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Zetel/Varel. Derzeit werden an der Außenstelle des Lothar-Meyer-Gymnasiums (LMG) in Zetel noch jeweils zwei 7. und 8. Klassen unterrichtet. Die Betonung liegt auf „noch“ – denn der Standort Westerende 2 schließt am 28. Juni und damit mit Beginn der Sommerferien für immer seine Türen.
Künftig besuchen die Gymnasiasten ausschließlich den LMG-Hauptstandort in Varel. Der Unterricht in Zetel läuft langsam aus, das vom Förderverein finanzierte Inventar der Zeteler Außenstelle zieht mit den Schülern zum Sommer um. Bevor die Außenstelle abgeschlossen wird, sichten Fachleute, was von der Einrichtung noch benötigt wird.

Im Rückblick habe man das Gymnasium in Zetel sehr gerne betrieben, sagt Astrid Geisler – trotz der aufwändigen Unterrichtsplanung zwischen den beiden 15 Kilometer entfernten Standorten, verbunden mit eigenem Vertretungsplan und der internen Postzustellung zwischen den beiden Häusern: „Zetel lässt sich nicht in 10 Minuten erreichen, entsprechend brauchen Lehrkräfte eine Springerstunde, um dort hinzukommen.“
Der Standort in der Friesischen Wehde sei von Seiten der Schüler und Lehrer gut angenommen worden, gelobt worden sei unter anderem die familiäre Atmosphäre: „Das hat uns über lange Zeit bestärkt, die Außenstelle weiter zu betreiben.“ Viel Unterstützung sei von den Eltern gekommen, als die Schließung des Zeteler Gymnasialzweigs nun aber feststand. „Wir haben sehr viel versucht, auf lokaler und politischer Ebene umzustimmen, aber die Entscheidung ist anders getroffen worden“, bedauert die Schulleiterin.
Das Umgliedern der Schüler in den Vareler Hauptstandort bedeute für den laufenden Betrieb jedoch keinerlei Probleme, betont Astrid Geisler. Das liege mit daran, das die Jahrgänge in der Vergangenheit ab Klasse 9 automatisch von Zetel nach Varel gewechselt sind. „Schüler aus Neuenburg und Zetel werden sich künftig von Beginn an auf einen weiten Fahrweg einstellen müssen“, so Astrid Geisler.

