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Bockhorn. Sven Grannemann hat ein klares Ziel vor Augen: „Die Aufgaben zwischen mir und Ortsbrandmeister Stefan Bieling etwas verteilen, die Bürokratie ist in den letzten Jahren sehr viel geworden, die Zeit dagegen etwas knapper als noch vor 20 Jahren.“ Der 44-jährige Bockhorner ist der Nachfolger des bisherigen stellvertretenden Ortsbrandmeisters Mirko Grüßing, der sein Amt aus persönlichen Gründen im vergangenen Jahr niedergelegt hat.
Bei der Ernennung im Bockhorner Rathaus durch Bürgermeister Andreas Meinen richtete Sven Grannemann seinen Dank an die Kameraden der Ortswehr: „Danke für euer Vertrauen, das ihr mir geschenkt habt.“ Er freue sich darauf, die Bockhorner Feuerwehr gemeinsam mit Stefan Bieling zu führen. Beide haben vor 26 Jahren gemeinsam bei der Feuerwehr angefangen. „Wir haben schon so manche brenzlige Situation gemeistert“, erklärte Sven Grannemann, der neben der Entlastung seines Kollegen auch die Jugendarbeit der Ortswehr im Blick hat. Der 44-jährige Vater dreier Kinder möchte die Jugend noch stärker mit den älteren aktiven Kameraden zusammenführen und die Gemeinschaft mehr durchmischen. „Was die Jugendarbeit und den Nachwuchs angeht, stehen wir gut da“, berichtet Sven Grannemann.
Freitag, 18 Januar 2019 11:22

Der Geist der Wehde in einer Likörflasche

Bockhorn. Satt bernsteinfarben ist das „Wehdetröpfchen“, eine milde Süße und ein feines Aroma von Schlehen zeichnen darüber hinaus den Likör aus, der als Gemeinschaftsarbeit der Tourismusverantwortlichen des „Naturerlebnis Südliches Friesland“ ab dem 16. Januar angeboten wird.
„Nachdem der ,Grabsteder Stoff‘, der in der Gaststätte ,Zum Sandkrug‘ verkauft wurde, weggefallen ist, wurde es Zeit für einen Ersatz“, berichtet Katja Lorenz von der Gemeindeverwaltung Bockhorn über den Hintergrund des neuen Angebots. Denn: Als Mitbringsel oder Andenken erfreute sich der „Grabsteder Stoff“ großer Beliebtheit. Eine Lücke, die nun vom Schlehen-Rum-Likör „Wehdetröpfchen“ gefüllt werden soll.
Hergestellt wird das Getränk mit einem Alkoholgehalt von 21 Prozent vom Friedeburger Spirituosenhersteller Heiko Blume. Ein regionales Erzeugnis – „und die Schlehe ist ein typisches Gewächs der Wehde“, sagt Katja Lorenz. Den Namen „Wehdetröpfchen“ trage sie seit bereits zwei Jahren mit sich herum, verrät Katja Lorenz, die hofft, dass das Getränk auch auf Abnehmer in der Gastronomie und den Supermärkten trifft. Auch das Etikett ist typisch für Friesland: Die Vorderseite der Flasche ziert eine Außenansicht des Ellenserdammer Tiefs: „Das stammt noch aus einem Fotowettbewerb der Gemeinde.“
Die Premiere des Likörs anlässlich des Neujahrsempfangs der Gemeinde Bockhorn sei bereits vielversprechend gewesen, so Lorenz mit einem Augenzwinkern: „Von den 18 Flaschen, die wir vorher an das Hotel geliefert haben, sind fünf in den Ausschank gegangen. Die restlichen haben wir nicht wiederbekommen, die wurden gleich dabehalten.“
Ab dem 16. Januar ist das „Wehdetröpfchen“ als Souvenir für Jedermann erhältlich, und zwar jeweils in der Tourist-Info Bockhorn, Am Markt 1, 26345 Bockhorn sowie im Bürgerbüro der Gemeinde Zetel, Ohrbült 1, 26340 Zetel.
Freitag, 21 Dezember 2018 10:24

