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Mittwoch, 09 Mai 2018 15:33

Neuer Glanz für Prachtfenster der Alten Kirche

geschrieben von Michael Tietz
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Ferdinand Baur (re.) und Günther Kruse (li.) vom Förderkreis Alte Kirche Varel bedankten sich von Herzen bei Karl-Erich Speith für die großzügige Spende, mit der das Motivfenster „Jesu Geburt“ (im Hintergrund) saniert werden kann.  Ferdinand Baur (re.) und Günther Kruse (li.) vom Förderkreis Alte Kirche Varel bedankten sich von Herzen bei Karl-Erich Speith für die großzügige Spende, mit der das Motivfenster „Jesu Geburt“ (im Hintergrund) saniert werden kann. Foto: M. Tietz
Sanierung im Inneren der Kirche an der Osterstraße soll anlaufen – Förderkreis bittet um Spenden

Varel.
Sie ist ein imposantes und ohne Zweifel ein stadtbildprägendes Gebäude, die sogenannte „Alte Kirche“ in der Osterstraße. Sie ist Domizil der katholischen Kirchengemeinde Varel, die hier seit Eröffnung der „neuen“ St.-Bonifatius-Kirche ein Pfarramt und Jugendheim betreibt. Zu der Vareler Pfarrei gehören die Gemeinden Bockhorn, Zetel und Jaderberg mit in Summe rund 4.000 katholischen Christen. Die Einweihung der Alten Kirche erfolgte im Jahr 1858, ausgelegt war sie für eine Gemeinde mit rund 400 bis 600 Mitgliedern. Mit der Fertigstellung der neuen St.-Bonifatius Kirche – auf gleichem Grundstück, aber zur Bundesstraße gelegen – wurde die „Alte Kirche“ im Jahr 1967 profaniert – das bedeutet, dass hier fortan keine Gottesdienste mehr stattfanden. Stattdessen wurde eine Zwischendecke in das Gebäude eingezogen und Jugendräume eingerichtet.
Nun ist die Alte Kirche freilich in die Jahre gekommen, und der Zahn der Zeit hat nicht nur am 160 Jahre alten Gebäude, sondern insbesondere auch an den einst prächtig leuchtenden Kirchenfenstern genagt. Risse im Fensterglas, Absplitterungen an den Einfassungen und starke Wölbungen an den einzelnen Fenstersegmenten weisen auf Handlungsbedarf hin.
Die Alte Kirche ist Eigentum der Kirchengemeinde Varel und nicht des Bischöflich Münsterschen Offizialats in Vechta. Somit müssen die Katholiken der Kirchengemeinde Varel selbst für den Erhalt des Gebäudes aufkommen. Allein aus den Mitteln der Gemeinde ist das jedoch nicht zu bewerkstelligen. So wurde vor drei Jahren ein Förderkreis gegründet, der sich für die behutsame Sanierung und damit den Erhalt der Alten Kirche einsetzt.