Derzeit wird das Lothar-Meyer-Gymnasium um zehn Klassenräume erweitert. Wenn alles nach Zeitplan verläuft, kann die Einweihung nach den Herbstferien erfolgen. Astrid Geisler: „Die Arbeiten am Anbau hätten wir gerne vor dem Umzug von Zetel abgeschlossen.“ Der Schulbetrieb werde dennoch reibungslos weiterlaufen. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, betont Astrid Geisler. Der Anbau bringt eine notwendige Entlastung, denn in den vergangenen zwei Jahren ist das LMG knapp siebenzügig gefahren: „Das war schon extrem, wir sind hier fast aus allen Nähten geplatzt.“
Die Erweiterung ist nur eine von zahlreichen baulichen Veränderungen, die am Vareler Lothar-Meyer-Gymnasium in den nächsten Jahren anstehen. Unter anderem soll das Lehrerzimmer umgebaut werden, um den 80 bis 90 Lehrkräften mehr Platz zu bieten. Der Altbau soll um einen Oberstufentrakt ergänzt werden, der T-Trakt wird gänzlich runderneuert. Modernisierungen wie Fahrstühle für Inklusionsschüler gehören ebenfalls zum Maßnahmenkatalog dazu. „Aber es sind auch die kleineren Sachen, die uns beschäftigen, wie neue EDV und die Raumausstattung“, erklärt die Schulleiterin.
Neuenburg. Übereinandergestapelt türmt sich Basalt- auf Granitstein, das fragile Gebilde scheinbar nur gehalten von acht Stahlstangen, die den Steinturm jeweils an den Seiten schützend umgeben. Die Säule an der Mühlenstraße ist als Mahnung und Erinnungsplatz gedacht. Das sie ihren Platz an der Bundesstraße Richtung Friedeburg hat, ist kein Zufall.
Die heutige Bundesstraße 437 zwischen Varel und Friedeburg ist während der Zeit des Nationalsozialismus aufwändig ausgebaut worden – unzählige Basalt- und Granitsteine wurden dabei von Strafgefangenen aus den Emsland-Lagern und Kriegsgefangenen der Wehrmacht unter Zwang verlegt. An den Folgen der harten Arbeit, durch Willkür der Wachmannschaften und Unterernährung starben viele bei dem als kriegswichtig erachteten Unterfangen, eine bessere Anbindung der Luftwaffen-Fliegerhorste Marx-Barge und Varel-Friedrichsfeld zu erreichen.
Der Neubau der Bundesstraße 2012 brachte die Geschichte sprichwörtlich wieder an das Tageslicht. Die Blaubasalt- und Granitsteine, die unter dem Asphalt zum Vorschein kamen, waren 2013 Initiativpunkt für die Neuenburger Kunstwoche „Pflasterkunst“. Woher kommen die Steine und welchen Hintergrund haben sie? Den Antworten ist der Kunstverein „Bahner“ jahrelang nachgegangen. Hinweise aus der Bevölkerung und die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Antje Sander und Holger Frerichs vom Schlossmuseum Jever haben schließlich das Bild vervollständigt.
Am Mittwochabend ist mit dem Mahnmal für die Zwangsarbeiter beim Straßenbau in Neuenburg ein weiterer Erinnerungsort eingeweiht worden. Zahlreiche Vertreter aus Gemeinderat und Verwaltung, „Bahner“-Mitglieder sowie Vertreter der Politik wie Landrat Sven Ambrosy, Erste Kreisrätin Silke Vogelbusch und Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen waren der Einladung gefolgt.
„Der Dreiklang aus Erinnerung, Verantwortung und Zukunft verpflichtet uns geradezu, das Andenken an die während der Naziherrschaft geschundenen und ermordeten Menschen zu bewahren“, erklärte Wolfgang Andrée im Rahmen seiner Rede. Prof. Dr. Antje Sander hob hervor, das den Erinnerungsorten eine immer stärkere Bedeutung zukomme, insbesondere da die Generation der Zeitzeugen und deren Kinder bald nicht mehr leben werde und damit den Orten selbst die Aufgabe zukomme, Zeugnis erlittenen Unrechts abzulegen. Fred Gburreck als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Zetel erläuterte, das mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Erinnerung an die Zwangsarbeit nahezu verdrängt worden: „Die ,Bahner‘ waren diejenigen, die das Thema 2012 wieder aufgegriffen haben.“ Die Erinnerung an die Gräuel schwänden langsam, betonte Bürgermeister Andreas Meinen. Es sei notwendig, sich der Geschichte zu stellen und sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Zum Hintergrund: Die Gestaltung des 2,50 Meter hohen Mahnmals an der Bundesstraße stammt von Inge Streithorst. Es stellt eine Straße dar, die hochkant verläuft und in Stahlstangen gefangen ist. Die dazu gehörende Infotafel hat der Wangerlander Grafiker Andreas Reiberg geschaffen.
Freitag, 27 April 2018 09:40

