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Freitag, 06 Juli 2018 09:29

Beitragsfreiheit: Familien sparen bis zu 3.500 Euro

geschrieben von Michael Tietz
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In der Kita spielen, basteln und entdecken – für Kinder ab drei Jahren werden mit  Novellierung des Kindertagesstätten-Gesetzes ab August  keine Elternbeiträge mehr erhoben. In der Kita spielen, basteln und entdecken – für Kinder ab drei Jahren werden mit Novellierung des Kindertagesstätten-Gesetzes ab August keine Elternbeiträge mehr erhoben. Symbolfoto: pixabay.com
Die Regelung gilt für alle Kitas in Varel gleichermaßen. Das Land kompensiert den Einnahmeausfall für die Stadt.

Varel. Seit dem 20. Juni ist es beschlossene Sache, die Große Koalition in Hannover hat ein Wahlversprechen eingelöst: Mit Beginn des neuen Kitajahres ab August 2018 sind Betreuungsplätze für Kinder ab drei Jahren grundsätzlich beitragsfrei.
Für Kinder unter drei Jahren, die in der Regel in Krippen betreut werden, sind hingegen auch weiterhin Elternbeiträge zu zahlen. Die Beitragspflicht endet mit dem Monat, in dem das Kind seinen dritten Geburtstag feiert, unabhängig davon, ob es dann in einer Krippe oder schon im Kindergarten betreut wird. Das gilt auch für nahezu einen Monat rückwirkend: wird am 30. des Monats Geburtstag gefeiert, entfällt schon für eben diesen Monat der Elternbeitrag.
Was die Gesetzesänderung für Familien in Varel bedeutet, darüber informierten im Rathaus nun Fachbereichsleiter Wilfried Alberts und Bürgermeister Gerd-Christian Wagner. Die Stadt betreibt selbst Kindertagesstätten, darüber hinaus bieten auch andere Träger, etwa die katholische Kirche, das Diakonische Werk der evangelischen Kirche sowie Vereine Betreuungsplätze in Krippen und Kindergärten an. „Die neue Regelung gilt in Varel für alle Einrichtungen gleichermaßen“, betont Wilfried Alberts. Es gibt vertragliche Vereinbarungen zwischen der Stadt und den freien Trägern. Diese haben sich verpflichtet, für ihre Einrichtungen dieselben Elternbeiträge zu erheben, wie sie der Stadtrat für die kommunalen Einrichtungen festsetzt.

Verpflegung muss weiterhin bezahlt werden
Die Beitragsfreiheit gilt für Halbtags- und Ganztagsplätze gleichermaßen, laut Gesetz für eine Betreuungszeit von bis zu acht Stunden. Es gibt in Varel indes auch die Möglichkeit, Kinder bis zu neun Stunden betreuen zu lassen – für diese neunte Stunde könnte ein anteiliger Beitrag festgesetzt werden. „Im Sinne der Familienfreundlichkeit wird darauf aber verzichtet“, erklärt Bürgermeister Wagner.
Weiterhin zu bezahlen sind aber Verpflegungskosten, die von jeder Einrichtung individuell festgelegt werden können. Mittagessen, Frühstück, Nachmittagsvesper – je nach Umfang der Verpflegung können hier unterschiedlich hohe Beiträge entstehen. „Zudem ist bei privaten Trägern, etwa der Krippe Flohkiste oder dem Waldorfkindergarten, auch zukünftig der obligatorische Vereinsbeitrag zu zahlen“, ergänzt Wilfried Alberts.
Bislang kostete ein Kindergartenplatz bei Regelbetreuung von vier Stunden 140 Euro, hinzu kamen Kosten für etwaige Früh- und Spätdienste. Für einen Ganztagsplatz waren 280 Euro zu zahlen. Zu Beginn des neuen Kitajahres hätten die Beiträge in der Stadt Varel erhöht werden sollen, das war bereits beschlossen. Diese Erhöhung ist nun hinfällig. Familien, die einen Ganztagsplatz in Anspruch nehmen, sparen somit fast 3.500 Euro jährlich.
Schon bislang waren Kitaplätze in Varel indes für viele Familien beitragsfrei: Es gab eine Sozialstaffel, für Eltern mit geringem Einkommen galten niedrigere Beiträge bis hin zur Beitragsfreistellung. Wilfried Alberts schätzt, dass dies etwa auf ein Drittel aller Betreuungsplätze zutraf.