Diedrich Loers wird Bockhorner Ehrenbürger

Bockhorn. Mit 34 Jahren ist Diedrich Loers in die lokale Politik gegangen – seinen Sitz hat er bis heute dort inne. Seit einem halben Jahrhundert ist der gebürtige Bockhornerfelder Bestandteil des Bockhorner Gemeinderats. Eine nicht alltägliche Begebenheit, wie Bürgermeister Andreas Meinen vor Beginn der letzten Ratssitzung des Jahres 2018 festhielt. Olaf Nack (UWG) als Ratsvorsitzender merkte ebenfalls an: „Es ist ein besonderer Tag.“ Aus dem Vorlauf der Ratssitzung wurde damit eine Ehrungsstunde.
Bereits im Vorfeld hatte es eine Ehrung seitens des SPD-Ortsvereins Bockhorn gegeben. Auf der dortigen Mitgliederversammlung war vor allem die politische Arbeit von Diedrich Loers in Gemeinderat und Kreistag gewürdigt worden. Saß er von 1968 bis 2000 noch für die UWG im Gemeinderat, vertrat er ab 2001 die SPD im Gemeinderat. Zudem gehört er als gewähltes Mitglied mittlerweile 28 Jahre dem Kreistag Friesland an.
Diedrich Loers hat die Gemeinde Bockhorn maßgeblich mitgestaltet. In vielen Vereinen, Gemeinschaften und der Verwaltung findet sich seine Handschrift. Zu den 50 Jahren im Gemeinderat kommen 25 Jahre als Schiedsmann der Gemeinde Bockhorn, zwölf Jahre als Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Bockhornerfeld und zehn Jahre als Schöffe.
Zu den weiteren Betätigungsfeldern zählen 29 Jahre als Vorsitzender des KBV Grabstede und 30 Jahre Gewerkschaftsarbeit. Von seinem Anspruch, sich insbesondere für die Wünsche und Belange der älteren Einwohner einzusetzen zeugen die 25 Jahre, in denen Diedrich Loers als Vorsitzender der Seniorengemeinschaft „Wi holt tosamen“ vorsteht. Dazu kommen mehr als 25 Jahre im Vorstand des Senioren- und Pflegeheims Osterforde.
Sein Engagement für den Ort und die Einwohner hat der Rat der Gemeinde Bockhorn nun mit einer besonderen Entscheidung honoriert: Diedrich Loers wird mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Eine Geste, für die sich der Rat zuvor im nicht öffentlichen Teil einstimmig ausgesprochen hatte. Olaf Nack: „Diedrich Loers hat viel Zeit zum Wohle des Dorfes investiert.“ Dafür gebühre dem Geehrten ein besonderer Dank. Für Diedrich Loers ist es die zweite große Auszeichnung, die er entgegennimmt: 1989 erhielt er in Anerkennung für besondere Verdienste das Verdienstkreuz am Bande vom Bundespräsidenten.
Diedrich Loers bedankte sich für die Auszeichnung, für die sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Krettek eingesetzt habe. „Meine Gedanken gehen an die Einwohner, die sich ehrenamtlich einbringen und meine Familie, die mich in meiner Arbeit unterstützt“, richtete Diedrich Loers sein Augenmerk auf die Unterstützer. Die ehrenamtliche Arbeit habe ihm überwiegend viel Freude bereitet: „Man bekommt mehr zurück als man gibt.“

Die offizielle Ernennung zum Ehrenbürger der Gemeinde Bockhorn erfolgt 2019.
Freitag, 21 Dezember 2018 10:22

Straßensanierung weiterhin Schwerpunkt

Bockhorn. Kurz vor der turnusmäßigen Pause im aktuellen Jahr haben die Bockhorner Ratsmitglieder den Haushalt für 2019 verabschiedet. Das die Sanierung der Straßen auch im kommenden Jahr Schwerpunkt sein wird, machte Bürgermeister Andreas Meinen zu Beginn des Tagesordungspunkts deutlich. 2,1 Millionen Euro sind dafür im Haushalt eingestellt, zudem wird eine Kreditaufnahme in Höhe von 1 Million Euro notwendig. „Das ist ein großer Schluck aus der Pulle“, konstatierte Andreas Meinen. „Wir könnten sicherlich noch mehr, aber es ist gleichzeitig immer eine Frage des Geldes.“ Ganz oben auf der Listen der instandzusetzenden Straßen stehen die Weißenmoorstraße, der Große Querdamm als auch die Busch- und Dorfstraße.
Thorsten Krettek (CDU) merkte an, dass die Gemeinde in den Bemühungen um die Straßensanierungen jetzt nicht Halt machen dürfe. Die Ansätze für den allgemeinen Straßenbau sollten im kommenden Jahr neu beordnet werden, brachte Krettek als Antrag ein. Fraktionskollege Dirk Ihmels ergänzte, die Riss- und Schlaglochsanierung müsse mehr vorangetrieben werden, um damit den Wert der Straßen zu erhalten: „Wir müssen das Thema Straßen viel eher anfassen, damit es gar nicht erst zur Vollsanierung kommen muss.“ Für den Haushalt 2019 sprach sich der Rat einstimmig aus.