Ein Ort zum Arbeiten, Lesen und Spielen

Zetel. Auf der Lesecouch kann man es sich so richtig gemütlich machen: Die hohen Rücken- und Seitenwände dämpfen den Schall und sorgen für eine angenehm ruhige Atmosphäre – perfekt, um ein wenig zu lesen oder sich ungestört mit anderen auszutauschen. Seit Montagmorgen hat die IGS Friesland-Süd in Zetel eine Leseecke. Der offene Bereich im Flur bietet allerdings noch weitere Möglichkeiten, darunter Gruppen- und Stillarbeit.
Vorher standen hier lediglich Tische und Stühle zum Arbeiten. „Die Schränke sind neu gestrichen worden und wir haben Lesecouchen angeschafft. Sogar Blumenspenden für die Fensterbank haben wir bekommen. Insgesamt ist der Bereich nun optisch deutlich aufgewertet“, erläutert Schulleiterin Heike Neumann die Neuerungen. Unter Aufsicht darf hier nun gespielt, gelesen und geübt werden.
Rund 6000 Euro sind in die Einrichtung der Leseecke geflossen, finanzielle Unterstützung kam dabei von der LzO, der Bürgerstiftung, dem Förderverein der IGS, dem Sozialen Kaufhaus, Stoffwechsel und der WIR-Stiftung. Bei der Gestaltung der Minibücherei waren die Schüler gefragt. „Wir haben uns erkundigt, welche Bücher sich die Schüler wünschen. Die Antworten reichten vom klassischen Märchenbuch bis hin zum Wissensbuch über Natur und Technik“, sagt Schulleiterin Heike Neumann. Harry Potter-Bände stehen ebenfalls im Regal: „Die sind nach wie vor beliebt, genauso wie die Was-ist-Was-Bücher.“
Um den Wandanstrich haben sich die Eltern an einem Wochenende gekümmert, schulintern gibt es zur Zeit einen Wettbewerb für die schönste Wandgestaltung – „mit Jury und Trostpreisen“, so die Schulleiterin, die sich freut, dass die Leseecke von den Schülern bereits gut angenommen worden ist. Ohne Hilfe seien solche Projekte allerdings nicht zu meistern: „Unsere eigenen Mittel sind begrenzt, sodass wir nicht jeden Wunsch erfüllen können. Umso mehr freuen wir uns, dass soviele zur Leseecke beigetragen haben.“

→ Die IGS Friesland-Süd freut sich über Sachspenden für die Leseecke. Gesucht werden Bücher, Stifte, pflegeleichte Blumen und Spiele (auch gut erhalten gebraucht). Wer etwas abgeben möchte, meldet sich telefonisch im Sekretariat der Schule unter ☎ 04453/3112.
Neuenburg. Die begabte Musikerin Eliane Menzel nutzt die Semesterferien ihrer Violinenausbildung in New York, um zusammen mit ihrem Vater Fabian Menzel (Oboe) Liebhabern der klassischen Musik ein weiteres musikalisches Highlight zu präsentieren.
Im Mittelpunkt der „Schlosskonzerte Neuenburg“ stehen diesmal die deutsche und französische Romantik mit Werken von Schumann, Franck, Saen und Brahms. Am Mittwoch, 23., und Donnerstag, 24. Mai, jeweils um 19.30 Uhr, werden die beiden gemeinsam mit Maria Conti Gallenti im historischen Trausaal zu hören sein.
Aufgrund der räumlichen Situation des historischen Trausaales ist die Zahl der Karten limitiert. Die Vorbestellung der Konzertkarten ist unter ☎ 04453/935299 möglich.
Freitag, 20 April 2018 11:55