Eltern sparen – wer zahlt in Zukunft?
>> Für die Stadt Varel bedeutet der Verzicht auf Elternbeiträge einen Ausfall von rund 1,2 Millionen Euro. Kompensiert wird das durch höhere Zuschüsse vom Land, die Finanzhilfepauschale steigt von 20 auf 55, später auf 58 Prozent.

>> Stärker beteiligen an den Kitakosten wird sich künftig außerdem der Landkreis Friesland: Kreisweit 1,6 Millionen Euro wurden dafür bewilligt, pauschal sollen Halbtagsplätze mit 350 Euro und Ganztagsplätze mit 700 Euro jährlich gefördert werden. Dem gegenüber stehen indes Einsparungen, denn schon bisher hat sich der Kreis im Rahmen der wirtschaftlichen Jugendhilfe an den ermäßigten Beiträgen beteiligt.

>> Mit dem weiteren Ausbau der Kinderbetreuung steigen zwangsläufig die Kosten: Allein fürs Personal steigen die Aufwendungen innerhalb von fünf Jahren von rund 1,7 Millionen (2017) auf mehr als 3,5 Millionen Euro (2022). Die von der Stadt zu tragenden Gesamtbetriebskosten der Krippen und Kindergärten steigen (nach Abzug aller Zuschüsse!) von zuletzt rund drei Millionen Euro auf fast 4,5 Millionen im Jahr 2020.


Ab 2019 fast tausend Kinder in Vareler Krippen und Kindergärten
Insgesamt werden in der Stadt Varel mit Inbetriebnahme der neuen Kita im Waldviertel im September (50 Kindergarten- und 45 Krippenplätze zusätzlich) exakt 850 Kinder in Krippen (203 Plätze) und Kindergärten (647) betreut.
Doch das reicht noch nicht: Ende Mai schilderte Wilfried Alberts im Sozialausschuss des Stadtrats, dass der Bedarf sowohl an Kindergarten- und erst recht an Krippenplätzen weiter zugenommen habe. Ein Grund ist dabei die Änderung des Schulgesetzes: Eltern haben ab dem neu startenden Schuljahr die Wahl, ob Kinder, die zwischen dem 1. Juli und dem 30. September geboren sind, eingeschult werden oder noch ein Jahr den Kindergarten besuchen sollen.

Und ohnehin ist die Zahl der Kinder in Varel zuletzt gestiegen: Von 183 (geboren zwischen August 2011 Juli 2012) auf 224 (August 2015 bis Juli 2016). Diese Steigerung hat unter anderem dazu geführt, dass bereits alle 50 neu geschaffenen Kindergartenplätze in der neuen Einrichtung Waldviertel vergeben sind.
Und auch im Krippenbereich nimmt der Druck weiter zu: bisherige Prognosen über die Inanspruchnahme von Krippenplätzen seien „zu vorsichtig“ ausgefallen, bilanzierte Wilfried Alberts Ende Mai. Trotz Schaffung von 30 neuen Krippenplätzen im Waldviertel könne die Nachfrage nicht erfüllt werden. So bleibt es ein weiteres Jahr beim Betrieb einer provisorischen Krippengruppe gegenüber vom „St. Martin“ in Dangastermoor.
Entgegen früherer Planung muss auch der geplante Kita-Neubau in Büppel im kommenden Jahr gleich mit voller Auslastung an den Start gehen: Auch dort werden in Trägerschaft der Stadt zwei Kindergarten- und drei Krippengruppen neu geschaffen, Platz für 95 Kinder. Damit werden ab Herbst 2019 rund 945 Kinder in Varel eine Krippe oder einen Kindergarten besuchen.
Im August 2013 gab es in Varel 561 Kindergarten- und 128 Krippenplätze. Die Zahl der benötigten Betreuungsplätze ist somit innerhalb von rund sechs Jahren um mehr als ein Drittel gestiegen.
Gelesen 1411 mal Letzte Änderung am Freitag, 06 Juli 2018 09:49

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