Zunächst waren dringende Renovierungsarbeiten am Dach und an den Außenwänden in Angriff genommen worden, im Zuge der Innenstadtsanierung konnte die Außenrenovierung der neugotischen Wandpfeilerkirche bereits abgeschlossen werden. Nun ist geplant, bis zum Ende des Jahres 2019 auch das Innere zu sanieren, wie Ferdinand Baur, Vorsitzender des Förderkreises erläutert. „Dazu muss auch die Zwischendecke wieder entfernt werden. Die Planung sieht darüber hinaus vor, bis zu fünf Gruppenräume zu schaffen, von denen drei barrierefrei ausgelegt werden. Neben einzelnen Seminaren und Weiterbildungsveranstaltungen können dann durch die Verbindung von Seminarräumen zu einem großen Veranstaltungsraum barrierefrei auch größere öffentliche Veranstaltungen angeboten werden, die dem Charakter einer Kunst- und Kulturkirche entsprechen“, erläutert Baur.
Die alten, reich verzierten Kirchenfenster sollen dabei in ihrer alten Schönheit wieder erlebbar gemacht werden. Der gemeinnützige Förderverein hat sich dabei das Ziel gesetzt, die Sanierung der kleinen Fenster im Anbau und der 13 großen Kirchenfenster mit einem Gesamtbedarf von rund 150.000 Euro zu unterstützen. Jedes große Kirchenfenster hat einen Finanzierungsbedarf von rund 12.000 Euro, je nach Schwere der jeweiligen Beschädigung.
Eine große Spende kam nun bereits unter anderem vom Vareler Unternehmer Karl-Erich Speith, der mit 12.000 Euro die Erneuerung gleich eines gesamten Fensters sicherstellt. Speith entschied sich für das Motiv „Jesu Geburt“ – auch dieses Fenster weist bereits einige deutliche Schäden auf. Speith engagiert sich nicht zum ersten Mal für den Erhalt der Alten Katholischen Kirche, ist er doch seit seiner Jugend, in der er als Messdiener tätig war, mit dem sakralen Bau verbunden. Er gehörte später auch dem Kirchenvorstand an, dem es zu verdanken ist, dass es das Bauwerk überhaupt noch gibt. Heute steht die Kirche freilich unter Denkmalschutz – 1967 war das noch nicht der Fall. Eigentlich war vom Offizialiat nach Inbetriebnahme des Neubaus „St. Bonifatius“ der Abbruch der Alten Kirche vorgesehen – doch das scheiterte am Widerstand vor Ort. Speith war es, der seinerzeit die Idee zur baulichen Veränderung vortrug, um das Gebäude fortan weiter nutzen zu können. „Der Abbruch sollte 100.000 Mark kosten, der Umbau nur 86.000 Mark, da war die Sache schnell entschieden“, berichtete Speith bei einem Ortstermin in der Alten Kirche, die er selbst für eine der schönsten in der Region hält: „Die Proportionen stimmen, die Akustik war wunderbar.“

Und eben auch diese besondere Akustik soll in den kommenden Monaten wieder hergestellt werden. Alles in allem sind Umbau- und Sanierungskosten von rund einer Million Euro kalkuliert, wovon auch das Offizialat einen Teil tragen wird. „Bis Ende 2019 soll das Vorhaben abgeschlossen sein, mit den Fenstern fangen wir nun an“, sagte Ferdinand Baur, „sie sind von besonderer Bedeutung.“ Jedes Fenster wird dabei von Spezialisten der Firma Oidtmann, der ältesten Glasmalerei Deutschlands, ausgebaut und in der Werkstatt in Linnich bei Düren behutsam renoviert.

Risse im Glas, abblätternde Farbe, gewölbte Scheiben: Die 160 Jahre alten, schmuckvollen Motivenster bedürfen dringend einer Sanierung. Gut 150.000 Euro müssen dafür aufgebracht werden. Foto: M. Tietz

Dafür werden nun also noch weitere Spender und Sponsoren gesucht, um das gesteckte Ziel erreichen zu können – mit der Zuwendung von Karl-Erich Speith sind nunmehr drei der 13 Fenster schon finanziert. Es kann dabei für ein ganzes Kirchenfenster oder für eines der 19 Segmente eines großen Fensters gespendet werden. Ein Segment kann auch weiter unterteilt werden – schon ab einem Beitrag von 16 Euro ist eine hilfreiche Beteiligung möglich. Jede Spende wird konkret einem Segment oder Teilsegment zugeteilt, damit später jeder Teil eines restaurierten Fensters einer Zuwendung zuzuordnen ist. Die gesamte Baumaßnahme einschließlich der Innenausstattung ist auf eine Million Euro „gedeckelt“.
Dazu bittet der Förderverein zum Erhalt der Alten Kirche e.V. herzlich um Spenden zur Sanierung und Renovierung der Kirchenfenster. Diese können zu den Öffnungszeiten im Pfarrbüro in der Bürgermeister-Heidenreich-Straße 4 in Varel abgegeben oder (vorrangig) auf das Konto des Fördervereins bei der Raiffeisenbank Varel, IBAN: DE 75 2826 2673 0103 2933 00 überwiesen werden. Ein Hinweis auf „Kirchenfenster“ und die eigene Adresse sind dabei auch zur Ausstellung einer Spendenbescheinigung hilfreich.

Weitere Informationen sind zu finden unter: www.sankt-bonifatius-varel.de

Gelesen 297 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 09 Mai 2018 15:39

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