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Freitag, 27 Juli 2018 11:24

Zwölf neue Grundstücke in zentraler Lage

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Spatenstich für neues Baugebiet „Wittenmoor“ – Große Nachfrage

Bockhorn. Noch sind die Bagger auf der ehemaligen Wiese zwischen Adlerweg und Mühlenstraße in Bockhorn aktiv, die Erschließung ist jedoch bereits im vollen Gange. Ganz offiziell wurde es kürzlich mit dem symbolischen Spatenstich – vorraussichtlich im Herbst können hier die künftigen Grundstücksbesitzer mit dem Hausbau beginnen. Das Areal trägt den Namen „Wittenmoor“.
Mit dem vor zwei Jahren gefassten Beschluss sollten ursprünglich auf der Wiese acht Baugrundstücke ausgewiesen werden – zwei Jahre später sind vier weitere dazugekommen. Die größe der Bauflächen liegt zwischen 524 und 898 Quadratmetern, bei einem Verkaufspreis von 79 Euro pro Quadratmeter. Anbieter der Grundstücke ist die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) in Zusammenarbeit mit der Oldenburgischen Landesbank (OLB).
Der Anschluss von „Wittenmoor“ soll über einen Wendehammer erfolgen, der den Adlerweg verlängert. Dies betrifft jedoch nur acht der zwölf Grundstücke, die restlichen direkt an der Mühlenstraße gelegenen sollen weiterhin von der Mühlenstraße aus erreichbar bleiben. Um den Adlerweg zu schonen, wird eine temporäre Baustraße von der Mühlenstraße zum Wendehammer hin für den Baustellenverkehr eingerichtet.
Wer sich für eines der Grundstücke interessiert, sollte sich jedoch beeilen. Zum Redaktionsschluss am Donnerstag waren von den insgesamt zwölf Bauplätzen nur noch zwei zu vergeben.
Freitag, 27 Juli 2018 11:20

Älteren Mitbürgern eine Stimme geben

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Die Unabhängige Wählergemeinschaft Zetel-Neuenburg setzt sich für einen Seniorenbeirat ein

Zetel. Rat und Hilfe im Alltag, gemeinsame Aktivitäten, sich gegenseitig um sich kümmern, auf Bedürfnisse, Wünsche und Notwendigkeiten aufmerksam machen – ein Seniorenbeirat lenkt den Fokus auf die ältere Generation, die oftmals einen anderen Blickwinkel auf ihre Lebenswelt in den Städten und Gemeinden hat. Ein solches Gremium nimmt oftmals zudem die Mittlerrolle zwischen der älteren Bevölkerung und der jeweiligen Verwaltung ein – und schafft einen Austausch, von dem beide Seiten profitieren.
Die Unabhängige Wählergemeinschaft Zetel-Neuenburg (UWG) um Heiner Haesihus, Imke Koring und Hans-Jürgen Tebben setzt sich seit längerem für die Einrichtung eines Seniorenbeirates in der Gemeinde Zetel ein. „Leider hat sich bisher die Idee eines Seniorenbeirates aufgrund mangelnder politischer Mehrheit nicht durchgesetzt“, bedauert Imke Koring.
Zwar gebe es in der Gemeinde Zetel einen Besuchsdienst für die ältere Generation – „aber die Schaffung eines Beirats könnte vieles mehr leisten und auch bewirken“, ist die UWG-Ratsfrau überzeugt. Der Wählergemeinschaft liegt dabei vor allem der soziale Aspekt am Herzen, alleinstehenden oder einsamen Senioren die Möglichkeit zu geben, sich einzubringen, aber auch mit ihren persönlichen Wünschen gehört zu werden. „Unsere ältere Generation sollte genauso wie das Jugendparlament eine Stimme haben“, sagt Imke Koring.
Die UWG hat bereits im Vorfeld skizziert, wie die Arbeit eines parteilosen, konfessionsneutralen und gemeinnützigen Seniorenbeirats in der Gemeinde Zetel aussehen könnte:
Um Kontakte zu knüpfen könne der Beirat den vorhandenen Besuchsdienst unterstützen. Die Kontaktaufnahme soll jedoch aus aus Eigeninitiative erfolgen: „Die Mitglieder des aktiven Seniorenbeirates hätten eine sinnvolle Aufgabe und dadurch selbst eine neue Lebensqualität.“ Jung gebliebene Ältere könnten so den Älteren helfen. Gleichzeitig schaffe der Beirat eine Motivation sich einzubringen oder gemeinsam mit anderen etwas auf die Beine zu stellen. Deshalb ist aus UWG-Sicht der Zusammenschluss mit der IAV-Stelle der Gemeinde Zetel sinnvoll und wichtig. „Der Seniorenbeirat könnte die Anliegen und Interessen der hiesigen Senioren an die IAV-Stelle vermitteln und auch als Berater und das Mitwirken von Planungen für Senioren unterstützen“, sagt Imke Koring.
Die Mitglieder des Gremiums wären Ansprechpartner und könnten Infos als Vermittler für ein besseres Leben der Senioren an die Gemeindeverwaltung oder Ratsmitglieder der Gemeinde Zetel weiterleiten.
„Wir können alle nicht auf die Erfahrung und die Kompetenzen unserer Senioren verzichten“, sagt Imke Koring, „seit 2007 gibt es einen Seniorenbeirat in der Nachbargemeinde Bockhorn. Viele Ältere würde sich sicherlich freuen, wenn auch unsere Gemeinde einen Beirat hätte, der ihre Interessen und Vieles mehr vertreten könnte. Vor allem sehen wir vielleicht wieder viele Mitbürger, die dadurch eine sinnvolle Aufgabe bekommen und mit Spaß und Lebensfreude dabei sind.“
Dienstag, 24 Juli 2018 16:08

