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Bockhorn. Die Gemeinde Bockhorn tritt nicht in Gespräche mit der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven ein. Mit knapper Mehrheit hat sich der Bockhorner Gemeinderat nur einen Tag nach der ebenfalls abschlägigen Entscheidung des Vareler Stadtrats gegen Gespräche um einen etwaigen Beitritt der Gemeinde in die Entwicklungszone des Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer ausgesprochen.
Besonders überraschend war das Ergebnis nicht – bereits in der Sitzung des Finanz-, Wirtschafts- und Tourismusausschuss im Mai 2018, in der das Konzept der Biosphärenreservatsgemeinden von Jürgen Rahmel und Peter Südbeck von der Nationalparkverwaltung erläutert worden war, hatten die Befürworter nach langer Diskussion unterlegen: drei Ja-Stimmen gegen fünf Gegenstimmen war am Ende das Abstimmungsergebnis. In der nun erfolgten Ratssitzung fiel das Ergebnis mit acht Zustimmungen, neun Ablehnungen sowie vier Enthaltungen knapper aus. Zu denen, die sich bei der Abstimmung enthielten, gehören Harald Duttke (FDP), Björn Graf (UWG), Diedrich Loers (SPD) sowie Bürgermeister Andreas Meinen.
Erst 2030 kann der Bockhorner Rat sich politisch wieder mit einem möglichen Beitritt auseinandersetzen. Die ersten Gespräche mit den Städten und Gemeinden, die Teil der Entwicklungszone werden wollen, fanden bereits im Februar statt. Den teils hitzig-emotionalen Austausch zwischen Kritikern des Vorhabens, darunter CDU und UWG, sowie den Befürwortern in SPD, Grüne und FDP, verfolgten zahlreiche Zuschauer, der Ratssaal war komplett gefüllt. Zu den Zuhörern zählten Vertreter der Landwirtschaft sowie der Kreislandvolkverbände.
Die CDU habe mit dem Landkreis, Deich- und Touristikverbänden und anderen Einrichtungen sowie Landwirten umfangreiche Gespräche geführt, und basierend auf den Erkenntnissen des Informationsaustausches zu einer Entscheidung gekommen, erklärte Thorsten Krettek (CDU): „Wir wollen keine weiteren Fesseln. Jeder Bürger wäre von dieser Entscheidung betroffen und wir haben bereits jetzt hohe bürokratische Hürden.“ Es sei scheinheilig, in Gespräche einzutreten, wenn im Hinterkopf bereits feststehe, dass man das Ergebnis nicht wolle, so der Fraktionsvorsitzende der CDU.
Die umfangreiche Diskussion verdeutliche nur, das erheblicher Gesprächsbedarf bestünde, entgegnete Rolf Scherer (Gruppe Scherer/FDP): „Wir müssen reden. Wir sind zwar nur ein kleines Rädchen, aber hier an dieser Stelle einfach zu sagen, das machen wir nicht, ist nicht fair gegenüber den Jugendlichen, die gerade auf die Straße gehen.“ Ob ein Beitritt Sinn mache, lasse sich nur im Gespräch erörtern: „Es gibt Gründe beizutreten und es gibt vielleicht auch Gründe, die dagegen sprechen. Als Gemeinde können wir jederzeit wieder raus.“ Mit einer Bereitschaft setze man auch gegenüber anderen Kommunen ein Signal und zeige nicht zuletzt, dass man sich als Gemeinde mit dem Nationalpark identifiziere.
Das Biosphärenreservat führe zu Einschränkungen in der landwirtschaftlichen Nutzung sowie der Bauausweisung, erklärte Christa Hoppenheit (UWG). Der Naturschutz habe in der Gemeinde bereits einen hohen Stellenwert. Heiko Haschen (CDU) kritisierte, dass die Zusage seitens der Nationalparkverwaltung, es gebe durch den Beitritt keine Einschränkungen, sondern ausschließlich freiwillige Entwicklungen, angesichts der zahlreichen Bestimmungen, die in Bezug auf das Biosphärenreservat gelten würden, nicht haltbar sei. Die Lage des Hofes im Biosphärenreservat gerate schlussendlich zum Nachteil, da starke Wertverluste für die landwirtschaftlichen Flächen zu erwarten seien, erläuterte Heiko Haschen, der für seine Argumentation auf Auszüge aus der Biosphärenreservatsverordnung hinwies.
Viele der landwirtschaftlichen Flächen seien in Privateigentum, so der Ratsherr, dieses sei nicht zuletzt durch das Grundgesetz streng geschützt. Die Landwirte fühlten sich auf dem Entscheidungsweg nicht mitgenommen und hätten Angst um ihre Existenzgrundlage: „Ich sehe hier viele junge Leute im Publikum, die in einer landwirtschaftlichen Ausbildung sind. Wir sollten diese Menschen nicht diffamieren, sondern stolz auf sie sein.“
Heiko Haschen übte zudem Kritik an der Nationalparkverwaltung. Deren „restriktive Haltung“ stelle den Schutzzweck der Natur über den des Menschen. Zudem zeige die ausbleibende Bewirtschaftung auf geschützten Deichflächen eine negative Entwicklung auf, so das CDU-Mitglied: „Dort wachsen mittlerweile nur noch minderwertige Gräser, Hasen oder Wiesenbrütergänse sind dort kaum mehr anzutreffen.“
Christian Bergfeld (SPD) hielt entgegen, die Aussagen der CDU beträfen nicht allgemein die Bürger Bockhorns, sondern vor allem die Landwirte: „Wir sollten alle Einwohner bei dieser Entscheidung mitnehmen und nicht nur eine bestimmte Klientel.“ Das gehe nur mit entsprechender Transparenz, bevor eine abschließende Entscheidung darüber getroffen werde, so Bergfeld. Es sei die Aufgabe eines jeden Ratsmitgliedes, Gespräche zu führen – „wenn wir das ablehnen, werden wir unserem gewählten Amt nicht gerecht.“
Es überrasche ihn, dass viele Zuhörer aus der Landwirtschaft da seien und nur wenige, die für einen Biosphärenbeitritt seien, erklärte Dirk Ihmels (CDU). Der Vortrag der Nationalparkverwaltung habe schlichtweg nicht überzeugen können und zudem Vorteile verkauft, die für die Gemeinde Bockhorn keine sind: Es sei vom Leader-Programm gesprochen worden, dem Bockhorn bereits angehöre. „Ich habe Angst, dass die Selbstständigkeit von Bockhorn verloren geht. Mein Gefühl ist, dass wir immer mehr zur Kooperation gezwungen werden.“ Die CDU vermische verschiedene Fakten mit Emotionen in der Diskussion, kritisierten Rolf Scherer und Christian Bergfeld. „Ängste können nur genommen werden, wenn wir auch darüber reden“, betonte Christian Bergfeld.

