte Park eingezäunt werden und es muss eine Zugangskontrolle stattfinden, da nur eine bestimmte Anzahl von Gästen Zutritt haben. Dazu muss von den Besuchern ein Entgelt erhoben werden. Für die Fläche ist ein Hygienekonzept zwingend erforderlich, das vom Gesundheitsamt abgenommen werden muss.
Der Vorsitzende des Schaustellerverbandes Oldenburg hat in seiner Rede im Marktausschuss eindrucksvoll dargestellt, warum eine Durchführung kritisch gesehen wird. Nach seiner Aussage haben fast alle Ersatzmärkte, die in Deutschland in Corona-Zeiten stattgefunden haben, nicht den gewünschten Erfolg verzeichnet. In vielen Fällen mussten die Schausteller sogar mit einem Minus leben. Hinzu kommt die Lage des Markthamms im Ortskern von Zetel. Eine Komplettsperrung des Markthammgeländes würde für einen langen Zeitraum zu Beeinträchtigungen im Alltag führen, ich denke da nur an den Schülerverkehr. Problematisch wäre auch, den richtigen Zeitraum zu finden. Der „Pop-Up-Markt“ in Leer geht bis zum 11. November. Am 15. November ist bereits der erste stille Feiertag, es folgen der Totensonntag und die Weihnachtszeit.

Mal davon ab, dass die Marktvorbereitungen sehr lange vor dem eigentlichen Termin beginnen- was bedeutet die Absage nun für die Gemeinde selbst?

Olaf Oetken: Die Zusagen für die Großfahrgeschäfte sind bereits im Februar vor der Corona-Krise verschickt worden und das Rahmenprogramm war bereits abgesteckt. Während der Corona-Zeit wurde vieles „unter Vorbehalt“ abgemacht, sodass es kein Problem darstellt, wieder alles rückgängig zu machen.
Die direkten Vorarbeiten zum Markt entfallen jetzt, so dass nun andere Aufgaben angepackt werden können. Zu tun gibt es genug. Anfang des Jahres 2021 befassen wir uns dann mit den Märkten in Neuenburg und Zetel, die hoffentlich im Jahr 2021 wieder stattfinden können. Die Bedeutung der Absage für die Gemeinde Zetel als Veranstalter kann ich noch gar nicht abschätzen. Finanziell ist das kein Problem, da wir mit dem Markt keinen Gewinn machen und nur kostendeckend arbeiten.
Allein, dass der Markt nicht stattfindet, ist ein komisches Gefühl für uns. Meine Kollegen und ich sind bei der Planung und Abwicklung des Marktes immer mit Herzblut dabei und versuchen, einen attraktiven Markt auf die Beine zu stellen. Da wird schon etwas fehlen. Ich hoffe nur für die Schausteller, dass die Weihnachtsmärkte – wenn auch in anderer Form – stattfinden können. Ansonsten sehe ich für viele Schausteller schwarz und die Zukunft der Volksfeste steht in den Sternen.

Herr Oetken, traditionell ist am Schluss des Interviews noch Gelegenheit für eine persönliche Bemerkung.

Olaf Oetken: In diesem Zusammenhang weist die Gemeinde Zetel als Veranstalter des Zeteler Marktes und als Grundstückseigentümer des Markthammgeländes darauf hin, dass auch während der eigentlichen Veranstaltungstage des Zeteler Marktes die Vorschriften der Niedersächsischen Corona-Verordnung uneingeschränkt gelten. Auf dem Gelände selbst werden keine Aktionen, Events oder Ähnliches stattfinden und auch private Treffen mit größerem Ausmaß sind dort nicht zulässig.
Freuen wir uns umso mehr auf den Zeteler Markt 2021, der in der Zeit vom 6. bis zum 10. November 2021 stattfinden soll. Wir hoffen, dass unsere Schausteller diese schwierige Zeit überstehen, damit unsere traditionellen Volksfeste weiter bestehen bleiben.
Montag, 14 September 2020 09:30

Kein 336. Zeteler Markt in diesem Jahr

Zetel. Nun ist es offiziell: Auch der traditionsreiche Zeteler Markt wird in diesem Jahr vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ausfallen müssen. Im Marktausschuss der Gemeinde Zetel wurde kürzlich mitgeteilt, dass die Gemeinde in enger Abstimmung mit dem Schaustellerverband Oldenburg entschieden hat, den Zeteler Markt für dieses Jahr abzusagen.
Dass bis Ende des Jahres sämtliche Großveranstaltungen ausgesetzt sind, ist einer der Hauptgründe für die Absage des Zeteler Marktes. Wie Marktmeister Olaf Oetken ausführte, habe man vor der Entscheidung den am 27. August gefassten Erlass des Landes Niedersachsen noch abgewartet. Bund und Länder hatten sich Ende August darauf verständigt, dass Großveranstaltungen, bei denen die Corona-Auflagen nicht eingehalten werden können, bis Ende des Jahres grundsätzlich verboten bleiben.

