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Freitag, 12 Juli 2019 12:02

„Waldstadion muss der Stadt erhalten bleiben“

geschrieben von Michael Tietz
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Erhalten oder Aufgeben: Das traditionsreiche Waldstadion ist Gegenstand einer Diskussion über die Zukunft der Sportstätten in Varel. Erhalten oder Aufgeben: Das traditionsreiche Waldstadion ist Gegenstand einer Diskussion über die Zukunft der Sportstätten in Varel. Foto: Michael Tietz
Viel Kritik an möglichem Verkauf der Flächen an der Windallee – Frage nach Alternativen für Schulen

Varel.
Das eine tun und das andere nicht lassen, oder besser: nicht aufgeben. So lässt sich ein Teil der Kritik zusammenfassen, die in den vergangenen Wochen an den Plänen für einen neuen Sport- und Bürgerpark geäußert wurde.
Denn in der Regel richtet sich Widerstand nicht gegen eine neue, zeitgemäße Sportanlage, sondern – etwa im Fall von Teilen der Ratsgruppe G6 – nur gegen den Bau eines Kunstrasenplatzes. Vor allem aber gegen die im Raume stehende Option, zur Finanzierung eines Sportparks in Langendamm die Flächen um Waldstadion und Schlackeplatz an der Windallee für die Sport- und Freizeitnutzung aufzugeben und womöglich für eine Wohnbebauung zu veräußern. Das Waldstadion stünde dann auch nicht mehr für den Schulsport zur Verfügung, was von Schul- und Elternvertretern kritisch gesehen wird. Das war Ende Juni in einer Sitzung des Schulausschusses deutlich geworden.
Tatsächlich aber gilt es für den Stadtrat zu entscheiden, wie man eine Millionenlücke bei der Finanzierung eines neuen Sportparks zu schließen gedenkt. In einer Größenordnung von bis zu sieben Millionen Euro wird bislang geplant, vier Millionen vom Bund stehen in Aussicht – ergo muss die Stadt etwa drei Millionen selbst beibringen. Realisiert und abgerechnet sein muss das Vorhaben laut Förderbedingungen bis Silvester 2023. Vier Jahre Zeit also, das Vorhaben umzusetzen und im städtischen Haushalt einzuplanen. Blickt man auf die vergangenen Jahre, scheint Spielraum für Investitionen gegeben: Im Ergebnishaushalt standen zuletzt Rekordüberschüsse zu Buche, Investitionen im Zuge des Sportstättenentwicklungskonzepts sind bereits eingeplant. Und doch, so war es eben im besagten Konzept bereits skizziert, gehen mit dem Neubau die Überlegungen einher, das Areal Windallee zu vermarkten. Das sei nur „eine Idee“, eine mögliche Option, betont der Bürgermeister gebetsmühlenartig, kein Sachzwang – beschlossen ist noch nichts. Doch Aussagen zur Finanzierung sollen Bestandteil des Förderantrages sein, der bekanntlich bis zum Herbst auf dem Weg sein muss.

Nun mehren sich also die Stimmen, die den Erhalt der traditionsreichen Sportstätte in idyllischer Lage zwischen Stadtrand und Waldrand fordern.
Die FDP Varel blickt dabei nicht zuletzt auf die Möglichkeiten für den Schulsport. „Der Sport in den Vereinen ist freiwillig, ein angemessener Schulsport ist aber eine verpflichtende schulpolitische Aufgabe. Immer wieder hören wir von Sorgen der Eltern wegen der Planungen zum Waldstadion“, so der FDP-Vorsitzende Michael Voss. Veränderungen – Stichwort Sportpark-Neubau – müssten möglich sein. Gleichzeitig sei aber dafür zu sorgen, dass Sportlehrer ihre Verpflichtungen erfüllen können. „Die Schulen und der Sport haben in Varel immer schon Priorität. Gut wäre, wenn es dazu möglichst bald für die betroffenen Grundschulen beruhigende Informationen gibt“, so FDP-Ratsmitglied Jost Etzold.

Eine mögliche Schließung des Waldstadions scharf kritisiert hat Sigrid Busch von den Grünen: „Wer das Waldstadion aufgeben will, besitzt keine Fantasie, keinen Mut und keinen nachhaltigen Gestaltungswillen“, so die Sprecherin der Gruppe G6 unter Bezugnahme auf die Bebauungsskizze, die Bestandteil des Sportstättenentwicklungskonzeptes war. Würde das Stadion vermarktet, käme es nicht nur zu einer weiteren Versiegelung bisheriger zentrumsnaher Grünflächen – Vereine, Schüler und Bürger würden obendrein ihre sportliche Heimat verlieren.
Sigrid Busch erklärte, die in der Planung wiederholt dargestellte Alternativlosigkeit sei nicht nachvollziehbar: „Was hindert uns daran, die Gesamtplanung noch einmal zu überdenken und sowohl das traditionsreiche Waldstadion zu sanieren als auch die Sportanlage Langendamm mit den zugesagten Fördermitteln auszubauen, in einer für die Rugby- und Fußballspieler bedarfsgerechten Form“.