Abschlägig beschieden wurde der Antrag von Harald Duttke (FDP) auf geheime Abstimmung: lediglich er und Bügermeister Andreas Meinen stimmten dafür.
Freitag, 15 März 2019 09:30

Thema Biosphärenbeitritt ist vom Tisch

Bockhorn. Nachdem der Vareler Stadtrat am 13. März einem möglichen Biosphärenbeitritt eine deutliche Absage erteilt hat, hat sich der Bockhorner Gemeinderat einen Tag darauf in seiner Sitzung mit knapper Mehrheit gegen Gespräche mit der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven ausgesprochen. Damit ist der Beitritt der Gemeinde in die Entwicklungszone des Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer endgültig vom Tisch. Erst 2030 kann der Bockhorner Rat sich politisch wieder mit einem Beitritt auseinandersetzen. Die ersten Gespräche mit den Städten und Gemeinden, die Teil der Entwicklungszone werden wollen, fanden bereits im Februar statt.
Im Mai 2018 war in der Sitzung des Finanz-, Wirtschafts- und Tourismusausschuss das Konzept von Jürgen Rahmel und Peter Südbeck von der Nationalparkverwaltung erläutert worden. In der Sitzung hatten die Befürworter nach langer Diskussion unterlegen: drei Ja-Stimmen gegen fünf Gegenstimmen. In der nun erfolgten Ratssitzung fiel das Ergebnis mit acht Ja-Stimmen, neun Ablehnungen sowie vier Enthaltungen knapper aus. Den Austausch zwischen Kritikern des Vorhabens, darunter CDU und UWG, sowie den Befürwortern in SPD, Grüne und FDP, verfolgten zahlreiche Zuschauer. Vertreter der Landwirtschaft sowie der Kreislandvolkverbände waren ebenfalls in die Sitzung gekommen.
Es sei scheinheilig, in Gespräche einzutreten, wenn im Hinterkopf bereits feststehe, dass man das Ergebnis nicht wolle, so Thorsten Krettek (CDU). Die Gemeinde leiste in punkto Natur- und Klimaschutz sehr viel, mit einem Beitritt zum Biosphärenreservat lege sich Bockhorn eher weitere Fesseln auf. Rolf Scherer (Scherer/FDP) wies auf die zahlreichen Diskussionen um einen möglichen Beitritt hin sowie die derzeitigen gesellschaftspolitischen Entwicklungen: "Wir müssen reden. Wir sind zwar nur ein kleines Rädchen, aber hier an dieser Stelle einfach zu sagen, das machen wir nicht, ist nicht fair gegenüber den Jugendlichen, die gerade auf die Straße gehen."
Heiko Haschen (CDU) kritisierte, dass die Zusage seitens der Nationalparkverwaltung, es gebe durch den Beitritt keine Einschränkungen, sondern ausschließlich freiwillige Entwicklungen, angesichts der zahlreichen Bestimmungen, die in Bezug auf das Biosphärenreservat gelten würden, nicht haltbar sei. Die Lage des Hofes im Biosphärenreservat gerate schlussendlich zum Nachteil, da starke Wertverluste für die landwirtschaftlichen Flächen zu erwarten seien.

Der Friebo berichtet ausführlich in der Ausgabe 12/2018 über die Ratssitzung.
Freitag, 18 Januar 2019 11:41

Kostenintensives Jahr für Gemeinde Zetel

Zetel. 2019 wird für die Gemeinde Zetel ein kostenintensives Jahr. Diverse Investitionen stehen an, darunter die Gestaltung des Schlossgartens Neuenburg, der Neubau der Krippe Südenburg, die Erweiterung der Grundschule Zetel und der Sozialstation und der Ausbau der kurzen Straße. Unterm Strich steht jedoch zunächst ein sattes Minus im Gesamtergebnishaushalt – rund 443 .400 Euro.