„Immer für Bockhorn, immer gemeinnützig“

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Holger Ammermann und Ulrich Martens veranstalten am 4. August den 1. Bockhorner Charity Ride

Bockhorn. Eine Motorrad-Ausfahrt für den guten Zweck? Warum eigentlich nicht, haben sich die beiden Bockhorner Ulrich Martens und Holger Ammermann gedacht. Die beiden Männer stehen hinter dem 1. Bockhorner Charity Ride – „eine Aktion, die es so vorher in der Gemeinde noch nicht gegeben hat“, wie Ulrich Martens erklärt.
Das Prinzip des Bockhorner Charity Rides: Während der Ausfahrt werden Lose verkauft, die Gewinne stammen von lokalen Sponsoren und Unternehmen. Der Erlös aus dem Losverkauf kommt einem gemeinnützigen Verein oder einer Einrichtung in der Gemeinde Bockhorn zugute. „Uns ist wichtig, dass das Geld der Gemeinde zugute kommt“, sagt Holger Ammermann.
In diesem Jahr geht der Erlös an den Verein zur Förderung von Menschen mit Behinderung. Der Verein finanziert sich über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Mit dem Erlös sollen Tagesfahrten und kleinere Anschaffungen ermöglicht werden, erläutert Daniela Feige-Kuchta als 1. Vorsitzende, die sich über das Engagement der beiden Bockhorner sehr freut: „Für die Unterstützung bin ich den Jungs sehr dankbar.“
Neun Tourguides werden die Ausfahrt begleiten und dafür sorgen, dass alle wohlbehalten am Ziel Augustfehn eintreffen. „Wir rechnen derzeit mit 50 bis 100 Maschinen“, sagt Ulrich Martens. Je mehr, desto besser – willkommen sind alle Motorradfahrer, egal ob mit Straßenmaschine, Enduro oder Chopper.
Die zwei Macher hinter dem Projekt sind gedanklich bereits bei der zweiten Auflage. „Wir wollen definitiv weitermachen“, sagt Holger Ammermann. Dann würde der Erlös an eine andere Institution gehen. „Immer für Bockhorn, immer gemeinnützig“, bekräftigen die beiden Männer.

>> Alle Motorradfahrer treffen sich am Samstag, 4. August, um 12 Uhr beim Malerfachbetrieb Holger Ammermann, Alte Bahnlinie 3. Die Ausfahrt erfolgt gegen 13 Uhr, für 14.30 Uhr ist die Ankunft in Augustfehn geplant, wo es auch eine Kaffeepause geben wird. Die Ankunft in Bockhorn ist um 17 Uhr geplant, mit anschließender Verlosung.

Freitag, 13 Juli 2018 12:10

„Hier werden alle Kinder aufgenommen!“

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Integrationsgruppe in der Kinderkrippe Emkenburg − Förderung von Anfang an