Ebenfalls einstimmig fiel der Beschluss für den Bau des Gebäudetrakts mit Dusch- und Umkleidekabinen im Bockhorner Erlebnisbad aus. Die geschätzten Kosten für die geschlossene Bauweise liegen laut Planungsbüro bei rund 1,07 Millionen Euro. Auf die Frage von Diedrich Loers (SPD), ob sich für den Neubau Zuschüsse einwerben ließen, entgegnete Andreas Meinen, das für Bäder wegen der im Jahr verhältnismäßig kurzen Nutzungszeit nur schwer an Zuschüsse zu kommen sei. Geplant ist, den Landkreis Friesland um finanzielle Unterstützung zu bitten. Meinen: „Dafür sollten jedoch die Kosten feststehen.“ Die genauen Kosten sollen nun als nächstes berechnet werden.

Die Kosten für die Erneuerung eines Spielgeräts an der Grundschule Bockhorn stehen dagegen fest. 30.000 Euro stellt die Gemeinde in den Haushalt 2019 für die Maßnahme ein. Der Versicherungsträger der Gemeinde hatte bei einer Begehung im Juli festgestellt, dass das Spielgerät, welches Turm, Rampe und ein separates Podest mit Rutsche und Seilaufstieg umfasst, auszutauschen ist.
Für die Umsetzung votierten die Ratsmitglieder ebenfalls einstimmig.
Freitag, 30 November 2018 12:04