Gemeinden unterzeichnen Pachtvertrag

Bockhorn/Zetel. Die Bahntrasse von Bockhorn nach Zetel wird von vielen Radfahrern in der Wehde genutzt. Damit die Strecke insgesamt sicherer zu befahren und zudem für Menschen mit Behinderungen barrierefrei genutzt werden kann, haben die Gemeinden Zetel und Bockhorn noch für dieses Jahr den Ausbau nebst Verbreiterung der Wege beschlossen (wir berichteten).
Die Bahntrasse ist Eigentum des Landkreises Friesland. Die nötigen Pachtverträge haben nun kürzlich im Kreishaus in Jever die Bürgermeister Andreas Meinen (Bockhorn, links) sowie Heiner Lauxtermann (Zetel, rechts) nebst Frieslands Landrat Sven Ambrosy unterzeichnet. Die Verträge sind 25 Jahre gültig.
Die Radwegeabschnitte zwischen Bockhorn und Zetel sind 2009/2010 erstellt worden und betragen 2,5 Kilometer (Abschnitt Zetel-Neuenburg) und 3,3 Kilometer (Abschnitt Zetel-Bockhorn). Die Gesamtkosten für beiden Strecken liegen bei rund 270.000 Euro. Im Vorfeld ist vom Leader-Programm „Südliches Friesland“ eine Förderung in Höhe von 70 Prozent bewilligt worden, beide Gemeinden haben beim Landkreis Friesland zusätzlich einen Förderantrag in Höhe von 30 Prozent für die nicht gedeckten Kosten gestellt.
Zetel. Die vormals im Gebäude befindliche Traditionsgaststätte Janssen an der Hauptstraße 7 ist längst Geschichte – aber das Haus selbst erfüllt noch heute einen gastlichen Zweck. Für viele Zeteler und auch auswärtige Besucher ist das Mehrgenerationenhaus (MGH) ein fester Anlaufpunkt im Alltag. Im Zeteler Kaffeehaus, dem offenen Café des Mehrgenerationenhauses, kommen Alt und Jung zusammen, wird geklönt oder in Gruppen gearbeitet. Es finden Flohmärkte statt, es gibt Angebote für Kinder und einen Bürgermeisterstammtisch. Frühaufsteher und Schüler können hier sogar Frühstück und Mittagessen bekommen. Kurzum: Das MGH ist eine Begegnungsstätte für Jedermann.
„Ganz am Anfang wussten viele nicht, dass es hier so ein Angebot gibt“, erzählt Kerstin von Zabiensky. Das war vor rund sechs Jahren, heute ist das Angebot auch über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Kerstin von Zabiensky ist Leiterin im MGH und koordiniert nicht nur die anfallende Arbeit, sondern ist als ständiges Bindeglied zwischen den Gruppen im MGH und Besuchern immer in Bewegung. „Die Nachfrage nach den Angeboten im Haus steigt stetig, viele suchen ein freies Plätzchen für sich“, erklärt die Leiterin den Erfolg der Einrichtung. Ein weiterer Grund: Im Zeteler Kaffeehaus geht alles etwas gemütlicher zu: „Das Café ist ein offener Treff, es gibt keinen Verzehrzwang.“ Wohnen tue hier allerdings keiner – „auch wenn die Frage oft aufkommt“, sagt Kerstin von Zabiensky mit einem Lachen. Für sie ist das Mehrgenerationenhaus fast wie ein zweites Zuhause. Das Miteinander möchte sie nicht missen. „Alle, die zu uns kommen, egal ob Besucher oder Mitarbeiter, sind auf ihre Art sehr liebenswert“, sagt Kerstin von Zabiensky.
Um die Gäste des Kaffeehauses kümmern sich ehrenamtliche Mitarbeiter. Als Leiterin packe sie auch mal selbst mit in der Küche an, wenn Not am Mann ist. „Wir sind immer auf der Suche, Ehrenamtliche sind bei uns etwas knapp“, gibt Kerstin von Zabiensky zu bedenken. Was die Mitarbeiter im Alltag bewerkstelligen, sei eine große Leistung: „Das kann man nicht genug honorieren.“ Der Grundgedanke der Freiwilligkeit spiegelt sich auch in der im MGH untergebrachten Ehrenamtsbörse wieder: „Wer sich als Freiwilliger einbringen möchte, kann sich bei mir melden, direkt vor Ort oder telefonisch.“ Die Börse funktioniert dabei in beide Richtungen: Vereine oder Gruppen, die Hilfe brauchen, können ein Gesuch ebenso aufgeben wie Bürger, die sich in bestimmten Bereichen einbringen möchten.
In Zetel ist das MGH nicht mehr wegzudenken. Im vergangenen Jahr hat die Einrichtung ihr fünfjähriges Bestehen gefeiert. Das Grundkonzept der Einrichtung ist von Tag Eins an übrigens unverändert geblieben. „Unsere Tür ist für Jedermann offen“, fasst Kerstin von Zabiensky zusammen.

Übrigens: Zum 1. August sucht das Mehrgenerationenhaus noch einen Bundesfreiwilligendienstler. Das Aufgabengebiet umfasst dabei Service, Kontaktpflege zu den Gästen, die Betreuung der sozialen Netzwerkseite, Einkaufsplanung und Unterstützung der Ehrenamtlichen sowie der Leitung.
Freitag, 20 April 2018 11:46

