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Freitag, 02 November 2018 12:22

Biosphärenreservat: Mehr Chancen als Risiken?

Zetel. Marsch, Geest und Moor, von den in der Wehde lebenden Menschen über Jahrhunderte geformt und kultiviert, bilden eine besondere Kulturlandschaft, die im nördlichen Teil Deutschlands eine besondere Rolle einnimmt. Wie lässt sich dieser Bereich des Binnendeiches auch für zukünftige Generationen sichern und unter nachhaltigen Gesichtspunkten voranbringen? Eine Möglichkeit bietet hier die Zertifizierung der Gemeinde Zetel als Biosphärenreservatsgemeinde.
Den genauen Prozess hinter der UNESCO-Auszeichnung stellte in der jüngsten Umwelt- und Planungsausschuss-Sitzung Peter Südbeck als Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer vor. Die Zertifizierung soll vor allem eines schaffen: Eine nachhaltige Regionalentwicklung, „die eine gerechte, lebensfähige und lebenswerte Welt schafft“, wie der Peter Südbeck erläuterte.
Das Biosphärenreservat gliedert sich in drei Teile. In der Mitte liegt die geschützte Kernzone, umgeben von einer Pufferzone. Um diese gruppieren sich die jeweiligen Gemeinden als sogenannte Entwicklungszone. Während im Kern- und Puffergebiet Naturschutz- und Landschaftsgebietsregelungen Anwendung finden, ist die Entwicklungszone frei von Naturschutzauflagen. Das liege daran, dass die Entwicklungszone nicht nach dem Bundesnaturschutzgesetz definiert ist, wie Peter Südbeck erklärte: „Wir legen keiner Kommune hinterher einen Zehn-Punkte-Plan vor. Es gibt keine Vorschriften, vieles kann, aber nichts muss.“
Das gesamte Konzept basiert laut Südbeck auf Freiwilligkeit und Interesse an einer gemeinschaftlichen Gemeindeentwicklung in kleinen Schritten. Das macht auch die Zielsetzung deutlich, unter anderem Partnerschaften mit Tourismusorganisationen, Restaurants sowie Hotel- und Herbergsbetreibern zu bilden oder den Nahverkehr von Bus und Bahn weiter voran zu bringen. Hinzu kommt der Erhalt regionaler Kultur – die Perspektiventwicklung schließt dabei die Landwirtschaft mit ein. Ein Punkt ist dabei die Förderung der biologischen Landwirtschaft und der Biodiversität, beispielsweise durch Bauerngärten oder Kompensationsflächen. Auch die Förderung regionaler Erzeugnisse, etwa unter der Marke „Wattenmeer-Produkt“, sei möglich.
Peter Südbeck sprach in diesem Zusammenhang von Chancen statt Risiken: Die Ängste vor einer Entwicklungszone nach dem Bundesnaturschutzgesetz, einem zwanghaften Naturschutz oder Einschränkungen im Baurecht seien unbegründet. Die Gemeinden erhielten die Möglichkeit, ihr Image nach außen und die Identität nach innen auszubauen und ferner von Fördermöglichkeiten durch die Zertifizierung zu profitieren.
Der nächste Beitrittsprozess beginnt im Januar 2019. Für die interessierten Gemeinden besteht damit die Möglichkeit, zur Jahresmitte 2020 über den Beitritt abzustimmen.