Reserven aufgebraucht

Für Zetel wird es in diesem Jahr zwar keine Alternative in Form eines temporären Freizeitparks geben. „In Dortmund und Düsseldorf hat man zwei Freizeitparks aufgestellt, beide haben sich nicht gerechnet“, schilderte Schaustellerverbandsvorsitzender Michael Hempen in der Sitzung die Erfahrungen aus seiner Branche. In Zetel werde ein solches Konzept nicht funktionieren, ist Michael Hempen überzeugt: „Es würde keine Feierstimmung aufkommen und ein solcher Freizeitpark wird in Zetel nicht angenommen.“
Die Schausteller hoffen, dass das Geschäft im kommenden Jahr mit einer kleinen Tournee durch die Städte wieder anlaufen kann. Denn: Etliche Schausteller haben ihre Geschäfte eingelagert, „die Reserven sind längst aufgebraucht. Einige denken schon daran, die Lebensversicherungen aufzulösen.“ Die Not sei groß, so Michael Hempen. „Wir sind kaltgestellt, die Betriebe sind momentan nichts wert. Finanziell passt nirgends eine Scheibe Brot dazwischen.“ Angesichts der seit März andauernden Situation falle es schwer, die Mitstreiter ruhig zu halten. Wenn die Bundesregierung der Branche nicht eine ausreichend finanzielle Unterstützung einräume, „dann brauchen wir uns in 2021 nicht mehr über den Zeteler Markt unterhalten. Dann gibt es uns Schausteller nicht mehr.“

LaOLa als Lichtstreif

Die Politik in Zetel könne für die Schausteller nichts tun, sagte Michael Hempen: „Bis auf eines: Ladet alle Zeteler ein, uns in Oldenburg besuchen zu kommen.“ Dort findet nämlich vom 17. September bis 11. Oktober auf dem Freigelände an den Weser-Ems-Hallen der temporäre Freizeitpark „LaOLa“ statt. Die Schausteller hoffen, dass durch den vierwöchigen Freizeitpark ein paar Einnahmen hängenbleiben, um die Existenz zu sichern: „Es geht hier gerade um das blanke Überleben.“

Der „LaOLa“-Freizeitpark ist jeweils von Donnerstag bis Sonntag in der Zeit von 14 bis 22 Uhr geöffnet. Der symbolische Eintritt beträgt einen Euro. Die Besucherzahl auf dem Gelände ist auf 2000 begrenzt und wird durch Einlasskontrollen sichergestellt.
Zetel. Der Protest der Klimagruppe Friesische Wehde geht in die nächste Runde. In einem Offenen Brief wünscht sich die Gruppe „ausführliche Antworten“ der hiesigen Politik auf Fragen. Gleichzeitig fordern sie „den Stopp aller aktuellen und bisherigen Bauaktivitäten inklusive der vorbereitenden Arbeiten auf dem Gelände“.
Gleichzeitig sollen die Zeteler Politiker eine „zeitnahe erneute ausführliche Prüfung des Projektes unter Beachtung der Klimarisiken und der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung“ beschließen und zeitnah umsetzen. „Wir haben Angst um unser Wattenmeer, unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder, die Bewahrung unserer Heimat und die Zukunft unserer Gemeinde“, führen die Unterzeichner im Brief als Gründe für den Protest an.
Im Nachfolgenden die gestellten Fragen der Klimagruppe in voller Länge:

„Ökologische Aspekte:
1. Können Ausgleichsflächen tatsächlich die direkte Landschaftszerstörung und lokale Schäden und Einflüsse wie Flächenversiegelung, Lärm, Licht, Emissionen in Form von Müll, Abgasen und Staub wieder gut machen?
2. Das Gelände liegt direkt in der Zeteler Marsch, die es zu schützen gilt. Die Marschböden trocknen aus und verdichten sich durch die Bebauung, was ökonomische und ökologische Folgen hat. Sind diese Folgen sowie der Verlust des Bodens als CO2-Speicher mit einkalkuliert?
3. Rund 17% der Treibhausgasemissionen weltweit entstehen in der Zement- und Stahlproduktion. Halten Sie die Verwendung von Beton bzw. dem enthaltenen Zement und Stahl in dieser Größenordnung für vertretbar? Gibt es nachhaltige Baupläne, die dies berücksichtigen?
4. Gibt es konkrete Pläne für zukünftige Wasserstoffproduktion?
5. Sind die Strukturen leicht zurück zu bauen, wenn das Projekt sich wirtschaftlich nicht rentieren sollte?

