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Dienstag, 18 September 2018 14:56

Windkraft: „Müssen uns überlegen, ob wir das wollen“

geschrieben von Michael Tietz
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Vier neue Windenergieanlagen von 150 Metern Gesamthöhe sind in Außendeich geplant. Vier neue Windenergieanlagen von 150 Metern Gesamthöhe sind in Außendeich geplant. Symbolfoto: pixabay.com
Vier zusätzliche Anlagen sind in Jaderaußendeich geplant – Verfahren schon vor drei Jahren eingeleitet.

Jade.
Dafür oder dagegen – wann immer es um den Bau von neuen Windenergieanlagen geht, ist Zoff nahezu unvermeidlich. Die einen befürworten den Ausbau, sehen in der Windenergie einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende, die anderen lehnen den Bau strikt ab, verweisen auf Geräuschbelastung, Schattenwurf und belastetes Landschaftsbild. Auch und besonders in der Gemeinde Jade hat der Streit um die Windenergie fast schon Tradition.
Gepflegt wurde die jetzt im Planungsausschuss des Jader Gemeinderats, der in der letzten Woche darüber beraten hat, ob vier neue Windkraftanlagen in Jaderaußendeich gebaut werden sollten. Die planerische Grundlage dafür gibt es im Grunde bereits seit mehr als drei Jahren: Eine Potenzialstudie, zuletzt aktualisiert im Jahr 2015, hatte in Außendeich, nördlich der drei bereits vorhandenen Anlagen, ein noch rund 38 Hektar großes Gelände als grundsätzlich geeignet ausgemacht, der Gemeinderat hatte das Gebiet im Flächennutzungsplan mit Beschluss vom Juli 2015 für die Nutzung von Windenergie ausgewiesen. Zugleich war mit Ausweisung dieser Konzentrationsflächen festgelegt worden, dass im übrigen Gemeindegebiet keine weiteren Anlagen genehmigt werden sollen.
Einen ersten Anlauf für einen Bebauungsplan in dem Gebiet hatte es schon gegeben, zu Umsetzung kam es aber nicht, auch weil der Investor nicht über das gesamte Gebiet verfügen konnte. So hätten nur zwei von vier möglichen Anlagen errichtet werden können.

Nun gibt es mit neuer Besetzung einen neuen Versuch: Insgesamt vier Windenergieanlagen von jeweils 150 Metern Höhe sind geplant, zwei Betreiber wollen investieren: Die Jade-Energy aus Großefehn und die EWE wollen jeweils zwei Anlagen bauen und gemeinsam ans Netz bringen.
Weil aber verschiedene Änderungen im Detail nötig sind, was den Zuschnitt der Flächen betrifft, und weil nicht der gesamte Bereich des bisher verfolgten Bebauungsplans im Zugriff des Vorhabenträgers liegt, muss der sogenannte Geltungsbereich des Bebauungsplans „Windpark Jaderaußendeich“ für die modifizierte Planung reduziert werden. Somit ist ein ganz neues Bauleitverfahren notwendig, was im Ausschuss erst zu Verwirrung und dann auch zu einer neuerlichen Grundsatzdebatte für und wider Windenergie führte.
Knut Brammer (CDU) erinnerte daran, dass man bereits vor fast 20 Jahren erbittert um die Windkraft in der Gemeinde gestritten habe. Zunächst hatte der Rat seinerzeit versucht, das Gemeindegebiet gänzlich von Anlagen freizuhalten – ohne Erfolg. Brammer lehnt den weiteren Ausbau von Windparks in Jade ab: „Man muss auch die negativen Auswirkungen benennen. Menschen können nicht mehr schlafen, werden womöglich krank. Man darf die Belastung mit Hinweis auf Grenzwerte nicht einfach wegreden.“ Auch Ulrich van Triel (Grüne) äußerte sich skeptisch: Die Auswirkungen auf die Landschaft müssten berücksichtigt werden, zudem habe man zuletzt beim Bau des Windparks Bollenhagen schlechte Erfahrungen gemacht. Am Ende, so van Triel hätte die Gemeinde insgesamt 15 Anlagen auf vergleichsweise engem Raum stehen: „Wir müssen uns schon überlegen, ob wir das wollen.“ Michael Rettberg (SPD) hingegen verwies auf einen „geradezu klassischen Konflikt zwischen lokalem Interesse und globaler Verantwortung“: Die Überlegungen für diese vier weiteren Anlagen seien aus seiner Sicht vernünftig, das Erschließungskonzept schlüssig – der Rat sollte in die Planung neu einsteigen.
So gab es letztlich im Ausschuss eine knappe Mehrheit von zwei zu eins Stimmen bei zwei Enthaltungen für einen Aufstellungsbeschluss. Sollte der Gemeinderat dieser Empfehlung am kommenden Donnerstag folgen, könnte das Verfahren anlaufen, zunächst würden die Planunterlagen zunächst öffentlich ausgelegt. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass die nun agierenden Vorhabenträger bereits umfassend in erste Untersuchungen, etwa die Kartierung von Seeadlern, investiert haben. Sie vertrauen darauf, dass die bisherige Beschlusslage – Platz für weitere Anlagen in Jaderaußendeich zu schaffen – Bestand hat. Manche Ratsmitglieder scheinen darüber aber nun noch einmal grundsätzlich nachdenken zu wollen.

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