Die Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses verfolgte auch Hartmut Seetzen als Kreislandvolk-Vorsitzender. In der Sitzung durften allerdings ausschließlich Zeteler Einwohner Fragen zur Thematik Biosphärenreservat stellen. Auf Nachfrage des Friesländer Boten erläutert Hartmut Seetzen nach der Sitzung die Hintergründe für die ablehnende Haltung der Landwirtschaft gegenüber einer Zertifizierung als Biosphärenreservatsgemeinde.
So befürchten die Landwirte unter anderem, dass nach einem Wechsel in der Landesregierung die in der Entwicklungszone befindlichen Flächen der jeweiligen zertifizierten Gemeinden unter Landschafts- oder Naturschutz gestellt werden könnten. Zwar werde seitens der Nationalparkverwaltung eine solche Vorgabe verneint, doch „die Erfahrungen in den letzten 30 Jahren haben gezeigt, dass immer etwas oben drauf kommt“. so Hartmut Seetzen.
Mit der Zertifizierung würde sich die jeweilige Gemeinde zudem in vielen Bereichen verbindlich festlegen, was nachträglich nicht mehr so einfach geändert werden könne. Auch den seitens der Nationalparkverwaltung erwähnten touristischen Vorteil hält Hartmut Seetzen für überschaubar: „Wenn wir einen heißen Sommer haben, zieht es die Urlauber ohnehin in die Küstenregion.“ Ein weiteres Problem zeichnet sich laut dem Kreislandvolk-Vorsitzenden auch bei der Verteilung der Fördermittel ab. „Wenn viele zertifizierte Gemeinden dabei sind, geht es zwangsläufig nach einer Rangliste“, so Hartmut Seetzen. Dann könne es auch sein, dass die Fördermittel wegen der Vielzahl der sich bewerbenden Gemeinden gering ausfallen.
Ausschlaggebendes Kriterium in der Diskussion sei jedoch die Sorge, dass es bei der freien Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen zu Einschränkungen kommt. „Von Seiten der Landwirtschaft lehnen wir das deshalb für Friesland ab. Da gibt es kein Verhandeln“, sagt Hartmut Seetzen mit Nachdruck. Auf lange Sicht sei die Landwirtschaft Verlierer, „was von den Gemeinden wiederum aufgefangen werden muss.“ Gleichwohl, fügt der Kreislandwirt hinzu, sei man mit der Politik in Friesland sehr zufrieden, viele Projekte würden von der hiesigen Landwirtschaft wohlwollend begleitet.
Zetel. Es gibt viele Möglichkeiten zu träumen – und ebenso viele Wege diese zu erfüllen. Das zeigt das inklusive Filmexperiment „Geiht nich, gifft’t nich“ der GPS-Werkstatt Jeringhave und der NDR-Journalistin Carola Schede. Die Lebensträume von GPS-Werkstattmitgliedern sind zentraler Inhalt des Films – mit der Premiere im Zeteler Zeli dürfte auch gleich der Zwölfte in Erfüllung gegangen sein. Denn die Organisatoren des Premierenabends zogen alle Register, um in die Veranstaltung ein wenig Hollywood-Flair einzubringen: ein sprichwörtlicher roter Teppich mit Sektempfang und frisches, selbstgemachtes Popcorn und eine erste Reihe exklusiv für die Darsteller bildeten den festlichen Rahmen des gutbesuchten Abends. Nicht jeder Besucher erhielt einen Sitzplatz und zeitweise war das Kino so voll, dass niemand mehr eingelassen wurde. Abhilfe schaffte eine zweite Vorführung, die Zeit konnten die Wartenden bei kulinarischer Bewirtung im Café des Mehrgenerationenhauses überbrücken.
Landrat Sven Ambrosy sprach in seiner Begrüßungsrede von einem „Herzensprojekt“, welches ein buntes und vielfältiges Friesland zeige und dabei deutliche Akzente im Miteinander setze. Die vielfältige Region mit ihren Besonderheiten für diese Kulturlandschaft sei ein tragendes Element des Films, machte Werkstattleiterin Heike Sander deutlich: „Die Wünsche der Darsteller sind dabei der rote Faden, der uns durch ganz Friesland führt.“
Worum geht es in dem Film? Ohne zuviel vom Inhalt zu verraten: Es geht um die Arbeit einer Hochzeitsplanerin, einen jungen Mann, der einmal gerne James Bond sein möchte und sein Glück auf dem Bockhorner Oldtimermarkt findet. Und da wären noch zwei Bürgermeister, die sich eine gesellschaftliche Teilhabe auf Augenhöhe wünschen. All diese einzelnen Motive laufen auf einen Höhepunkt zu – bei dem ein singender Kellner noch eine besondere Rolle spielt …
„Geiht nich, gifft’t nich“ berührt, ist jedoch gleichzeitig ein mit viel Humor und Authentizität eingefangenes Porträt. Wenn zu Beginn des Films die Darsteller ihre Träume vorstellen, fängt die Kamera unmittelbar die Persönlichkeit des jeweiligen Menschen und seiner Tätigkeit in der GPS-Werkstatt Jeringhave ein.
Mit ruhigen Schwenks und Überblendungen entsteht ein sich langsam entfaltendes Filmwerk, das an vielen Stellen deutlich macht, wie lebensnah einige der im Film dargestellten Träume sind: sei es eine Hochzeit oder der Retter in der Not, der zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Besonders hervorzuheben ist die Spielfreude, die Darsteller gehen in ihren Rollen spürbar auf. Ein feiner Witz und die authentische Art machen den Film zu einem kurzweiligen Vergnügen mit einer Botschaft, die auch nach der Vorführung noch lange im Kopf bleibt.
Das Zeli zeigt „Geiht nich, giff’t nich“ am Mittwoch, 21., und Dienstag, 27. November, nochmals auf der großen Leinwand. Eine DVD ist in Planung, Bestellungen sind möglich per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Freitag, 02 November 2018 12:07

