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Donnerstag, 29 März 2018 14:02

„Umweltkosten und Wertverluste werden ignoriert“

geschrieben von Michael Tietz
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Sie können über das Bauvorhaben A 20 nur den Kopf schütteln: Kirsten Erwentraut (li.) sowie Gisela und Raymon Müller (re.) diskutierten über die mit der Autobahn einhergehenden Zerstörung und Belastung vor Ort mit Detlev Schulz-Hendel (Mitte) und Hanso Janßen. 	Sie können über das Bauvorhaben A 20 nur den Kopf schütteln: Kirsten Erwentraut (li.) sowie Gisela und Raymon Müller (re.) diskutierten über die mit der Autobahn einhergehenden Zerstörung und Belastung vor Ort mit Detlev Schulz-Hendel (Mitte) und Hanso Janßen. Foto: privat

Grünen-Abgeordneter übt bei Ortstermin in Jade scharfe Kritik an A 20-Planung

Jade. Mit dem Bau einer neuen Autobahn geht nicht nur Zerstörung von Natur und Landschaft einher, auch Menschen in den von den Bauplänen betroffenen Gebieten haben zu leiden: Welche konkreten Auswirkungen auf Einwohner der Gemeinde Jade der Bau der A 20 von Westerstede bis zur Elbe hätte, davon machte sich kürzlich Detlev Schulz-Hendel, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, vor Ort ein Bild. Gemeinsam mit Hanso Janßen von den Grünen in Jade besuchte der Abgeordnete im Ortsteil Jaderlangstraße Kirsten Erwentraut auf ihrem Pferdehof, zugegen waren außerdem die Nachbarn Gisela und Raymon Müller. Die derzeit in Planung stehende Trasse der A 20 würde nur einige Meter an den Häusern der Jaderlangstraße vorbeiführen.
Bis zum 21. März hatten Bürger Gelegenheit, Einwände und Bedenken gegen die A 20 vorzubringen, konkret geht es hierbei um den Abschnitt zwischen der A 29 bei Hahn-Lehmden und Schwei. Diese Gelegenheit ist reichlich genutzt worden, wie Hanso Janßen zu berichten wusste. Detlev Schulz-Hendel hörte sich in Jaderlangstraße von den betroffenen Anliegern die Argumente an: Kirsten Erwentraut hatte kurz zuvor eine 450-seitige Stellungnahme abgegeben und darin vielfältige Bedenken und scharfe Kritik an der PLanung der A 20 zum Ausdruck gebracht. Sie ist persönlich massiv betroffen: die Autobahn gefährdet ihre Existenz durch Zerschneidung und Verlärmung. Aber auch unzureichende Unterlagen zur Entwässerungssituation oder zum Naturschutz konnte sie in den 31 Aktenordnern der Planunterlagen feststellen. Gisela (75) und Raymon Müller (67) leiden zukünftig nicht nur unter Lärm und Abgasen, sie verlieren auch ihre Lebensleistung: Ihr Hausgrundstück, etwa 100 Meter von der künftigen A 20 entfernt, war auch als Absicherung fürs Alter gedacht. Statt in Aktien haben sie in Haus und Grundstück investiert, bei Pflegebedürftigkeit hätten sie es verkaufen wollen. „Diese Alterssicherung ist jetzt dahin“, sagt Raymon Müller: „Das Haus ist praktisch wertlos, das kauft so keiner mehr. Wir fordern einen Ausgleich für den Verkehrswertverlust.“ Dieser Forderung kann sich Hanso Janßen nur anschließen: „Infrastrukturprojekte wie die A 20 oder auch Windenergieanlagen kommen für Betroffene einer Enteignung gleich. Das darf Menschen nicht zugemutet werden.“ Janßen erinnerte daran, dass die Grünen in Jade auch beim Windpark Bollenhagen einen Ausgleichstopf für Verkehrswertverluste gefordert hatten, sich aber nicht durchsetzen konnten.
Detlev Schulz-Hendel verwies darauf, dass Sinn und Nutzen des Projekts völlig ungeklärt seien. „Umweltkosten sind in den Kostenberechnungen nicht berücksichtigt, Verkehrswertverluste und Preissteigerungen ebenfalls nicht.“ Aber auch ohne die sei ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1:1,9 für einen Autobahnbau ein äußerst schlechter Wert. Besondere Probleme bereite im Übrigen der Baugrund: „Das Versacken der A 20 in Tribsees in Mecklenburg-Vorpommern zeigt: Bei so schlechtem Baugrund wie in der Wesermarsch – nicht tragfähiger Boden bis in 17 Meter Tiefe – bestehen unkalkulierbare Risiken. Zur Frage, wer denn im Falle eines Absackens die Kosten tragen wird, antwortet die rot-schwarze Landesregierung lapidar, dass „die Haftungsfrage in Beweisgutachten und ggf. Gerichtsverfahren geklärt werden“ müssten. Das beruhigt uns keinesfalls! Unter diesen Voraussetzungen fordern wir einen sofortigen Planungsstopp der A 20.“
Kritiker weisen immer wieder darauf hin, dass Nutzen und Kosten der A 20 in einem denkbar schlechten Verhältnis stehen würden und argumentieren, dass die Kosten bewusst niedrig gehalten würden, damit der Bau überhaupt eine Chance auf Realisierung habe.
Gelesen 544 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 29 März 2018 14:08

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