Zetel. Seit einem Jahr gibt es in der Kinderkrippe Emkenburg in Zetel eine Integrationsgruppe für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf. Bereits im Jahr zuvor war die kleine Rieke, die als Frühchen einen solchen Förderbedarf hat, in die Krippe aufgenommen worden. „Diesem Bedarf konnten wir jedoch damals noch nicht gerecht werden“, erzählt Krippenleiterin Birte Marschalk, und so sprang zunächst eine Heilpädagogische Fachkraft aus einer anderen gemeindeeigenen Einrichtung aushilfsweise ein. Nach vielen Gesprächen mit der Mutter des Mädchens und in enger Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister der Gemeinde Zetel, Heiner Lauxtermann, wurde schließlich ein Konzept entwickelt, um Integration und Inklusion in der Kinderkrippe Emkenburg umsetzen zu können: Die in der Einrichtung beschäftigte Erzieherin Imke Molenda wurde im Rahmen einer berufsbegleitenden Ausbildung in Rastede zur Heilpädagogischen Fachkraft geschult. Hierbei habe der grundsätzliche Umgang mit Menschen im Hinblick auf Inklusion und Gleichberechtigung für alle im Mittelpunkt gestanden, erzählt Imke Molenda. Die Integrationskinder erhalten Unterstützung, um ohne eine Sonderstellung zu beziehen den Alltag in der Kinderkrippe miterleben zu können. „Das ist eine ganz spannende Aufgabe und mit jedem Kind eine ganz neue, andere Arbeit“, so Imke Molenda begeistert.
Anders als in den Kindergärten sei das Konzept der Integration im Krippenbereich noch immer sehr unbekannt, berichtet Birte Marschalk. Dabei ist der Bedarf da und die Umsetzung des Konzepts eine positive Erfahrung auch für alle anderen Kinder. Wer im nächsten Jahr einen Krippenplatz für sein Kind benötigt, sollte sich bereits jetzt nach den Sommerferien anmelden. Das Jahr Vorlaufzeit ermögliche es, sich auf die individuellen Bedarfe der Kinder einzustellen. Hier werde Inklusion gelebt, so Birte Marschalk, alle Kinder werden in der Kinderkrippe Emkenburg aufgenommen. Auch ein blindes Kind könne sich hier beispielsweise gut zurechtfinden, erläutert die Krippenleiterin weiter, schließlich sei die Einrichtung komplett barrierefrei. Ein Kind mit erhöhtem Förderbedarf ist bereits für das nächste Krippenjahr angemeldet.
„Das geballte Fachwissen und der geballte Austausch der verschiedenen Berufsgruppen in der Kinderkrippe Emkenburg ist eine wunderbare Sache“, beschreibt Maike Damrau die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Fachkräfte im Rahmen der Integration. Sie begleitet die Integrationskinder in der Kinderkrippe als Selbstständige Sprachheilpädagogin. Heutzutage gebe es erheblich mehr Kinder mit einem Sprachförderbedarf als früher, berichtet sie, außerdem habe sich die Problematik verändert: Während es früher hauptsächlich Lautstörungen zu therapieren galt, leiden die Mädchen und Jungen heute eher unter Kommunikationsstörungen. Sie können ihre Gefühle nicht in Worte fassen und Dinge nicht mehr detailliert beschreiben. Als Grund für diese Entwicklung führt Maike Damrau beispielsweise an, dass viele Kinder heute immer weniger Feedback von ihren Eltern erhalten. Der Blick auf das Smartphone scheine oft wichtiger als in den Dialog mit dem Kind so treten, sodass der Nachwuchs in vielen Fällen komplett abgeschirmt sei. Die Generation der Mütter und Väter, die heute vielfach in isolierten Kleinfamilien oder Einkindfamilien leben, haben ein alternatives Verhalten oft selbst nicht mehr gelernt.
Physiotherapeutin Stephanie Ende begleitet die Integrationskinder in der Kinderkrippe Emkenburg ebenfalls − beispielsweise durch eine gezielte Förderung ihrer Motorik. Auch sie freut sich sehr über den interdisziplinären Austausch der verschiedenen Berufsgruppen und somit die Verquickung der zu fördernden Bereiche Sprache, Soziales und Motorik. Auch die Mutter der bisher in der Einrichtung geförderten heute dreijährigen Rieke sei kontinuierlich mit in den Austausch eingebunden worden, erzählt die Physiotherapeutin. Das Mädchen habe ganz tolle Fortschritte gemacht, berichtet Stephanie Ende, und Riekes Mutter habe sich sehr darüber gefreut, dass die Therapie ihrer Tochter direkt in der Krippe stattfinden konnte. Stephanie Ende erzählt weiter, dass bei der in der Gruppe stattfindenden Therapie viele andere Kinder einfach mitgemacht haben. „Toll, dass in der Krippe Integration angeboten wird“, hebt die Physiotherapeutin hervor. Der Bedarf sei auch in diesem Alter schon da, so Stephanie Ende, und bei vielen ihrer jungen Patienten in ihrer Praxis habe sie gedacht: „Wenn es die Integration in der Krippe vorher gegeben hätte, hätten viele Kinder eine bessere Förderung bekommen.“ Durch das Konzept sei es zudem für die Betroffenen möglich, nachmittags einfach nur in ihrer Familie zu sein, ohne Fokus auf die Krankheit und den Förderbedarf.
Diesen Aspekt hebt auch Riekes Mutter Grit Arnold hervor: Weil sich die Förderung ihrer Tochter in der Krippe abgespielt hat, sei der Familienalltag deutlich entlastet worden. Schon frühzeitig habe sie gemerkt dass bei ihrer Tochter Rieke, die als Frühchen geboren wurde, ein Förderbedarf besteht. Nach diesbezüglichen Gesprächen mit Birte Marschalk habe diese sofort Kontakt zum Zeteler Bürgermeister aufgenommen, bevor Erzieherin Imke Molenda mit ihrer Zusatzausbildung begann. Rieke habe im Rahmen der Förderung in der Kinderkrippe zum Beispiel Handsignale erlernt, die ihr die Kommunikation wesentlich erleichtern, erzählt Grit Arnold und freut sich, dass ihre Tochter die Kinderkrippe Emkenburg von Anfang an sehr gerne besucht habe.
Auch Bürgermeister Heiner Lauxtermann zeigt sich glücklich über die Entwicklung in der Kinderkrippe Emkenburg: Nach fünf Jahren des Bestehens können man schon von einer Erfolgsgeschichte sprechen, die Entwicklung und die Veränderungen − auch baulich − seien enorm. Die demographische Entwicklung zeige, dass Eltern ihre Kinder immer früher in die Krippe geben, so Heiner Lauxtermann. „Wir werden als Kommune immer in diesem Bereich auf die Bedarfe reagieren müssen“, so Heiner Lauxtermann, der diesbezüglich auf die Unterstützung von Bund und Ländern hofft.
Derzeit gibt es in der Kinderkrippe Emkenburg eine Vormittagsgruppe, die zugleich die Integrationsgruppe ist. Diese Gruppe beinhaltet 14 Plätze. Außerdem existiert eine Ganztagsgruppe mit 15 Plätzen. Die Nachfrage sei höher als das Angebot, so Krippenleiterin Birte Marschalk:„Im August sind wir voll, bisher bestand immer ein Puffer von drei bis vier Plätzen, das gibt es nicht mehr, man ist krippenoffener geworden“, so die Krippenleiterin. Birte Marschalk hebt zudem hervor, dass die Gemeinde Zetel sehr schnell auf entsprechende Bedarfe reagiere, dies sei nicht überall selbstverständlich. Auf dem Weg von der Kinderkrippe bis zur Schule haben die Kinder nur profitiert, berichtet Birte Marschalk von den positiven Rückmeldungen der Eltern und Fachkollegen. Der Aufenthalt der Mädchen und Jungen in der Krippe sei als Familienergänzung zu verstehen: „Uns ist es das Wichtigste, dass es den Kindern hier gut geht.“
Freitag, 13 Juli 2018 12:01