Wirtschaftliche Aspekte:
6. Der Autohof fördert eine Transportlogistik, die der Vergangenheit angehört/angehören sollte, die Weichen werden an dieser Stelle mittel- und langfristig falsch gestellt: Derzeit wird die Bahnverbindung zum Jade-Weser-Port ausgebaut. Der JWP zeichnet sich immer wieder durch nachhaltiges Wirtschaften aus, sollte da nicht angedockt werden? Der Güterverkehr über die Schiene sollte zukünftig die wichtigste Rolle einnehmen aufgrund von Effizienz und Klimafreundlichkeit.
7. Welche Firmen wollen die Strukturen des LogisticPorts nutzen und wofür? Gibt es schon feste Verträge? Wieso sind direkt am Jade-Weser-Port noch große Logistikflächen frei, die einen größeren Standortvorteil haben durch die direkte Anbindung? Sollte bei so einem kostenintensiven Projekt wie dem Autohof Ellens nicht eine konkrete Nachfrage da sein?
8. Können wir mit unbefristeten Arbeitsplätzen mit einem angemessenen Einkommen rechnen, mit Ausbildungsplätzen und Aufstiegsmöglichkeiten? Werden diese Arbeitsplätze in 50 Jahren noch Bestand haben, wenn sich die Logistik weiterentwickelt? Um welche Anzahl an Arbeitsplätzen handelt es sich?
9. Sind die Kosten, die die Gemeinde übernehmen muss für die Erschließung des Geländes in den ausgeglichenen Haushaltsplan eingeplant nach so vielen Jahren Stillstand? Und auch die Mehrkosten der Klimaschäden, die durch den Bau des Autohofes entstehen? Sind die diesbezüglichen Verträge der Gemeinde mit dem Investor von (externen) Sachverständigen (Baurecht, Planungsrecht, Erschließung, Anforderungen) geprüft worden? Ist die Übernahme von zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehbaren Folgekosten durch die Gemeinde vertraglich ausgeschlossen?
10. Sind die Investoren bzw. die von ihnen mit der Realisierung von Autohof und Logistikzentrum beauftragten Unternehmen im Vorfeld der Vertragsschließung von der Gemeinde auf Bonität und Liquidität geprüft worden? Hat man Referenzen und vorherige Projektrealisierungen durch die Investoren überprüft?
11. Hat die Gemeinde Zetel eine Berechnung der zu erwartenden Gewerbesteuer- und sonstigen kommunalen Einnahmen durch den Autohof/das Logistikzentrum vorgenommen? Ist sichergestellt, dass Steuern von den Firmen des LogisticPorts auch tatsächlich hier vor Ort gezahlt werden, das heißt der Gemeinde zugutekommen? Ist geprüft worden, ob die beteiligten Firmen, z.B. durch einen Sitz im Ausland, tatsächlich hier vor Ort steuerpflichtig sein werden?
12. Die Zukunft des Jade-Weser-Ports ist für uns nicht glasklar. Wie lang wird es dauern, bis der Schiffsverkehr sich erholt hat von der Corona-Krise? 10 Jahre wie nach der Wirtschaftskrise 2008? Wird die Obergrenze des Containerwachstums von rund 11 Millionen TEU mitbedacht, die schon die Elbvertiefung irrelevant macht?
Was für ein Friesland wollen wir? Verantwortung gegenüber der Gesellschaft:
13. Der Tourismus ist unverzichtbar für unsere regionale Wirtschaft und basiert auf den landschaftlichen Vorzügen für Radfahrer und Küstenliebhaber. Derzeit schlängelt sich neben dem zu bebauenden Gelände eine kleine Straße durch die Landschaft, durch den Ort Ellens, in die friedliche Zeteler Marschenlandschaft hinein. Die Besucher bekommen in Ellens den ersten Eindruck der Friesischen Wehde: Heute Wiesen mit Kühen, morgen eine bebaute Fläche mit 15 m hohen Hallen? Müssen wir unser Landschaftsbild so verschandeln?
14. Ist die negative Entwicklung der Lebensqualität von Anwohnern durch die ökologischen Einbußen und den Verkehr bei so einer Projektplanung völlig irrelevant?
15. Die als Abkürzungs-Route beworbene Strecke durch die Orte Neuenburg und Zetel ist ein Schulweg und bereits jetzt für alle Verkehrsteilnehmer*innen durch unübersichtliche Kurven (z.B. Ohrbült) gefährlich. Ist vermehrter Verkehr zu verantworten mit Blick auf die Sicherheit, Gesundheit und die Lebensqualität? Sicherheitsmaßnahmen können Ampeln sein – doch ist die Abkürzung von 30 Minuten dann noch gegeben? Hebt sich durch eine solche Entwicklung der wichtigste Standortvorteil der Fläche wieder auf?“
Mittwoch, 21 August 2019 09:21

Feuerwehr löscht brennendes Auto

Zetel. Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Zetel: Am frühen Dienstagmorgen ist in der Straße Klein-Schweinebrück nahe der Kreuzung Neuenburger Straße ein Auto in Brand geraten. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Fahrzeug bereits komplett in Flammen.

