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Montag, 08 Juli 2019 13:44

Feuer im Marienstift: Polizei geht von Brandstiftung aus

geschrieben von Anke Kück
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Das St. Marien-Stift ist nach einem Brand am Freitagabend derzeit von der Polizei beschlagnahmt. Das St. Marien-Stift ist nach einem Brand am Freitagabend derzeit von der Polizei beschlagnahmt.
Varel. Nach dem Brand in Kellerräumen des St. Johannes-Hospitals am vergangenen Freitagabend informierten Vertreter des Krankenhauses und der im selben Gebäude ansässigen Pflegeeinrichtung "St.-Marien-Stift" am Montagvormittag über den Stand der Dinge. Dabei stand insbesondere das Wohl der Patienten und Bewohner im Fokus: „Es ist uns binnen kürzester Zeit gelungen, für alle 48 Bewohner neue Heimplätze zu finden, dafür sind wir außerordentlich dankbar“, sagte die Heimleitung des St.-Marien-Stiftes Eva-Maria Stenzel beim Pressegespräch. Sie sind in etwa zehn Heimen der Region – von Rastede bis nach Hooksiel – untergebracht. Weitere Auskünfte dazu bekommen Angehörige über die Zentrale des St. Johannes-Hospitals in Varel.
Auch der Leiter der Geriatrie, Peter Plettenberg, ist dankbar: „Unsere 14 Patienten konnten alle auf den Stationen 7 und 8 im Vareler Krankenhaus untergebracht werden. Hier geht die Versorgung weiter.“

Am Freitagabend gegen 19.40 Uhr war gemeldet worden, dass in den Kellerräumen des St.-Marien-Stiftes ein Brand ausgebrochen sei und Evakuierungsmaßnahmen begonnen hätten. Eine Mitarbeiterin hatte kurz zuvor Rauchgeruch wahrgenommen und praktisch zeitgleich war die Brandmeldeanlage aktiv geworden.
Binnen kurzer Zeit waren etwa 80 Feuerwehrleute der drei Vareler Wehren im Einsatz. Auch Bürgermeister Gerd-Christan Wagner war noch am Abend vor Ort: „Alle Einsatzkräfte und das Personal haben hoch professionell und mit viel Ruhe agiert. Herzlichen Dank dafür! Dieses Ereignis zeigt erneut wie wichtig unsere Feuerwehr ist.“ Nachdem der Brand rasch gelöscht war, musste der Keller entraucht und verhindert werden, dass weiterer Rauch durch den Tunnel zwischen St.-Marien-Stift und St.-Johannes-Hospital ins Krankenhaus übergreift. Ein Problem waren zudem die Lüftungsrohre, durch die Rauch in die Zimmer im ersten und zweiten Obergeschoss eindrang. Daher wurde entschieden, das komplette Wohn- und Pflegezentrum zu räumen.
Das St-Johannes-Hospital wurde glücklicherweise, ebenso wie die nahen Arzt- und Therapiepraxen, nicht in Mitleidenschaft gezogen “, sagt der Geschäftsführer der Friesland-Kliniken, Frank Germeroth.
Peter Plettenberg dankte den Helfern: „Dreiviertel der Belegschaft war am Abend vor Ort und hat fachkundig geholfen, die Menschen in Sicherheit zu bringen. Dafür meine große Hochachtung.“ Insgesamt wurden vier Mitarbeiter der Einrichtung durch Rauchgasvergiftungen leicht verletzt, alle konnten das Krankenhaus inzwischen glücklicherweise wieder verlassen. Sämtliche Patienten und Bewohner konnten schließlich ohne gesundheitliche Schäden aus dem Haus gebracht werden.

Eva-Maria Stenzel betonte: „Die Evakuierung ist mit sehr viel Achtsamkeit und Umsicht erfolgt, Besonders der Umgang der Einsatzkräfte mit den Bewohnern hat mich sehr beeindruckt.“ Die Senioren wurden zunächst in der nahen Fahrzeughalle des Rettungsdienstes Friesland untergebracht und binnen kurzer Zeit auf die Pflegeheime verteilt. „Wir stehen in engem Kontakt miteinander und unsere insgesamt 40 Mitarbeiter werden die Evakuierten teils vor Ort auch aufsuchen um sie zu beruhigen.“ Ein Problem sei, dass viele persönliche Gegenstände noch nicht wieder zugänglich sind, die Versorgung mit Medikamenten und wichtige Informationen seien aber sichergestellt: „Glücklicherweise konnten unsere Bewohner ihre persönlichen Krankenakten noch mitnehmen“, ergänzt Stenzel.

Der Geschäftsführer der Friesland-Kliniken, Frank Germeroth erläuterte Einzelheiten: „Es ist eine Matratze in Brand geraten und so zu erheblicher Rauchentwicklung gekommen. Dabei wurden auch die Versorgungsleitungen in Mitleidenschaft gezogen.“ Germeroth hatte im Nord-West-Krankenhaus Sanderbusch im Januar 2018 schon einmal einen Brand miterleben müssen. Damals wie heute gilt: „Wir wollen die Betriebsinfrastruktur so schnell als möglich wieder herstellen, aber natürlich hat die Sicherheit dabei höchste Priorität.“

Aktuell sind die Räume noch durch die Polizei beschlagnahmt. Am Montagnachmittag teilte die Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland mit, dass die Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes nach Inaugenscheinnahme des Brandortes von vorsätzlicher Brandstiftung ausgehen. Die Ermittlungen laufen weiter, die Polizei setzt dabei auch auf Zeugenhinweise: Wer sachdienliche Hinweise zu dem Vorfall geben kann, ist aufgefordert, sich mit der Polizei in Wilhelmshaven unter Tel. 04421/942-0 in Verbindung zu setzen.

Sobald die Räume freigegeben werden, werden Schadstoffmessungen durchgeführt, damit eine Gefährdung von Patienten und Mitarbeitern ausgeschlossen werden kann.
Zumindest im Untergeschoss des Hauses werden wohl erhebliche Sanierungsmaßnahmen erforderlich sein – erst vor Kurzem waren alle Räume komplett renoviert worden. Die Geriatrie sei optisch nicht in Mitleidenschaft gezogen, ebenso wenig wie die Zimmer im Marienstift, berichtete Peter Plettenberg. Großes Problem seien allerdings sind die Schäden durch die Rauchentwicklung und die Rußpartikel-Anhaftungen und so ist heute noch nicht klar, wann die Räume wieder nutzbar sind. Der geplante Tag der offenen Tür zum 5-jährigen Bestehen der Geriatrie, der im September stattfinden sollte, ist auf jeden Fall abgesagt.
Gelesen 599 mal Letzte Änderung am Montag, 08 Juli 2019 20:37

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