„Illusion und Magie“ Motto der 36. Kunstwoche

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Neuenburg. Ohne Unterstützung geht es nicht: Die Neuenburger Kunstwoche lebt vom Schulterschluss des Kunstvereins „Bahner“ mit der Gemeinde Zetel sowie zahlreichen Sponsoren und ehrenamtlichen Unterstützern. Die Erfahrung aus mittlerweile 35 Kunstwochen fließt Jahr für Jahr in die Planung und Vorarbeit ein – eine Arbeit, die sich auszahlt, wie der Vorsitzende Wolfgang Andrée bei der jüngsten Sitzung der „Bahner“ am Montagabend in der Wohngalerie Streithorst in seinem Resümee zur diesjährigen Kunstwoche „Recycling“ festhielt.
„Wir haben einen sehr guten Zuspruch von Seiten der Zuhörer und Zuschauer gehabt“, fasste Wolfgang Andrée zusammen. Die Künstler hätten sich während des einwöchigen Stipendiums in Neuenburg sehr wohlgefühlt. „Die Kunstwoche ist insgesamt wieder sehr gut gelaufen, finanziell sind wir ebenfalls im Kostenrahmen geblieben, auch dank Spender und Unterstützer“, so der Vorsitzende.
Für die 36. Kunstwoche stimmten die Mitglieder für den zweitfavorisierten Vorschlag des vergangenen Jahres, „Illusion und Magie“. Der Fokus soll dabei nicht nur auf Bildern oder Illustrationen liegen, sondern physikalische Objekte und Performanceaspekte miteinschließen. Angesetzt ist die Kunstwoche für den Zeitraum vom 24. bis 30. Juni.
Fortgesetzt werden soll im nächsten Jahr die „Offene Atelier“-Route, wo Kunstschaffende aus dem Neuenburger Raum für ein Wochenende in Ateliers und Werkstätten einladen, um dort ihre Arbeitsmethoden und Werke zu präsentieren. Für die kommende Ausgabe der „Offenen Ateliers“ soll die rund sechs Jahre alte Begleitbroschüre in überarbeiteter Form neu aufgelegt werden. „Die Gemeinde Zetel hat uns signalisiert, uns dabei zu unterstützen“, teilte Wolfgang Andrée mit. In der Neuauflage sollen außerdem die zwischenzeitlich dazugekommenen Künstler aufgenommen werden.
Die von Doris Hauptmann gestaltete Litfaßsäule an der Röbendiekenstraße/B 437 soll eine Pflasterfläche mit eingebettetem Motiv erhalten – einen ersten Entwurf brachte Wolfgang Andrée ein. An der Vorderseite der Säule soll eine Pflasterfläche anschließen, die in einem aus Blaubasalt, Grauwacke und Klinker gefertigtem Notenband ausläuft.

Termine zum Vormerken:

• Weißes Dinner auf der Wiese an der Rauchkate am Samstag, 21. Juli, 18 Uhr (nur bei trockenem Wetter). Sitzgelegenheit sowie Essen und Trinken sind mitzubringen, schwarze oder weiße Kleidung wird gewünscht.
• Fahrt am Samstag, 11. August, Augusteum Oldenburg zur Bilderausstellung „‚Exotische Pflanzen‘ – Bilder von Emil Nolde und Karl Schmidt-Rottluff“ mit Führung. Abfahrt um 14.45 Uhr am Dörp­platz Neuenburg, Anmeldung bei Familie Andrée unterTel. 04452/948662. Es sind lediglich 25 Plätze frei.

