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Mittwoch, 16 Oktober 2019 09:56

„Gesicht und Vorkämpferin der Hospizbewegung“

geschrieben von Michael Tietz
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In Begleitung ihres Ehemanns Dieter bekam Anke Kück von Landrat Sven Ambrosy zu Medaille und Urkunde auch eine Ehrennadel des Landes Niedersachsen angesteckt. In Begleitung ihres Ehemanns Dieter bekam Anke Kück von Landrat Sven Ambrosy zu Medaille und Urkunde auch eine Ehrennadel des Landes Niedersachsen angesteckt. Foto: Michael Tietz
Anke Kück wurde mit der Landesmedaille für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.

Varel.
Für ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz bei der Vareler Hospizbewegung und insbesondere für die jahrelangen Bemühungen zur Einrichtung eines stationären Hospizes in der Stadt hat Frieslands Landrat Sven Ambrosy am Dienstag die „Medaille des Landes Niedersachsen für vorbildliche Verdienste um den Nächsten“ an Anke Kück überreicht.
Die Auszeichnung fand dabei ausnahmsweise, wie Ambrosy betonte, nicht im Schloss zu Jever statt, sondern im Haus der Hospiz- und Palliativarbeit „Am Jadebusen“ in Varel. Das war gut ein Jahr zuvor eröffnet worden und sei, so der Landrat, „untrennbar mit Anke Kück verbunden.“

Er freue sich, dass sich Stephan Weil nach der Anregung aus Varel für die Vergabe der Medaille an Anke Kück entschieden habe, erklärte Ambrosy. Es sei ihm eine Ehre, die Verleihung im Auftrag des Ministerpräsidenten vornehmen zu dürfen. „Ohne Frage erwischt es hier heute die Richtige.“ Anke Kück habe sich einem Thema verschrieben, „das jeden von uns betrifft und elementar ist, aber in der Vergangenheit leider in der öffentlichen Wahrnehmung ein Schattendasein führte: Die Begleitung und Unterstützung von Menschen, die sich in der Endphase des Lebens befinden und sich ihres nahenden Todes gewiss sind“, erklärte der Laudator mit Blick auf die Arbeit der Hospizbewegung Varel.
Ambrosy skizzierte die Entwicklung der Hospiz- und Palliativarbeit in Varel in den vergangenen 19 Jahren: Im Jahr 2000 sei aus der Vareler Ärzteschaft der Impuls gegeben, im Sommer 2001 der Verein Hospizgesellschaft Varel gegründet worden. Seit 2010 ist Anke Kück dort im Vorstand aktiv, im Jahr 2012 wurde sie zur Vorsitzenden des Vereins gewählt. „Sie hat diese Funktionen von Anfang an mit tiefster Überzeugung ausgeübt und verfolgt in ihrem Tun alle positiven Ansätze, die der Hospizgedanke in sich trägt“, so Sven Ambrosy. Ein besonderer Höhepunkt im über Jahre anhaltenden Einsatz sei ohne Frage die Gründung des Hauses, eben des stationären Hospizes auf dem Gelände der einstigen Vareler Kaserne. Durch eine großzügige Spende war im Jahr 2012 dafür der Anstoß gegeben worden. „Und seither hat Anke Kück die Verwirklichung dieses Projektes mit allem Nachdruck vorangetrieben.“
Natürlich sei die Geehrte dabei nicht allein gewesen, betonte der Landrat, vielmehr habe es eine Vielzahl engagierter Helfer und Unterstützer gegeben. „Es braucht ein starkes Team, aber eben auch jemanden, der antreibt und auch beim Durchschreiten eines Tals vorne bleibt“, sagte Ambrosy, denn es habe auf dem langen Weg bis zur Realisierung durchaus Rückschläge gegeben. Wiederholt sei man mit Zweifel konfrontiert gewesen, „die Gründung eines Hospizes ist nicht ganz ohne“, betonte der Landrat. Doch es sei in diesem Fall gelungen, eine ganze Region für das Vorhaben zu gewinnen: „Das ist eine wahre Volksbewegung geworden“, bilanzierte Sven Ambrosy und wies etwa auf die erfolgreichen Hospiztage in der Innenstadt und die Klinker-Aktion hin, beides maßgeblich initiiert von Anke Kück: „Eintausendvierhundert gravierte Bausteine an der Außenwand des Gebäudes sind das Sinnbild der vielen Unterstützer.“

Peter Plettenberg, Chefarzt Geriatriezentrum der Friesland-Kliniken, Anke Kück und Landrat Sven Ambrosy.