Die Rücklagen aus vergangenen Jahren gleichen die Unterdeckung wieder aus, eine Haushaltskonsolidierung ist damit entbehrlich. Kämmerer Olaf Oetken stellte die Zahlen und Entwicklungen im Haushalt in der jüngsten Sitzung des Wirtschafts-, Finanz- und Feuerschutzausschuss vor.
Die größte Maßnahme, die den Haushalt belastet, dürfte der Neubau des Feuerwehrhauses Zetel sein. Zwar stehen drei Millionen Euro dafür im Haushalt, die Planungen sind jedoch nach den letzten Kostensteigerungen wieder auf Anfang zurückgesetzt. Denn: im nicht-öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss haben alle Fraktionen sowie Bürgermeister Heiner Lauxtermann beschlossen, die gesamte Planung neu anzufassen. Die Kosten für den Neubau hatten zuletzt bei 3,3 Millionen Euro gelegen.
Ohne Kürzungen im Haushalt geht es 2019 nicht. Die Investitionssumme von 1,8 Millionen Euro für den Krippenneubau wurden gestrichen, stehen geblieben sind dagegen die Planungskosten von 200.000 Euro. Für die Erweiterung der Grundschule sind im Haushalt 300. 000 Euro an Planungskosten eingestellt. Die Unterdeckung im Gesamtfinanzhaushalt beträgt 3.650.700 Euro.
Das vorläufige Jahresergebnis für 2018 weist laut Michael Röben von der Kämmerei ein Plus von 573.191 Euro aus. Der Grund: Wenige Baumaßnahmen und Investitionen wurden 2018 getätigt. Allerdings gehen einige Posten mit in das neue Jahr: Rund 3,76 Millionen Euro an Haushaltsresten belasten in 2019 zusätzlich. Darunter fallen Maßnahmen wie die Erschließungen für das Baugebiet Zetel Süd und Rundes Moor, der Wintergarten des Jugendtreffs „Steps“ und die Dachsanierung des Schulmuseums Bohlenbergerfeld nebst Gartengestaltung. Die Gemeinde Zetel verfügt über liquide Mittel in Höhe von 3,2 Millionen Euro, die der Unterdeckung gegenüberstehen, für dieses Jahr ist eine Kreditermächtigung in Höhe von 4,2 Millionen Euro eingestellt worden. Kleines Detail am Rande: 2018 musste die Gemeinde keinen Kredit aufnehmen.
Bockhorn. Sven Grannemann hat ein klares Ziel vor Augen: „Die Aufgaben zwischen mir und Ortsbrandmeister Stefan Bieling etwas verteilen, die Bürokratie ist in den letzten Jahren sehr viel geworden, die Zeit dagegen etwas knapper als noch vor 20 Jahren.“ Der 44-jährige Bockhorner ist der Nachfolger des bisherigen stellvertretenden Ortsbrandmeisters Mirko Grüßing, der sein Amt aus persönlichen Gründen im vergangenen Jahr niedergelegt hat.
Bei der Ernennung im Bockhorner Rathaus durch Bürgermeister Andreas Meinen richtete Sven Grannemann seinen Dank an die Kameraden der Ortswehr: „Danke für euer Vertrauen, das ihr mir geschenkt habt.“ Er freue sich darauf, die Bockhorner Feuerwehr gemeinsam mit Stefan Bieling zu führen. Beide haben vor 26 Jahren gemeinsam bei der Feuerwehr angefangen. „Wir haben schon so manche brenzlige Situation gemeistert“, erklärte Sven Grannemann, der neben der Entlastung seines Kollegen auch die Jugendarbeit der Ortswehr im Blick hat. Der 44-jährige Vater dreier Kinder möchte die Jugend noch stärker mit den älteren aktiven Kameraden zusammenführen und die Gemeinschaft mehr durchmischen. „Was die Jugendarbeit und den Nachwuchs angeht, stehen wir gut da“, berichtet Sven Grannemann.
Freitag, 18 Januar 2019 11:22

