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Freitag, 08 März 2019 16:33

"Fridays for Future": Erste Demo in Varel

geschrieben von Dana Ehlert
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„Wir sind hier. Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, so ein Protestruf der jungen Demonstranten. Sie verlangen von der Politik deutlich stärkere Bemühungen für den Klimaschutz. „Wir sind hier. Wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, so ein Protestruf der jungen Demonstranten. Sie verlangen von der Politik deutlich stärkere Bemühungen für den Klimaschutz. Fotos: Dana Ehlert
Rund 100 Jugendliche demonstrierten am Rathaus für mehr Klima- und Umweltschutz.

Varel.
Für die Umwelt und mehr Klimaschutz – dafür, dass sie von den Politikern gehört werden und damit sich endlich etwas ändert: Lautstark Gehör verschafft haben sich am vergangenen Freitag Schülerinnen und Schüler erstmals auch in Varel. Etwa 100 Jugendliche fanden sich am späten Vormittag vor dem Rathaus ein, um Teil zu sein der inzwischen global agierenden Jugendbewegung unter dem Motto „Fridays for future“.
Schüler des Lothar-Meyer-Gymnasiums, der Oberschulen in Obenstrohe und Varel, der Pestalozzischule sowie aus Bockhorn und Zetel waren zur Kundgebung gekommen und ließen dafür die letzten Stunden an diesem Freitag ausfallen. Aufgerufen zur Demo in Varel hatten der 17-jährige Tjorven Reelfs-Meyrose sowie Stadtrats- und Juso-Mitglied Dominik Helms.

„Das Thema Klimawandel geht uns alle an. Die Auswirkungen erkennt man überall auf der Welt. Es ist traurig, dass erst Jugendliche und Kinder die Schule schwänzen müssen, damit endlich etwas in der Politik passiert. Wir fordern einen schnellen Kohleausstieg und Einsatz von noch mehr erneuerbaren Energien“, fasste Tjorven Reelfs-Meyrose per Megafon zentrale Forderungen zusammen.
Auch regional pochen die Jugendlichen auf Veränderung. So fordern sie das Pflanzen von Bäumen, eine Ausweitung an Grünflächen für Insekten und die Einleitung von Renaturierungsprogrammen. Plastik im Meer sei ein weiteres Problem, das die Schüler beschäftigt. Tjorven Reelfs-Meyrose fordert stellvertretend für alle beteiligten Schüler, dass Projekte gefördert werden, bei denen Müll am Strand gesammelt werde. Außerdem müsse mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden.
„Um diese Ziele zu erreichen, demonstrieren wir gemeinsam an dem heutigen Tag. Es freut mich, dass Greta Thumberg zu diesen Demonstrationen aufgerufen hat. Wir werden demonstrieren, bis etwas passiert und solange werden wir auch weiterhin freitags streiken. Wir müssen etwas tun und das geht nur gemeinsam“, betont er zum Abschluss seiner Rede.

Unzufrieden mit der Politik zeigt sich auch Schülerin Neele: „Wenn das sogar die Kinder verstehen und die Politiker und Erwachsenen nicht, dann ist das schon traurig“, erklärte sie.
Für die Schüler sei so eine Demo die einzige Möglichkeit, um bemerkt zu werden. Schließlich können sie nicht wählen gehen. Schulstoff könne man nachholen, aber für die Umwelt sei es wichtig, dass sich rasch etwas verändere.
Verstärkung bei der Veranstaltung erhielten die Schüler in ihrem Protest von einigen Erwachsenen, etwa von Michael Berg, der die Schüler dazu aufrief, in der kommenden Woche an der Sitzung des Stadtrats teilzunehmen. Dort soll entschieden werden, ob die Stadt Gespräche über den Beitritt zum Biosphärenreservat mit der Nationalparkverwaltung aufnehmen soll.
Apropos Stadtrat: Als einziger Kommunalpolitiker war Stadtratsmitglied Alexander Westerman dem Aufruf der Schüler, sich zu beteiligen, gefolgt. Er zeigte sich begeistert vom Engagement der jungen Leute: „Wir gehen egoistisch mit der Umwelt um. Wenn man beispielsweise die Plastikmeere sieht: Wir sehen die Bilder jeden Tag, aber ändern in der Regel unser Verhalten nicht.“ Westerman kritisierte, dass keine weiteren Rats- oder Kreistagsmitglieder zu der angekündigten Schülerdemo gekommen waren.
Auch die Schüler zeigten sich enttäuscht von den Politikern. „Man fühlt sich nicht ernst genommen. Es ist richtig traurig. Wir würden nicht freiwillig schwänzen, aber es geht um unsere Zukunft“, erklärte etwa Schülerin Franka in diesem Zusammenhang.

Fortsetzung folgt
Die Jugendlichen zeigten sich kämpferisch: „Ihr da oben ignoriert uns, aber wir werden solange weitermachen, bis ihr etwas ändert“, war in Varel zu hören.
Füpr den kommenden Freitag, 15. März, ist erneut zu einer großen, vernetzten Kundgebung aufgerufen. In vielen Städten wollen Schüler erneut in den Schulstreik treten, um auf ihre Sorgen und Forderungen aufmerksam zu machen. Allein in Deutschland soll es mehr als 150 Kundgebungen geben, etwa in Oldenburg, Bremerhaven, Leer, Hamburg und Hannover – und auch wieder in Varel. Weitere Infos unter fridaysforfuture.de

Alexander Westerman (in roter Jacke) unterstützte die Schüler in ihrem Protest. Er kritisierte, dass außer ihm niemand aus Kreistag und/oder Stadtrat zur Demo gekommen war.
Gelesen 869 mal Letzte Änderung am Freitag, 08 März 2019 17:16

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