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Dienstag, 18 Mai 2021 14:28

Beschäftigte zeigen Airbus-Chefs die rote Karte

geschrieben von Michael Tietz
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Kundgebung bei Premium Aerotec: Reichlich rote Karten und die deutliche Botschaft „Finger weg von Varel“ gab es am Dienstagmorgen von einigen hundert Beschäftigten auch im Vareler Werk an die Adresse der Führung von Airbus und Aerotec. Anlass war ein für Mittwoch angesetztes Gespräch zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung.   Kundgebung bei Premium Aerotec: Reichlich rote Karten und die deutliche Botschaft „Finger weg von Varel“ gab es am Dienstagmorgen von einigen hundert Beschäftigten auch im Vareler Werk an die Adresse der Führung von Airbus und Aerotec. Anlass war ein für Mittwoch angesetztes Gespräch zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. Bild: Michael Tietz
Kundgebung bei Premium Aerotec – Sorgen vor Zerschlagung und Verkauf

Varel.
„Nicht mit uns“ und „Finger weg von Varel“: Klare Botschaften haben rund 650 Beschäftigte des Vareler Premium Aerotec-Werkes am Dienstag an die Unternehmensführung von Airbus und Aerotec gerichtet, zugleich gab es für die Manager die symbolische „rote Karte“. Betriebsrat und Gewerkschaft IG Metall hatten für den Morgen zu Kundgebungen an allen deutschen Standorten der Airbus-Tochter aufgerufen. Hintergrund sind die akuten Sorgen um die Zukunft der Werke etwa in Varel, Nordenham und Stade.
Die Airbus-Führung hatte angekündigt, die Fertigung der zivilen Flugzeugstrukturen umzubauen. Wesentliche Teile des Konzerns sollen zerschlagen und in neue Gesellschaften ausgelagert werden – ein neues Unternehmen für die Einzelteilfertigung und eine neue Tochtergesellschaft für die Strukturmontage.

Anlass für den konzernweiten Aktionstag war ein für diesen Mittwoch angesetztes Gespräch zwischen Unternehmensführung und Betriebsräten. Dabei, so die Hoffnung, soll es neue, konkretere Informationen geben. Thomas Busch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei Premium Aerotec, dämpfte allerdings am Dienstag die Erwartungen der Kolleginnen und Kollegen an dieses Gespräch: „Wir gehen nicht davon aus, danach Lösungen präsentieren zu können“, so Busch. Im Fokus stehe nach wie vor die Forderung, auf eine Zerschlagung des Unternehmens zu verzichten.
Busch bezeichnete ferner die Vorgehensweise der Konzernspitze als „ein Unding“: Es sei schlicht respektlos, geplante Änderungen per Brief mitzuteilen. „Noch hat sich nicht ein Airbus- oder Aerotec-Manager in Varel, Nordenham oder Augs­burg sehen lassen“, so Thomas Busch. Man werde sich „mit allen Mitteln und Möglichkeiten“ gegen die bekannt gewordenen Pläne zur Wehr setzen. „Die Zerschlagung der Premium Aerotec würde tausende Arbeitsplätze in Deutschland unter massiven Verlagerungsdruck setzen. Beide geplanten neuen Unternehmen stünden unmittelbar im Konkurrenzkampf mit Billigstandorten in Osteuropa und Asien“, erklärte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats.
Marcus Baitis, Leiter des Vertrauenskörpers der IG Metall am Standort Varel, ergänzte: „Schlanke und effiziente Strukturen in der Wertschöpfungskette gestalten wir gerne mit, wenn dies auch den Standorten und den Beschäftigten zugutekommt. Gegen eine Abspaltung von Standorten werden wir mit der Belegschaft Widerstand organisieren.“
Die Gründung von Tochtergesellschaften führe erfahrungsgemäß nicht zu einer Verbesserung der Situation der Beschäftigten, sondern zu einer Verschlechterung durch Arbeitsplatzabbau, Erhöhung des Leistungsdrucks und Einschnitte in die Einkommen, heißt es weiter in einer Mitteilung der IG Metall.
Was die Vertreter von Gewerkschaft und Betriebsrat besonders erzürnt ist die Tatsache, dass es eine Ungleichbehandlung der Beschäftigten in französischen und deutschen Standorten geben soll: So soll die Einzelteilefertigung, die unter anderem in Varel stattfindet, ausgelagert und verkauft werden, in Frankreich hingegen in die neue Airbus-Tochterfirma integriert werden. So werde der deutsche Flugzeugbau langfristig und nachhaltig gegenüber den französischen Standorten benachteiligt, fasste Marcus Baitis zusammen. Ein potenzieller Käufer würde dann womöglich über Jahre die Arbeit und das Know-how abziehen und die Werke am Ende schließen.
Unverständnis herrscht zudem auch darüber, dass es noch keine Zuteilung für die Werke zur Fertigung von Komponenten des neuen Eurofighters gibt. Die Bundesregierung habe allein für den Eurofighter-Nachfolger dieses Jahr 10 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Von Airbusseite habe man aber schon durchblicken lassen, dass womöglich keine Arbeitsanteile für Varel vorgesehen sind.
Im Vareler Werk sind derzeit rund 1.150 Beschäftigte tätig, von mehr als 200 Leiharbeitern hatte sich das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr getrennt.

Gelesen 447 mal Letzte Änderung am Dienstag, 18 Mai 2021 15:07

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