Freitag, 13 Juli 2018 11:57

Gesucht werden die schönsten Eindrücke

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Fotowettbewerb anlässlich „800 Jahre Gemeinde Bockhorn“ – Kalender mit prämierten Motiven geplant

Bockhorn. 2020 wird die Gemeinde Bockhorn 800 Jahre alt. Ein Anlass der mit einem besonderen Produkt gewürdigt werden soll. Hartmut Hinrichs als Vorsitzender des Heimatrings und Katja Lorenz von der Gemeinde Bockhorn haben sich zusammengesetzt und einen Plan entworfen, wie sich der runde Geburtstag möglichst langfristig in Szene setzen lässt.
Das Ergebnis der ersten Überlegungen zum Jubiläum ist ein Kalender, der das Jahr 2020 begleiten soll – und zwar mit Motiven der Gemeinde. Diese werden per Fotowettbewerb ermittelt, die zwölf Bilder, die am Ende prämiert werden, dürfen dann das jeweilige Kalenderblatt zieren.
Eine Besonderheit ist dabei ein wiederkehrendes Detail: auf jedem Bild muss die Zahl 800 eingearbeitet sein. Dafür haben die Initiatoren sich von der Holzarbeitsgruppe des Bockhorner Bauhofs mit Unterstützung der Tischlerei Eichenwege vier Holzständer anfertigen lassen. Diese können bei der Touristinfo Bockhorn bei Hanno Jelken-Herfurth in Zimmer 4 ausgeliehen werden.
Die Bilder können per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! geschickt werden, die Mindestauf­lösung der Bilder beträgt fünf Megapixel, bei Versand über E-Mail sollten die Fotos nicht verkleinert oder komprimiert werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Bilder auf einem Datenträger wie USB-Stick oder CD bei der Gemeinde während der regulären Öffnungszeiten vorbeizubringen.
Der Einsendeschluss ist der 30. Juni 2019.
Übrigens: Wer möchte, kann sich mit einer kurzen E-Mail an Katja Lorenz bereits für einen Jubiläumskalender vormerken lassen.
Mittwoch, 16 Mai 2018 16:48

„Der Notstand in der Pflege ist nun da“

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Aufnahmestopp bei der Sozialstation Zetel: Es sind keine neuen Fachkräfte zu bekommen – Warteliste

Zetel
. Fünf Jahre ist es her, dass zum ersten Mal unter dem Motto „Fünf vor zwölf – Pflege am Boden“ bundesweit mit einer ehrenamtlich organisierten Aktion auf die prekäre Situation in der Alten- und Krankenpflege hingewiesen wurde. Inzwischen ist der Pflegenotstand in aller Munde, er war auch Thema im vergangenen Bundestagswahlkampf – getan hat sich bislang indes wenig, längst ist es auf der symbolischen Uhr fünf nach zwölf geworden.
Was das in der Praxis bedeutet, davon weiß man unter anderem beim ambulanten Pflegedienst der Sozialstation Zetel ein trauriges Lied zu singen: „Wir wollen gern weiteres Personal einstellen, denn das brauchen wir dringend, um der steigenen Nachfrage gerecht zu werden“, sagt Pflegedienstleiterin Danja Wehrmann. „Aber es sind einfach keine qualifizierten Kräfte zu bekommen, der Markt ist leergefegt.“ Die Konsequenz: Die Sozialstation Zetel kann derzeit keine weiteren Patientinnen und Patienten mehr aufnehmen. „Das stößt natürlich auf Unverständnis, wenn wir am Telefon eine Absage erteilen müssen“, sagt Danja Wehrmann, „aber die Kapazitätsgrenzen sind längst erreicht und wir müssen letztlich auch die Qualität der geleisteten Arbeit sicherstellen.“
56 Menschen arbeiten derzeit bei der Sozialstation Zetel, sie versorgen 346 Patienten im gesamten Gemeindegebiet und in angrenzenden Ortschaften. „Wir sind vor Ort wichtiger Träger der ambulanten Pflege und mühen uns nach Kräften, examinierte Kräfte zu finden“, betont auch Bürgermeister Heiner Lauxtermann, qua Amt Betriebsleiter der Sozialstation Zetel, ein Regiebetrieb der Gemeinde. Seit einigen Jahren bildet die Station selbst Fachkräfte aus, die Zahl der Auszubildenden wird in diesem Sommer auf vier erhöht. Das allein löst aber das Problem nicht, weiß Lauxtermann: „Wir werben an Schulen, setzen auf Praktika, zudem verfügen wir als Arbeitgeber über einen ganz guten Ruf, aber wir sind eben nur ein Wettbewerber in einem hart umkämpften Markt.“
Zwei Umstände hätten die Situation gerade in der ambulanten Pflege weiter verschärft, berichtet Danja Wehrmann: „Wir werden verstärkt angefragt, immer häufiger wollen Menschen möglichst lange zuhause leben können. Zugleich ist der Aufwand je Patient im Durchschnitt gestiegen, das ist schon eine enorme Herausforderung.“ Neben der Grund- und Behandlungspflege leistet die Sozialstation auch die Betreuung von Demenzpatienten sowie die sogenannte Palliativpflege bei schwerstkranken Patienten. Dafür braucht es nochmal eine besondere Zusatzausbildung, was die Personalsituation weiter verschärft.
„Wir haben das auf uns zukommen sehen“, sagt Heiner Lauxtermann, „der oft zitierte Notstand in der Pflege ist nun da.“ Und die Sozialstation Zetel ist nicht die einzige Einrichtung mit dem Personalproblem. Was also ist zu tun? „Das wird nur mit einer großen politischen Offensive zu lösen sein“, bilanziert der Bürgermeister, „die Attraktivität des Berufes muss gesteigert werden, dabei geht es auch, aber nicht nur um die Verdienstmöglichkeiten.“ Danja Wehrmann sieht ihrerseits auch ein gesellschaftliches Problem: „Die Pflege hat praktisch keine Lobby. Am Image des Berufs muss sich etwas ändern.“ Dazu gehöre auch, dass junge Menschen, die sich für Pflegeberufe interessieren, bestärkt und nicht belächelt werden.