Mit Optimismus zu mehr Lebensqualität

Friedeburg/Friesische Wehde. Sicher steht Sven-Philipp Glomme auf dem Longboard, wippt vor und zurück, die Balance austarierend. Der bisweilen geklinkerte und geschotterte Untergrund der Wege und Nebenstraßen ist kein Problem für den Friedeburger, mit seinen Kindern dreht er kilometerlange Runden durch die Nachbarschaft. Sven-Philipp Glomme ist auf dem ersten Blick jemand, der sich in sein Hobby „reingehangen“ hat, dabei ist die sportliche Freizeitbeschäftigung für den Friedeburger alles andere als selbstverständlich. Weil er ohne Wadenbein geboren wurde, ist er auf eine Prothese angewiesen, die im Alltag alles übernimmt, was im Idealfall sein Bein übernehmen würden.
Sven-Philipp Glomme ist ein vielseitiger und ehrgeiziger Mensch: Er interessiert sich unter anderem für Fotografie und Naturwissenschaften, ist Familienvater und Lehrer an der IGS Friesland-Süd in Zetel. Vor allem ist der Friedeburger jemand, der sich bemerkbar macht und für andere einsetzt – in diesem Jahr hat Sven-Philipp Glomme eine Selbsthilfegruppe namens „Prothesen in Bewegung“ gegründet, die Betroffenen in der Region Möglichkeiten für den Austausch und Hilfsangebote bieten will.
Wer mit einer Prothese lebt, hat in der Regel bereits viel ausprobiert. Auch Sven-Philipp Glomme hat eine kleine Prothesensammlung zuhause, jede von ihnen hat Vor- und Nachteile. Sie stammen aus unterschiedlichen Zeiträumen, mit den jeweiligen technischen Entwicklungsständen. „Man muss mit dem Hilfsmittel viel üben“, sagt Sven-Philipp Glomme. Die Prothese muss vor allem „symptomangemessen“ sein, sprich, an die jeweilige Behinderung angepasst werden. „Im Alltag kann es leicht passieren, dass sich falsche Bewegungsmuster einschleichen. Dann ist mit einem Male der Nacken verspannt oder es zwickt im Rücken.“ Nicht alle Prothesen sind jedoch für jeden Zweck geeignet. Einige sind kosmetische Hilfsmittel oder auf Träger abgestimmt, die nur wenig gehen können. Denn je anspruchsvoller die Belastung sein soll, umso kostenintensiver ist die Anfertigung – und damit auch abhängig vom eigenen Geldbeutel.
Sven-Philipp Glomme war das, was ihm die Prothesen im Leben ermöglichten, zu wenig – er wollte sportlich sein, runter vom Sofa, rein in die Natur, laufen und sprinten können. Dass er das heute kann, ermöglicht ihm ein Laufbein, speziell auf den Sport zugeschnitten. Bei einem Lauf­event, wo verschiedene Prothesen getestet werden konnten, hat der Friedeburger sein Hilfsmittel gefunden. „Ich gebe es nicht mehr her“, sagt Sven-Philipp Glomme und lacht.
Seine Erfahrungen im Leben haben ihn auf die Idee einer eigenen Selbsthilfegruppe gebracht. „Den Gedanken trage ich schon einige Jahre mit mir rum“, erzählt der Initiator, der auch regelmäßig eine Prothesenwerkstatt besucht. „Ich habe dort Menschen getroffen, die sehr verzweifelt waren, weil sie lernen mussten, wieder zu laufen.“ Zunächst im Internet hat Sven-Philipp Glomme seinen Werdegang geschildert und sich mit anderen ausgetauscht: „Aktivität geht uns alle an.“
Im ländlichen Bereich Friedeburgs geht es auch um die Versorgung von Prothesenträgern. Der Gruppengründer hofft, Versorger, Werkstätten, Physiotherapeuten und Ärzte, aber auch Sportvereine und -geschäfte mit ins Boot zu holen: „Ich erinnere mich als Lehrer oft an meine Schulzeit, insbesondere den Sportunterricht. Wenn es Kinder mit Prothesen hier in der Umgebung gibt, gilt es auch deren Sportversorgung zu unterstützen.“ Denkbar sei auch die Ausrichtung eines Sportevents für Menschen mit Behinderung. Um das Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung abzunehmen, lässt sich der Friedeburger derzeit zum Prüfer ausbilden. „Wir freuen uns über jeden, der dazukommt. Im kommenden Jahr gehen wir dann mit ein bis zwei Verstaltungen in die Öffentlichkeit“, kündigt Sven-Philipp Glomme an.

Das nächste Treffen der Gruppe findet am Donnerstag, 12. Dezember, um 19 Uhr in den Räumen des Jugend- und Sozialtreff „JuSt bi’t Bad“ in Friedeburg, Schützenweg 23, statt. Die Räume sind ebenerdig erreichbar. Weitere Informationen gibt es per E-Mail an:
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sowie online unter:
www.protheseninbewegung.wordpress.com
Freitag, 30 November 2018 11:58