Während der Löscharbeiten mussten die Einsatzkräfte auf Atemschutzgeräte zurückgreifen, der Fahrer des Fahrzeuges wurde vorsorglich mit einem Rettungswagen in ein umliegendes Krankenhaus gebracht.
Insgesamt war die Freiwillige Feuerwehr Zetel mit 15 Einsatzkräften rund 45 Minuten im Einsatz.
Zetel/Astederfeld. Die Tarbarger Landstraße kurz vor Popken Damm in Richtung Ammerland ist in keinem guten Zustand. Wo der Straßenverlauf von Asphalt auf Klinker wechselt, haben der Zahn der Zeit und der Verkehrsfluss deutliche Spuren hinterlassen: Zwischen den Klinkern wächst Moos und Gras, vereinzelte Asphaltflicken gleichen Unebenheiten und kleinere Löcher aus, die Straßenränder sind abgesackt.
Seit Montag wird auf dem Teilstück hinter der Einmündung der Kloppenburgstraße auf einer Strecke von rund 1,3 Kilometern mit schweren Maschinen gearbeitet, der Landkreis Friesland lässt hier die Straße erneuern. Ende September, so die Planung, soll das Klinkerstraßenbild dann der Vergangenheit angehören.
Die Arbeiten an der K311/Tarbarger Landstraße gehören zum letzten Bauabschnitt der Gesamtmaßnahme „Moorstrecke“, die 2015 respektive 2018 mit den ersten Grunderneuerungen begonnen und fortgeführt wurden. Der aufwendigen Straßensanierung der K311 steht ein moderater Kostenrahmen von 400.000 Euro gegenüber. Aufwendig deshalb, weil nicht nur der Klinker aufgenommen werden muss, sondern auch der im Untergrund befindliche Sand und Mutterboden in einer Tiefe von rund 30 Zentimetern ausgehoben wird. Danach folgt der Neubau der Straße in Asphaltbauweise. Die aufgehobenen Klinker gehen zu gleichen Teilen an die Gemeinde Zetel und die Stadt Westerstede. Darüber hinaus wird die Straße durchgehend auf 5,50 Meter verbreitert und ist damit 50 Zentimeter breiter als bisher.
„Die K311 war mal ein großes Sorgenkind, hier ging es auf und ab“, erklärt Landrat Sven Ambrosy bei der Begehung der Kreisstraße. Am Ende der langen politischen Beratung über eine mögliche Straßensanierung habe schließlich der Plan gestanden, die sogenannte Moorstrecke in drei Bauabschnitten zu sanieren. Die gesamte Finanzierungssumme aller Abschnitte beträgt 1,26 Millionen Euro.
Nicht nur der Zustand der Straßen, auch der morastige Untergrund haben eine Erneuerung notwendig gemacht. Um den Untergrund langfristig zu stabilisieren, ist bei beiden bisher erfolgten Sanierungen viel Torf ausgebaggert worden. „Das ist auf dem dritten Abschnitt, der aktuell vor uns liegt, lediglich auf den ersten 60 bis 70 Metern der Fall“, sagt Thorsten Hinrichs vom Fachbereich Straßenverkehr des Landkreises. Nach erfolgreicher Sanierung der K311 stehen weitere Investitionen im Rahmen des Masterplans für Straßen und Radwege an, stellt Landrat Sven Ambrosy in Aussicht.
Für Autofahrer bedeutet die Sanierung bis Ende September Umleitungen in Kauf zu nehmen. Eine solche Straßenerneuerung sei am effizientesten mittels Vollsperrung umzusetzen, erläutert Thorsten Hinrichs. Die bauausführende Firma habe mit den Anwohnern im Vorfeld bereits Gespräche geführt.

Aufgrund der Baumaßnahme wird bis voraussichtlich Ende September 2019 die Fahrbahn voll gesperrt: K 311 aus Neuenburg kommend über Bredehorn – Halsbek – Tarbarg nach Westerstede; K 311 aus Westerstede kommend über Tarbarg – Halsbek – Bredehorn – Collstede. Entsprechende Umleitungen sind ausgeschildert.
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