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Freitag, 22 Juni 2018 11:52

Droge Alkohol bleibt weiter das größte Problem

geschrieben von Michael Tietz
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Informierten jetzt über ihre Arbeit im vergangenen Jahr: Diplom-Pädagogin Imke Janssen (li.) und Almke Lüers-Hinrichs, Leiterin der Suchtberatung Friesland. Informierten jetzt über ihre Arbeit im vergangenen Jahr: Diplom-Pädagogin Imke Janssen (li.) und Almke Lüers-Hinrichs, Leiterin der Suchtberatung Friesland. Foto: Michael Tietz
Jahresbericht der Suchtberatung: Bekannte Probleme und neue Phänomene – Ausbau der Prävention

Varel. Probleme mit Alkohol, Cannabis oder Glücksspiel: Das sind nach wie vor die drei häufigsten Gründe, aus denen Menschen im Kreis Friesland Hilfe bei der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention suchen, die an zwei Standorten in Jever und Varel zu finden ist. Drei Beratungsfachkräfte und eine Verwaltungsmitarbeiterin betreuen hier Betroffene wie auch Angehörige bei Abhängigkeiten aller Art.
Seit vergangenem Jahr unter dem Dach der STEP geführt, der Gesellschaft für Sozialtherapie und Pädagogik, zogen jetzt Almke Lüers-Hinrichs als Einrichtungsleiterin und Diplom-Pädagogin Imke Janssen in der Beratungsstelle Varel eine erste Jahresbilanz nach Wechsel in das neue Trägernetzwerk. STEP ist eine Gesellschaft des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, die hier geleistete Präventions- und Beratungsarbeit wird finanziert vom Landkreis Friesland.

Insgesamt 465 Menschen haben im vergangenen Jahr Hilfe bei der Beratungsstelle gesucht, davon waren 60 Prozent Männer. „Die Klienten kommen aus allen sozialen Schichten und Altersstufen“, betonen Imke Janssen und Almke Lüers-Hinrichs, knapp mehr als die Hälfte sind über 40 Jahre alt.
Auf die Diagnose Alkoholsucht entfallen fast 55 Prozent aller Fälle, gefolgt von Cannabis mit gut 19 Prozent und pathologischem Glücksspiel mit rund 10 Prozent. Hinzu kommen die sogenannten „harten Drogen“ wie Heroin (Opioide) und Kokain, MDMA und Methamphetamin (Stimulanzien). Außerdem die Medikamentenabhängigkeit, Essstörungen und – ein noch vergleichsweise junges Phänomen – die „exzessive Mediennutzung“. Letztere sei vor allem bei Jugendlichen zunehmend ein Problem, die täglich stundenlang mit dem Smartphone agieren oder an der Konsole „zocken“. Zwar seien die Fallzahlen noch gering, aber die Abhängigkeit von elektronischen Medien nehme zu.
Das Problem Alkoholsucht hingegen stagniere auf hohem Niveau, erklärt Imke Janssen. Bei Alkohol bleibe das Problem, dass der Konsum gesellschaftlich toleriert ist und Abhängige lange Zeit sozial vollkommen integriert bleiben. „Häufig ist es dann letztlich Druck aus der Familie oder dem Arbeitsumfeld, der Betroffene zu uns führt“, berichten die Beraterinnen. Sorge bereitet ihnen auch der weiterhin zunehmende Cannabiskonsum insbesondere bei Jugendlichen. Dieser Trend sei ein wesentliches Thema auch in der Präventionsarbeit. Das Kiffen werde als vergleichsweise harmlos verkannt, warnt Almke Lüers-Hinrichs, „gerade bei Jugendlichen gibt es aber ein hohes Risiko für psychische Erkrankungen in Folge eines dauerhaften Konsums.“ Bei der Debatte um die Legalisierung von Cannabis müsse scharf unterschieden werden zwischen erwachsenen Gelegenheitskonsumenten und Jugendlichen, betont auch Imke Janssen. Cannabis müsse wie alle Rauschmittel für Jugendliche grundsätzlich tabu bleiben.

Im Zuge der Präventionsarbeit sei die Kooperation mit den Präventionsräten sowohl auf Kreisebene wie auch in den Kommunen ausgebaut worden. Wünschenswert sei der Aufbau einer Präventionskette, so Imke Janssen. Damit könne gezielt schon in Kindergärten und Grundschulen mit der Aufklärung begonnen werden, die sich dann in den weiterführenden Schulen fortsetzen ließe, „ohne alles dauernd zu wiederholen.“ Als großen Erfolg verbuchte man Aufklärungsprojekte mit der „Wilden Bühne“ aus Bremen, die dank finanzieller Unterstützung der Barthel-Stiftung aus Varel unter anderem an der Oberschule Bockhorn und am LMG Varel angeboten wurden, „da hat es viele positive Rückmeldungen gegeben.“ Insgesamt wurden anno 2017 23 Veranstaltungen zur Suchtprävention angeboten, an denen rund 700 Jugendliche und 70 Erwachsene teilgenommen haben. Gerne möchte das Team der Beratungsstelle diese Arbeit ausbauen, das sei freilich auch eine Frage der finanziellen und personellen Möglichkeiten. „Jeder Euro, der in die Prävention fließt, zahlt sich am Ende mehrfach aus“, ist Almke Lüers-Hinrichs überzeugt.
Zur Optimierung der Suchtprävention ist künftig auch die Ausbildung von Multiplikatoren für Fachkräfte in der Bildungs- und Sozialarbeit geplant, auch Eltern können dabei einbezogen werden. STEP kooperiert hierbei mit der Fachhochschule Emden.
Räumlich ist die Beratungsstelle gut aufgestellt, in Jever war Ende 2017 der Umzug ins Erdgeschoss im selben Gebäude erfolgt. In großen Gruppenräumen können nun auch Schulklassen empfangen werden, die Räume sind zudem barrierefrei erreichbar.

>> Die Suchtberatung Friesland berät Betroffene, Angehörige von Süchtigen sowie Fachkräfte. Zu den Aufgaben gehören die Beratung, gegebenenfalls Krisenintervention und die Vermittlung in Therapien. Ferner wird die Möglichkeit zur ambulanten Therapie gegeben. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist zudem die Prävention etwa an Schulen, und die Netzwerkarbeit. Die Suchtberatung ist zu finden in der Bahnhofstraße 6 in Varel, Tel. 04451/96420 sowie in Jever, Kostverloren 2, Tel. 04461/913650. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Anmeldezeiten in Jever und Varel:
Montag bis Mittwoch: 9:00 – 12:00 Uhr
Donnerstag: 11:00 – 13:00 Uhr
Freitag: 9:00 – 12:00 Uhr

Gelesen 237 mal Letzte Änderung am Freitag, 22 Juni 2018 12:02

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