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Freitag, 26 April 2019 11:53

Bundestagsvize besucht "Ehrenamtsland"

geschrieben von J. Stutz
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Um das das Ehrenamt als „ein starkes Stück der Gesellschaft“ ging es im Schloss Jever, im Bild (v. links) die SPD-Kreisvorsitzende Elfriede Ralle, Thomas Oppermann, Sven Ambrosy, Siemtje Möller und Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums.. Um das das Ehrenamt als „ein starkes Stück der Gesellschaft“ ging es im Schloss Jever, im Bild (v. links) die SPD-Kreisvorsitzende Elfriede Ralle, Thomas Oppermann, Sven Ambrosy, Siemtje Möller und Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums.. BILD: JÖRG STUTZ
Thomas Oppermann war auf Einladung der Friesland-SPD zu Gast in Jever, um Vertreter von Vereinen und Verbänden zu ehren.

Jever/Friesland. Als „Rückgrat der Demokratie“ bezeichnete Thomas Oppermann am vergangenen Donnerstag im jeverschen Schloss die Masse der Ehrenamtlichen, die in Deutschland freiwillig und unentgeltlich Arbeit für die Allgemeinheit leisten. Der Bundestagsvizepräsident war auf Einladung der Kreis-SPD in die Marienstadt gekommen, um in einer Feierstunde ehrenamtlich Tätige zu würdigen. Den rund 60 Männer und Frauen aus Initiativen und Vereinen sowie von Hilfs- und Rettungsorganisationen bescheinigte der SPD-Politiker, einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Demokratie und des gesellschaftlichen Miteinanders leisten. Ähnlich äußerte sich Sven Ambrosy. „Friesland ist Ehrenamtsland“, so der Landrat. „Wir wissen, dass wir dem Ehrenamt viel abverlangen“, so Frieslands Verwaltungschef. Er sicherte deshalb zu, dass im Landkreis die entsprechenden Organisationen und Verbände zumindest „nicht um Material betteln“ müssen und von den in den Verwaltungen tätigen Hauptamtlichen „flankiert“ werden.

Deutschland genieße nicht nur wegen seiner starken Wirtschaft ein hohes Ansehen in der Welt: Von ökonomischer Stärke allein könne eine Zivilgesellschaft nicht leben, sagte Thomas Oppermann. Stattdessen unterstrich er die Bedeutung des „sozialen Kapitals“, das wiederum, so der Gastredner, entscheidend vom Ehrenamt geprägt werde.
Der Bundestagsvizepräsident versicherte, das Parlament zolle den vielen ehrenamtlich Tätigen „großen Respekt“. So wäre seiner Meinung nach die Aufnahme und Unterbringung von einer Million Flüchtlingen im Jahr 2015 „ohne eine starke Zivilgesellschaft nicht möglich“ gewesen.
„Würde der Staat alles machen, hätten wir ein verstaatlichtes Leben“, sagte der SPD-Politiker, der von 1998 bis 2003 niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur war. Nicht nur ein demokratischer Staat, der das Recht und Regeln vorgibt, ist aus Sicht des 64-Jährigen ein Garant für die hohe Lebensqualität einer Gesellschaft. Hinzu komme eine solidarische Zivilgesellschaft, die den Menschen in das Gemeinwesen einbettet.