Einkaufen und gleichzeitig etwas Gutes tun

Zetel. Das Prinzip ist einfach, der Effekt nachhaltiger und sozialer Natur: Der Lions-Club Zetel-Friesische Wehde hat sich für die Adventszeit eine besondere Aktion ausgedacht, eine Weihnachtslotterie, deren Erlös der Jugendfeuerwehr Zetel zufließt. Unterstützt wird der Serviceclub dabei von der Zeteler Gemeinschaft der Gewerbetreibenden (WIR).
Das System der Lotterie ist simpel: Zum Preis von drei Euro kann in vier Zeteler Geschäften (Spielwaren Lübben, Mode und Haushaltswaren Meynen, Apotheke am Rathaus und Radwechsel) ab sofort eine Stempelkarte erworben werden, die zehn Felder umfasst. Wer in den an die WIR-Gemeinschaft angeschlossenen Geschäften einkauft, erhält ab je vollen zehn Euro Einkaufswert einen Stempel. Sind alle Felder abgestempelt, können die mit Namen und Kontaktdaten versehenen Karten in die im Uhren- und Optikfachgeschäft Dierks befindliche Losbox eingeworfen werden.
Die Lotterie beginnt am Samstag, 1. Dezember, und endet am 22. Dezember, die Gewinner werden am 24. Dezember ermittelt. Zu gewinnen sind unter anderem Einkaufsgutscheine, Bücher und weitere Sachpreise, der Hauptpreis ist ein hochwertiges E-Bike, gestiftet von der Firma Radwechsel.
„Wir können finanzielle Unterstützung immer gut gebrauchen“, bringt es Jascha Burow, Jugendbetreuer der Jugendfeuerwehr Zetel, vor dem Hintergrund des gespendeten Erlöses auf den Punkt. Kosten, die in nächster Zeit zu stemmen seien, sind die geplante Zeltlagerfahrt im Sommer 2019 und die Ausrüstung mit Einsatzbekleidung für die Jugendwehr: „Für das Geld haben wir auf jeden Fall Verwendung.“
Die Lotterie sei ein Projekt, das dem Ort und der Feuerwehr gleichermaßen zugute kommen solle, so Dr. Rolf Bruns. Die Jugendfeuerwehr leiste einen großen Beitrag für die Heranwachsenden vor Ort. „Die jungen Menschen erleben dort eine soziale Gemeinschaft und haben die Möglichkeit, sich in einer Gruppe einzubringen.“ Gleichzeitig bringe die Aktion auch Leben in die Zeteler Geschäftswelt und sorge dafür, dass der lokale Handel wieder stärker in den Vordergrund trete.
Freitag, 30 November 2018 11:47

Graft soll wieder als solche erkennbar sein

Neuenburg. Der Sommer hat vom Graftgewässer um das Neuenburger Schloss nicht viel übrig gelassen, der Herbst hat die wenigen verbliebenen Wassermengen zusätzlich abgedeckt. Derzeit muss man zweimal hinschauen, um Gewässer und Begrüntes auseinanderzuhalten. Wie das Gewässer künftig im Rahmen der geplanten Umgestaltung des Schloss-Areals wieder stärker in den Vordergrund treten kann, ist jüngst Thema im Arbeitskreis Schloss­anlagen Neuenburg gewesen.
Bereits aus historischer Sicht sei es wünschenswert, die Wasserfläche zu vergrößern und damit die Graft als solche wieder erlebbarer zu machen, schickten die Bremer Landschaftsarchitekten Uta Müller-Glaßl und Frank Glaßl voraus. Dies schließe eine Graftenreinigung in regelmäßigen Abständen mit ein, die ein Verlanden des Gewässers verhindere.
Laut der Fachplaner ist eine Verbreiterung des Gewässers lediglich an der Südseite möglich: Dort wären weder wertvoller Baumbestand noch andere Hindernisse im Weg. Nach Westen und nach Norden hin lässt sich das Gewässer aufgrund von Bäumen und Bebauung dagegen nicht verbreitern.
Ein höherer Wasserstand der Bäke und der Graft ließe sich durch Anstau erzielen. Allerdings würden dadurch auch weit außerhalb der Schlossanlagen befindliche Grundstücke angestaut – spontan möglich sei dagegen die Errichtung zweier Stauanlagen im Süd- und Nordwesten der Graftanlage. Dadurch könnte die Bäke ungehindert und ohne Aufstau weiter fließen, dafür müsste entweder Wasser aus der Bäke oder dem Feuerwehrlöschbrunnen in die aufgestaute Graft gepumpt werden.
Auch die Nutzung des Schloss­parks während des Weihnachtsmarktes war Thema der Sitzung. Seitens der Planer wurde herausgestellt, dass eine Teilreduzierung von Buden auf der Schlossinsel vorteilhaft sei. Um den Innenhof des Schlosses als Ort der Ruhe und Stille zu erhalten, wäre eine intensivere Nutzung dort dagegen nicht möglich. Eine Ausdehnung des Weihnachtsmarktes auf der Schlossinsel in den historischen Park hinein wurde ebenfalls ausgeschlossen.
Die Planer aus Bremen regten jedoch an, die momentan noch sehr feuchte Wiese südöstlich des Schlossparks aufzuwerten und nutzbar zu machen. Eine angemessene Reduzierung von Buden auf der Schlossinsel wäre dann machbar, so die Landschaftsarchitekten.
Freitag, 02 November 2018 12:22

Biosphärenreservat: Mehr Chancen als Risiken?

