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Donnerstag, 05 März 2020 17:22

Eltern in Sorge: Zu wenig Kitaplätze?

geschrieben von Michael Tietz
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Krippenkinder, hier in der städtischen Kita im Waldviertel: Nicht für alle Dreijährigen, die nun aus der Krippe in den Kindergarten wechseln sollen, stehen Plätze zur Verfügung. Ferner nimmt der Bedarf an Ganztagsplätzen weiter zu. Krippenkinder, hier in der städtischen Kita im Waldviertel: Nicht für alle Dreijährigen, die nun aus der Krippe in den Kindergarten wechseln sollen, stehen Plätze zur Verfügung. Ferner nimmt der Bedarf an Ganztagsplätzen weiter zu. Foto: Anke Kück
Derzeit fehlen für das neue Kitajahr Kindergartenplätze – Stadt bereitet Übergangslösung vor

Varel.
Die Stadt Varel muss zu Beginn des neuen Kitajahres im kommenden August zusätzliche Kindergartenplätze einrichten, denn die insgesamt 716 in der Stadt vorhandenen Plätze sind belegt, der Bedarf ist aber noch nicht gedeckt.
Bereits seit einigen Wochen machen sich Eltern von Kindern, die derzeit in einer Krippe betreut werden, im Sommer aber mit dann drei Jahren in einen Kindergarten wechseln sollen, verstärkt Sorgen. Denn Tatsache ist: In diesem August drängen mehr Krippen-Kinder in die Kindergärten, als Kinder von dort in die Schulen „aufrücken“.

Mit einem Brandbrief haben sich einige Eltern in der letzten Woche zu Wort gemeldet, darin haben sie ihre Befürchtung, dass einige Familien im Sommer ohne Betreuungsplatz dastehen könnten, an die Adresse von Stadtrat und Verwaltung formuliert. „Wir fragen uns, ob der Bedarf an Kindergartenplätzen übersehen wurde? Bisher haben keine Eltern eine Bestätigung erhalten, dass sie einen sicheren Kindergartenplatz haben. Dies verunsichert viele Eltern“, heißt es im Schreiben der Elternvertretungen der drei städtischen Kindertagesstätten (Kita Peterstraße, Kita Am Wald und Kita An der Wiese).
Ausdrücklich würden die Bemühungen der Stadt, die in den vergangenen Jahren zwei neue Kitas mit Platz für insgesamt mehr als 180 Kinder neu gebaut hat, anerkannt. Doch nun sei die Enttäuschung groß: „Viele Familien haben gerne einen Krippenplatz in den neuen Kitas Wald und Wiese angenommen. Die Möglichkeit der Ganztagsbetreuung und die Wohnortnähe spielten eine Rolle. Sie haben dies auch fest in dem Glauben gemacht, dass die Kinder innerhalb der Einrichtungen von der Krippe in den Kindergartenbereich würden wechseln können.“ Das aber könne nun eben nicht gewährleistet werden.
Neben der Frage, wo die Kinder einen Platz bekommen können, geht es auch um das Wann: Vormittags- und zunehmend Ganztagsplätze sind bei den Familien gefragt, Nachmittagsplätze eher nicht. Auf dieses Problem hatte Fachbereichsleiter Wilfried Alberts im Sozialausschuss bereits wiederholt hingewiesen. Wenngleich dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz auch mit einem Nachmittagsplatz genüge getan sei, müsse die Vormittags- und Ganztagsbetreuung weiter ausgebaut werden, sofern man sich an den Bedürfnissen der Familien orientieren wolle, hatte Alberts sinngemäß erklärt.

Vergabe nach Punkten?
Den Eltern war zuletzt berichtet worden, dass Politik und Verwaltung einen Kriterienkatalog erarbeiten wollen, um so quasi „nach Punkten“ zu entscheiden, welche Familie welchen Kindergartenplatz erhalten soll, hinsichtlich des Stundenumfanges und der Frage nach Vor- oder Nachmittagsplatz.
Letzterer sei für die meisten Familien aber nur eine Notlösung, betonen die Elternvertreter. Selbst wenn Elternteile nicht berufstätig seien, bleibe ein Betreuungsplatz am Nachmittag wenig sinnvoll, führen sie aus: Vereinsangebote, Freizeitaktivitäten sowie private Verabredungen würden sich in der Regel am Nachmittag abspielen, die Kinder in Nachmittagsgruppen würden davon abgeschnitten. Die Elternvertreter lehnen die Platzvergabe nach Kriterienkatalog ab: Daraus würden sich neue Probleme und Härtefälle ergeben.

„Flexi-Kinder“ machen Planung schwieriger
Heiko Eilers vom Fachbereich Soziales der Stadt Varel bestätigt indessen, dass nach derzeitigem Stand Kindergartenplätze im kommenden Kitajahr fehlen würden. Wieviele, das sei noch nicht abschließend ermittelt. Die Situation wird in diesem Jahr verschärft durch die sogenannten Flexi-Kinder, die das sechste Lebensjahr in der Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September vollenden. Hier haben Eltern seit 2018 die Möglichkeit, den Einschulungstermin um ein Jahr zu verschieben. Die Entscheidung muss aber erst bis zum 1. Mai getroffen sein. So bleiben Kindergartenplätze, die man in den Einrichtungen zunächst als „freiwerdend“ eingestuft hatte, doch noch für ein Jahr von Sechsjährigen belegt. Die Stadt hatte sich bemüht, frühzeitig den Bedarf abzufragen, dennoch warten einige Eltern von Krippenkindern immer noch auf konkrete Auskünfte.

Wie Heiko Eilers mitteilte, soll Anfang kommender Woche ein Gespräch mit Elternvertretern stattfinden, dabei soll die Situation dargelegt und über Lösungsmöglichkeiten gesprochen werden. Denn man sei in der Tat schon dabei, eine Übergangslösung zu schaffen, betonte Eilers, diesbezüglich müssen aber noch Abstimmungen mit dem Landesjugendamt erfolgen. „Wir haben das Ziel, für alle Kinder in Varel im August auch einen Platz anbieten zu können“, betont Heiko Eilers. Das ist auch die zentrale Forderung der Eltern. Im besten Fall wird eine zusätzliche Vormittagsgruppe eingerichtet, dafür müsste die Stadt freilich auch noch das entsprechende Personal anheuern.

Die Eltern wünschen sich, dass individuelle Lösungen für die Familien gefunden werden, ohne Verweis auf Kriterien, die zu erfüllen sind. Sie schlagen sogar Übergangslösungen wie den Aufbau von mobilen Gruppenräumen vor. Zudem fordern sie mehr Ganztagsplätze und eine weitreichende Umwandlung von Nachmittags- in Vormittagsplätze.
Für den Sozialausschuss des Stadtrats war bereits dargelegt worden, dass für eine ausreichende Versorgung mit Vormittags- und Ganztagsplätzen künftig etwa 50 bis 75 Betreuungsplätze fehlen würden.

Neue Kita erst 2021
Der Stadtrat hat erst am Mittwoch letzter Woche beschlossen, dass eine weitere Kita in der Meischenstraße gebaut werden soll. Dieser Entschluss kommt allerdings ein Jahr zu spät. Bereits im Jahr 2018 hatte Wilfried Alberts darauf hingewiesen, dass nach Eröffnung der Kitas am Wald und in Büppel noch zwei Einrichtungen gebaut werden müssten, eine davon möglichst bis Sommer 2020, eine weitere, etwa in Obenstrohe, bis 2022.

Gelesen 1074 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 05 März 2020 20:36

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