Eine Grabanlage mit Gartencharakter

Zetel. Bisher ist die rechte Seite neben dem Lutherbaum auf dem Friedhof an der Bohlenberger Straße noch leer, lediglich ein kleiner Fußpfad verläuft auf der Grünfläche. Dort sollen noch in diesem Jahr 25 neue Grabplätze entstehen. Pro Platz wird dann sowohl eine Sarg-, als auch eine Urnenbestattung möglich sein.
Mit der neuen Anlage reagiert die Kirchengemeinde auf Veränderungen in der Bestattungskultur. „Es gibt Paare, bei denen nur einer erdbestattet werden möchte, während der andere sich eine Feuerbestattung wünscht“, sagt Pastorin Sabine Indorf. Das habe mitunter ethische oder weltanschauliche Gründe. Ein weiterer Vorteil der Gemeinschaftsanlage ist, dass der alte und neue Teil des Friedhofs an dieser Stelle künftig optisch stärker verbunden wird. „Wir bekommen immer mal wieder die Frage gestellt, warum die Gräber hier so allein stehen“, erzählt Sabine Indorf. Dieses Problem wird mit den neuen Grabplätzen gelöst.
Ähnlich wie bei der Urnengemeinschaftsanlage wird es eine Stele für Gedenkplaketten geben, sowie Sitzgelegenheiten und einen barrierefreien Zugang für Rollatoren und Rollstuhlfahrer (siehe Grafik). „Die Fläche bekommt einen Gartencharakter“, erläutert Nina Brokmann von der Friedhofsverwaltung. Die Planung und Gestaltung der Fläche geht auf ihre Entwürfe zurück: „Wenn letztlich alle Plätze belegt sind, wird nicht mehr das einzelne Grab zu erkennen sein.“ Das Areal wird eingefasst von einem handgeschmiedeten Zaun.
Die Pflege der Anlage wird durch den Friedhofsgärtner ganzjährig sichergestellt und ist jeweils in die Liegegebühr einkalkuliert. „Es wird immer etwas blühen, niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn er einen Besuch des Friedhofs mal nicht einplanen kann“, sagt Sabine Indorf. Die Anlage soll noch dieses Jahr fertiggestellt werden, so Detlef Kant, Vorsitzender im Ausschuss für Friedhof und Ländereien. Die Kosten für die Gemeinschaftsanlage liegen bei rund 40.000 Euro. „Das Geld kommt aus dem Friedhofsetat. Die Kirchengemeinde geht damit in Vorleistung“, berichtet Pastorin Sabine Indorf. Weil es sich bei dem Friedhof an der Bohlenberger Straße nicht um einen Defizitfriedhof handele, seien solche Projekte in dieser Größenordnung überhaupt möglich.

Weitere Informationen zu den Grabplätzen erteilt Nina Brokmann von der Friedhofsverwaltung montags von 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 11 Uhr unter ☎ 04453/2033.
Freitag, 06 April 2018 12:05

