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Freitag, 04 Mai 2018 10:46

Steinsäule erinnert an Zwangsarbeiterschicksale

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Neuenburg. Übereinandergestapelt türmt sich Basalt- auf Granitstein, das fragile Gebilde scheinbar nur gehalten von acht Stahlstangen, die den Steinturm jeweils an den Seiten schützend umgeben. Die Säule an der Mühlenstraße ist als Mahnung und Erinnungsplatz gedacht. Das sie ihren Platz an der Bundesstraße Richtung Friedeburg hat, ist kein Zufall.
Die heutige Bundesstraße 437 zwischen Varel und Friedeburg ist während der Zeit des Nationalsozialismus aufwändig ausgebaut worden – unzählige Basalt- und Granitsteine wurden dabei von Strafgefangenen aus den Emsland-Lagern und Kriegsgefangenen der Wehrmacht unter Zwang verlegt. An den Folgen der harten Arbeit, durch Willkür der Wachmannschaften und Unterernährung starben viele bei dem als kriegswichtig erachteten Unterfangen, eine bessere Anbindung der Luftwaffen-Fliegerhorste Marx-Barge und Varel-Friedrichsfeld zu erreichen.
Der Neubau der Bundesstraße 2012 brachte die Geschichte sprichwörtlich wieder an das Tageslicht. Die Blaubasalt- und Granitsteine, die unter dem Asphalt zum Vorschein kamen, waren 2013 Initiativpunkt für die Neuenburger Kunstwoche „Pflasterkunst“. Woher kommen die Steine und welchen Hintergrund haben sie? Den Antworten ist der Kunstverein „Bahner“ jahrelang nachgegangen. Hinweise aus der Bevölkerung und die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Antje Sander und Holger Frerichs vom Schlossmuseum Jever haben schließlich das Bild vervollständigt.
Am Mittwochabend ist mit dem Mahnmal für die Zwangsarbeiter beim Straßenbau in Neuenburg ein weiterer Erinnerungsort eingeweiht worden. Zahlreiche Vertreter aus Gemeinderat und Verwaltung, „Bahner“-Mitglieder sowie Vertreter der Politik wie Landrat Sven Ambrosy, Erste Kreisrätin Silke Vogelbusch und Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen waren der Einladung gefolgt.
„Der Dreiklang aus Erinnerung, Verantwortung und Zukunft verpflichtet uns geradezu, das Andenken an die während der Naziherrschaft geschundenen und ermordeten Menschen zu bewahren“, erklärte Wolfgang Andrée im Rahmen seiner Rede. Prof. Dr. Antje Sander hob hervor, das den Erinnerungsorten eine immer stärkere Bedeutung zukomme, insbesondere da die Generation der Zeitzeugen und deren Kinder bald nicht mehr leben werde und damit den Orten selbst die Aufgabe zukomme, Zeugnis erlittenen Unrechts abzulegen. Fred Gburreck als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Zetel erläuterte, das mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Erinnerung an die Zwangsarbeit nahezu verdrängt worden: „Die ,Bahner‘ waren diejenigen, die das Thema 2012 wieder aufgegriffen haben.“ Die Erinnerung an die Gräuel schwänden langsam, betonte Bürgermeister Andreas Meinen. Es sei notwendig, sich der Geschichte zu stellen und sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Zum Hintergrund: Die Gestaltung des 2,50 Meter hohen Mahnmals an der Bundesstraße stammt von Inge Streithorst. Es stellt eine Straße dar, die hochkant verläuft und in Stahlstangen gefangen ist. Die dazu gehörende Infotafel hat der Wangerlander Grafiker Andreas Reiberg geschaffen.
Freitag, 27 April 2018 09:40