Das Team der Sozialstation steht im Dialog mit den Haus­ärzten und dem Entlassungsmanagement der umliegenden Krankenhäuser, um im Einzelfall eine Lösung zu finden. Es wird eine Warteliste geführt, aber das nützt den Betroffenen wenig, die sofort Hilfe benötigen. Es zerreiße ihr das Herz, Patienten abweisen zu müssen, sagt Danja Wehrmann. Aber es gelte letztlich auch das Wohl der Kolleginnen und Kollegen im Blick zu haben. So bleibt den Beschäftigten des Pflegedienstes bis auf weiteres nur, zu vertrösten, um Verständnis zu werben und gegebenenfalls auf andere Einrichtungen zu verweisen. Dort aber ist die Situation vielfach eine ganz ähnliche.

Nach Angaben des Deutschen Pflegerats sind die zuletzt von der Bundesagentur für Arbeit genannten bundesweit 35.000 fehlenden Stellen nur die halbe Wahrheit, da viele Einrichtungen schon mangels Aussicht auf Erfolg gar keine freien Stellen mehr melden würden. Tatsächlich benötigt werden demnach wohl bis zu 100.000 Kräfte in der Pflege. Schon jetzt finde die Pflege mit einer viel zu niedrigen Personalbesetzung statt. Wartelisten und Aufnahmestopps in Pflegeheimen und bei ambulanten Pflegediensten seien keine Einzelfälle mehr – „und das ist nur die quantitative Seite des Problems“, so Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerats, in einer Stellungnahme von Ende April.
Der Notstand, er ist längst da – und das Problem wird sich weiter verschärfen, ist man auch in Zetel sicher. Dazu genüge ein Blick auf die demografische Entwicklung, so Heiner Lauxtermann: „Der breite Bauch bei der Altersstruktur verlagert sich immer weiter nach oben“ – einfach auszumalen, was das für die Pflegebranche bedeutet.
Freitag, 04 Mai 2018 10:51

25 Jahre Kinderbetreuung mit Herz

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Grabstede. Bereits seit 1993 gibt es den kommunalen Kindergarten in Grabstede – nun feiert die Einrichtung ihr 25-jähriges Bestehen und lädt dazu herzlich am Samstag, 5. Mai, zum Tag der offenen Tür, in den Achterlandsweg 4a in Bockhorn-Grabstede ein.
Eröffnet wird die Jubiläumsfeier um 14 Uhr durch eine Begrüßungsrede von Bürgermeister Andreas Meinen. Im Anschluss daran zeigen die Krippen- und Kindergartenkinder bei einer Vorführung ihr Können.
Des Weiteren wird es auf dem Fest nicht nur eine große Hüpfburg und viele Mal- und Bastelaktionen geben, auch können sich die Kleinen mit bunten Glitzertattoos verzieren oder mit verschiedenen Motiven schminken lassen. Ponyreiten, ein Clown, der Luftballontiere macht sowie einige Spiele, bei denen die Kinder etwas gewinnen können, runden das Programm ab. Für die Verköstigung der Besucher sorgt eine eingerichtete Caféteria. Die Veranstaltung endet gegen 17 Uhr.

