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Dienstag, 30 April 2019 15:27

Alte Kirche erhält einstigen Charakter zurück

geschrieben von Michael Tietz
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Sebastian Otto zeigt eines der etwa 60 x 65 Zentimeter großen Fensterelemente, die nun ausgebaut und in der Glaserwerkstatt in Münster restauriert werden. Sie bekommen unter anderem einen neuen Rahmen aus Messing statt Blei.  Sebastian Otto zeigt eines der etwa 60 x 65 Zentimeter großen Fensterelemente, die nun ausgebaut und in der Glaserwerkstatt in Münster restauriert werden. Sie bekommen unter anderem einen neuen Rahmen aus Messing statt Blei. Foto: Michael Tietz
Sanierung der Katholischen Kirche: Jetzt werden die Fenster restauriert – Zwischendecke soll im nächsten Jahr entfernt werden.

Varel.
Eine Baustelle ist derzeit die Alte Katholische Kirche an der Osterstraße: Am Gebäude stehen Gerüste, die hohen Kirchenfenster sind mit OSB-Platten zugeschraubt. Aber die kostbaren Prachtfenster sind nicht etwa zu Bruch gegangen: Sie wurden ausgebaut und werden in den kommenden Wochen in mühevoller Handarbeit restauriert und mit neuen Schutzglasscheiben versehen.
Vor fast einem Jahr war die Planung zur Sanierung der gut 130 Jahre alten Kirchenfenster vorgestellt worden, gleichzeitig hatte der vor vier Jahren gegründete Förderkreis zum Erhalt der Alten Kirche damit begonnen, Spenden für die aufwändige udn damit kostspielige Baumaßnahme zu sammeln. Mit Erfolg, wie nun der Förderkreisvorsitzende Ferdinand Baur vermelden konnte. Fast 160.000 Euro kostet allein die Restaurierung der insgesamt 13 Prachtfenster, die aus jeweils 19 Elementen bestehen. Diese Summe konnte der Förderkreis nun bereitstellen, zahlreiche kleinere und einige größere Spenden waren in den vergangenen zwölf Monaten bei dem Verein eingegangen, der sich einer behutsamen Sanierung der Alten Kirche einsetzt. Eine letzte größere Spende hatte am vergangenen Dienstag die Raiffeisen-Volksbank überbracht: Einen Scheck in Höhe von 2500 Euro über­gab Filialleiter Uwe Baumgart an Vereinsschatzmeisterin Kathrin Selimi (Foto unten, mit Ferdinand Baur (li.) und Architektin Christiane Salomon (re.).