Ein Ort zum Arbeiten, Lesen und Spielen

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Zetel. Auf der Lesecouch kann man es sich so richtig gemütlich machen: Die hohen Rücken- und Seitenwände dämpfen den Schall und sorgen für eine angenehm ruhige Atmosphäre – perfekt, um ein wenig zu lesen oder sich ungestört mit anderen auszutauschen. Seit Montagmorgen hat die IGS Friesland-Süd in Zetel eine Leseecke. Der offene Bereich im Flur bietet allerdings noch weitere Möglichkeiten, darunter Gruppen- und Stillarbeit.
Vorher standen hier lediglich Tische und Stühle zum Arbeiten. „Die Schränke sind neu gestrichen worden und wir haben Lesecouchen angeschafft. Sogar Blumenspenden für die Fensterbank haben wir bekommen. Insgesamt ist der Bereich nun optisch deutlich aufgewertet“, erläutert Schulleiterin Heike Neumann die Neuerungen. Unter Aufsicht darf hier nun gespielt, gelesen und geübt werden.
Rund 6000 Euro sind in die Einrichtung der Leseecke geflossen, finanzielle Unterstützung kam dabei von der LzO, der Bürgerstiftung, dem Förderverein der IGS, dem Sozialen Kaufhaus, Stoffwechsel und der WIR-Stiftung. Bei der Gestaltung der Minibücherei waren die Schüler gefragt. „Wir haben uns erkundigt, welche Bücher sich die Schüler wünschen. Die Antworten reichten vom klassischen Märchenbuch bis hin zum Wissensbuch über Natur und Technik“, sagt Schulleiterin Heike Neumann. Harry Potter-Bände stehen ebenfalls im Regal: „Die sind nach wie vor beliebt, genauso wie die Was-ist-Was-Bücher.“
Um den Wandanstrich haben sich die Eltern an einem Wochenende gekümmert, schulintern gibt es zur Zeit einen Wettbewerb für die schönste Wandgestaltung – „mit Jury und Trostpreisen“, so die Schulleiterin, die sich freut, dass die Leseecke von den Schülern bereits gut angenommen worden ist. Ohne Hilfe seien solche Projekte allerdings nicht zu meistern: „Unsere eigenen Mittel sind begrenzt, sodass wir nicht jeden Wunsch erfüllen können. Umso mehr freuen wir uns, dass soviele zur Leseecke beigetragen haben.“

→ Die IGS Friesland-Süd freut sich über Sachspenden für die Leseecke. Gesucht werden Bücher, Stifte, pflegeleichte Blumen und Spiele (auch gut erhalten gebraucht). Wer etwas abgeben möchte, meldet sich telefonisch im Sekretariat der Schule unter ☎ 04453/3112.
Neuenburg. Die begabte Musikerin Eliane Menzel nutzt die Semesterferien ihrer Violinenausbildung in New York, um zusammen mit ihrem Vater Fabian Menzel (Oboe) Liebhabern der klassischen Musik ein weiteres musikalisches Highlight zu präsentieren.
Im Mittelpunkt der „Schlosskonzerte Neuenburg“ stehen diesmal die deutsche und französische Romantik mit Werken von Schumann, Franck, Saen und Brahms. Am Mittwoch, 23., und Donnerstag, 24. Mai, jeweils um 19.30 Uhr, werden die beiden gemeinsam mit Maria Conti Gallenti im historischen Trausaal zu hören sein.
Aufgrund der räumlichen Situation des historischen Trausaales ist die Zahl der Karten limitiert. Die Vorbestellung der Konzertkarten ist unter ☎ 04453/935299 möglich.
Dienstag, 24 April 2018 09:38

Dieselross und Straßenkreuzer

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Traditionelles Oldtimertreffen in Bohlenbergerfeld an diesem Wochenende.

Bohlenbergerfeld.
Dodge neben Deutz, Hanomag trifft Cadillac: Beim 24. Oldtimertreffen für Traktoren und Nutzfahrzeuge in Bohlenbergerfeld sind am nächsten Wochenende, 28. und 29. April, neben Traktorren, Lastwagen und Landmaschinen auch US-Fahrzeuge aller Formen und Baujahre willkommen.
„Einige unserer Mitglieder besitzen selbst Klassiker aus US-amerikanischer Produktion, so kam es zu dieser Idee“, verrät Matthias Simon vom gastgebenden Oldtimerclub Bohlenbergerfeld und verspricht: „Das wird sicher eine spannende Mischung!“ So kommen blubbernde V8-Straßenkreuzer und bollernde Einzylinder-Diesel zusammen, Treffpunkt ist wie gehabt das Gelände bei der Gaststätte Hurling an der Wehdestraße in Zetel-Bohlenbergerfeld. Angemeldet hat sich unter anderem ein riesiger amerikanischer Freightliner-Truck des Mitglieds Karl-Heinz Alzog aus Hude.