Bis heute wird das Angebot des kommunalen Kindergartens der Gemeinde Bockhorn sehr gut angenommen. „Der Bedarf war schon immer vorhanden und ist gerade in den letzten Jahren enorm gestiegen“, erklärt Einrichtungsleiterin Kirsten Janssen.
Im Gegensatz zu der Anfangszeit, in der die Kinder erst mit vier, fünf Jahren in den Kindergarten gekommen sind, werden die Kleinen heute bereits ab dem neunten Lebensmonat in die Krippe gebracht. „Heutzutage werden die Kinder immer jünger und bleiben immer länger – bis zu fünf Jahre können die Kleinen unser Haus besuchen und bis zu sieben Stunden täglich betreut werden“, so Kirsten Janssen.
Neben dem sozialen Miteinander, Kontakt zu Gleichaltrigen, den Umgang mit Regeln und Grenzen oder der Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, lernen die Kinder einige grundlegende Dinge, die für das spätere Leben unerlässlich sind. „Mittlerweile übernehmen wir Erzieher viele Sachen, die früher in der Familie selbstverständlich waren – das fängt zum Teil schon bei den Tischmanieren an.“
Zu der Zeit vor 25 Jahren habe sich eine Menge verändert, auch das Spielen der Kinder selber. „Früher mussten die Kleinen viel kreativer sein, sie hatten weniger vorgefertigtes Spielmaterial oder Medien zum Bespaßen und bedienten sich eher ihrer Fantasie. Zudem hatten sie auch einfach mehr Zeit zum Spielen und keinen engen Terminplan wie heutzutage“, berichtet die Einrichtungsleiterin.
Nach dem schockierenden Ergebnis der PISA-Studie im Jahr 2001 ging man dazu über, die Bildung bereits im Kindergarten-alter aufzubauen. Fördervorgaben und der Orientierungsplan für Bildung und Erziehung ließen die Erwartungen an die Einrichtungen erheblich steigen. „Wir sind nicht mehr nur eine Erziehungs- und Betreuungsstätte, sondern zu einem großen Teil auch ein essentieller Ort zur Frühbildung“, erläutert Kirsten Janssen.
Eine weitere Besonderheit des Kindergartens ist die enge Zusammenarbeit mit der Grundschule Grabstede. Gerade im Brückenjahr vor der Einschulung betreuen die beiden Stätten viele Projekte gemeinsam. „Unsere Kinder lernen die Grundschule auf diese Weise bereits vor der Einschulung kennen und fühlen sich bei Schulbeginn dort nicht mehr fremd oder unsicher – das bringt für jeden Vorteile,“so Kirsten Janssen.
Der Kindergarten arbeitet integrativ und umfasst insgesamt fünf Gruppen, aufgeteilt in zwei Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe im Kindergartenbereich, sowie eine Krippengruppe am Vor- und Nachmittag. Eine zusätzliche Vormittagskindergartengruppe befindet sich in der Grundschule Grabstede. Zudem gehört eine Integrationsgruppe mit 18 Kindern zu der Einrichtung.
„Die Entwicklung an sich finde ich gut, aber nicht in diesem Tempo. Um jedem Kind gerecht zu werden brauchen wir mehr Zeit“, fasst Kirsten Janssen zusammen.
Freitag, 04 Mai 2018 10:48

Schlusspunkt unter Zeteler Gymnasiums-Ära

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Zetel/Varel. Derzeit werden an der Außenstelle des Lothar-Meyer-Gymnasiums (LMG) in Zetel noch jeweils zwei 7. und 8. Klassen unterrichtet. Die Betonung liegt auf „noch“ – denn der Standort Westerende 2 schließt am 28. Juni und damit mit Beginn der Sommerferien für immer seine Türen.
Künftig besuchen die Gymnasiasten ausschließlich den LMG-Hauptstandort in Varel. Der Unterricht in Zetel läuft langsam aus, das vom Förderverein finanzierte Inventar der Zeteler Außenstelle zieht mit den Schülern zum Sommer um. Bevor die Außenstelle abgeschlossen wird, sichten Fachleute, was von der Einrichtung noch benötigt wird.

Im Rückblick habe man das Gymnasium in Zetel sehr gerne betrieben, sagt Astrid Geisler – trotz der aufwändigen Unterrichtsplanung zwischen den beiden 15 Kilometer entfernten Standorten, verbunden mit eigenem Vertretungsplan und der internen Postzustellung zwischen den beiden Häusern: „Zetel lässt sich nicht in 10 Minuten erreichen, entsprechend brauchen Lehrkräfte eine Springerstunde, um dort hinzukommen.“
Der Standort in der Friesischen Wehde sei von Seiten der Schüler und Lehrer gut angenommen worden, gelobt worden sei unter anderem die familiäre Atmosphäre: „Das hat uns über lange Zeit bestärkt, die Außenstelle weiter zu betreiben.“ Viel Unterstützung sei von den Eltern gekommen, als die Schließung des Zeteler Gymnasialzweigs nun aber feststand. „Wir haben sehr viel versucht, auf lokaler und politischer Ebene umzustimmen, aber die Entscheidung ist anders getroffen worden“, bedauert die Schulleiterin.
Das Umgliedern der Schüler in den Vareler Hauptstandort bedeute für den laufenden Betrieb jedoch keinerlei Probleme, betont Astrid Geisler. Das liege mit daran, das die Jahrgänge in der Vergangenheit ab Klasse 9 automatisch von Zetel nach Varel gewechselt sind. „Schüler aus Neuenburg und Zetel werden sich künftig von Beginn an auf einen weiten Fahrweg einstellen müssen“, so Astrid Geisler.