Zetel. Marsch, Geest und Moor, von den in der Wehde lebenden Menschen über Jahrhunderte geformt und kultiviert, bilden eine besondere Kulturlandschaft, die im nördlichen Teil Deutschlands eine besondere Rolle einnimmt. Wie lässt sich dieser Bereich des Binnendeiches auch für zukünftige Generationen sichern und unter nachhaltigen Gesichtspunkten voranbringen? Eine Möglichkeit bietet hier die Zertifizierung der Gemeinde Zetel als Biosphärenreservatsgemeinde.
Den genauen Prozess hinter der UNESCO-Auszeichnung stellte in der jüngsten Umwelt- und Planungsausschuss-Sitzung Peter Südbeck als Leiter der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer vor. Die Zertifizierung soll vor allem eines schaffen: Eine nachhaltige Regionalentwicklung, „die eine gerechte, lebensfähige und lebenswerte Welt schafft“, wie der Peter Südbeck erläuterte.
Das Biosphärenreservat gliedert sich in drei Teile. In der Mitte liegt die geschützte Kernzone, umgeben von einer Pufferzone. Um diese gruppieren sich die jeweiligen Gemeinden als sogenannte Entwicklungszone. Während im Kern- und Puffergebiet Naturschutz- und Landschaftsgebietsregelungen Anwendung finden, ist die Entwicklungszone frei von Naturschutzauflagen. Das liege daran, dass die Entwicklungszone nicht nach dem Bundesnaturschutzgesetz definiert ist, wie Peter Südbeck erklärte: „Wir legen keiner Kommune hinterher einen Zehn-Punkte-Plan vor. Es gibt keine Vorschriften, vieles kann, aber nichts muss.“
Das gesamte Konzept basiert laut Südbeck auf Freiwilligkeit und Interesse an einer gemeinschaftlichen Gemeindeentwicklung in kleinen Schritten. Das macht auch die Zielsetzung deutlich, unter anderem Partnerschaften mit Tourismusorganisationen, Restaurants sowie Hotel- und Herbergsbetreibern zu bilden oder den Nahverkehr von Bus und Bahn weiter voran zu bringen. Hinzu kommt der Erhalt regionaler Kultur – die Perspektiventwicklung schließt dabei die Landwirtschaft mit ein. Ein Punkt ist dabei die Förderung der biologischen Landwirtschaft und der Biodiversität, beispielsweise durch Bauerngärten oder Kompensationsflächen. Auch die Förderung regionaler Erzeugnisse, etwa unter der Marke „Wattenmeer-Produkt“, sei möglich.
Peter Südbeck sprach in diesem Zusammenhang von Chancen statt Risiken: Die Ängste vor einer Entwicklungszone nach dem Bundesnaturschutzgesetz, einem zwanghaften Naturschutz oder Einschränkungen im Baurecht seien unbegründet. Die Gemeinden erhielten die Möglichkeit, ihr Image nach außen und die Identität nach innen auszubauen und ferner von Fördermöglichkeiten durch die Zertifizierung zu profitieren.
Der nächste Beitrittsprozess beginnt im Januar 2019. Für die interessierten Gemeinden besteht damit die Möglichkeit, zur Jahresmitte 2020 über den Beitritt abzustimmen.