Wie in den Vorjahren auch werden wieder eine ganze Reihe alter Lastwagen, Motorräder und klassische Automobile erwartet, zudem ein breites Angebot an Zubehör und Ersatzteilen. Längst hat das große Treffen Kultstatus bei den Fans, und auch viele tausend Schaulustige kommen, um sich das Spektakel anzuschauen – bis zu 600 Fahrzeuge werden sich im Laufe des Wochenendes zum großen Treffen in Bohlenbergerfeld einfinden. Die Vorbereitungen laufen bereits seit mehr als einer Woche, die Mitglieder des 1993 gegründeten Vereins organisieren den gesamten Ablauf des Wochenendes.

Zwei Tage Programm
Das öffentliche Treffen beginnt am Samstag und Sonntag jeweils um 8.30 Uhr. Während des Samstages sind vor Ort ab 8.30 Uhr übrigens auch Abnahmen und Eintragungen durch den TÜV Nord möglich. Auf dem Markt für Teile und Zubehör können lang gesuchte Ersatzteile oder das eine oder andere Erinnerungsstück erworben werden. In regelmäßigen Abständen wird ein kleiner „Knobelwagen“, ein Trecker mit Anhänger, an beiden Tagen über den Platz kreuzen, dort sind dann unter anderem herzhafte Preise zu gewinnen.
Mittags wird die obligatorische Erbsensuppe angeboten, am Nachmittag gibt es Unterhaltung mit der Musik- und Showband Grabstede. Am Samstagabend können Teilnehmer und Besucher gemeinsam bei der Zeltdisco feiern.
Mit einem gemeinsamen Frühstück geht es dann am Sonntag weiter. Am Sonntagnachmittag werden hochwertige Sachpreise unter den angemeldeten Teilnehmern verlost, bei dieser Gelegenheit wird Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann gegen 15.30 Uhr die angereisten Oldtimerfreunde begrüßen.
Einlass zum Gelände ist am Freitag, 27. April, ab 10 Uhr. Ferner ist die Zufahrt am Freitag maximal bis 22 Uhr, am Samstag bis 20 Uhr möglich. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass das Gelände danach für Fahrzeuge abgesperrt wird. Es gibt ausreichend kostenlose Parkplätze, die Wehdestraße muss frei gehalten werden. Auch der Eintritt zum Ausstellungsgelände ist wie immer frei.

Flohmarkt gleich nebenan
Traditionell lädt Familie Jürgens direkt neben dem Oldtimergelände an beiden Tagen zu einem Flohmarkt ein. Los geht es dort jeweils um 9 Uhr mit dem Aufbau der Stände. Auch der Eismann wird wieder zu finden sein. Der Erlös des Flohmarktes wird wie immer einem guten Zweck gespendet.

>> Mehr Infos zum Traktoren- und Oldtimertreffen gibt´s im Internet unter www.oc-bfeld.de.
Freitag, 20 April 2018 11:55

Gemeinden unterzeichnen Pachtvertrag

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Bockhorn/Zetel. Die Bahntrasse von Bockhorn nach Zetel wird von vielen Radfahrern in der Wehde genutzt. Damit die Strecke insgesamt sicherer zu befahren und zudem für Menschen mit Behinderungen barrierefrei genutzt werden kann, haben die Gemeinden Zetel und Bockhorn noch für dieses Jahr den Ausbau nebst Verbreiterung der Wege beschlossen (wir berichteten).
Die Bahntrasse ist Eigentum des Landkreises Friesland. Die nötigen Pachtverträge haben nun kürzlich im Kreishaus in Jever die Bürgermeister Andreas Meinen (Bockhorn, links) sowie Heiner Lauxtermann (Zetel, rechts) nebst Frieslands Landrat Sven Ambrosy unterzeichnet. Die Verträge sind 25 Jahre gültig.
Die Radwegeabschnitte zwischen Bockhorn und Zetel sind 2009/2010 erstellt worden und betragen 2,5 Kilometer (Abschnitt Zetel-Neuenburg) und 3,3 Kilometer (Abschnitt Zetel-Bockhorn). Die Gesamtkosten für beiden Strecken liegen bei rund 270.000 Euro. Im Vorfeld ist vom Leader-Programm „Südliches Friesland“ eine Förderung in Höhe von 70 Prozent bewilligt worden, beide Gemeinden haben beim Landkreis Friesland zusätzlich einen Förderantrag in Höhe von 30 Prozent für die nicht gedeckten Kosten gestellt.
Freitag, 20 April 2018 11:52