Wesertunnel voll gesperrt

Stadland. Der Wesertunnel (B 437) wird in der kommenden Woche wegen Wartungsarbeiten nachts gesperrt: Nach Mitteilung der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sind vom 9. bis zum 12. April wechselnde Sperrungen der einzelnen Tunnelröhren notwendig. Geprüft und gewartet werden nach Mitteilung der Behörde Anlagen zur Entwässerung, Spannungsversorgung, Verkehrslenkung bis hin zu sicherheitstechnischen Einrichtungen der Branderkennung oder Brandmeldung.
Die Vollsperrung der nördlichen Röhre in Fahrtrichtung von der A 27 zur B 212 (Ost nach West) erfolgt in der Nacht von Montag, 9. April, auf Dienstag, 10. April, und von Dienstag, 10. April, auf Mittwoch, 11. April, jeweils von 22 bis 5 Uhr.
Die Vollsperrung der südlichen Röhre in Fahrtrichtung Bremerhaven erfolgt dann in der Nacht von Mittwoch, 11. April, auf Donnerstag, 12. April, und von Donnerstag, 12. April, auf Freitag, 13. April, wiederum jeweils von 22 bis 5 Uhr.
Die Weserfähren Bremerhaven-Blexen und Brake-Sandstedt werden in diesen Zeiten jeweils einen Ersatzverkehr einrichten.
Bockhorn. Die Lebensräume für Insekten sind über die Jahre immer kleiner geworden, Versiegelung und die wirtschaftliche Nutzung ökologischer Nischen hat zu diesem Phänomen beigetragen. Die Folgen davon sind heute deutlich sichtbar: weniger Insekten und ein Rückgang der Artenvielfalt insgesamt. Welche Möglichkeiten bestehen, dieser Entwicklung zu begegnen, war Thema im jüngsten Bau, Plan- und Umweltausschuss der Gemeinde Bockhorn.
Dr. Tatjana Hoppe vom Ammerländer Landvolk stellte anhand des Ammerländer Blühstreifenprojekts eine Möglichkeit vor. Dem Projekt gehören neben dem Landvolk Kreis und Gemeinden sowie Jägerschaft, Schulen und Imker an. „Das Ziel ist, mehr Lebensräume für Insekten zu schaffen und für das Thema zu sensibilisieren“, fasste Dr. Tatjana Hoppe zusammen. Zum Einsatz kommt dabei eine spezielle Mischung aus Wild- und Kulturpflanzen, die an Fel­dern und Wegerändern sowie auf Grünflächen und Verkehrsinseln ausgebracht wird. Neben der ästhetischen Aufwertung von Flächen geht es auch um die Imageverbesserung der Landwirte. Die Skepsis sei beim Projektstart 2009 durchaus groß gewesen, berichtete Dr. Tatjana Hoppe. Sechs Landwirte nahmen damals mit einer Blühfläche von 1,2 Hektar teil, 2017 waren es 30 Landwirte mit 13,4 Hektar. „Die Rückmeldungen sind positiv und viele Landwirte verzichten inzwischen auf Entschädigung für die zur Verfügung gestellten Flächen.“ Möglichkeiten für eine Förderung bestehen auch. Allerdings habe das Projekt auch seine Grenzen, so Hoppe. Das Problem in der Landwirtschaft sei, das für die Bewirtschaftung jede Fläche genutzt werden müsse, sodass nicht immer ein Bereich als Blühstreifen zur Verfügung gestellt werden kann. Ein weiteres Problem ist aus Sicht der Referentin die Versiegelung von Boden: „In Niedersachsen sind es täglich neun Hektar.“
„Jeder kann in seinem Bereich etwas tun, auch wenn es nur die Blumenkästen am Balkon sind“, appellierte Dr. Tatjana Hoppe. Rolf Scherer (Gruppe FDP/Scherer) ergänzte: „Bei diesem Thema gibt es wie in jeder anderen Gemeinde Handlungsbedarf. Keiner kann sich zurücklehnen und annehmen, dass jemand anderes das übernimmt.“ Das Ökosystem sei in Gefahr, mahnte Rolf Scherer: „Es geht darum dieses Bewusstsein bei den Bürgern zu wecken und aufzuklären. Jeder kann in seinem Einzugsgebiet etwas dazu beitragen.“ Für Diskussion sorgte im Anschluss der Antrag der Gruppe Grüne/Linke auf Überprüfung der Spielplätze innerhalb der Gemeinde. Laut Bürgermeister Andreas Meinen ist 2017 bei einer Begehung bereits festgestellt worden, das einige Geräte nicht mehr den geltenden Standards entsprechen. Deshalb seien die Geräte demontiert oder Plätze abgesperrt worden. Dies betrifft unter anderem Plätze in Osterforde, Bockhornerfeld und dem Bockhorner Neubaugebiet. Für Unterhaltung und Anschaffung neuer Spielgeräte hat die Gemeinde rund 130.000 Euro für 2018 eingeplant.