Der Geist der Wehde in einer Likörflasche

Bockhorn. Satt bernsteinfarben ist das „Wehdetröpfchen“, eine milde Süße und ein feines Aroma von Schlehen zeichnen darüber hinaus den Likör aus, der als Gemeinschaftsarbeit der Tourismusverantwortlichen des „Naturerlebnis Südliches Friesland“ ab dem 16. Januar angeboten wird.
„Nachdem der ,Grabsteder Stoff‘, der in der Gaststätte ,Zum Sandkrug‘ verkauft wurde, weggefallen ist, wurde es Zeit für einen Ersatz“, berichtet Katja Lorenz von der Gemeindeverwaltung Bockhorn über den Hintergrund des neuen Angebots. Denn: Als Mitbringsel oder Andenken erfreute sich der „Grabsteder Stoff“ großer Beliebtheit. Eine Lücke, die nun vom Schlehen-Rum-Likör „Wehdetröpfchen“ gefüllt werden soll.
Hergestellt wird das Getränk mit einem Alkoholgehalt von 21 Prozent vom Friedeburger Spirituosenhersteller Heiko Blume. Ein regionales Erzeugnis – „und die Schlehe ist ein typisches Gewächs der Wehde“, sagt Katja Lorenz. Den Namen „Wehdetröpfchen“ trage sie seit bereits zwei Jahren mit sich herum, verrät Katja Lorenz, die hofft, dass das Getränk auch auf Abnehmer in der Gastronomie und den Supermärkten trifft. Auch das Etikett ist typisch für Friesland: Die Vorderseite der Flasche ziert eine Außenansicht des Ellenserdammer Tiefs: „Das stammt noch aus einem Fotowettbewerb der Gemeinde.“
Die Premiere des Likörs anlässlich des Neujahrsempfangs der Gemeinde Bockhorn sei bereits vielversprechend gewesen, so Lorenz mit einem Augenzwinkern: „Von den 18 Flaschen, die wir vorher an das Hotel geliefert haben, sind fünf in den Ausschank gegangen. Die restlichen haben wir nicht wiederbekommen, die wurden gleich dabehalten.“
Ab dem 16. Januar ist das „Wehdetröpfchen“ als Souvenir für Jedermann erhältlich, und zwar jeweils in der Tourist-Info Bockhorn, Am Markt 1, 26345 Bockhorn sowie im Bürgerbüro der Gemeinde Zetel, Ohrbült 1, 26340 Zetel.
Freitag, 21 Dezember 2018 10:24

