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Freitag, 25 Januar 2019 12:31

Baumstämme schweben an Seilbahn aus dem Wald

geschrieben von Redaktion
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Der Laufwagen der Seilanlage (Bildmitte oben) ist in diesem System das „Arbeitstier“, das die Bäume aus dem Wald heranbringt, wie dieses Archivfoto aus dem Harz zeigt. Der Laufwagen der Seilanlage (Bildmitte oben) ist in diesem System das „Arbeitstier“, das die Bäume aus dem Wald heranbringt, wie dieses Archivfoto aus dem Harz zeigt. Foto: Landesforsten/Michael Rudolph
Landesforsten erproben bodenschonenden Seilkran im Wald bei Obenstrohe

Varel.
Um Waldboden und Wanderwege zu schonen, setzen die Niedersächsischen Landesforsten jetzt im Vareler Wald auf ein neues Rückeverfahren, bei dem die Baumstämme ohne Bodenkontakt auf die Wege gezogen werden.
Denn beim üblichen Herausziehen der gefällten Stämme tut sich zwangsläufig manch unschöne Spur in den tonigen Waldböden auf. Ein aufgewühlter Waldboden ist dabei nicht nur ein ästhetisches Problem und im Zweifel ein Ärgernis für Spaziergänger, sondern bedeutet auch eine Schädigung des Ökosystems. Das Forstamt Neuenburg erprobt daher in diesem Jahr einen sogenannten Seilkran zur Holzbringung, wie man ihn sonst nach Auskunft der Landesforsten vor allem aus dem Alpenraum kennt. „Zwischen einigen Ankerbäumen und einem Mast wird in geringer Höhe ein Seil gespannt. Auf diesem Seil fährt ein Laufwagen, an dem wiederum die geernteten Eichenstämme befestigt werden. Die Stämme werden daran fast ohne Bodenkontakt an den Waldweg gezogen“, führte dazu jetzt Förster Jan-Michel Schmeling aus. Er bereitete in den vergangenen Tagen den Einsatz auf einer Fläche von rund 15 Hektar Eichenwald im „Dwokuhlen“ an der A 29 nördlich von Obenstrohe vor. „Die Waldböden sind unser wertvollstes Kapital, das wir unbedingt schonen müssen“, so Schmeling.
In den nächsten Tagen schneiden Waldarbeiter die Trassen für die Seilbahn auf, bevor Ende dieser Woche die Tragseile gespannt und in Betrieb genommen werden. Während der Arbeiten werden für die Anwohner im Dwokuhlen einige Wege nicht zur Verfügung stehen. „Wir bitten sehr um Verständnis für die Beeinträchtigungen für die Bürger, denn der Laufwagen überquert die Wege mit seiner hölzernen Last“, appelliert Dr. Martin Dippel vom Forstamt Neuenburg. „Wenn das Verfahren sich bewährt, dann können wir unsere Eichen an schwierigen Stellen viel bodenschonender ernten.“ Die Wege müssen auch über Nacht gesperrt bleiben, da die Seile darüber gespannt sind. Wenn die Bäume aus dem Wald geborgen sind, werden sie an den Waldwegen für den Verkauf bearbeitet.
Der Einsatz des Seilkranes ist für etwa vier Wochen geplant. Anschließend setzt die Firma um in den Seghorner Wald. Dort geht es unter ähnlich schwierigen Bodenverhältnissen weiter mit der Durchforstung von altem Eichenwald.

Die Obenstroher Dwokuhlen – eine alte Landnutzung
Vor 155 Jahren muss im Vareler Wald, wo jetzt ausgewachsene Eichen stehen, eine Mondlandschaft gewesen sein, so die Forstbehörde. Eine Vielzahl von Tonkuhlen und Dämmen reiht sich aneinander und erschwert das Befahren. Daher wurden die notwendigen Pflegedurchforstungen zum Erhalt der Eichen immer wieder zurückgestellt. „Die Eichen sind sehr kleinkronig geworden und wir entnehmen überwiegend konkurrierende Buchen und Hainbuchen um den Eichen zu helfen“, so Jan-Michel Schmeling.

Die Seilkran-Anlage
Seilkrananlagen mit von Mast zu Mast gespannten Zugseilen, an denen der Laufwagen hängt, sind ein langjährig erprobtes Mittel, um Bäume aus Wäldern zu bergen, die für normale Forstmaschinen zu steil sind. In Niedersachsen kommen diese Anlagen von Zeit zu Zeit an den steilen Weserhängen im Weserbergland und im Harz zum Einsatz. Alle 60 bis 80 Meter wird eine Seiltrasse eingerichtet, die bis zu 900 Meter lang sein kann. Das Zugseil wird am Ende der freigeschnittenen Trasse an einem eigens gesicherten Ankerbaum befestigt. Die mit der Hand gefällten Bäume werden an den Laufwagen angedockt und ohne Bodenkontakt zum Forstweg transportiert und dort abgelegt. Es fährt keine Forstmaschine durch den Wald. Die Mannschaften sind alle über Funk untereinander verbunden.
„Der Bodenschutz auf unseren empfindlichen Waldböden zwingt uns, besonders bei durchgehend nasser Witterung im Winter, neue Ideen weiter zu verfolgen“, so Dr. Martin Dippel vom Forstamt Neuenburg, der von erfolgreichen Versuchen mit diesem Seilkran in vergleichbaren Wäldern im Weserbergland und Solling weiß.
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