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Mittwoch, 03 April 2019 17:02

Minister aus Japan besichtigt Batteriespeicher in Varel

geschrieben von Michael Tietz
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Der Niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann begrüßte Japans Vize-Wirtschaftsminister Hirofumi Takinami am Mittwoch beim Umspannwerk in Varel, hier informierten sie sich über den in japanisch-deutscher Kooperation entwickelten Batterie-Hybridspeicher, der im vergangenen Herbst in Betrieb genommen wurde (unten). Der Niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann begrüßte Japans Vize-Wirtschaftsminister Hirofumi Takinami am Mittwoch beim Umspannwerk in Varel, hier informierten sie sich über den in japanisch-deutscher Kooperation entwickelten Batterie-Hybridspeicher, der im vergangenen Herbst in Betrieb genommen wurde (unten). Fotos: Michael Tietz


Bernd Althusmann empfing seinen japanischen Amtskollegen in Varel. Japanische Behörde hatte 24 Mio. Euro in das Projekt eingebracht.

Varel.
Der japanische Vize-Minister für Wirtschaft und Handel Hirofumi Takinami war am Mittwochmorgen zu einem Kurzbesuch in Varel und informierte sich über den Hybrid-Batteriespeicher, der im vergangenen Herbst am Vareler Umspannwerk in Betrieb gegangen war. Das Speicherprojekt ist eine japanisch-deutsche Kooperation, die staatliche japanische Wirtschaftsförderung NEDO hatte rund 24 Millionen Euro in das Vorhaben eingebracht.
Sein niedersächsischer Amtskollege, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann hatte Takinami eingeladen, als er zwei Wochen zuvor mit einer Delegation in Japan und Südkorea unterwegs war. Dass es mit dem Gegenbesuch so schnell klappen würde, davon zeigte sich Althusmann am Mittwoch durchaus beeindruckt, als er die Delegation aus Japan in Varel begrüßte, zusammen mit dem EWE-Vorstandsvorsitzenden Stefan Dohler.

Am Dienstag hatte sich der japanische Vizeminister bereits den Wasserstoffzug angesehen, der in Niedersachsen – weltweit einmalig – im Regelbetrieb getestet wird. Und die nächste Innovation, diesmal mit japanischer Unterstützung realisiert, gab es dann also in Friesland zu sehen. Wobei, zu sehen gibt es im Grunde nicht viel am Batteriespeicher – im Prinzip handelt es sich um ein kleines Containerdorf, das es aber in sich hat. Die Ingenieure der am Projektkonsortium beteiligten Unternehmen bemühten sich, den Politikern anschaulich darzulegen, was in der Megabatterie geschieht – sie soll in größerem Umfang das Zwischenspeichern von elektrischem Strom ermöglichen, der aus regenerativen Energiequellen, etwa der Windkraft, vergleichsweise unregelmäßig geliefert wird.
„Es ist wie ein kleines Wunder, heute hier sein zu können“, erklärte Hirofumi Takinami, der dann aufmerksam den Ausführungen der Projektingenieure lauschte. Minister Bernd Althusmann betonte, dass Japan ein wichtiger Handelspartner insbesondere für Niedersachsen sei: Erst unlängst sei ein in seinen Augen viel zu wenig beachtetes Freihandelsabkommen zwischen Deutschland und Japan geschlossen worden, das die Möglichkeiten weiter verbessere. Die Landesregierung in Hannover prüfe derzeit, eine ständige Repräsentanz in Japan einzurichten, verriet Althusmann.
Die Riesenbatterie in Varel wird von der EWE-Tochtergesellschaft „be.storaged“ betrieben, am Projekt beteiligt sind ferner die japanischen Unternehmen Hitachi Chemical, Hitachi Power Solutions und NGK Insulators.

Zunächst gaben die Ingenieure, die auf Seiten der japanischen Unternehmen das Projekt begleiten, dem Vizeminister einen Überblick über Aufbau und Funktionsweise des Hybridspeichers. Foto: M. Tietz


Dr. Magnus Pielke, Geschäftsführer der be.storaged, erläuterte vor Ort noch einmal das Konzept des Hybridspeichers: Hybrid deshalb, weil erstmals zwei verschiedene Batterietypen kombiniert werden, die unterschiedliche Vorteile mitbringen: Da sind einerseits Lithium-Ionen-Batterien, die einen raschen Zu- und Abfluss der Energie erlauben, andererseits Natrium-Schwefel-Zellen, die vergleichsweise träge sind, aber über eine deutlich größere Kapazität verfügen.
Hintergrund für das Modellprojekt ist die Energiewende und der Ausbau von zunehmend dezentraler Stromerzeugung, vor allem aus Wind- und Solarenergie. Mit dem steigenden Anteil von grünem Strom werden Frequenzschwankungen im Stromnetz zunehmen. Die auch als „Energiewendespeicher“ bezeichnete Riesenbatterie in Varel soll Frequenzschwankungen im regionalen Stromnetz ausgleichen und so zur Netzstabilität beitragen. Bei Bedarf gibt sie mehr als 11,5 Megawatt Leistung ins Stromnetz ab oder nimmt sie auf. Die Speicherkapazität von mehr als 22,5 Megawattstunden würde ausreichen, um alle Haushalte der Stadt Varel fünf Stunden lang mit Strom zu versorgen.
Vor Ort ist dafür kaum Arbeit nötig: Eine vergleichsweise kompakte Schaltanlage kontrolliert als Ein- und Ausgangstor den Stromfluss ins und aus dem Netz. Die Überwachung und Steuerung der Anlage geschieht via Netztechnik von Oldenburg aus.

Die Minister aus Tokio und Hannover zeigten sich beeindruckt von der Technologie, Bernd Althusmann war schon bei der Inbetriebnahme der Anlage im vergangenen November dabei. Er bedankte sich bei Hirofumi Takinami für die Beteiligung Japans an dem Modellprojekt in Varel und gab dem Vizeminister noch Unterlagen „für ein mögliches weiteres Niedersachsen-Projekt“ mit auf den Weg.
Gelesen 709 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 04 April 2019 13:38

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