Diedrich Loers wird Bockhorner Ehrenbürger

Bockhorn. Mit 34 Jahren ist Diedrich Loers in die lokale Politik gegangen – seinen Sitz hat er bis heute dort inne. Seit einem halben Jahrhundert ist der gebürtige Bockhornerfelder Bestandteil des Bockhorner Gemeinderats. Eine nicht alltägliche Begebenheit, wie Bürgermeister Andreas Meinen vor Beginn der letzten Ratssitzung des Jahres 2018 festhielt. Olaf Nack (UWG) als Ratsvorsitzender merkte ebenfalls an: „Es ist ein besonderer Tag.“ Aus dem Vorlauf der Ratssitzung wurde damit eine Ehrungsstunde.
Bereits im Vorfeld hatte es eine Ehrung seitens des SPD-Ortsvereins Bockhorn gegeben. Auf der dortigen Mitgliederversammlung war vor allem die politische Arbeit von Diedrich Loers in Gemeinderat und Kreistag gewürdigt worden. Saß er von 1968 bis 2000 noch für die UWG im Gemeinderat, vertrat er ab 2001 die SPD im Gemeinderat. Zudem gehört er als gewähltes Mitglied mittlerweile 28 Jahre dem Kreistag Friesland an.
Diedrich Loers hat die Gemeinde Bockhorn maßgeblich mitgestaltet. In vielen Vereinen, Gemeinschaften und der Verwaltung findet sich seine Handschrift. Zu den 50 Jahren im Gemeinderat kommen 25 Jahre als Schiedsmann der Gemeinde Bockhorn, zwölf Jahre als Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Bockhornerfeld und zehn Jahre als Schöffe.
Zu den weiteren Betätigungsfeldern zählen 29 Jahre als Vorsitzender des KBV Grabstede und 30 Jahre Gewerkschaftsarbeit. Von seinem Anspruch, sich insbesondere für die Wünsche und Belange der älteren Einwohner einzusetzen zeugen die 25 Jahre, in denen Diedrich Loers als Vorsitzender der Seniorengemeinschaft „Wi holt tosamen“ vorsteht. Dazu kommen mehr als 25 Jahre im Vorstand des Senioren- und Pflegeheims Osterforde.
Sein Engagement für den Ort und die Einwohner hat der Rat der Gemeinde Bockhorn nun mit einer besonderen Entscheidung honoriert: Diedrich Loers wird mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Eine Geste, für die sich der Rat zuvor im nicht öffentlichen Teil einstimmig ausgesprochen hatte. Olaf Nack: „Diedrich Loers hat viel Zeit zum Wohle des Dorfes investiert.“ Dafür gebühre dem Geehrten ein besonderer Dank. Für Diedrich Loers ist es die zweite große Auszeichnung, die er entgegennimmt: 1989 erhielt er in Anerkennung für besondere Verdienste das Verdienstkreuz am Bande vom Bundespräsidenten.
Diedrich Loers bedankte sich für die Auszeichnung, für die sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Krettek eingesetzt habe. „Meine Gedanken gehen an die Einwohner, die sich ehrenamtlich einbringen und meine Familie, die mich in meiner Arbeit unterstützt“, richtete Diedrich Loers sein Augenmerk auf die Unterstützer. Die ehrenamtliche Arbeit habe ihm überwiegend viel Freude bereitet: „Man bekommt mehr zurück als man gibt.“

Die offizielle Ernennung zum Ehrenbürger der Gemeinde Bockhorn erfolgt 2019.
Freitag, 21 Dezember 2018 10:22