Als Entscheidungshilfe, welche Spielplätze beibehalten, aufgewertet oder aufgegeben werden sollen, hat die Gemeinde einen Fragebogen für Kinder von fünf bis elf Jahren erstellt, der in den Grundschulen verteilt wird. Sollten Spielplätze aufgegeben werden, sollten diese nicht sofort als Baugrundstücke vergeben werden, schlug Christa Hoppenheit (UWG) vor. So bleibe die Chance bestehen, später erneut einen Spielplatz einzurichten, wenn der Bedarf sich dafür ergeben sollte. Von den Eltern gab es Kritik an der Vorgehensweise beim Abbau der Geräte. So sei im Vorfeld nicht kommuniziert worden, dass die teils von den Anwohnern geschaffenen Spielgeräte vom Bauhof mitgenommen würden.
Zuletzt beschäftigte sich der Ausschuss mit dem geplanten Naturschutzgebiet „Neuenburger Holz“. Gegen die vom Landkreis Friesland erstellte Verordnung gebe es von Seiten der Gemeinde keine Einwände. Einwohner Klaus Böttcher monierte, dass die neue Verordnung den Schutz des Neuenburger Urwalds nicht mehr gewährleiste. Mit der neuen Regelung würden auch Eingriffe in den Urwald legitimiert, obwohl dieser einen besonderen Schutzstatus genieße. Zudem gehe die Bezeichnung „Neuenburger Urwald“ in der neuen Verordnung in dem Begriff „Neuenburger Holz“ auf.
Zetel. Symbolträchtiger hätte das Wetter angesichts der Gedenkstelen-Einweihung für die deportierte Sinti-Familie Frank an der Horster Straße in Bohlenberge nicht sein können: Während der Himmel den Auftakt der Veranstaltung in kühles Grau tauchte, prasselte während des musikalischen Intermezzos der Gruppe „Sinti Swing“ der Regen auf die Gäste, dass einige die Musiker mit Regenschirmen vor der Nässe schützten.
Vor 75 Jahren stand an der Stelle, die durch die Stele gekennzeichnet ist, der Wohnwagen der Schaustellerfamilie. Am 8. März wurden sie verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Grete, Georg, Frieda Gertrud, Ella Lisbeth, Hans Georg, Herbert Otto, Anna Ursula und Angela Frank fanden im Vernichtungslager den Tod, lediglich Margot Schwarz (geb. Franz) und Anton Franz überlebten.
In ihrer Eröffnungsrede betonte die Leiterin des Schlossmuseums Jever, Prof. Dr. Antje Sander, die Bedeutung der Gedenkkultur in den Orten: „Für die Hinterbliebenen der Opfer sind dies wichtige Brücken zu dem Geschehen und ihren Familien.“ Die Gedenkarbeit bleibe auch für die Enkelgeneration ein wichtiges Anliegen, was sich in Gesprächen mit der Familie Schwarz deutlich gezeigt habe.
Der stellvertretende Landrat Reinhard Onnen-Lübben unterstrich, dass „die Opfer dieser bösen Zeit nicht vergessen werden dürfen“. Es sei lobenswert, dass Erinnerungsorte in den Städten und Gemeinden die Aufarbeitung der von den Nationalsozialisten begangenen Verbrechen ermöglichen.
Das Jahrzehnte andauernde Schweigen über die verübten Gräueltaten habe in Zetel besonders lange angehalten, stellte Hartmut Peters vom Arbeitskreis des Gröschlerhauses Jever heraus: „Den gezeichneten Überlebenden des Völkermords wurde zu lange die Last der öffentlichen Erinnerung aufgebürdet.“ Ohne die Berichte von Margot Schwarz und die Beharrlichkeit von Christel Schwarz, der das Gedenken an seine Familie einforderte, „ständen wir heute nicht hier“, so Hartmut Peters.
Das Leid der Sinti und Roma sei im Nachkriegsdeutschland keinesfalls zu Ende gewesen, erläuterte Hans Begerow: „Bald wieder als Landfahrer stigmatisiert, wurde ihnen eine Entschädigung für die brutale KZ-Haft auf gemeine Art und lange verweigert.“
Christel Schwarz, der mit zahlreichen Angehörigen der Auschwitz-Überlebenden an der Veranstaltung teilnahm, bedankte sich bei den Initiatoren der „Erinnerungsorte in Friesland“, die die Stele aufgestellt hatten. Es gebe die Tendenz einer erneuten Diskrimierung angesichts der aktuellen politischen Entwicklung, warnte Christel Schwarz, der sich einen Abbau der Vorbehalte gegenüber Sintis wünschte. Zum Gedenken an die Deportierten legte die Familie Schwarz einen Kranz an der Stele ab.
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