Das Haus sei ohne Frage gelungen und ein Gewinn, über die Landkreisgrenze hinaus: „Es wurde vom ersten Tag an dankbar und mit großer Nachfrage von der Bevölkerung angenommen und genießt einen hervorragenden Ruf.“ Ambrosy dankte schließlich allen, die sich in der Hospizbewegung engagieren und in der Einrichtung haupt- und ehrenamtlich tätig sind und brachte auch names des Kreistages „größten Respekt“ zum Ausdruck. Anke Kück könne „als „Gesicht und Vorkämpferin“ der Hospizbewegung in Varel gemeinsam mit Ihren Wegbegleitern stolz auf das Erreichte sein.
Auch Bürgermeister Gerd-Christian Wagner zollte Anke Kück Respekt: „Es gibt offenbar Menschen, für die der Tag 28 oder 32 Stunden hat und die sich in diesen zusätzlichen Stunden für andere einsetzen.“ Eine solche Verleihung an eine einzelne Person sei stets eine Gratwanderung, „weil ohne Frage mehr als eine Person zum Gelingen des Vorhabens beitragen.“ Aus eigener Anschauung aber könne er hier mit Gewissheit sagen, „dass wir heute die richtige Person auszeichnen“.

"Hast dich nie entmutigen lassen"
Wagner skizzierte den Weg von der Idee bis zum Baubeginn für das Haus am Jadebusen: „ich bin froh und stolz, dass wir es geschafft haben, mit verschiedenen Organisationen dieses Projekt zum Ziel und zum Erfolg zu bringen.“ Auch Wagner selbst hatte sich für das Hospiz stets stark gemacht, erinnerte an „manche Besprechung in Hannover“, aus denen man auch mal ernüchtert hinausgegangen sei. „Aber du hast dich nie entmutigen lassen und stets weitergekämpft“, sagte Wagner an die Adresse von Anke Kück. Das Ergebnis sei nun zu sehen: 2,5 Millionen Euro sind in den Bau der Einrichtung geflossen, getragen wird das Haus von einer Gesellschaft, an der die Hospizgesellschaft, die Stadt Varel und die Mission Lebenshaus beteiligt sind.


Gerd-Christian Wagner verriet den geladenen Gästen auch, dass Anke Kück sich schon seit ihrer Jugend ehrenamtlich für andere eingesetzt habe: Als Klassen- und Schulsprecherin, später im Betriebsrat, im Vorstand des BUND, bei der Agenda-Bewegung, im Schul- und im Stadtelternrat. Er dankte ihr für ihr enormes Durchhaltevermögen: „Dieses Vorhaben kann als Blaupause dienen für viele weitere Projekte“, so Wagner, „und es braucht unbedingt mehr solcher Menschen, die sich als Motor hinter eine Idee stellen.“
Achim Jürgens, Ehrenvorsitzender der Hospizbewegung, erklärte bei Übergabe eines Blumenstraußes an Anke Kück: „Dieses Hospiz hat viele Stärken, und eine davon bist zweifellos du.“

Die Geehrte selbst nutzte die Gelegenheit in erster Linie, um sich bei Mitstreitern zu bedanken. Nicht zuletzt bei Landrat Ambrosy und Bürgermeister Wagner, die das Projekt stets gefördert und vor allem immer zum Weitermachen ermuntert hätten. Ein besonderer Dank gelte ferner den Mitgliedern des Vereinsvorstandes: „Trotz aller Diskussionen unter ganz verschiedenen Charakteren ist es uns gelungen, nach außen immer mit einer Stimme im Dienste der Sache zu sprechen.“ Auch ihrer Familie dankte Anke Kück ausdrücklich, sie habe hohen Anteil daran, „dass ich die Möglichkeit hatte, hier etwas zu bewegen.“ Der Abschied von ihrem verstorbenen Vater sei ein besonderer Moment gewesen und „wohl einer der Gründe, weshalb ich hier gelandet bin“, verriet sie.
Sie habe im Grunde nur gute Erfahrungen bei der ehrenamtlichen Tätigkeit gemacht: „Es gibt so viele hilfsbereite Menschen. Ich kann nur empfehlen, sich nach Kräften für eine Sache einzusetzen, die einem am Herzen liegt. Das lohnt sich“, bilanzierte Anke Kück. Mit Medaillen oder Urkunden habe das freilich nichts zu tun: „Es macht glücklich.“
Gelesen 721 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 16 Oktober 2019 10:21

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