Als sich abzeichnete, dass genügend Mittel zur Verfügung stehen würden, waren die Arbeiten Anfang des Jahres in Auftrag gegeben worden. Bereits vor den Osterferien haben Kunstglaser Marco Köhler und sein Kollege Sebastian Otto damit begonnen, die Prachtfenster der Kirche Element für Element zu demontieren. Sie arbeiten für die Glaserei Knack in Münster, die sich auf die Restaurierung historischer Bleifenster spezialisiert hat.
Stück für Stück lösen die Fachleute die Fenster aus dem Putz und bringen sie nach Münster, wo sie behutsam überarbeitet werden. Damit die vielen einzelnen Glasstücke der Elemente nicht aus dem Bleirahmen rutschen, werden diese nach Entnahme zunächt mit Folie verklebt. In der Werkstatt werden die Scheiben gereinigt, Risse versiegelt und kleinere Schäden beseitigt. Zudem müssen die teilweise stark gewölbten Elemente wieder „gerade gezogen“ werden, schließlich wird der bisherige Blei- durch einen neuen Messingrahmen ausgetauscht. „Das sorgt für eine höhere Stabilität der Elemente“, betont Glaser Marco Köhler. Nach Wiedereinbau in der Kirche wird von außen zudem eine neue Schutzglasscheibe vorgesetzt, die vor Witterungseinflüssen schützt.
Durch das Engagement des Fördervereins können die Sanierungsarbeiten unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten Zug um Zug fortgesetzt werden. Zunächst waren dringende Renovierungsarbeiten am Dach und an den Außenwänden in Angriff genommen worden, es folgte konnte die Außenrenovierung der neugotische Wandpfeilerkirche. Bis Ende 2020 soll dann auch das Innere saniert und umgestaltet, wie Ferdinand Baur erläutert. „Dazu muss auch die Zwischendecke wieder entfernt werden. Die Planung sieht darüber hinaus vor, bis zu fünf Gruppenräume zu schaffen, von denen drei barrierefrei ausgelegt werden. Neben einzelnen Seminaren und Weiterbildungsveranstaltungen können dann durch die Verbindung von Seminarräumen zu einem großen Veranstaltungsraum barrierefrei auch größere öffentliche Veranstaltungen angeboten werden, die dem Charakter einer Kunst- und Kulturkirche entsprechen“, erläutert Baur. Die Alte Kirche wieder zur Pfarrkirche und damit zum Ort für Gottesdienste zu machen, ist nicht vorgesehen. Dennoch soll das Bauwerk aus dem Jahr 1858 gleichermaßen als Baudenkmal wahrgenommen und als Ort der Begegnung verstanden werden. „Es soll ein offenes Haus werden, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne“, so Ferdinand Baur. Für die Entfernung der Ende der 1960er Jahre eingezogenen Zwischendecke, die den einstigen Sakralraum und damit auch die Wirkung der hohen Prachtfenster durchtrennt, wird mit Kosten von rund 60.000 Euro gerechnet. Die möchte der Förderkreis nun noch einwerben, damit Anfang 2020 mit dem Umbau des Innenraums begonnen werden kann. Die sanierten Fenster werden dann längst wieder eingebaut sein.
Wenn der Umbau und die weitgehende Wiederherstellung des einstigen Zustandes abgeschlossen sein wird, dürften in Summe rund 1,35 Millionen Euro für die Pflege der Alten Kirche aufgewendet worden sein.

So bittet der Förderverein zum Erhalt der Alten Kirche herzlich weiterhin um Spenden zur Sanierung und Renovierung der Kirchenfenster. Diese können auf das Konto des Fördervereins bei der Raiffeisenbank Varel, IBAN: DE 75 2826 2673 0103 2933 00 überwiesen werden.
>> Weitere Informationen, darunter auch eine ausführliche Chronik zur Geschichte von Kirche und Gemeinde sind zu finden unter: www.sankt-bonifatius-varel.de

So soll es nach Abschluss der Innensanierung in der Alten Kirche wieder aussehen: Von der jetzigen Zwischendecke belibt nur einer Galerie erhalten, in der Apsis soll eine Art Bühne entstehen. Grafik: Architekturbüro Boner

Die Alte Katholische Kirche an der Osterstraße
ist ein imposantes und ohne Zweifel stadtbildprägendes Gebäude, die sogenannte „Alte Kirche“ in der Osterstraße. Sie ist Eigentum der katholischen Kirchengemeinde Varel, zu der auch Bockhorn, Zetel und Jaderberg gehören mit in Summe rund 4.000 Gemeindemitgliedern.
Die Einweihung der Kirche erfolgte im Jahr 1858. Mitte der 1960er Jahre wurden Pläne für einen Neubau aufgenommen, da die Alte Kirche für die wachsende Gemeinde nach dem Zweiten Weltkrieg zu klein geworden war. Nach Fertigstellung der neuen St.-Bonifatius Kirche an der Bundesstraße wurde die „Alte Kirche“ im Jahr 1967 profaniert und entwidmet, es finden also keine Messen mehr statt, das Gebäude wird fortan als Pfarr- und Jugendheim genutzt. Im Zuge des Neubaus nebenan war sogar ein Abriss der Alten Kirche erwogen worden, das scheiterte aber am Widerstand in der Gemeinde.
Gelesen 647 mal Letzte Änderung am Dienstag, 30 April 2019 16:22

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