Derzeit wird das Lothar-Meyer-Gymnasium um zehn Klassenräume erweitert. Wenn alles nach Zeitplan verläuft, kann die Einweihung nach den Herbstferien erfolgen. Astrid Geisler: „Die Arbeiten am Anbau hätten wir gerne vor dem Umzug von Zetel abgeschlossen.“ Der Schulbetrieb werde dennoch reibungslos weiterlaufen. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, betont Astrid Geisler. Der Anbau bringt eine notwendige Entlastung, denn in den vergangenen zwei Jahren ist das LMG knapp siebenzügig gefahren: „Das war schon extrem, wir sind hier fast aus allen Nähten geplatzt.“
Die Erweiterung ist nur eine von zahlreichen baulichen Veränderungen, die am Vareler Lothar-Meyer-Gymnasium in den nächsten Jahren anstehen. Unter anderem soll das Lehrerzimmer umgebaut werden, um den 80 bis 90 Lehrkräften mehr Platz zu bieten. Der Altbau soll um einen Oberstufentrakt ergänzt werden, der T-Trakt wird gänzlich runderneuert. Modernisierungen wie Fahrstühle für Inklusionsschüler gehören ebenfalls zum Maßnahmenkatalog dazu. „Aber es sind auch die kleineren Sachen, die uns beschäftigen, wie neue EDV und die Raumausstattung“, erklärt die Schulleiterin.
Freitag, 04 Mai 2018 10:46

Steinsäule erinnert an Zwangsarbeiterschicksale

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Neuenburg. Übereinandergestapelt türmt sich Basalt- auf Granitstein, das fragile Gebilde scheinbar nur gehalten von acht Stahlstangen, die den Steinturm jeweils an den Seiten schützend umgeben. Die Säule an der Mühlenstraße ist als Mahnung und Erinnungsplatz gedacht. Das sie ihren Platz an der Bundesstraße Richtung Friedeburg hat, ist kein Zufall.
Die heutige Bundesstraße 437 zwischen Varel und Friedeburg ist während der Zeit des Nationalsozialismus aufwändig ausgebaut worden – unzählige Basalt- und Granitsteine wurden dabei von Strafgefangenen aus den Emsland-Lagern und Kriegsgefangenen der Wehrmacht unter Zwang verlegt. An den Folgen der harten Arbeit, durch Willkür der Wachmannschaften und Unterernährung starben viele bei dem als kriegswichtig erachteten Unterfangen, eine bessere Anbindung der Luftwaffen-Fliegerhorste Marx-Barge und Varel-Friedrichsfeld zu erreichen.
Der Neubau der Bundesstraße 2012 brachte die Geschichte sprichwörtlich wieder an das Tageslicht. Die Blaubasalt- und Granitsteine, die unter dem Asphalt zum Vorschein kamen, waren 2013 Initiativpunkt für die Neuenburger Kunstwoche „Pflasterkunst“. Woher kommen die Steine und welchen Hintergrund haben sie? Den Antworten ist der Kunstverein „Bahner“ jahrelang nachgegangen. Hinweise aus der Bevölkerung und die Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Antje Sander und Holger Frerichs vom Schlossmuseum Jever haben schließlich das Bild vervollständigt.
Am Mittwochabend ist mit dem Mahnmal für die Zwangsarbeiter beim Straßenbau in Neuenburg ein weiterer Erinnerungsort eingeweiht worden. Zahlreiche Vertreter aus Gemeinderat und Verwaltung, „Bahner“-Mitglieder sowie Vertreter der Politik wie Landrat Sven Ambrosy, Erste Kreisrätin Silke Vogelbusch und Bockhorns Bürgermeister Andreas Meinen waren der Einladung gefolgt.
„Der Dreiklang aus Erinnerung, Verantwortung und Zukunft verpflichtet uns geradezu, das Andenken an die während der Naziherrschaft geschundenen und ermordeten Menschen zu bewahren“, erklärte Wolfgang Andrée im Rahmen seiner Rede. Prof. Dr. Antje Sander hob hervor, das den Erinnerungsorten eine immer stärkere Bedeutung zukomme, insbesondere da die Generation der Zeitzeugen und deren Kinder bald nicht mehr leben werde und damit den Orten selbst die Aufgabe zukomme, Zeugnis erlittenen Unrechts abzulegen. Fred Gburreck als stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Zetel erläuterte, das mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Erinnerung an die Zwangsarbeit nahezu verdrängt worden: „Die ,Bahner‘ waren diejenigen, die das Thema 2012 wieder aufgegriffen haben.“ Die Erinnerung an die Gräuel schwänden langsam, betonte Bürgermeister Andreas Meinen. Es sei notwendig, sich der Geschichte zu stellen und sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Zum Hintergrund: Die Gestaltung des 2,50 Meter hohen Mahnmals an der Bundesstraße stammt von Inge Streithorst. Es stellt eine Straße dar, die hochkant verläuft und in Stahlstangen gefangen ist. Die dazu gehörende Infotafel hat der Wangerlander Grafiker Andreas Reiberg geschaffen.
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