Neue Ampel soll für mehr Sicherheit sorgen

Bockhorn. Bisher waren auf der Alten Bahnlinie/K 102 neben dem Bockhorner Neubaugebiet „Am Urwald“ 100 Stundenkilometer erlaubt, mit der Entscheidung des Landkreises Friesland aus dem Ergebnis der jüngsten Verkehrsschau ist das vorbei: Für Autofahrer gilt hier maximal 70 (wir berichteten).
Das ist der Bockhorner SPD zu wenig. „Tempo 70 reicht nicht“, macht Rainer Brunken deutlich. Trotz der reduzierten Geschwindigkeit sei auf der Querungshilfe neben der Einfahrtsstraße zum Neubaugebiet ein gefahrloses Wechseln der Straßenseite nicht möglich: „Eine Ampel ist unerlässlich.“ Ob und inwiefern weitere Regelungen auf der Alten Bahnlinie und insbesondere im Bereich der Querungshilfe die Sicherheit erhöhen können, war Thema eines Ortstermins mit Thorsten Hinrichs, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Friesland. Auch Anwohner und Vertreter der Gemeindeverwaltung nahmen an der Begehung teil.
Woher kommt die Entscheidung für eine Anpassung von 70 Stundenkilometern? Thorsten Hinrichs: „Die Verkehrserhebung 2015 hat gezeigt, dass von den täglich 2500 Fahrzeugen 85 Prozent die Geschwindigkeit von 66 Stundenkilometern nicht überschreiten.“ Das spreche für eine Regelung von 70 Stundenkilometern.
Die Installation einer Ampel ist an verkehrsrechtliche Vorgaben geknüpft. Im Fall der Alten Bahnlinie bedeutet das, so Hinrichs, dass rund 450 Fahrzeuge pro Stunde die Straße frequentieren müssten. Dazu kommt, dass die Zahl der Querungen durch Erwachsene bei 100 pro Stunde liegen muss, um eine Ampel erforderlich zu machen. „Bei besonders schutzbedürftigen Personen wie Schülern müssten es immer noch 50 Querungen pro Stunde sein. Obwohl wir zum Querungsverhalten keine Zahlen haben, bezweifle ich, dass wir diese Zahlen hier erreichen“, gab der Leiter des Straßenverkehrsamtes zu bedenken. Sollte jedoch die Gemeinde selbst eine Ampel an der Stelle für sinnhaft erachten, könne diese aufgestellt werden, sofern die Gemeinde für die Unterhaltungskosten selbst aufkommt, so Thorsten Hinrichs weiter. Wie Anwohner Marcel Niemeyer berichtete, nutzen derzeit rund 35 Kinder unter sechs Jahren den Schulweg aus dem Neubaugebiet heraus. Diese würden auch die Alte Bahnlinie überqueren. Die Kinder aufgrund von Sicherheitsbedenken zur Schule zu fahren, sei keine Lösung, so Marcel Niemeyer: „Die Schule möchte nicht, dass die Kinder allesamt mit dem Auto zur Schule gebracht werden, weil dadurch der Busverkehr beeinträchtigt werden kann.“
Wie geht es weiter? Johann Helmerichs, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bockhorn, erklärte, dass man mit einem Antrag auf eine „freiwillige“ Ampel ähnlich wie in Steinhausen an die Gemeindeverwaltung Bockhorn herantreten werde.
Bockhorn. Bereits im Bauauschuss gingen über die Frage, ob die Gemeinde Bockhorn für das Gebiet „Klinkerhof“ eine Veränderungssperre erlassen soll, die Meinungen auseinander. Derzeit ist das Gebiet „Klinkerhof“ ohne Bebauungsplan, ein Bauleitverfahren läuft derzeit. Eine Veränderungssperre bedeutet, dass in dem Gebiet ohne Genehmigung der Gemeinde weder neu- noch umgebaut werden darf, ein Abriss von Gebäuden ist damit ebenfalls verboten. Allerdings: Betroffen wäre im „Klinkerhof“-Gebiet damit die Planung von Aldi, dort einen 1200 Quadratmeter großen neuen Discounter zu errichten.
In der jüngsten Ratssitzung kam es zu einer kontroversen Diskussion. Horst Hoffschnieder (SPD) erneuerte in der Sitzung seine Kritik, dass damit einem Gewerbetreibenden, der ein Bauvorhaben in dem Bereich umsetzen wolle, Fesseln angelegt würden. Thorsten Krettek (CDU) lehnte die Veränderungssperre ebenfalls mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren der Firma Schomaker gegen den Landkreis Friesland ab. Da die Gemeinde Bockhorn in dem Rechtsstreit als Beisitzer geladen sei, bestehe die Gefahr, dass die Gemeinde Bockhorn in Regress genommen werde. „Wir sollten außerdem potentielle Investoren nicht abschrecken.“
„Ich sehe das völlig anders. Die Veränderungssperre ist nichts anderes als ein Flächennutzungsplan auf Zeit. Es geht nicht darum, etwas zu verhindern, wir brauchen die Veränderungssperre, um Rechtssicherheit zu bekommen“, wandte Rolf Scherer (FDP/Scherer) ein, der zudem eine namentliche Abstimmung beantragte: „Ich möchte, dass die Ratsmitglieder Verantwortung für ihre Entscheidung übernehmen.“ Gleichzeitig kritisierte der Ratsherr, dass an der rechtlichen Vorberatung zu dem Thema durch einen Fachanwalt einige Bauausschussmitglieder nicht teilgenommen hätten. „Wie die Ratsmitglieder mit dem Thema umgehen, ist kritikwürdig“, so Rolf Scherer.
Christa Hoppenheit (UWG) sprach sich für die Veränderungssperre aus und bekräftigte, dass sie eine Sicherheit sei, bis der Bebauungsplan rechtskräftig sei. „Wir können zwar heute eine Veränderungssperre erlassen, können es aber auch dann tun, wenn ein Bauantrag vorliegt“, erklärte Dirk Ihmels (CDU). „Es gibt doch bereits einen Antrag von dem Investor, mit dem wir im Rechtsstreit liegen“, entgegnete Rolf Scherer. Bürgermeister Andreas Meinen bestätigte, dass es einen Antrag des Investors gebe, der auch am 27. Juni den Fraktionsvorsitzenden zur Kenntnisnahme zugegangen sei.
Olaf Nack (UWG) äußerte Unverständnis über die Haltung der CDU. Es entstehe der Eindruck, die CDU wüsste etwas, von dem der übrige Rat nichts wisse. Diese Aussage ließ Thorsten Krettek nicht gelten: „Ich wundere mich über die Schärfe in der Diskussion. Ich weise entschieden zurück, dass wir mehr wissen als alle anderen.“