Straßensanierung weiterhin Schwerpunkt

Bockhorn. Kurz vor der turnusmäßigen Pause im aktuellen Jahr haben die Bockhorner Ratsmitglieder den Haushalt für 2019 verabschiedet. Das die Sanierung der Straßen auch im kommenden Jahr Schwerpunkt sein wird, machte Bürgermeister Andreas Meinen zu Beginn des Tagesordungspunkts deutlich. 2,1 Millionen Euro sind dafür im Haushalt eingestellt, zudem wird eine Kreditaufnahme in Höhe von 1 Million Euro notwendig. „Das ist ein großer Schluck aus der Pulle“, konstatierte Andreas Meinen. „Wir könnten sicherlich noch mehr, aber es ist gleichzeitig immer eine Frage des Geldes.“ Ganz oben auf der Listen der instandzusetzenden Straßen stehen die Weißenmoorstraße, der Große Querdamm als auch die Busch- und Dorfstraße.
Thorsten Krettek (CDU) merkte an, dass die Gemeinde in den Bemühungen um die Straßensanierungen jetzt nicht Halt machen dürfe. Die Ansätze für den allgemeinen Straßenbau sollten im kommenden Jahr neu beordnet werden, brachte Krettek als Antrag ein. Fraktionskollege Dirk Ihmels ergänzte, die Riss- und Schlaglochsanierung müsse mehr vorangetrieben werden, um damit den Wert der Straßen zu erhalten: „Wir müssen das Thema Straßen viel eher anfassen, damit es gar nicht erst zur Vollsanierung kommen muss.“ Für den Haushalt 2019 sprach sich der Rat einstimmig aus.

Ebenfalls einstimmig fiel der Beschluss für den Bau des Gebäudetrakts mit Dusch- und Umkleidekabinen im Bockhorner Erlebnisbad aus. Die geschätzten Kosten für die geschlossene Bauweise liegen laut Planungsbüro bei rund 1,07 Millionen Euro. Auf die Frage von Diedrich Loers (SPD), ob sich für den Neubau Zuschüsse einwerben ließen, entgegnete Andreas Meinen, das für Bäder wegen der im Jahr verhältnismäßig kurzen Nutzungszeit nur schwer an Zuschüsse zu kommen sei. Geplant ist, den Landkreis Friesland um finanzielle Unterstützung zu bitten. Meinen: „Dafür sollten jedoch die Kosten feststehen.“ Die genauen Kosten sollen nun als nächstes berechnet werden.

Die Kosten für die Erneuerung eines Spielgeräts an der Grundschule Bockhorn stehen dagegen fest. 30.000 Euro stellt die Gemeinde in den Haushalt 2019 für die Maßnahme ein. Der Versicherungsträger der Gemeinde hatte bei einer Begehung im Juli festgestellt, dass das Spielgerät, welches Turm, Rampe und ein separates Podest mit Rutsche und Seilaufstieg umfasst, auszutauschen ist.
Für die Umsetzung votierten die Ratsmitglieder ebenfalls einstimmig.
Freitag, 30 November 2018 12:04

