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Freitag, 21 Mai 2021 18:42

Dangast: „Auf kleinem Raum unglaublich vielfältig“

geschrieben von Michael Tietz
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Das Geschehen in Dangast immer im Blick: Johann Taddigs ist seit zehn Jahren als Kurdirektor für den Eigenbetrieb Kurverwaltung verantwortlich. Durch sein Konzept erhielt Dangast ein ganz neues Gesicht.  Das Geschehen in Dangast immer im Blick: Johann Taddigs ist seit zehn Jahren als Kurdirektor für den Eigenbetrieb Kurverwaltung verantwortlich. Durch sein Konzept erhielt Dangast ein ganz neues Gesicht. Foto: Michael Tietz
Vor zehn Jahren ist Johann Taddigs als Kurdirektor mit großen Plänen in Dangast angetreten. Die waren keineswegs unumstritten.

Dangast.
Zu Jahresbeginn feierte Johann Taddigs Betriebsjubiläum: seit Anfang 2011 ist der 59-Jährige als Kurdirektor für den Tourismus-Service in Dangast verantwortlich. Eingestellt worden war er seinerzeit als „Restrukturierungsmanager“ für den städtischen Eigenbetrieb Kurverwaltung Dangast, der Jahr für Jahr hohe Defizite einfuhr. Taddigs entwickelte ein Konzept für die Neuausrichtung, die Politik gab dafür schließlich grünes Licht. Der „Taddigs-Plan“ war aber durchaus umstritten. Heute sieht insbesondere das östliche Dangast deutlich anders aus als vor zehn Jahren. Zeit für eine erste Bilanz.

Herr Taddigs, was haben Sie vorgefunden, als Sie vor zehn Jahren in Dangast Ihre Arbeit aufnahmen?
>> „Ein Nordseebad mit einem besonderen Charme, dem ja schon immer ein besonderer Ruf vorauseilte. Darüber hinaus aber auch einige strukturelle Probleme, die den damaligen Eigenbetrieb Kurverwaltung belasteten.“

Welche Probleme waren das?
>> „Dangast hatte die Auswirkungen der Gesundheitsstrukturreform stark zu spüren bekommen, stärker noch als andere Küstenorte. Nicht zuletzt wegen der Jod-Sole-Quelle hatte man stark auf den Gesundheitstourismus gesetzt und entsprechend großzügige Anlagen geschaffen. Klassische Kuren und medizinische Anwendungen waren aber plötzlich nicht mehr gefragt, die darauf ausgerichtete Kuranlage war überdimensioniert und zudem in die Jahre gekommen. Es gab einen erheblichen Investitionsstau. Über viele Jahre war wegen leerer Kassen verwaltet, aber nicht mehr gestaltet worden.“

Und wie sah die Lösung aus?
>> „Es wurde ein grundlegender Neuanfang für den Tourismus in Dangast angeschoben. Die alte Kuranlage wurde aufgegeben, das Areal an einen Investor vermarktet. Damit waren wir in der Lage, direkt am Deich ein neues Gästezentrum zu bauen, das Weltnaturerbeportal. Hier sind nun alle wichtigen Leistungen unter einem Dach konzentriert und wir sind nun außerdem direkt am Ameisenpfad, also dort, wo die Menschen flanieren wollen, wenn sie nach Dangast kommen.“

Wie hat sich Dangast in den letzten Jahren verändert?
>> „Manches, was zuletzt ein wenig piefig-rustikal daher kam, wurde durch zeitgemäße, barrierefreie und klar ausgerichtete Strukturen und Angebote ersetzt. Wir haben die touristische Infrastruktur transparenter gemacht und sind ein moderner Dienstleister geworden. Wir waren in Dangast die ersten, die einen zaunfreien Strand hatten. Wir dürfen mit Stolz verraten, dass Verantwortliche aus anderen Küstenorten manchmal etwas neidisch zu uns herüberschielen.“

Es wurde viel gebaut, auf einstigen Grünflächen sind neue Appartementhäuser entstanden. Als „Ausverkauf“ kritisierten Projektgegner die Planung.
>> „Ja, es waren nicht alle einverstanden mit den Veränderungen. Ich bin aber überzeugt, dass Dangast heute besser dasteht als früher, vor allem im touristischen Wettbewerb. Zugleich wurde die Erlössituation verbessert, das war mein klarer Auftrag.“

Ist der Wandel in Dangast nach nun zehn Jahren abgeschlossen?
>> „Nein, der Prozess dauert fort. Es gilt eine über rund 30 Jahre währende Stagnation zu bewältigen. Die Auswirkungen der strukturellen Veränderungen wirken sich erst in den kommenden Jahren richtig aus, auch was die Erlöse betrifft. Zudem sind noch Herausforderungen zu bewältigen, so brauchen wir für Dangast noch ein neues Verkehrskonzept.“

Hat sich die Zielgruppe für den Urlaub in Dangast verändert?
>> „Im Grunde nicht, sie ist vielleicht noch breiter geworden. Alle können sich in Dangast wohlfühlen, wir haben für jeden Gast das passende Angebot. Es wurden neue, zusätzliche Wohneinheiten geschaffen. Von naturnah-rustikal bis zu komfortabel-luxuriös ist nun alles dabei. Die Zahl der jährlichen Übernachtungen ist von rund 500.000 auf 700.000 gestiegen. Der Erfolg gibt uns also Recht. Auch die Zahl der Tagesgäste nimmt stetig zu, sogar trotz höherer Parkgebühren.“

Ihre Kritiker sagen, Sie würden den „Massentourismus“ befeuern.
>> „Es ist unsere Aufgabe, mehr Gäste für Dangast zu begeistern, das scheint zu gelingen. Unsere Gäste sind zunehmend junge Familien. Wir setzen erfolgreich auf einen nachhaltigen Tourismus, auch in Verbindung mit der Nationalparkverwaltung. Das Nationalpark-Haus Dangast ist dabei ein wichtiger Partner. Die Gäste wünschen sich naturnahen Urlaub, wollen möglichst viel über das Öko­system Wattenmeer wissen. Sie fliegen eben nicht an Mittelmeer, sondern kommen zu uns. Auch, weil das besser fürs Klima ist.“

Warum sollte sich eine Familie aus Münsterland oder Ruhrgebiet bei der Suche nach dem Urlaubsziel für Dangast entscheiden?
>> „Weil nur Dangast dieses besondere Flair hat. Nicht umsonst ist der kleine Ort bundesweit bekannt. Und weil es hier alles gibt. Dangast selbst ist auf recht kleinem Raum unglaublich vielfältig. Nur hier gibt es freien Blick auf die Nordsee, ohne Deich. Es gibt Wald, Geest und Marsch. In Dangast und in Varel gibt es gleich zwei ganz unterschiedliche, charmante Häfen. Es gibt Kunst und Kultur mit langer Historie, es gibt Naturerlebnis, Ebbe und Flut, und nebenan das Quellbad. Zwei Campingplätze vor dem Deich, ein Alleinstellungsmerkmal. Und Dangast hat als südlichstes Nordseebad eine optimale Anbindung ans Hinterland.“

Verraten Sie noch ihren persönlicher Lieblingsplatz in Dangast.
>> „Das ist nun nicht gerade ein Geheimtipp, aber abends im Beachclub am Strand einen Sundowner zu genießen, das ist unübertroffen.“
(21. Mai 2021)
Gelesen 1081 mal Letzte Änderung am Freitag, 21 Mai 2021 18:56

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