Am Ende votierte der Rat mit zehn Nein-Stimmen gegen die Veränderungssperre, nur acht sprachen sich bei einer Enthaltung dafür aus.
Neuenburg. Wie ist es um die Barrierefreiheit im Neuenburger Ortskern bestellt? Eine Frage, die der SOVD im Kreis Friesland kürzlich im Rahmen einer Ortsbegehung nachgegangen ist. Der Vorsitzende des SOVD-Ortsvereins Neuenburg, Hans Meine, Frauen der umliegenden Ortsvereine des Kreisverbandes Friesland und zeitweise Bürger und Anwohner nebst Mitgliedern des Zeteler Gemeinderates waren ebenfalls beteiligt und schauten sich mit der Kreisfrauensprecherin Ingeborg Brunken die örtlichen Problemfälle an.
Ausgestattet mit Rollstuhl und Rollator, ging es in erster Linie um die Wege und Überquerungen und deren Tauglichkeit für Menschen mit Gehbehinderung oder mit Rollator. Im Laufe der Begehung kam die optimale Breite der Gehwege zur Sprache, die Länge einer Ampelschaltung wurde überprüft und der problematische Miniabsatz bei abgesenktem Bordstein wurde als bleibendes Hindernis für Rollstuhlfahrer erkannt.
Der defekte Fahrstuhl am Schloss wurde moniert, insbesondere das Zuparken von Gehwegen am Schloss und am Senfpott fielen mit Rollstuhl sehr negativ auf. So fehlen Parkplätze mit ausreichender Breite, die es auch Rollatorfahrern ermöglichen, aus ihrem Auto auszusteigen. „Diese Missstände können jetzt bei der Planung des Ortskerns Neuenburg verhindert werden“, so die Mitglieder des SOVD.
Nach der Veranstaltung trafen sich die Frauensprecherinnen der Ortsvereine: Ingrid Huger (Neuenburg), Maria Bolenski (Bockhorn), Waltraud von Waaden (Varel) sowie die Kreisfrauensprecherin Ingeborg Brunken und der Vorsitzende des Planungs- und Umwelt-Ausschusses, Klaus-Dieter Huger, in kleinerem Kreis. Hierbei wurde das Ergebnis zusammengefasst und das weitere Vorgehen abgesprochen. Von Seiten der Gemeinde ist zwischenzeitlich zugesagt worden, die Ampelschaltung überprüfen zu lassen, den Fahrstuhl am Schloss zu ersetzen und die Erkenntnisse des Rundganges in die Planungen einfließen zu lassen. Ingrid Huger: „Dabei sind wir auch auf die Anregungen und Vorschläge der Menschen angewiesen, um die es geht. Bei unserem Rundgang haben wir in erster Linie die Schwierigkeiten von Rollstuhl- und Rollatornutzern betrachtet. Es gibt aber wesentlich mehr und unterschiedliche Handicaps, bei denen es auch oft Einzelfallentscheidungen sind, die mehr oder weniger leicht zu klären sind.
So hilft eine längere Ampelphase auf dem Schulweg beim Übergang der Landesstraße den Schulkindern, Müttern mit Kinderwagen und den Nutzern von Rollstühlen und Rollatoren ebenso wie Menschen mit Gehbehinderungen.“
Das Ziel der Barrierefreiheit sei ein laufender Prozess und könne nur im laufenden Gespräch und im Miteinander aller Einwohner stetig verbessert werden. „Wir haben bei dem Rundgang gemerkt, dass der SOVD, der sich für die sozialen Belange der Menschen einsetzt, sich mehr zu Wort melden muss, wenn es um die Probleme vor Ort geht.“