Mit Optimismus zu mehr Lebensqualität

Friedeburg/Friesische Wehde. Sicher steht Sven-Philipp Glomme auf dem Longboard, wippt vor und zurück, die Balance austarierend. Der bisweilen geklinkerte und geschotterte Untergrund der Wege und Nebenstraßen ist kein Problem für den Friedeburger, mit seinen Kindern dreht er kilometerlange Runden durch die Nachbarschaft. Sven-Philipp Glomme ist auf dem ersten Blick jemand, der sich in sein Hobby „reingehangen“ hat, dabei ist die sportliche Freizeitbeschäftigung für den Friedeburger alles andere als selbstverständlich. Weil er ohne Wadenbein geboren wurde, ist er auf eine Prothese angewiesen, die im Alltag alles übernimmt, was im Idealfall sein Bein übernehmen würden.
Sven-Philipp Glomme ist ein vielseitiger und ehrgeiziger Mensch: Er interessiert sich unter anderem für Fotografie und Naturwissenschaften, ist Familienvater und Lehrer an der IGS Friesland-Süd in Zetel. Vor allem ist der Friedeburger jemand, der sich bemerkbar macht und für andere einsetzt – in diesem Jahr hat Sven-Philipp Glomme eine Selbsthilfegruppe namens „Prothesen in Bewegung“ gegründet, die Betroffenen in der Region Möglichkeiten für den Austausch und Hilfsangebote bieten will.
Wer mit einer Prothese lebt, hat in der Regel bereits viel ausprobiert. Auch Sven-Philipp Glomme hat eine kleine Prothesensammlung zuhause, jede von ihnen hat Vor- und Nachteile. Sie stammen aus unterschiedlichen Zeiträumen, mit den jeweiligen technischen Entwicklungsständen. „Man muss mit dem Hilfsmittel viel üben“, sagt Sven-Philipp Glomme. Die Prothese muss vor allem „symptomangemessen“ sein, sprich, an die jeweilige Behinderung angepasst werden. „Im Alltag kann es leicht passieren, dass sich falsche Bewegungsmuster einschleichen. Dann ist mit einem Male der Nacken verspannt oder es zwickt im Rücken.“ Nicht alle Prothesen sind jedoch für jeden Zweck geeignet. Einige sind kosmetische Hilfsmittel oder auf Träger abgestimmt, die nur wenig gehen können. Denn je anspruchsvoller die Belastung sein soll, umso kostenintensiver ist die Anfertigung – und damit auch abhängig vom eigenen Geldbeutel.
Sven-Philipp Glomme war das, was ihm die Prothesen im Leben ermöglichten, zu wenig – er wollte sportlich sein, runter vom Sofa, rein in die Natur, laufen und sprinten können. Dass er das heute kann, ermöglicht ihm ein Laufbein, speziell auf den Sport zugeschnitten. Bei einem Lauf­event, wo verschiedene Prothesen getestet werden konnten, hat der Friedeburger sein Hilfsmittel gefunden. „Ich gebe es nicht mehr her“, sagt Sven-Philipp Glomme und lacht.
Seine Erfahrungen im Leben haben ihn auf die Idee einer eigenen Selbsthilfegruppe gebracht. „Den Gedanken trage ich schon einige Jahre mit mir rum“, erzählt der Initiator, der auch regelmäßig eine Prothesenwerkstatt besucht. „Ich habe dort Menschen getroffen, die sehr verzweifelt waren, weil sie lernen mussten, wieder zu laufen.“ Zunächst im Internet hat Sven-Philipp Glomme seinen Werdegang geschildert und sich mit anderen ausgetauscht: „Aktivität geht uns alle an.“
Im ländlichen Bereich Friedeburgs geht es auch um die Versorgung von Prothesenträgern. Der Gruppengründer hofft, Versorger, Werkstätten, Physiotherapeuten und Ärzte, aber auch Sportvereine und -geschäfte mit ins Boot zu holen: „Ich erinnere mich als Lehrer oft an meine Schulzeit, insbesondere den Sportunterricht. Wenn es Kinder mit Prothesen hier in der Umgebung gibt, gilt es auch deren Sportversorgung zu unterstützen.“ Denkbar sei auch die Ausrichtung eines Sportevents für Menschen mit Behinderung. Um das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung abzunehmen, lässt sich der Friedeburger derzeit zum Prüfer ausbilden. „Wir freuen uns über jeden, der dazukommt. Im kommenden Jahr gehen wir dann mit ein bis zwei Verstaltungen in die Öffentlichkeit“, kündigt Sven-Philipp Glomme an.

Das nächste Treffen der Gruppe findet am Donnerstag, 12. Dezember, um 19 Uhr in den Räumen des Jugend- und Sozialtreff „JuSt bi’t Bad“ in Friedeburg, Schützenweg 23, statt. Die Räume sind ebenerdig erreichbar. Weitere Informationen gibt es per E-Mail an:
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sowie online unter:
www.protheseninbewegung.wordpress.com
Freitag, 30 November 2018 11:58