Die Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses verfolgte auch Hartmut Seetzen als Kreislandvolk-Vorsitzender. In der Sitzung durften allerdings ausschließlich Zeteler Einwohner Fragen zur Thematik Biosphärenreservat stellen. Auf Nachfrage des Friesländer Boten erläutert Hartmut Seetzen nach der Sitzung die Hintergründe für die ablehnende Haltung der Landwirtschaft gegenüber einer Zertifizierung als Biosphärenreservatsgemeinde.
So befürchten die Landwirte unter anderem, dass nach einem Wechsel in der Landesregierung die in der Entwicklungszone befindlichen Flächen der jeweiligen zertifizierten Gemeinden unter Landschafts- oder Naturschutz gestellt werden könnten. Zwar werde seitens der Nationalparkverwaltung eine solche Vorgabe verneint, doch „die Erfahrungen in den letzten 30 Jahren haben gezeigt, dass immer etwas oben drauf kommt“. so Hartmut Seetzen.
Mit der Zertifizierung würde sich die jeweilige Gemeinde zudem in vielen Bereichen verbindlich festlegen, was nachträglich nicht mehr so einfach geändert werden könne. Auch den seitens der Nationalparkverwaltung erwähnten touristischen Vorteil hält Hartmut Seetzen für überschaubar: „Wenn wir einen heißen Sommer haben, zieht es die Urlauber ohnehin in die Küstenregion.“ Ein weiteres Problem zeichnet sich laut dem Kreislandvolk-Vorsitzenden auch bei der Verteilung der Fördermittel ab. „Wenn viele zertifizierte Gemeinden dabei sind, geht es zwangsläufig nach einer Rangliste“, so Hartmut Seetzen. Dann könne es auch sein, dass die Fördermittel wegen der Vielzahl der sich bewerbenden Gemeinden gering ausfallen.
Ausschlaggebendes Kriterium in der Diskussion sei jedoch die Sorge, dass es bei der freien Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen zu Einschränkungen kommt. „Von Seiten der Landwirtschaft lehnen wir das deshalb für Friesland ab. Da gibt es kein Verhandeln“, sagt Hartmut Seetzen mit Nachdruck. Auf lange Sicht sei die Landwirtschaft Verlierer, „was von den Gemeinden wiederum aufgefangen werden muss.“ Gleichwohl, fügt der Kreislandwirt hinzu, sei man mit der Politik in Friesland sehr zufrieden, viele Projekte würden von der hiesigen Landwirtschaft wohlwollend begleitet.
Zetel. Es gibt viele Möglichkeiten zu träumen – und ebenso viele Wege diese zu erfüllen. Das zeigt das inklusive Filmexperiment „Geiht nich, gifft’t nich“ der GPS-Werkstatt Jeringhave und der NDR-Journalistin Carola Schede. Die Lebensträume von GPS-Werkstattmitgliedern sind zentraler Inhalt des Films – mit der Premiere im Zeteler Zeli dürfte auch gleich der Zwölfte in Erfüllung gegangen sein. Denn die Organisatoren des Premierenabends zogen alle Register, um in die Veranstaltung ein wenig Hollywood-Flair einzubringen: ein sprichwörtlicher roter Teppich mit Sektempfang und frisches, selbstgemachtes Popcorn und eine erste Reihe exklusiv für die Darsteller bildeten den festlichen Rahmen des gutbesuchten Abends. Nicht jeder Besucher erhielt einen Sitzplatz und zeitweise war das Kino so voll, dass niemand mehr eingelassen wurde. Abhilfe schaffte eine zweite Vorführung, die Zeit konnten die Wartenden bei kulinarischer Bewirtung im Café des Mehrgenerationenhauses überbrücken.
Landrat Sven Ambrosy sprach in seiner Begrüßungsrede von einem „Herzensprojekt“, welches ein buntes und vielfältiges Friesland zeige und dabei deutliche Akzente im Miteinander setze. Die vielfältige Region mit ihren Besonderheiten für diese Kulturlandschaft sei ein tragendes Element des Films, machte Werkstattleiterin Heike Sander deutlich: „Die Wünsche der Darsteller sind dabei der rote Faden, der uns durch ganz Friesland führt.“
Worum geht es in dem Film? Ohne zuviel vom Inhalt zu verraten: Es geht um die Arbeit einer Hochzeitsplanerin, einen jungen Mann, der einmal gerne James Bond sein möchte und sein Glück auf dem Bockhorner Oldtimermarkt findet. Und da wären noch zwei Bürgermeister, die sich eine gesellschaftliche Teilhabe auf Augenhöhe wünschen. All diese einzelnen Motive laufen auf einen Höhepunkt zu – bei dem ein singender Kellner noch eine besondere Rolle spielt …
„Geiht nich, gifft’t nich“ berührt, ist jedoch gleichzeitig ein mit viel Humor und Authentizität eingefangenes Porträt. Wenn zu Beginn des Films die Darsteller ihre Träume vorstellen, fängt die Kamera unmittelbar die Persönlichkeit des jeweiligen Menschen und seiner Tätigkeit in der GPS-Werkstatt Jeringhave ein.
Mit ruhigen Schwenks und Überblendungen entsteht ein sich langsam entfaltendes Filmwerk, das an vielen Stellen deutlich macht, wie lebensnah einige der im Film dargestellten Träume sind: sei es eine Hochzeit oder der Retter in der Not, der zur rechten Zeit am rechten Ort ist. Besonders hervorzuheben ist die Spielfreude, die Darsteller gehen in ihren Rollen spürbar auf. Ein feiner Witz und die authentische Art machen den Film zu einem kurzweiligen Vergnügen mit einer Botschaft, die auch nach der Vorführung noch lange im Kopf bleibt.
Das Zeli zeigt „Geiht nich, giff’t nich“ am Mittwoch, 21., und Dienstag, 27. November, nochmals auf der großen Leinwand. Eine DVD ist in Planung, Bestellungen sind möglich per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Freitag, 02 November 2018 12:07

