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Dienstag, 29 März 2022 14:53

Niederdeutsche Bühne legt wieder los mit „De Inladung“

geschrieben von Sylvia Jungenkrüger
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„Was, der? Niemals, hör bloß auf!“ Berta und Hermann Pollhagen, gespielt von Hilke Zahn und Dieter Kück, kriegen sich über die Frage, wen es einzuladen gilt, mächtig in die Haare...  „Was, der? Niemals, hör bloß auf!“ Berta und Hermann Pollhagen, gespielt von Hilke Zahn und Dieter Kück, kriegen sich über die Frage, wen es einzuladen gilt, mächtig in die Haare... Foto: NDB Varel
Plattdeutsches Theater: Bühne zeigt unterhaltsamen Sketchabend im Vareler Tivoli – Fünf Termine

Varel.
Es wird wahrscheinlich nur fünf Minuten dauern, bis ein Großteil der verheirateten Zuschauer im Publikum verschämt schmunzeln muss, weil ihnen das, was sie da oben auf der Bühne beobachten können, womöglich bekannt vorkommt: Hitzige Diskussionen nach mehr als zwei Jahrzehnten Ehe über die Frage, ob man ein großes Fest ausrichten soll und wenn ja, mit welchen Gästen.
Berta und Hermann Pollhagen, brillant verkörpert von Hilke Zahn und Dieter Kück, werden sich über diese Frage so schnell jedenfalls nicht einig. In einer raffiniert inszenierten Abfolge von einzelnen Sketchen, die von verschiedenen Schauspielern der Niederdeutschen Bühne teils in Doppelrollen dargeboten werden, wird der Zuschauer in die Abgründe des alltäglichen und menschlichen geführt, kurzweilig mit hohem Comedyfaktor. Eingebettet sind die in sich eigenständig stehenden Sketchepisoden, die größtenteils aus der Feder des Autors Helmut Schmidt stammen, in eine Frühstückssituation, in der das besagte Ehepaar sich ausgiebigst und teils lautstark über potentiell einzuladende Gäste streitet. Ob nun Hermanns Chef dabei sein müsste…? Oder die Nachbarin von nebenan, die eine neue Arbeit gefunden hat…? Oder der bedauernswerte ältere Herr, bei dem letztens eingebrochen wurde…? Gründe für Meinungsverschiedenheiten gibt es genug und so dauert es auch nicht lange, bis es eskaliert...

Regie führt bei dieser Inszenierung der Schauspieler und Regisseur Ulf Goerges aus Oldenburg, aus dessen Feder auch die Szenen mit Berta und Hermann stammen. „Mir war bei diesem Stück wichtig, dass es humorvoll und lustig, aber nicht klamaukig wird,“ sagt Goerges, „durch die Szenen mit dem Ehepaar Pollhagen werden die einzelnen Sketchepisoden miteinander verflochten und man erfährt etwas über die potentiell eingeladenen Gäste.“ Bühnenleiter und Mitspieler Dieter Kück erinnert sich an die Anfänge der Stückplanung. „Letztes Jahr, als wir überlegten, welches Stück wir spielen wollen, gab es die Corona-Regel, dass nur zwei Haushalte sich gemeinsam auf der Bühne „treffen“ dürfen,“ so Kück, „wir mussten uns dann etwas Kreatives ausdenken und dann kam die Idee mit den Sketchen, in der nur jeweils zwei Schauspieler miteinander interagieren.“ Ausgewählte Musikstücke zwischen den einzelnen Episoden bringen Schwung und Leichtigkeit beim Zuschauen und versprechen einen kurzweiligen, vergnüglichen Abend. Ein besonderer Dank gilt auch den Gast-Schauspielern vom Niederdeutschen Theater Neuenburg und der Speelkoppel des Heimatsvereins Rastede, die das Ensemble der NDB Varel für diesen Theaterabend ergänzen.
Alle Aufführungen finden unter 3G-Bedingungen statt. Auch für den Sketchabend wird die NDB Varel an dem bereits bewährte Stuhlkonzept mit 2er Plätzen für bis zu 100 Personen festhalten. Damit kann genügend Abstand, aber dennoch eine gemütliche Atmosphäre gewährleistet werden.

Termine & Tickets
Premiere feiert der Sketchabend im Vareler Tivoli am Samstag, 9. April, um 20 Uhr. Es folgen weitere Aufführungen am 10. April (15.30 und 20 Uhr) sowie Abendvorstellungen am 14. und 22. April.
Der Kartenvorverkauf ist bei Nordwest-Ticket gestartet, Karten können online oder bei den Vorverkaufsstellen reserviert werden. Für Kurzentschlossene bietet die Niederdeutsche Bühne Varel zudem eine Abendkasse an. Weitere Infos auf www.ndb-varel.de

Mitwirkende Schauspieler:
Hilke Zahn, Dieter Kück, Christine Meyer, Ingeborg Kohn (Speelkoppel des Heimatvereins), Philipp Reinefeld, Silke Bruins (NDT Neuenburg), Insa Glowatzki (NDT Neuenburg), Heiko Glowatzki (NDT Neuenburg), Heike Wessels, Gitta Laßen, Harald Kaminski


„Komödie ist Drama, ist Konflikt!“
Ulf Goerges (*1956) – Regisseur und Schauspieler


Ulf Goerges zählt in den Kreisen des Niederdeutsche Bühnenbundes bereits zu einem bekannten Gesicht und überzeugte mit Inszenierungen wie z.B. „To´n Düwel mit´n Sex“ an der NDB Varel, „Alleen in de Sauna“ Theater am Meer Wilhelmshaven oder „Tiet to leven“ des NDT Delmenhorst, um nur einen Bruchteil zu nennen. Die Schauspielkarriere von Ulf Goerges begann an einer Schauspielschule in Buenos Aires-Argentinien. Neben zahlreichen Theaterstücken, in denen er auch selbst auf der Bühne stand wie z.B. im Oldenburger Staatstheater, Landesbühne Wilhelmshaven, Zimmertheater Orlando in Rastede oder Kulturetage Oldenburg, inszenierte der Profi auch zahlreiche Theaterstücke als Gastregisseur. Seit Jahren gibt Ulf Goerges Seminare und Workshops für den niederdeutschen Bühnenbund. Die Lebensjahre in Argentinien spiegeln sich auch in seiner Arbeit wider: „Durch meine Ausbildung in Südamerika habe zusätzlich zu meiner deutschen Mentalität einen anderen Blickwinkel auf die Bühnenarbeit bekommen,“ so Goerges, „Das deutsche Theater ist sehr textorientiert, in Argentinien habe ich gelernt, mehr mit dem Körper zu spielen, mehr mit dem Bauch.“ Das diese Kombination sehr erfolgreich ist, zeigt sich besonders in Goerges Leidenschaft für gute Komödien. „Komödie ist Drama- ist Konflikt. Es geht beim Schauspiel nicht nur um Genauigkeit, sondern auch um Power.“
Gelesen 698 mal Letzte Änderung am Dienstag, 29 März 2022 15:58

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