Einkaufen und gleichzeitig etwas Gutes tun

Zetel. Das Prinzip ist einfach, der Effekt nachhaltiger und sozialer Natur: Der Lions-Club Zetel-Friesische Wehde hat sich für die Adventszeit eine besondere Aktion ausgedacht, eine Weihnachtslotterie, deren Erlös der Jugendfeuerwehr Zetel zufließt. Unterstützt wird der Serviceclub dabei von der Zeteler Gemeinschaft der Gewerbetreibenden (WIR).
Das System der Lotterie ist simpel: Zum Preis von drei Euro kann in vier Zeteler Geschäften (Spielwaren Lübben, Mode und Haushaltswaren Meynen, Apotheke am Rathaus und Radwechsel) ab sofort eine Stempelkarte erworben werden, die zehn Felder umfasst. Wer in den an die WIR-Gemeinschaft angeschlossenen Geschäften einkauft, erhält ab je vollen zehn Euro Einkaufswert einen Stempel. Sind alle Felder abgestempelt, können die mit Namen und Kontaktdaten versehenen Karten in die im Uhren- und Optikfachgeschäft Dierks befindliche Losbox eingeworfen werden.
Die Lotterie beginnt am Samstag, 1. Dezember, und endet am 22. Dezember, die Gewinner werden am 24. Dezember ermittelt. Zu gewinnen sind unter anderem Einkaufsgutscheine, Bücher und weitere Sachpreise, der Hauptpreis ist ein hochwertiges E-Bike, gestiftet von der Firma Radwechsel.
„Wir können finanzielle Unterstützung immer gut gebrauchen“, bringt es Jascha Burow, Jugendbetreuer der Jugendfeuerwehr Zetel, vor dem Hintergrund des gespendeten Erlöses auf den Punkt. Kosten, die in nächster Zeit zu stemmen seien, sind die geplante Zeltlagerfahrt im Sommer 2019 und die Ausrüstung mit Einsatzbekleidung für die Jugendwehr: „Für das Geld haben wir auf jeden Fall Verwendung.“
Die Lotterie sei ein Projekt, das dem Ort und der Feuerwehr gleichermaßen zugute kommen solle, so Dr. Rolf Bruns. Die Jugendfeuerwehr leiste einen großen Beitrag für die Heranwachsenden vor Ort. „Die jungen Menschen erleben dort eine soziale Gemeinschaft und haben die Möglichkeit, sich in einer Gruppe einzubringen.“ Gleichzeitig bringe die Aktion auch Leben in die Zeteler Geschäftswelt und sorge dafür, dass der lokale Handel wieder stärker in den Vordergrund trete.
Freitag, 30 November 2018 11:47

Graft soll wieder als solche erkennbar sein

Neuenburg. Der Sommer hat vom Graftgewässer um das Neuenburger Schloss nicht viel übrig gelassen, der Herbst hat die wenigen verbliebenen Wassermengen zusätzlich abgedeckt. Derzeit muss man zweimal hinschauen, um Gewässer und Begrüntes auseinanderzuhalten. Wie das Gewässer künftig im Rahmen der geplanten Umgestaltung des Schloss-Areals wieder stärker in den Vordergrund treten kann, ist jüngst Thema im Arbeitskreis Schloss­anlagen Neuenburg gewesen.
Bereits aus historischer Sicht sei es wünschenswert, die Wasserfläche zu vergrößern und damit die Graft als solche wieder erlebbarer zu machen, schickten die Bremer Landschaftsarchitekten Uta Müller-Glaßl und Frank Glaßl voraus. Dies schließe eine Graftenreinigung in regelmäßigen Abständen mit ein, die ein Verlanden des Gewässers verhindere.
Laut der Fachplaner ist eine Verbreiterung des Gewässers lediglich an der Südseite möglich: Dort wären weder wertvoller Baumbestand noch andere Hindernisse im Weg. Nach Westen und nach Norden hin lässt sich das Gewässer aufgrund von Bäumen und Bebauung dagegen nicht verbreitern.
Ein höherer Wasserstand der Bäke und der Graft ließe sich durch Anstau erzielen. Allerdings würden dadurch auch weit außerhalb der Schlossanlagen befindliche Grundstücke angestaut – spontan möglich sei dagegen die Errichtung zweier Stauanlagen im Süd- und Nordwesten der Graftanlage. Dadurch könnte die Bäke ungehindert und ohne Aufstau weiter fließen, dafür müsste entweder Wasser aus der Bäke oder dem Feuerwehrlöschbrunnen in die aufgestaute Graft gepumpt werden.
Auch die Nutzung des Schloss­parks während des Weihnachtsmarktes war Thema der Sitzung. Seitens der Planer wurde herausgestellt, dass eine Teilreduzierung von Buden auf der Schlossinsel vorteilhaft sei. Um den Innenhof des Schlosses als Ort der Ruhe und Stille zu erhalten, wäre eine intensivere Nutzung dort dagegen nicht möglich. Eine Ausdehnung des Weihnachtsmarktes auf der Schlossinsel in den historischen Park hinein wurde ebenfalls ausgeschlossen.
Die Planer aus Bremen regten jedoch an, die momentan noch sehr feuchte Wiese südöstlich des Schlossparks aufzuwerten und nutzbar zu machen. Eine angemessene Reduzierung von Buden auf der Schlossinsel wäre dann machbar, so die Landschaftsarchitekten.
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