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Freitag, 24 Januar 2020 12:03

ThyssenKrupp: Politik formuliert „klare Erwartung“

geschrieben von Michael Tietz
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Martina Bruse (Mitte) und Mirco Menzel (re.) als Bevollmächtigte der IG Metall Wilhelmshaven hatten unter anderem die Betriebsratsvorsitzenden Ricklef Bollwerk (ThyssenKrupp Aerospace Varel, 4. v. re.) und Jürgen Bruns (Premium Aerotec, 3. v. re.) sowie Vertreter von Stadt und Landkreis, Bundes- und Landespolitik zum Gespräch geladen.   Martina Bruse (Mitte) und Mirco Menzel (re.) als Bevollmächtigte der IG Metall Wilhelmshaven hatten unter anderem die Betriebsratsvorsitzenden Ricklef Bollwerk (ThyssenKrupp Aerospace Varel, 4. v. re.) und Jürgen Bruns (Premium Aerotec, 3. v. re.) sowie Vertreter von Stadt und Landkreis, Bundes- und Landespolitik zum Gespräch geladen. Foto: M. Tietz
Kampf um Arbeitsplätze im Aeropark: Erstes Gespräch mit Gewerkschaft und Betriebsrat bringt keine Ergebnisse

Varel.
Mit allzu großen Erwartungen womöglich an konkrete Zusagen der Unternehmen war wohl keiner der Beteiligten am Dienstag in das Gespräch gegangen – und dennoch herrschten Frust und Enttäuschung nach dem ersten „Krisengipfel“ zur angekündigten Schließung des Standorts von ThyssenKrupp Aerospace im Vareler Aeropark (wir berichteten). Eingeladen hatten dazu die IG Metall-Bevollmächtigen Martina Bruse und Mirco Menzel, am Tisch saßen die Betriebsratsvorsitzenden Ricklef Bollwerk (ThyssenKrupp Aerospace Varel) und Jürgen Bruns (Premium Aerotec), Vertreter beider Unternehmen und Politiker aus Stadt, Landkreis, Landesregierung und Bundestag.
Einzige Erkenntnis: Die Zukunft der insgesamt fast 230 Beschäftigten am Aeropark-Standort von ThyssenKrupp, darunter etwa 30 Leiharbeiter, ist weiterhin völlig offen. „Wir nehmen zunächst ein großes Fragezeichen mit“, erklärte Martina Bruse als 1. Bevollmächtigte der IG Metall Wilhelmshaven. Dass die Unternehmensentscheidung getroffen worden sei, ohne dass eine Perspektive für die Beschäftigten geboten werde, sei „ein Skandal“. Die Begründung, der Standort sei wegen des Entfalls der A380-Arbeitspakete nicht zu halten, bezeichnete nicht nur Bruse als „vorgeschoben“. Es gelte nun, die Gemengelage zu sortieren, im März sollen weitere Gespräche folgen. Dann wolle sich auch Premium Aerotec zu der Frage positionieren, ob und wie beim Auftragnehmer ThyssenKrupp entfallende Arbeitsplätze erhalten werden können.

Bürgermeister Gerd-Christian Wagner bezeichete es nach dem Gespräch als „sehr frustrierend“, feststellen zu müssen, dass Unternehmen wirtschaftliche Entscheidungen offenbar ohne Rücksicht auf die davon betroffenen Beschäftigten getroffen hätten.
Von den Politikern gab es vor allem scharfe Kritik am rigorosen Vorgehen der Konzerne: Es sei „schlechter Stil“, die Politik nicht frühzeitig über derlei Entwicklungen zu informieren. „Der Betriebsrat verhandelt bereits seit Monaten“, betonte die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller. „Die beiden Unternehmen haben heute zugesagt, uns jetzt ins Boot zu holen. Ich hoffe, dass diesen Worten auch Taten folgen.“ Den Verweis auf das Aus des Airbus A 380 bezeichnete Landesumweltminister Olaf Lies als „Nebelkerze“. Ein Versuch, vom Schicksal der Beschäftigten abzulenken. Siemtje Möller hatte zuvor bereits erklärt, es sei offensichtlich, dass sich zwei Vertragspartner schlicht nicht einig geworden seien. ThyssenKrupp hatte bei Niederlassung in Varel einen Dienstleistungsvertrag mit Aerotec über zehn Jahre geschlossen, diese sind nun um.
Auch Landrat Sven Ambrosy erklärte, er habe „kein Verständnis für taktische Spielchen“ der Unternehmen und erinnerte daran, dass vor zehn Jahren 19 Millionen Euro „vom Steuerzahler“ in den Aeropark investiert worden seien. Eine Erfolgsgeschichte, das lasse sich auch an der Zahl der Arbeitsplätze ablesen, die in zehn Jahren von rund 1100 auf 1600 gestiegen sei. „Wir wissen um den Wert dieses Parks auch für die Industrie“, so der Landrat.

Gemeinschaftlich formulierten die Politiker am Dienstag die „klare Erwartung“, dass eine Lösung zum Erhalt der Beschäftigung am Standort gefunden werden müsse. Nicht irgendwo, sondern in Neuenwege, wie Olaf Lies betonte. Arbeit sei genug da, auch ohne den A 380. Auch Ricklef Bollwerk bestätigte, dass Auslastung gegeben sei, die von Seiten der Unternehmensleitung vorgetragenen Argumente seien „nicht nachvollziehbar.“
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