Die rund 60 Gäste forderte Oppermann auf, immer daran zu arbeiten, das soziale Kapital zu erhalten. „Das geht vor allem durch das Ehrenamt“, so der Bundestagsabgeordnete. Seiner Meinung nach komme es nun darauf an, „die Bereitschaft zum Ehrenamt an die nächste Generation“ weiterzugeben.
Das weiß auch Siemtje Möller. In einem Pressegespräch vor der Feierstunde wies die SPD-Bundestagsabgeordnete aus Varel auf Überlegungen hin, freiwilligen Feuerwehrleuten „eine Gutschrift für die Altersvorsorge“ zu gewähren. Doch die Varelerin sieht ein, dass das teuer werden könnte. „Dann kommen alle“, beschrieb sie das Problem, bei einer Zusatzrente für Ehrenamtliche „einzelne Gruppen herauszupicken“.
Moniert wurde von einem Gast, dass es in Friesland nur in der Stadt Schortens eine Ehrenamts-Card gibt. Sven Ambrosy würde nach eigenen Angaben die flächendeckende Einführung einer solchen Bonus-Karte begrüßen, verwies aber auf die Zuständigkeit der Städte und Gemeinden. Jedoch darf eine Ehrenamts-Card aus Sicht des Landrat kein Alibi-Angebot sein. „Da muss auch richtig was drauf sein“, forderte Ambrosy, der vergünstige Eintrittspreise für Einrichtungen des Landkreises und reduzierte Volkshochschul-Kursgebühren für Karteninhaber in Aussicht stellte.


Hielt in Friesland eine „Laudatio auf das Ehrenamt“: Thomas Oppermann, hier mit Ehrenamtlichen der DLRG-Ortgruppe Varel. BILD: JÖRG STUTZ


Verständlicherweise lässt das Amt des Bundestagsvizepräsidenten nicht viel Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten. Zumindest hatte Oppermann vor der jüngsten Fußball-WM ein Turnier zwischen Mitgliedern der russischen Staatsduma (die vom Volk gewählte Parlamentskammer) und dem „FC Bundestag“ organisiert. Zwar ging das Spiel mit 5 zu 3 Toren für die deutsche Auswahl, in der Oppermann als Mittelstürmer fungiert, verloren. Aber, so der begeisterte Kicker: Über das Spiel hinaus seien russische und deutsche Parlamentarier im Sinne der Fußballdiplomatie miteinander ins Gespräch gekommen.
Der Frage, ob sich der Niedersachse für seine Nach-Politik-Zeit eine ehrenamtliche Tätigkeit als Trainer einer Jugendfußball-Mannschaft vorstellen kann, wich der prominente Gast aus, gab aber schmunzelnd zu bedenken: „Es gibt ja einen Riesenmangel an Schiedsrichtern.“
Das Ergebnis der Europawahl wird nach Einschätzung von Thomas Oppermann „massive Auswirkungen“ auf die Lebensverhältnisse in Deutschland haben. Das hohe Maß an Freiheit und Wohlstand sei nur unter zwei Voraussetzungen zu erhalten. Erstens: Die EU müsse zusammen bleiben und zweitens wirtschaftlich stark bleiben. Von daher, so der SPD-Politiker, stehe Deutschland vor einer „großen und wichtigen Wahl“.
Doch auch international wird das Ergebnis des Urnengangs am 26. Mai für Europa von Bedeutung sein. Denn, so Oppermann: Nur ein starkes Europa könne sich Machthabern wie Putin, Erdogan und Trump mit Erfolg entgegen stellen. Voraussetzung sei jedoch, dass bei der Europawahl „die Demokraten gegenüber den Populisten die Oberhand behalten“. Grundsätzlich sieht der 64-Jährige den aufkommenden Neonationalismus als „große Gefahr für die Welt“.
Den Austritt Großbritanniens aus der EU sieht Oppermann als Herausforderung und Chance zugleich. Der Brexit habe den Menschen in den Mitgliedsländern gezeigt, dass die EU viel mehr Vorteile als Nachteile hat und „in welches Chaos ein Land stürzen kann, wenn es die EU verlässt“.

Sven Ambrosy zeigte sich erfreut darüber, dass die friesländische Landratswahl auf den Tag der Europawahl fällt. Obwohl der Amtsinhaber und Kandidat die aus seiner Sicht hohe Entscheidungsfreiheit von Kreispolitik und Verwaltung betonte, stellte er fest: „Es gibt wenige Ecken in Friesland, wo keine EU drin ist“, viele Bereiche seien von der EU bestimmt. Dass Friesland ein „prosperierender Landkreis“ ist, hat nach Ambrosys Einschätzung auch „viel mit Europa zu tun“.
Gelesen 386 mal Letzte Änderung am Freitag, 26 April 2019 12:14

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