Die Fraktion Zukunft Varel teilte mit, dass man für den Bau einer Sportanlage mit Kunstrasenplatz in Langendamm sei, den Verkauf des Waldstadions aber ablehne. Lange schon stehe die Forderung der Fußballvereine nach einem Kunstrasenplatz im Raum, nun sei dank der in Aussicht gestellten Millionenförderung eine Realisierung möglich. „Wir bedauern es aber, dass die Standortwahl mit Langendamm praktisch ohne Prüfung einer Alternative erfolgte“, erklärte der Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Funke. „Das Waldstadion muss für die Stadt erhalten bleiben. Ein Verkauf zur Finanzierung eines Sport- und Bürgerparks ist nicht zwingend notwendig. Das Waldstadion ist ein Stück Geschichte unserer Stadt. Wir würden mit dem Verkauf etwas von der Vareler Identität zerstören“, so ZV-Ratsmitglied Alfred Müller. Und Axel Neugebauer ergänzt in einer Mitteilung der Fraktion: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum der TuS Varel, der Rugby-Verein, der VTB und die Schulen ihre Sportstätte im Stadtgebiet verlieren sollen. Es muss eine Alternativplanung auf den Tisch, die Erhalt und Sanierung des Waldstadions berücksichtigt. Die zusätzlichen Mittel sollten durch von der Stadt beplante und mit Gewinn verkaufte Baugebiete erwirtschaftet werden.“

Ob am Ende die Aufgabe des Waldstadions mitsamt Schlackeplatz, der Verkauf nur eines Teils der Gesamtfläche oder eine Finanzierung im Haushalt ohne Gegenerlös steht: Betont worden ist wiederholt, dass eine „bruchfreie“ Nutzung der Sportanlagen in jedem Fall gewährleistet werde: Sollte also das Waldstadion dereinst entfallen, geschehe das erst, wenn für alle Nutzer, insbesondere die Schulen, standortnahe Alternativen gefunden seien.

Bürgerpark Windallee: Förderkreis schlägt Alternative vor
In der Diskussion um den Bau eines Sport- und Bürgerparks in Langendamm bringt der jüngst gegründete „Förderkreis Bürgerpark Waldstadion“ einen Alternativvorschlag ins Spiel.
Die Gruppe aus Vareler Bürgern, darunter Sportvereinsmitglieder, schlägt in einer Mitteilung im Nachgang zur jüngsten Planungsausschusssitzung vor, den bisherigen Sportplatz Langendamm zu einem wettkampftauglichen Turnierplatz für den Rasensport zu sanieren und die Sportstätte Windallee in einen Bewegungs- und Bürgerpark umzugestalten. Nach Auffassung des Förderkreises würde man so das bisherige dezentrale Sportstättenkonzept fortschreiben und gleichzeitig über einen wettkampftauglichen Sportplatz verfügen. Nach vorsichtigen Schätzungen wären die vier Millionen Euro Fördergeld vom Bund plus einer Eigenbeteiligung von zehn Prozent der Stadt Varel ausreichend, zumal die benötigten Flächen bereits im Besitz der Stadt Varel sind.
Begündet wird dieser alternative Vorschlag mit der besonderen Lage der Sportstätte an der Windallee: die unmittelbare Nähe zum Stadtwald, die gute Erreichbarkeit für die innerstädtischen Schulen und der besondere Erholungswert als Bürgerpark in zentraler Lage der Stadt. Dieser Park könne, so der Förderkreis, sowohl ein Trainings- und Bewegungsort als auch ein Stadtpark im klassischen Sinne sein, in dem Begegnung und Erholung möglich sind. „In einer Stadt wie Varel, deren industrielle Gewerbebetriebe immer mehr expandieren, bekommen solche Erholungsorte in der Stadt immer größere Bedeutung“, unterstreicht Jörg Spanjer, Mitglied des Förderkreises. Angesichts der baulichen Nachverdichtung hätte ein Bürgerpark gerade in seiner zentralen Stadtlage die Funktion einer innerstädtischen Kompensationsfläche.


Entwurf/Grafik: Norbert Ahlers

Kieran Morley, der diesen Vorschlag mit entwickelt hat, betont als beratendes Mitglied im Sportausschuss und Sprecher der Stadtelternschaft, dass ein solcher Bürgerpark auch und gerade für Jugendliche mit Migrationsgeschichte ein Ort der Begegnung und Integration sein könne, somit eine ideale Ergänzung zum Weberei-Gelände. „Varel braucht mehr solche Plätze – und das Waldstadion mit den angrenzenden Grünflächen wäre ideal“, so Morley. In der Ausschusssitzung vom 9. Juli habe man sich allerdings seitens der Stadtverwaltung ausgesprochen reserviert gezeigt gegenüber alternativen Vorschlägen.
Gelesen 522 mal Letzte Änderung am Freitag, 12 Juli 2019 12:29

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