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Freitag, 22 März 2019 10:19

Baden in Sehestedt ist künftig gratis

geschrieben von Michael Tietz
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Das Schwimmen wird in Sehestedt auch künftig möglich sein, die künstliche Badeinsel muss aber wohl verschwinden – oder ausdrücklich als Rastplatz für Austernfischer ausgewiesen werden. Das Schwimmen wird in Sehestedt auch künftig möglich sein, die künstliche Badeinsel muss aber wohl verschwinden – oder ausdrücklich als Rastplatz für Austernfischer ausgewiesen werden. Foto: Rüdiger von Lemm
Sehestedt. Wer im kommenden Sommer in Sehestedt schwimmen oder bei Hochwasser am Jadebusen spazieren gehen will und mit dem Fahrrad anreist, kann die Geldbörse zuhause lassen: Eintrittsgeld wird ab sofort wohl nicht mehr kassiert. Zugleich wird es allerdings keine Badeaufsicht mehr geben – außerdem darf die Naherholungseinrichtung künftig nicht mehr „Strandbad“ heißen.
Grund für diese Veränderungen sind Empfehlungen als Ergebnis eines Gutachtens, das nach Auftrag durch die Gemeinde von der „Deutschen Gesellschaft für das Badewesen“ erstellt worden ist.
Im vergangenen Oktober hatte der Verwaltungsausschuss beschlossen, ein solches Gutachten anzufordern, um Gewissheit über die Notwendigkeit für eine konsequente Badeaufsicht zu erlangen. In der Saison 2018 – geprägt von einem anhaltend warmen und trockenen Dauersommer – war diese Aufsicht nur mit viel Mühe, sprich, mit zahlreichen Sonderschichten für Platzwart Marcel Sakowitz aufrecht gehalten worden. In den Jahren zuvor hatte die DLRG mit ehrenamtlichen Kräften wochenends in Sehestedt ausgeholfen, sich aber wegen Personalmangels Ende 2017 zurückgezogen.
So war klar: Eine umfassende Rettungsaufsicht kann künftig kaum noch gewährleistet werden – wie das nun mit Fragen der Sicherungspflicht, also auch der Haftung durch die Gemeinde bei einem Unfall in Einklang zu bringen sei, sollte das Gutachten klären.

Das Ergebnis fiel nun eindeutiger aus, als man erwartet hatte. Denn erstmals wurde das Strandbad fachkundig klassifiziert, und zwar als „Naturbad“. Schließlich ist die Wasserstelle selbst natürlichen Ursprungs, es gab aber bislang in Sehestadt eben eine Eintrittspflicht, in gewissem Rahmen Infrastruktur (Geländer, Badeinsel) sowie eine Badeaufsicht. Dennoch: Im bisher üblichen Betrieb des „Naturbades“ Sehestedt gebe es „gravierende Mängel, die eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht darstellen und bei einem Weiterbetrieb abzustellen sind, um eine zivil- nd strafrechtliche Haftung zu vermeiden“, wie es im Gutachten heißt. Wolle die Gemeinde weiterhin ein „Bad“ betreiben, müsste das entsprechende Gelände eingezäunt und zweitens auch künftig eine Aufsicht durch Rettungsschwimmer gewährleistet sein. Beides aber ist nicht darstellbar, als Alternative bleibt die Umwandlung zur „Badestelle“. Dort nämlich können Besucher per Definition jederzeit und unentgeltlich ins Wasser, freilich auf eigene Gefahr und ohne Anspruch auf Infrastruktur. Dabei dürfen indes „bädertypische Anlagen“ wie Badestege oder Wasserrutschen nicht vorgehalten werden und vor allem darf für solch eine Badestelle nicht mit dem Begriff (Strand-)„Bad“ geworben werden, weil dieser eben ein bestimmte Maß an Sicherheit und Komfort impliziere.
Mit dieser Feststellung war das Gutachten im Februar bei der Gemeinde vorgelegt worden, nun muss rasch reagiert werden, denn am 1. Mai soll die neue Saison beginnen. Im Ausschuss für Planung und Umwelt war das Gutachten in der letzten Woche Thema. Dort zeigten sich die Ratsmitglieder ernüchtert: An den Handlungsvorgaben sei indes nicht zu rütteln, die Rechtslage habe man zu akzeptieren. „Wir erfüllen die Anforderungen an ein Bad nicht, schon weil es zu allen Seiten offen ist“, fasste Christian Klimkeit für die Gemeindeverwaltung zusammen. Er habe noch einmal mit dem Gutachter Rücksprache gehalten und klar sei danach, „dass jede Bezeichnung, die auf Bad endet, für die öffentliche Werbung tabu sein müsse.“

Für Unruhe sorgten die neuen Erkenntnisse indes im Strategieforum Jade, dem ehrenamtlichen Arbeitskreis für Marketing und Tourismus: Vor diesem Hintergrund schlug Michael Rettberg (SPD) im Ausschuss vor, einen Beschluss zur Zukunft des Betriebes in Sehestedt zu verschieben, um eine Stellungnahme des Strategieforum einbinden zu können. Mit Hinweis auf den besagten Zeitdruck wurde das aber abgelehnt.
Ulrich van Triel versuchte, Sorgen zu nehmen: „Die Änderungen werden gar nicht so dramatisch, wir müssen da aufklären und informieren.“ Sorgen machen sich indes unter anderem die Campingplatzmieter, dass der Verzicht auf eine Kasse mehr Verkehr und verstärkte „Unordnung“ auf dem Platz nach sich ziehen könnte.
So wurde schließlich mehrheitlich beschlossen, dass das bisherige Strandbad zu einer „Badestelle“ umgewandelt werden soll, wobei freilich Einigkeit herrschte, dass dafür noch eine neue Bezeichnung mit mehr Esprit gefunden werden müsse. Die Wasseraufsicht soll entfallen, ebenso die Eintrittsgebühren – sehr wohl aber soll künftig das Parken Geld kosten. Der Campingplatz soll von Parkplatz und Liegewiese für Tagesgäste räumlich abgegrenzt werden, zudem soll ein zweiter Platzwart eingestellt werden. Zu zweit, so die Annahme, könnten die Platzwarte auch die Informations- und Ordnungsfunktionen übernehmen, die bislang beim Kassenpersonal lagen. Ob die Platzwarte auch fürs Parken kassieren sollen oder ob es zeitnah eine technische Lösung wie einen Parkautomaten geben kann, blieb zunächst offen. Für die Nutzung der Toiletten indes, so die mehrheitliche Meinung, soll keine Gebühr erhoben werden.

Der Gemeinderat soll am kommenden Donnerstag in der Sache entscheiden. Aus dem Strategieforum war der Wunsch geäußert worden, zumindest in dieser Saison noch an der bisherigen Kasse festzuhalten, dann eben für die Parkentgelte. Bürgermeister Henning Kaars bezweifelte dabei, dass so kurzfristig überhaupt entsprechendes Personal zu finden sein werde.
Gelesen 2190 mal Letzte Änderung am Freitag, 22 März 2019 11:10

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