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Freitag, 07 September 2018 12:05

Muss Eschen-Allee für Radweg weichen?

geschrieben von Michael Tietz
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Bislang alternativlos: Radfahrer müssen auf der Neuwangerooger Straße fahren. Auch nach Bau des Radweges wäre das weiter erlaubt.   Bislang alternativlos: Radfahrer müssen auf der Neuwangerooger Straße fahren. Auch nach Bau des Radweges wäre das weiter erlaubt. Foto: Michael Tietz
Kritik des NABU an Planung für Radweg an Neuwangerooger Straße – Planfeststellung läuft

Varel.
Die Planung für den neuen Radweg an der K 113, Neuwangerooger Straße in Varel-Hohenberge stößt auf Kritik: Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens hat sich unter anderem der Vareler Ortsverband des Naturschutzbundes NABU zu Wort gemeldet: So schreibt Martin Heinze als Sprecher der Ortsgruppe, dass der Bau des Radwegs grundsätzlich als sinnvoll begrüßt, die derzeit geplante Trasse aber „mit Nachdruck“ abgelehnt werde.
Denn für den Radweg sollen Bäume gefällt werden: Laut Feststellungsentwurf der Landesbehörde ist die Rodung von insgesamt 53 Bäumen vorgesehen, 20 davon finden sich in einer Eschenreihe, die die Kreisstraße in diesem Bereich umsäumt. Laut NABU liegt hier die einzige Eschen-Allee auf Vareler Gebiet vor, die Stadt könne diesen vergleichsweise seltenen Alleentypus nicht entbehren. Die besagt Allee ist nach Ausführung von Martin Heinze beim Heimatbundprojekt „Alleen in Niedersachsen“ gemeldet und dokumentiert, sie sei Bestandteil einer Veröffentlichung unter dem Titel „Varel, Stadt der Alleen“. Gerade auf der Ostseite der Straße sei die Baumreihe nahezu vollständig – es sei nicht akzeptabel, dass 20 dieser Eschen für einen Radweg entfernt werden sollen. Vielmehr gelte es, die vorhandenen Lücken in den Baumreihen zu schließen, so der NABU. Das im Planentwurf von „geringen Gehölzverlusten“ gesprochen werde, sei weder in quantitativer, schon gar nicht aber in qualitativer Hinsicht nachzuvollziehen. Ferner sei es widersprüchlich, einerseits durch Wegebau den Fahrradtourismus zu fördern, andererseits mit dem Entfernen von Baumreihen die Attraktivität der Landschaft zu schmälern, argumentiert Martin Heinze für den Naturschutzbund.

Es werden Alternativen vorgeschlagen: So solle der Radweg noch weiter nach Osten verschwenkt und an den Eschen vorbeigeführt werden. Zugleich wird die Vervollständigung der Allee vorgeschlagen – das könne Teil der durch den Bau notwendigen ökologischen Kompensation sein. „Mehrkosten durch zusätzlichen Landerwerb und geänderte Trassenführung müssten durch Inanspruchnahme von Leader-Fördermitteln o. ä. aufzubringen sein“, heißt es weiter im NABU-Vorschlag.
Sollte sich das als nicht realisierbar erweisen, könnte es eine „zweitbeste“ Lösung sein, auf den Radwegneubau ganz zu verzichten. Stattdessen könnte auf der Fahrbahn das zulässige Tempo für den Kraftverkehr reduziert werden, um mehr Sicherheit für Radfahrer zu schaffen. Ein geschützter Bereich für Radfahrer auf der Fahrbahn sei wünschenswert – das Aufbringen von Schutzstreifen wie etwa am Vareler Schloßplatz, lässt die Straßenverkehrsordnung außerhalb geschlossener Ortschaften bislang allerdings nicht zu.
Der an der K 113 geplante Radweg soll knapp 1,2 Kilometer lang und die Verbindung von der B 437 zum Vareler Hafen herstellen. Der Weg soll zwei Meter breit sein und im Abstand von mindestens 1,50 Metern zur Fahrbahn verlaufen. Fahrradfahrer müssen den Weg übrigens auch künftig nicht zwingend nutzen, da eine „besondere Gefahrenlage“, die eine solche Anordnung rechtfertigen würde, nicht besteht. So handelt es sich streng genommen auch nicht um einen Radweg, sondern um einen Gehweg, auf dem Radfahrer – im Schritttempo – geduldet sind.

Die Kosten für Planung und Bau sind mit rund 600.000 Euro kalkuliert. Nach Auslegung der Unterlagen muss die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nun die eingegangenen Stellungnahmen und Bedenken einarbeiten, dann wird es einen Erörterungstermin geben. Mit einem Baubeginn wäre frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2019 zu rechnen, sofern Mittel vom Landkreis freigegeben werden.
Auch die Stadt Varel war im Rahmen der Planfeststellung gehört worden, es war hier aber auf Abgabe einer Stellungnahme verzichtet worden.
Gelesen 778 mal Letzte Änderung am Freitag, 07 September 2018 12:11

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