☛ Wer Anregungen geben möchte, kann sich an den Ortsvorsitzenden des SOVD, Hans Meine, unter ☎ 04452/8724 oder die beiden Frauensprecherinnen Ingrid Huger (☎ 04452/918442) oder Barbara Elsner (☎ 04453/3956) wenden.
Freitag, 31 August 2018 11:44

Decken und Tücher halten schön warm

Bockhorn/Zetel. Unermüdlich, von Oktober 2017 bis jetzt, haben die Strickerinnen von „Betty’s Strickgruppe“ an Tüchern und Decken gearbeitet, am vergangenen Mittwoch haben die Frauen drei volle Reisekoffer mit Decken und Schultertüchern als Spende nach Bockhorn gebracht – künftig wärmen die Strickteile die Bewohner des Senioren- und Pflegeheims Osterforde.
20 Decken und 25 Schultertücher in verschiedenen Variationen sorgten schon beim Auspacken für anerkennende Blicke bei den Pflegekräften des Seniorenheims, die die Stücke stellvertretend in Empfang nahmen. Neben viel Lob für die Fleißarbeit gab es für die Strickerinnen einen Blumenstrauß als Dankeschön.
Die Frauen in „Betty’s Strickgruppe“ arbeiten ausschließlich mit gespendeter Wolle – die daraus entstehenden Stücke gehen kostenlos an Heimeinrichtungen, werden jedoch auch auf Basaren und Adventsmärk­ten veräußert. Der dabei entstehende Erlös wird wiederum gespendet.
Am 17. November ist „Betty’s Strickgruppe“ an einem Basar im Marianne-Sternberg-Haus Jever, am 25. November an einem vorweihnachtlichen Basar im Senioren- und Pflegeheim Osterforde beteiligt.
Wollspenden werden stets gerne entgegengenommen (auch Einzelknäuel). Einrichtungen, die Wollsachen benötigen, können sich bei Gruppenleiterin Betty Balkow unter ☎ 04453/484565 melden.
Zetel. Der Erfolgsgeschichte des Zeteler Vereins „Stoffwechsel“ steht eine kleine Anekdote voran, die vielen Menschen bekannt vorkommen dürfte. „Ich habe mir irgendwann gedacht, ich könnte meinen Kleiderschrank mal aufräumen – aber zum Wegwerfen waren mir die Sachen zu schade“, erinnert sich die Vorsitzende Margrit Weydemans. Das war vor sieben Jahren. Gemeinsam mit sechs anderen Frauen entstand damals die Idee, etwas Sinnvolles mit Kleidung anzustellen, die nicht mehr benötigt wird. Aus dieser Überlegung wurde „Stoffwechsel“.
Das Konzept dahinter ist, gut erhaltene beziehungsweise neuwertige Kleidung für wenig Geld anzubieten. Der Clou: Der Erlös wird nach Abzug der Kosten komplett gespendet, wo Hilfe benötigt wird. Eine intensive Zusammenarbeit besteht unter anderem mit der Gemeinde Zetel, den Freien Sozialen Diensten, dem Hospiz, der Tafel sowie den Vereinen „Schlüsselblume“ und „Flugkraft“. Der gemeinnützige Verein ist selbstständig und unabhängig von der Gemeinde Zetel.
Was mit sieben Frauen anfing, ist heute auf 23 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen angewachsen. „Alle sind sehr engagiert und mit viel Spaß bei der Sache“, sagt Margrit Weydemans, die sich vor allem darüber freut, dass viele der Frauen im Kleiderladen von Anfang an bis heute dem Konzept treu geblieben sind. Jeweils vier Frauen bilden eine Gruppe, die sich um das kümmert, was gerade anfällt: Annehmen von Kleidung, das Sichten oder die Sortimentspflege des Kleiderladens. Dieses ist recht umfangreich, von festlicher Mode, über Kinderkleidung zu Röcken und Saisonmode sowie Tischdecken und Bettwäsche.
Wichtig ist, dass die abgegebene Kleidung sauber und unbeschädigt ist. Kleinere Aufbereitungen, wie einen Knopf annähen, der fehlt, übernehmen die Damen bei der Annahme. Selbst nach sieben Jahren kommt im „Stoffwechsel“ täglich eine große Menge an Kleidung an. „Das zeigt, wieviele das Konzept annehmen und unterstützen“, freut sich Margrit Weydemans, „ohne die Spender und Kunden könnten wir nicht so weitermachen. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich bei allen.“
Großer Wert wird im „Stoffwechsel“ auf Kundenbedienung gelegt. „Wir haben viele Stammkunden, darunter auch ältere Menschen. Da wird auch mal beim An- oder Auskleiden geholfen, wenn es notwendig ist“, betont Margrit Weydemans. Viele, die in den Kleiderladen kommen, kennen die engagierten Frauen beim Namen. „Wenn jemand etwas Besonderes sucht, suchen wir so lange, bis wir etwas für den Kunden gefunden haben. Und wenn gerade nichts da ist, halten wir die Augen offen.“
Die Kundschaft ist bunt gemischt, kaufen darf hier jeder. Es sind keineswegs ausschließlich bedürftige Bürger, die hier für wenig Geld gut erhaltene Kleidung bekommen – unter den Besuchern sind auch viele, die ungewöhnliche Stücke suchen, die man andernorts nur schwer bekommt. Auf die Frage, ob sie sich für die nächsten sieben Jahre etwas Besonderes wünschen, reagiert Margrit Weydemans mit einem Schmunzeln. „Wir wünschen uns, dass es so weiterläuft wie bisher.“

Übrigens: Derzeit läuft bis zum 7. September eine 50-Prozent-Aktion auf alle Kleidungsstücke, zusätzlich hat der Kleiderladen an dem Tag durchgehend von 9 bis 18 Uhr geöffnet, für die Kunden gibt es einen Sektempfang und kleine Überraschungen für Groß und Klein. Am 12. September kommt die Herbst-Winter-Kollektion in die Auslage. Zu finden ist „Stoffwechsel“ in der Neuenburger Straße 17 (Aldi-Parkplatz).
Freitag, 03 August 2018 10:22