„Unsere Tür ist für Jedermann offen“

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Zetel. Die vormals im Gebäude befindliche Traditionsgaststätte Janssen an der Hauptstraße 7 ist längst Geschichte – aber das Haus selbst erfüllt noch heute einen gastlichen Zweck. Für viele Zeteler und auch auswärtige Besucher ist das Mehrgenerationenhaus (MGH) ein fester Anlaufpunkt im Alltag. Im Zeteler Kaffeehaus, dem offenen Café des Mehrgenerationenhauses, kommen Alt und Jung zusammen, wird geklönt oder in Gruppen gearbeitet. Es finden Flohmärkte statt, es gibt Angebote für Kinder und einen Bürgermeisterstammtisch. Frühaufsteher und Schüler können hier sogar Frühstück und Mittagessen bekommen. Kurzum: Das MGH ist eine Begegnungsstätte für Jedermann.
„Ganz am Anfang wussten viele nicht, dass es hier so ein Angebot gibt“, erzählt Kerstin von Zabiensky. Das war vor rund sechs Jahren, heute ist das Angebot auch über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. Kerstin von Zabiensky ist Leiterin im MGH und koordiniert nicht nur die anfallende Arbeit, sondern ist als ständiges Bindeglied zwischen den Gruppen im MGH und Besuchern immer in Bewegung. „Die Nachfrage nach den Angeboten im Haus steigt stetig, viele suchen ein freies Plätzchen für sich“, erklärt die Leiterin den Erfolg der Einrichtung. Ein weiterer Grund: Im Zeteler Kaffeehaus geht alles etwas gemütlicher zu: „Das Café ist ein offener Treff, es gibt keinen Verzehrzwang.“ Wohnen tue hier allerdings keiner – „auch wenn die Frage oft aufkommt“, sagt Kerstin von Zabiensky mit einem Lachen. Für sie ist das Mehrgenerationenhaus fast wie ein zweites Zuhause. Das Miteinander möchte sie nicht missen. „Alle, die zu uns kommen, egal ob Besucher oder Mitarbeiter, sind auf ihre Art sehr liebenswert“, sagt Kerstin von Zabiensky.
Um die Gäste des Kaffeehauses kümmern sich ehrenamtliche Mitarbeiter. Als Leiterin packe sie auch mal selbst mit in der Küche an, wenn Not am Mann ist. „Wir sind immer auf der Suche, Ehrenamtliche sind bei uns etwas knapp“, gibt Kerstin von Zabiensky zu bedenken. Was die Mitarbeiter im Alltag bewerkstelligen, sei eine große Leistung: „Das kann man nicht genug honorieren.“ Der Grundgedanke der Freiwilligkeit spiegelt sich auch in der im MGH untergebrachten Ehrenamtsbörse wieder: „Wer sich als Freiwilliger einbringen möchte, kann sich bei mir melden, direkt vor Ort oder telefonisch.“ Die Börse funktioniert dabei in beide Richtungen: Vereine oder Gruppen, die Hilfe brauchen, können ein Gesuch ebenso aufgeben wie Bürger, die sich in bestimmten Bereichen einbringen möchten.
In Zetel ist das MGH nicht mehr wegzudenken. Im vergangenen Jahr hat die Einrichtung ihr fünfjähriges Bestehen gefeiert. Das Grundkonzept der Einrichtung ist von Tag Eins an übrigens unverändert geblieben. „Unsere Tür ist für Jedermann offen“, fasst Kerstin von Zabiensky zusammen.

Übrigens: Zum 1. August sucht das Mehrgenerationenhaus noch einen Bundesfreiwilligendienstler. Das Aufgabengebiet umfasst dabei Service, Kontaktpflege zu den Gästen, die Betreuung der sozialen Netzwerkseite, Einkaufsplanung und Unterstützung der Ehrenamtlichen sowie der Leitung.
Freitag, 20 April 2018 11:46

