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Freitag, 21 Juni 2019 12:16

Umweltbewusstsein durch Aufklärung wecken

geschrieben von Anke Kück
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Vorgärten können farbenprächtig, insektenfreundlich und auch pflegeleicht sein. Die Naturschutzverbände geben gerne Ratschläge für die Gestaltung. Vorgärten können farbenprächtig, insektenfreundlich und auch pflegeleicht sein. Die Naturschutzverbände geben gerne Ratschläge für die Gestaltung. Foto: Anke Kück
Mehr Natur in Varels Vorgärten – BUND gegen Steinwüsten in Baugebieten

Varel.
Brauchen wir in Varel zusätzliche Regelungen, wie die Bürger ihre Gärten anlegen dürfen? Der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) meint „Ja“ und möchte in den künftigen Bebauungsplänen Vorgaben bezüglich der Pflanzung heimischer Pflanzen und den Verzicht auf „Schottergärten“, sprich das Verbot von Kies- Schotter- oder Steinschüttungen sowie die Einfriedung mit Gabionen, machen.
Olaf Freitag von der Verwaltung wies auf eine Regelung hin, die schon heute in der Niedersächsischen Bauordnung nachzulesen ist: „Die nicht überbauten Flächen müssen Grünflächen sein, soweit sie nicht für andere zulässige Nutzung erforderlich sind (§ 9, Abs. 2).“
Leider werde das nicht immer so gelebt, aber die Verwaltung sehe sich auch außerstande hier zu kontrollieren: „Eine ernsthafte Kontrolle wäre mit einem extremen Aufwand verbunden“, so Freitag.

Antrag vertagt
Und das wollte letztlich auch keiner der im Ausschuss Vertretenen: Das Ergebnis einer ausgiebigen Diskussion vorweg: Der Antrag wurde zunächst vertagt. In einem waren sich aber offensichtlich alle einig: Weder die Naturschutzverbände noch die Politik wollen Bürger kontrollieren. Alle setzen auf mehr Aufklärung, Einsicht und Verständnis.
Hergen Eilers (CDU): „Es ist viel effektiver Bürger zu informieren und den Bauunterlagen Broschüren mit Hinweisen zur Gestaltung beizufügen.“ Dem pflichtete Cordula Breitenfeld bei. Sigrid Busch (Grüne) wünschte sich eindeutige Hinweise in den Baugenehmigungen auf die Vorschriften die schon heute in der Bauordnung geregelt sind und Cornelia Papen merkte an: „Verbote bringen uns nicht weiter und besonders ältere Bürger benötigen vielleicht auch Unterstützung und Rat bei der Pflege der Gärten.“

Für den Ausschussvorsitzenden Sascha Biebricher (SPD) war klar, dass es hier eine doppelte Regelung gebe und Bürgermeister Wagner machte deutlich: „Wir wollen keine Regelungswut und mit Kanonen auf Spatzen schießen. Wir sollten auf den gesunden Menschenverstand bauen und unsere Bürger zu einem umweltbewussten Umgang mit den Vorgärten führen.“
Hartmut Müller-Mangels vom BUND war unter den Zuhörern und machte deutlich: „Die Menschen sollten mehr an die Natur denken. Wir möchten informieren und einen umweltbewussteren Umgang mit der Natur erreichen.“
Bürgermeister Wagner machte deutlich, was offenbar viele Ausschussvertreter ebenso dachten: „Wir möchten den Antrag des BUND ungern ablehnen. Lassen Sie uns diesen zurückstellen und gemeinsam eine Formulierung finden, die alle akzeptieren können.“

Auszüge aus dem Antrag des BUND-Friesland, der an alle Städte und Kommunen im Landkreis gerichtet ist:
Zunehmend halten Steingärten Einzug in die Gärten von Baugebieten, selbst auf dem Land werden die Vorgärten von Wohn- und Gewerbegebieten mit Steinen, Schotter oder Kies zugeschüttet, teilweise auch auf Folien, was wie eine Vollversiegelung wirkt. Als Gartenzäune fungieren zunehmend so genannte Gabionen. Die ökologischen Folgen dieser tristen grauen Gartenmode sind gravierend. In diesen Gärten wächst nichts mehr kein Tier findet Unterschlupf, Humusreicher Gartenboden wird durch dicke Steinschichten abgedeckt. Im Sommer heizen sich die Flächen schnell auf, im Winter ist die Auskühlung stärker. Die Steinwiesen schaden der biologischen Vielfalt und fördern das Insekten- und Vogelsterben weil die Tiere dort keine Nahrung finden können.
Schottergärten verunstalten das Landschaftsbild weil sie nicht der Baukultur im Nord-Westen entsprechen. Sie verursachen unnötigen Ressourcenverbrauch und schaden dem Klima durch überflüssige Transporte, denn das Steinmaterial stammt oft aus China oder Indien. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Material durch Kinderarbeit hergestellt wurde. Um die umweltschädlichen Auswirkungen dieser Mode-Erscheinung zu verhindern muss bereits auf der Ebene der Bauleitplanung dafür gesorgt werden, dass in neuausgewiesenen Baugebieten solche Steinwüsten nicht errichtet werden dürfen. Das betrifft sowohl Wohngebiete wie auch Gewerbegebiete. Die Stadt sollte mit einer Vorbildfunktion vorangehen und keine Stein- und Schotterflächen auf öffentlichen Flächen anlegen beziehungsweise zulassen. Parallel sollte eine Aufklärung über die negativen Auswirkung von Schotterflächen erfolgen. Bei der Ausarbeitung entsprechender Broschüren ist der BUND Friesland gerne behilflich.
Informationen gibt es zum Beispiel auf den Seiten www.bund-naturschutz.de oder www.nabu.de
Gelesen 237 mal Letzte Änderung am Freitag, 21 Juni 2019 12:21

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