Verkauf von Grundstücken beginnt im August

Zetel. Der Verkauf der Grundstücke innerhalb des Neubaugebietes „Zetel Süd“ beginnt ab dem 28. August. Dies teilt die Gemeinde Zetel in einer E-Mail mit, die an alle Interessenten, die sich für ein Grundstück haben vormerken lassen, verschickt worden ist.
Wie Detlef Kant von der Bauleitplanung der Gemeinde erläutert, waren die Planungen zur Ausweisung des Baugebietes sehr viel aufwendiger, als es sich zu Beginn der Planungen abzeichnete. „Zunächst musste der ursprüngliche Plan insgesamt wegen der notwendigen Verlegung des Regenrückhaltebeckens überarbeitet werden. Aber auch die Lösung zur Entwässerung des Gebietes hat Zeit in Anspruch genommen. Daher kann die Vermarktung leider erst jetzt beginnen“, erklärt Detlef Kant. Die Vermessung des Baugebietes ist inzwischen in Auftrag gegeben worden, die Erschließungsarbeiten sind ausgeschrieben. Nach der vorläufigen Zeitplanung kann mit den Tiefbaumaßnahmen im September 2018 begonnen werden. Bei normaler Witterung werden die Arbeiten dieses Jahr abgeschlossen sein.
Wie in der Mitteilung weiter ausgeführt, wird die Verlegung der Versorgungsleitungen (Strom, Gas, Wasser, Telefon) nicht von der Gemeinde Zetel beauftragt. Auf die zeitliche Abfolge zur Verlegung der Versorgungsleitungen hat die Gemeinde Zetel keinen Einfluss, sei jedoch bestrebt, die Leitungen im Zuge der Erschließungsarbeiten mit verlegen zu lassen.
Die genaue Bezifferung der Preise steht noch aus, vorbehaltlich des Beschlusses des Zeteler Rates werden die Kaufpreise in der Kategorie I (oberer Kategorie) 75, in der Kategorie II 70 und in der Kategorie III (untere Kategorie) 65 Euro pro Quadratmeter kosten. Darin sind bereits die Kosten der Erst­erschließung, also des Straßenbaus, der Lampen und der Straßenentwässerung sowie die Kosten für den Anschluss an die Schmutzwasserkanalisation, enthalten. Für Familien mit Kindern ist eine Förderung geplant, worüber der Rat noch zu beschließen hat.
Vorbehaltlich des Ratsbeschlusses beginnen die Verkäufe der Grundstücke am Dienstag, 28. August. Dazu sind Interessenten für 18 Uhr in den „Wehdehof“ (Gaststätte Tepe), eingeladen. Dort wird das Baugebiet nochmals vorgestellt und auf Fragen zum Baugebiet oder zum weiteren Ablauf eingegangen.
„Soweit Sie ein Grundstück erwerben möchten, können Sie an dem Abend verbindlich ein Grundstück aussuchen. Dabei ist den Interessenten, die ein eigengenutztes Wohnheim errichten möchten, zunächst der Vorzug gegeben. Die Auswahl erfolgt entsprechend der Reihenfolge der Reservierungsliste“, so Detlef Kant. Sollte nicht selbst oder per Vertreter der Termin wahrgenommen werden, werde davon ausgegangen, dass kein Interesse mehr besteht. Dann rücken die anderen Interessenten auf. Nach Vormerkung des gewünschten Grundstückes ist außerdem kurzfristig ein Kaufvertrag zu schließen oder, um das Grundstück weiterhin reservieren zu lassen, der Finanzierungsnachweis der Bank innerhalb von drei Monaten vorzulegen.