Eine Grabanlage mit Gartencharakter

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Zetel. Bisher ist die rechte Seite neben dem Lutherbaum auf dem Friedhof an der Bohlenberger Straße noch leer, lediglich ein kleiner Fußpfad verläuft auf der Grünfläche. Dort sollen noch in diesem Jahr 25 neue Grabplätze entstehen. Pro Platz wird dann sowohl eine Sarg-, als auch eine Urnenbestattung möglich sein.
Mit der neuen Anlage reagiert die Kirchengemeinde auf Veränderungen in der Bestattungskultur. „Es gibt Paare, bei denen nur einer erdbestattet werden möchte, während der andere sich eine Feuerbestattung wünscht“, sagt Pastorin Sabine Indorf. Das habe mitunter ethische oder weltanschauliche Gründe. Ein weiterer Vorteil der Gemeinschaftsanlage ist, dass der alte und neue Teil des Friedhofs an dieser Stelle künftig optisch stärker verbunden wird. „Wir bekommen immer mal wieder die Frage gestellt, warum die Gräber hier so allein stehen“, erzählt Sabine Indorf. Dieses Problem wird mit den neuen Grabplätzen gelöst.
Ähnlich wie bei der Urnengemeinschaftsanlage wird es eine Stele für Gedenkplaketten geben, sowie Sitzgelegenheiten und einen barrierefreien Zugang für Rollatoren und Rollstuhlfahrer (siehe Grafik). „Die Fläche bekommt einen Gartencharakter“, erläutert Nina Brokmann von der Friedhofsverwaltung. Die Planung und Gestaltung der Fläche geht auf ihre Entwürfe zurück: „Wenn letztlich alle Plätze belegt sind, wird nicht mehr das einzelne Grab zu erkennen sein.“ Das Areal wird eingefasst von einem handgeschmiedeten Zaun.
Die Pflege der Anlage wird durch den Friedhofsgärtner ganzjährig sichergestellt und ist jeweils in die Liegegebühr einkalkuliert. „Es wird immer etwas blühen, niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn er einen Besuch des Friedhofs mal nicht einplanen kann“, sagt Sabine Indorf. Die Anlage soll noch dieses Jahr fertiggestellt werden, so Detlef Kant, Vorsitzender im Ausschuss für Friedhof und Ländereien. Die Kosten für die Gemeinschaftsanlage liegen bei rund 40.000 Euro. „Das Geld kommt aus dem Friedhofsetat. Die Kirchengemeinde geht damit in Vorleistung“, berichtet Pastorin Sabine Indorf. Weil es sich bei dem Friedhof an der Bohlenberger Straße nicht um einen Defizitfriedhof handele, seien solche Projekte in dieser Größenordnung überhaupt möglich.

Weitere Informationen zu den Grabplätzen erteilt Nina Brokmann von der Friedhofsverwaltung montags von 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 9 bis 11 Uhr unter ☎ 04453/2033.
Die Polizei nahm den Mann fest. In Zetel verunglückte am Montag eine E-Bikefahrerin schwer.

Bockhorn/Zetel.
Am Wochenende konnte die Polizei in Bockhorn einen mutmaßlichen Einbrecher festnehmen, seit dem Samstag, 7. April, sitzt der 33-jährige Mann in Untersuchungshaft. Der Mann aus Varel hatte nach Polizeiangaben offenbar zum wiederholten Mal in einem Bockhorner Geschäft versucht, zuvor entwendeten Schmuck zu verkaufen.
Das wiederholte Angebot war dem Geschäftsinhaber verdächtig vorgekommen, so hatte er kurzerhand die Polizei informiert. Beim Polizeikommissariat in Varel ging dann kurz darauf der Hinweis auf einen Wohnungseinbruch in der Bockhorner Ulmenstraße ein. "Bei diesem Einbruch wurde auch Schmuck entwendet", erklärt Andrea Papenroth, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, "so ergab ein Puzzlestein das nächste und der vermeintliche Schmuckverkäufer geriet sofort in den Fokus der Ermittler."
Bei den sich anschließenden Ermittlungsmaßnahmen konnte das im Geschäft sichergestellte Diebesgut schließlich dem vorangegangenen Einbruch in Bockhorn zugeordnet werden, der 33-Jährige wurde von den Polizeibeamten noch im Geschäft vorläufig festgenommen. Bei der Vernehmung gab der aus Varel kommende mutmaßliche Täter noch weitere Diebstähle, etwa in einer Altenwohnanlage in der Osterstraße und in einem Altenwohnheim in Büppel, zu.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler wollte der Mann mit den Taten seine Spielsucht finanzieren. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg beantragte schließlich Haftbefehl, die Ermittlungen dauern an.

