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Mittwoch, 11 Juli 2018 12:37

Traditionsfirma schließt nach 65 Jahren

geschrieben von Redaktion
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Foto aus der traditionellen Produktion: Endkontrolle eines Porzellanfilters der Marke Melitta. Foto aus der traditionellen Produktion: Endkontrolle eines Porzellanfilters der Marke Melitta. Foto: Friesland Porzellan

Friesland Porzellan beendet Produktion im Frühjahr 2019 – großer Schnäppchenbmarkt ab 16. Juli

Varel. Die Friesland Porzellanfabrik GmbH & Co KG wird zum 31. März 2019 den Betrieb einstellen. Diese Entscheidung teilte Geschäftsführer Uwe Apken seinen rund 60 Mitarbeitern letzte Woche mit. Bis zum Schluss soll weiter produziert werden, sodass alle Kundenaufträge erfüllt werden.
Der Hauptgrund für eine Schließung zu diesem Zeitpunkt sind die für ein kleines, eigenständiges Unternehmen schwierigen Entwicklungen am Markt. Da Friesland im Gegensatz zu vielen anderen Marken ausschließlich in Deutschland fertigt, könne das Unternehmen nicht weiter dem Preisdruck des Handels trotzen, so das Unternehmen. Die Hauptabnehmer des Friesland-Geschirrs sind die großen Warenhausketten, der Möbelhandel, Facheinzelhändler, sowie der Internethandel.
Kleinere Einzelhandelsgeschäfte geben ihre Geschäfte zunehmend auf oder verabschieden sich zumindest von einer Porzellanabteilung. Dies ist ein allgemeines Phänomen im Einzelhandel, aber auch speziell einer seit Jahren anhaltenden Marktsättigung im Bereich Geschirr zuzuschreiben und dem abnehmenden Interesse der Endkunden an hochwertigen Servicen. Wie in vielen Bereichen wird hier inzwischen eher zu Billigprodukten gegriffen. Im Juni dieses Jahres kam es für Friesland Porzellan zu einem Umsatzeinbruch. „Das Sommerloch begann dieses Jahr früher und wird größer als in den Jahren zuvor“, berichtet Angelika Pietsch von der Vertriebsleitung.
Ferner nutzen auch Rohstofflieferanten der Porzellan- und Steingutbranche ihre zunehmende Monopolstellung gegenüber kleineren Herstellern aus. Dazu sagt Uwe Apken: „Wir befinden uns zwischen den Lieferanten und den großen Kunden wie in einem Schraubstock, der immer weiter zugedreht wird.“ So werden auf Dauer weitere Investitionen betriebswirtschaftlich nicht mehr darstellbar sein. Der heutige Geschäftsführer Uwe Apken übernahm das Unternehmen 2005. Schon damals gab es einen Investitionsstau bei Maschinen, Gebäuden und Anlagen, der aufgrund der genannten wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht behoben werden konnte.
Zunächst laufen Produktion, Versand und Handel bei Friesland Porzellan normal weiter. Zusätzlich zum regulären Werksverkauf wird auf dem Gelände der Fabrik ab 16. Juli ein Schnäppchenmarkt mit Kiloverkauf eröffnet. Dort gibt es Artikel aus III.Wahl und Restposten.
Das Geschirr von Friesland Porzellan ist über den Onlineshop www.frieslandversand.de oder Warenhäuser wie Karstadt und Galeria Kaufhof und den ausgewählten Internet-, Fach- sowie Möbelhandel erhältlich. Im täglich geöffneten Werksverkauf kann direkt ab Fabrik nach Schnäppchen gesucht werden.
Gelesen 1030 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 11 Juli 2018 12:59

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