Für Rückfragen steht Detlef Kant unter ☎ 04453/935215 während der üblichen Öffnungszeiten des Rathauses zur Verfügung.
Freitag, 03 August 2018 10:18

Viel anzupacken in den kommenden Jahren

Zetel. Herbert Oltmanns ist ein echter Tausendsassa, jemand, der es sich nicht nehmen lässt, sich unermüdlich für verschiedene Dinge einzusetzen. Die Vita des 79-Jährigen, der seit 1999 dem Heimatverein Zetel als Vorsitzender vorsteht, umfasst Tätigkeit im Gemeindekirchenrat, der Synode des ehemaligen Kirchenkreises Varel, außerdem ist der Zeteler nach wie vor Vorstand im Diakonischen Werk Zetel.
Sein Engagement hat sich ausgezahlt – im April ist er mit der Ehrennadel der Oldenburgischen Landschaft für seine Verdienste um das Oldenburger Land ausgezeichnet worden. Heimatkunde und die plattdeutsche Sprache sind die beiden Hauptthemen, denen sich Herbert Oltmanns seit 1999 und dem damit verbundenen Eintritt ins Rentenalter mehr und mehr gewidmet hat. Als Vorsitzender des Heimatvereins lag die Verantwortung für den Betrieb des Schulmuseums in Bohlenbergerfeld in seinen Händen – welches sich unter der Trägerschaft positiv entwickelte.
Das Wissen um die Heimat gibt der Zeteler auch öffentlich weiter – der Heimatverein bietet einmal im Monat eine Aktivität an, sei es ein Vortrag eines Referenten oder eine heimatkundliche Fahrt. „Wir haben inzwischen zahlreiche Gäste von außerhalb, die an dem Programm teilnehmen“, erläutert Herbert Oltmanns die Entwicklung der letzten Jahre. Bis zu 100 Gäste kämen inzwischen an den Vortragsabenden in das Zeteler Lichtspielhaus, so der 79-Jährige.
225 Mitgliedern zählt der Heimatverein aktuell – „allerdings haben wir einen sehr hohen Altersschnitt“, gibt Herbert Oltmanns zu bedenken. Neue Mitglieder kämen oft erst hinzu, wenn sie das Rentenalter erreicht haben. Sorge bereitet dem Vorsitzenden zudem die Nachfolge im Amt: „Da mache ich mir persönlich große Gedanken. Wenn wir nach Neuenburg oder Varel blicken, sind die Heimatvereine dort sehr gut aufgestellt und haben eine Regelung gefunden. Es ist wichtig, dass wir das, was wir aufgebaut haben, erhalten.“
Derzeit sind einige Großprojekte in Planung – dazu gehört auch eine Chronik des Heimatvereins. Ein zeitaufwendiges Unterfangen – aber der Zeteler ist optimistisch: „Das müssen wir hinbekommen.“ Der Heimatverein verfügt über ein großes Bilderarchiv mit vielen unveröffentlichten Aufnahmen. Die Sortierung und Lagerung der teils seltenen Originalnegative und Aufnahmen ist ein weiteres Thema, mit dem sich der Heimatverein die kommenden Jahre auseinandersetzen wird. Darin eingeschlossen sind die noch zu sortierenden Schriften, Bilder sowie Nachlässe mit Zeitungsartikeln, die im Schulmuseum Bohlenbergerfeld lagern.
Auf den Zeteler warten noch zahlreiche Aufgaben, aufgeben oder die Hände in den Schoß legen kommt Herbert Oltmanns nicht in den Sinn – er setzt sich weiterhin für die Dinge ein, die ihm seit Jahrzehnten am Herzen liegen.
Wer den Heimatverein unterstützen möchte, bekommt Informationen direkt bei Herbert Oltmanns unter ☎ 04453/939678.
Freitag, 03 August 2018 10:15