Einen schweren Unfall meldete die Polizei aus Zetel: Am Montag, 9. April, kam es demnach in der Bahnhofstraße in Zetel zu einem Zusammenstoß zwischen einem E-Bike und einem Pkw. Eine 56-jährige Frau war mit ihrem E-Bike auf dem Fuß-und Radweg an der Bahnhofstraße in Richtung Ohrbült unterwegs, nach Polizeiangaben allerdings entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. Die Fahrerein eines Citroen bog in diesem Moment mit ihrem Auto vom Grundstück eines Verbrauchermarktes auf die Bahnhofstraße ab, dabei übersah sie die von rechts kommende Radfahrerin, es kam zum Zusammenstoß. Die E-Bike-Fahrerin stürzte auf die Fahrbahn und erlitt schwere Verletzungen am Fuß. Sie wurde vom Notarzt des Rettungshubschraubers erstversorgt und dann ins Klinikum nach Wilhelmshaven gebracht.

Freitag, 06 April 2018 12:08

Aus der Grünfläche wird ein Erlebnisbereich

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Finanzierung für Umgestaltung des Schulmuseum-Gartens in Bohlenbergerfeld steht

Bohlenbergerfeld. Viel Grün, dazu dominieren gepflegte Büsche und Bäume das Grundstück um das Schulmuseum in Bohlenbergerfeld. Nun soll die Gartenfläche der Einrichtung nicht nur eine optische, sondern auch in punkto Benutzung deutliche Aufwertung erfahren. Der Förderverein des Schulmuseums hat konkrete Pläne – aus der Grünfläche soll ein Erlebnisbereich werden.
Nun steht die Finanzierung für das mit rund 60.000 Euro an Kosten veranschlagte Projekt – anteilige Unterstützung kommt dabei vom Leader-Programm „Südliches Friesland“ (27.510 Euro) und vom Landkreis Friesland (8250 Euro). Die restliche Summe von 24.240 Euro trägt die Gemeinde Zetel. „Wir sind dabei allerdings auch auf Unterstützung außerhalb der Förderung angewiesen“, betonte Bernd Hoinke vom Förderverein jüngst während der Bescheid­übergabe im Schulmuseum. Ohne viel ehrenamtliche Arbeit von Seiten der Dorfgemeinschaft und dem Förderverein lasse sich ein solches Unterfangen nicht realisieren.
Im hinteren Gartenbereich soll ein großer Pavillon entstehen, der unter anderem als Konzertbühne und Aufenthaltsgelegenheit für Schulklassen genutzt werden soll. Rund 30.000 Euro sind für die Errichtung des Pavillons einkalkuliert. Der Außenbereich werde gut genutzt, so Hoinke, zahlreiche Gäste kämen zu großen Veranstaltungen wie Weihnachtsgrillen oder den Himmelfahrtskonzerten. Denkbar sei auch, Patenschaften für das Areal einzuführen, erklärte Hoinke: „Wir wollen den Besuchern ein schlüssiges Erlebnis bieten, müssen aber aufpassen, dass wir uns nicht verzetteln und sich der Aufwand des Gartens nicht mehr händeln lässt. Das Ehrenamt dürfen wir nicht überstrapazieren.“
Geplant ist, dass der Erlebnisbereich zur Saisoneröffnung 2019 fertiggestellt ist, der Beginn der Arbeiten ist für den Herbst angesetzt.
Freitag, 06 April 2018 12:00