Neue Ampel soll für mehr Sicherheit sorgen

Bockhorn. Bisher waren auf der Alten Bahnlinie/K 102 neben dem Bockhorner Neubaugebiet „Am Urwald“ 100 Stundenkilometer erlaubt, mit der Entscheidung des Landkreises Friesland aus dem Ergebnis der jüngsten Verkehrsschau ist das vorbei: Für Autofahrer gilt hier maximal 70 (wir berichteten).
Das ist der Bockhorner SPD zu wenig. „Tempo 70 reicht nicht“, macht Rainer Brunken deutlich. Trotz der reduzierten Geschwindigkeit sei auf der Querungshilfe neben der Einfahrtsstraße zum Neubaugebiet ein gefahrloses Wechseln der Straßenseite nicht möglich: „Eine Ampel ist unerlässlich.“ Ob und inwiefern weitere Regelungen auf der Alten Bahnlinie und insbesondere im Bereich der Querungshilfe die Sicherheit erhöhen können, war Thema eines Ortstermins mit Thorsten Hinrichs, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Friesland. Auch Anwohner und Vertreter der Gemeindeverwaltung nahmen an der Begehung teil.
Woher kommt die Entscheidung für eine Anpassung von 70 Stundenkilometern? Thorsten Hinrichs: „Die Verkehrserhebung 2015 hat gezeigt, dass von den täglich 2500 Fahrzeugen 85 Prozent die Geschwindigkeit von 66 Stundenkilometern nicht überschreiten.“ Das spreche für eine Regelung von 70 Stundenkilometern.
Die Installation einer Ampel ist an verkehrsrechtliche Vorgaben geknüpft. Im Fall der Alten Bahnlinie bedeutet das, so Hinrichs, dass rund 450 Fahrzeuge pro Stunde die Straße frequentieren müssten. Dazu kommt, dass die Zahl der Querungen durch Erwachsene bei 100 pro Stunde liegen muss, um eine Ampel erforderlich zu machen. „Bei besonders schutzbedürftigen Personen wie Schülern müssten es immer noch 50 Querungen pro Stunde sein. Obwohl wir zum Querungsverhalten keine Zahlen haben, bezweifle ich, dass wir diese Zahlen hier erreichen“, gab der Leiter des Straßenverkehrsamtes zu bedenken. Sollte jedoch die Gemeinde selbst eine Ampel an der Stelle für sinnhaft erachten, könne diese aufgestellt werden, sofern die Gemeinde für die Unterhaltungskosten selbst aufkommt, so Thorsten Hinrichs weiter. Wie Anwohner Marcel Niemeyer berichtete, nutzen derzeit rund 35 Kinder unter sechs Jahren den Schulweg aus dem Neubaugebiet heraus. Diese würden auch die Alte Bahnlinie überqueren. Die Kinder aufgrund von Sicherheitsbedenken zur Schule zu fahren, sei keine Lösung, so Marcel Niemeyer: „Die Schule möchte nicht, dass die Kinder allesamt mit dem Auto zur Schule gebracht werden, weil dadurch der Busverkehr beeinträchtigt werden kann.“
Wie geht es weiter? Johann Helmerichs, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Bockhorn, erklärte, dass man mit einem Antrag auf eine „freiwillige“ Ampel ähnlich wie in Steinhausen an die Gemeindeverwaltung Bockhorn herantreten werde.
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