Auszeichnung für langjähriges Engagement

Bockhorn. „Was getan werden muss, muss getan werden, dann aber ordentlich“ – das ist die Maxime, die der Bockhorner Paul Weber seit nunmehr 20 Jahren im sozialen und kommunalpolitischen Bereich verfolgt.
Der 75-Jährige ist ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen tätig. Allem voran seit 1987 in der Gedenk- und Friedensarbeit des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge (VDK), mittlerweile als Vorsitzender des VDK-Ortsverbands Bockhorn. Zu seinem Engagement gehört auch die Arbeit mit der Oberschule Bockhorn, wo Paul Weber regelmäßig die Schüler über die Arbeit des Volksbundes aufklärt. Für die Organisation und Gestaltung der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag zeichnet der Bockhorner ebenfalls verantwortlich.
Auch im Ortsbild Bockhorn findet sich die Arbeit Paul Webers wieder. 2004 initierte er mit dem Heimatring Bockhorn die Pflege und Neugestaltung der sowjetischen Kriegsgefangengräber auf dem Bockhorner Friedhof. Die Entwicklung der Gemeinde selbst hat der 75-Jährige als langjähriges CDU-Ratsmitglied von 2001 bis 2011 mit vorangetrieben. Auch in der Flüchtlingshilfe ist Paul Weber ehrenamtlich seit 2015 aktiv, des Weiteren ist er Gründungsmitglied und Mitorganisator der Jahrestreffen der Deutsch-Ungarischen Freundschaft zwischen Bockhorn und der Partnergemeinde Vertéssomló.
Für seine Verdienste ist Paul Weber vor kurzem mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Landrat Sven Ambrosy überreichte die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde im Schloss Neuenburg – „eine hochverdiente Auszeichnung“, wie Landrat Sven Ambrosy anmerkte, „die sich auch stets stellvertretend an Partner und Freunde richtet, denn ohne deren Verständnis und Unterstützung ist Ehrenamt nicht möglich.“
Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen lobte den Einsatz des Geehrten in den Schulen in Bezug auf die Sammlungen der Kriegsgräberfürsorge: „Es sind viele Jugendliche, die mitmachen und mit großem Eifer dabei sind. Damit trägst Du eine wichtige Aufgabe in die nächste Generation hinein.“ Die durch die Flüchtlingskrise 2015 entstandenen Aufgaben habe man dadurch meistern können, dass jemand die Planung und Koordinierung übernommen habe: „Du warst dabei ein ganz wichtiges Glied. Für Deine Arbeit sage ich von Herzen vielen Dank.“
Ans Aufhören denkt Paul Weber nicht – „auch wenn ich inzwischen gelernt habe, in dem ein oder anderen Fall Nein zu sagen“, wie der 75-Jährige mit einem Augenzwinkern anmerkte.
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