Bockhorner Spielplätze kommen auf den Prüfstand

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Bockhorn. Die Lebensräume für Insekten sind über die Jahre immer kleiner geworden, Versiegelung und die wirtschaftliche Nutzung ökologischer Nischen hat zu diesem Phänomen beigetragen. Die Folgen davon sind heute deutlich sichtbar: weniger Insekten und ein Rückgang der Artenvielfalt insgesamt. Welche Möglichkeiten bestehen, dieser Entwicklung zu begegnen, war Thema im jüngsten Bau, Plan- und Umweltausschuss der Gemeinde Bockhorn.
Dr. Tatjana Hoppe vom Ammerländer Landvolk stellte anhand des Ammerländer Blühstreifenprojekts eine Möglichkeit vor. Dem Projekt gehören neben dem Landvolk Kreis und Gemeinden sowie Jägerschaft, Schulen und Imker an. „Das Ziel ist, mehr Lebensräume für Insekten zu schaffen und für das Thema zu sensibilisieren“, fasste Dr. Tatjana Hoppe zusammen. Zum Einsatz kommt dabei eine spezielle Mischung aus Wild- und Kulturpflanzen, die an Fel­dern und Wegerändern sowie auf Grünflächen und Verkehrsinseln ausgebracht wird. Neben der ästhetischen Aufwertung von Flächen geht es auch um die Imageverbesserung der Landwirte. Die Skepsis sei beim Projektstart 2009 durchaus groß gewesen, berichtete Dr. Tatjana Hoppe. Sechs Landwirte nahmen damals mit einer Blühfläche von 1,2 Hektar teil, 2017 waren es 30 Landwirte mit 13,4 Hektar. „Die Rückmeldungen sind positiv und viele Landwirte verzichten inzwischen auf Entschädigung für die zur Verfügung gestellten Flächen.“ Möglichkeiten für eine Förderung bestehen auch. Allerdings habe das Projekt auch seine Grenzen, so Hoppe. Das Problem in der Landwirtschaft sei, das für die Bewirtschaftung jede Fläche genutzt werden müsse, sodass nicht immer ein Bereich als Blühstreifen zur Verfügung gestellt werden kann. Ein weiteres Problem ist aus Sicht der Referentin die Versiegelung von Boden: „In Niedersachsen sind es täglich neun Hektar.“
„Jeder kann in seinem Bereich etwas tun, auch wenn es nur die Blumenkästen am Balkon sind“, appellierte Dr. Tatjana Hoppe. Rolf Scherer (Gruppe FDP/Scherer) ergänzte: „Bei diesem Thema gibt es wie in jeder anderen Gemeinde Handlungsbedarf. Keiner kann sich zurücklehnen und annehmen, dass jemand anderes das übernimmt.“ Das Ökosystem sei in Gefahr, mahnte Rolf Scherer: „Es geht darum dieses Bewusstsein bei den Bürgern zu wecken und aufzuklären. Jeder kann in seinem Einzugsgebiet etwas dazu beitragen.“ Für Diskussion sorgte im Anschluss der Antrag der Gruppe Grüne/Linke auf Überprüfung der Spielplätze innerhalb der Gemeinde. Laut Bürgermeister Andreas Meinen ist 2017 bei einer Begehung bereits festgestellt worden, das einige Geräte nicht mehr den geltenden Standards entsprechen. Deshalb seien die Geräte demontiert oder Plätze abgesperrt worden. Dies betrifft unter anderem Plätze in Osterforde, Bockhornerfeld und dem Bockhorner Neubaugebiet. Für Unterhaltung und Anschaffung neuer Spielgeräte hat die Gemeinde rund 130.000 Euro für 2018 eingeplant.
Als Entscheidungshilfe, welche Spielplätze beibehalten, aufgewertet oder aufgegeben werden sollen, hat die Gemeinde einen Fragebogen für Kinder von fünf bis elf Jahren erstellt, der in den Grundschulen verteilt wird. Sollten Spielplätze aufgegeben werden, sollten diese nicht sofort als Baugrundstücke vergeben werden, schlug Christa Hoppenheit (UWG) vor. So bleibe die Chance bestehen, später erneut einen Spielplatz einzurichten, wenn der Bedarf sich dafür ergeben sollte. Von den Eltern gab es Kritik an der Vorgehensweise beim Abbau der Geräte. So sei im Vorfeld nicht kommuniziert worden, dass die teils von den Anwohnern geschaffenen Spielgeräte vom Bauhof mitgenommen würden.
Zuletzt beschäftigte sich der Ausschuss mit dem geplanten Naturschutzgebiet „Neuenburger Holz“. Gegen die vom Landkreis Friesland erstellte Verordnung gebe es von Seiten der Gemeinde keine Einwände. Einwohner Klaus Böttcher monierte, dass die neue Verordnung den Schutz des Neuenburger Urwalds nicht mehr gewährleiste. Mit der neuen Regelung würden auch Eingriffe in den Urwald legitimiert, obwohl dieser einen besonderen Schutzstatus genieße. Zudem gehe die Bezeichnung „Neuenburger Urwald“ in der neuen Verordnung in dem Begriff „Neuenburger Holz“ auf.
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