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Donnerstag, 21 April 2022 15:46

Neuer Platz für Feste und Märkte

Varel. Auf dem weitgehend asphaltierten Exerzier- und Hubschrauberlandeplatz der früheren Frieslandkaserne soll eine neue Veranstaltungsfläche geschaffen werden, das Grundstück im Eigentum der Stadt verbleiben. Auf diese Lösung haben sich die Mitglieder der Mehrheitsgruppe aus SPD und CDU im Vareler Stadtrat verständigt.
Unlängst war im Planungsausschuss über die verbliebene Fläche beraten worden, für die Entwicklung kann die Stadt noch Fördermittel aus dem Programm „Stadtumbau West“ einsetzen. In dem Zuge soll außerdem der Parkplatz vor dem Kreis-Dienstleistungszentrum aufgewertet werden.
Der Überlegung, auf der rund 2,5 Hektar großen Fläche weitere (kleinere) Gewerbegrundstücke zu schaffen, erteilt die Mehrheitsgruppe damit eine Absage – obgleich freie Gewerbeflächen im Stadtgebiet derzeit Mangelware sind. Die besagte Fläche an der Karl-Nieraad-Straße ist das letzte Reststück der einst 34 Hektar großen Kaserne, für das noch keine konkrete künftige Nutzung vorgesehen ist.
Die in Rede stehende Fläche soll „der Stadt und den Bürgern dienen“, heißt es in einer Mitteilung von SPD und CDU, entsprechende Überlegungen seien nun konkretisiert worden. „Wir haben die Alternativen ausführlich in der Gruppe beraten und sind zu einem guten gemeinsamen Ergebnis gekommen. Wichtig ist uns auch, die zur Verfügung stehenden Fördermittel sinnvoll für das Allgemeinwohl einzusetzen“, fasst Georg Ralle (SPD) zusammen.
Eine neu hergerichtete Veranstaltungsfläche mit entsprechender Infrastruktur wie Versorgungsanschlüssen könne teil- oder zeitweise auch als Wohnmobilstellplatz, als Lagerfläche für den benachbarten Stadtbetrieb oder als Parkfläche bei Veranstaltungen genutzt werden. Auch moderate Erweiterungen für den Stadtbetrieb und das Unternehmen WilSer sollen ermöglicht werden. Die beiden Betriebe hatten einen zusätzlichen Bedarf an Flächen direkt an den bestehenden Grundstücken bereits angemeldet.
„Die Entwicklung der letzten noch im Eigentum der Stadt Varel befindlichen Flächen der Friesland Kaserne sollte insbesondere der Stadt dienen. Solche Flächen ermöglichen dann auch Feste, Märkte oder Open-Air-Veranstaltungen“, sagte Anke Kück (SPD). Nach dem Verkauf der Schützenwiese im Stadtzentrum für die Famila- und Aldi-Neubauten war immer wieder kritisiert worden, dass es in der Stadt keine zentral gelegene Veranstaltungsfläche mehr gebe.
„Aus unserer Sicht braucht eine Stadt wie Varel ist eine solche multifunktionale Fläche. Mit den Fördermitteln erhalten wir die Möglichkeit, diese an einem geeigneten Ort zu schaffen“, so Hergen Eilers, Sprecher der CDU-Fraktion. Der im Grunde seit Kasernen-Zeiten unverändert gebliebene Parkplatz beim Dienstleistungszentrum soll ebenfalls qualifiziert und mit mehr Grün umgestaltet werden. Die Mehrheitsgruppe im Vareler Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, entsprechende Vorschläge zu erarbeiten.
Insgesamt steht ein Finanzrahmen von fast 3,9 Millionen Euro für den Abschluss des Programms Stadtumbau West zur Verfügung, von dem die Stadt etwa ein Drittel selbst tragen muss. Im Haushalt eingeplant ist das Geld bereits.
Montag, 12 Oktober 2020 17:17

Aufbau des Provisoriums ab Mitte Oktober

Stahlgerüst ermöglicht während Bauzeit Übergang zum Mittelbahnsteig – Abbruch der Bestandsbrück im Januar

Varel.
Mit dem Aufbau einer provisorischen Fußgängerbrücke wird die Deutsche Bahn in der nächsten Woche die ersten Vorbereitungen treffen für den Umbau der denkmalgeschützten Bahnsteigbrücke am Vareler Bahnhof. Denn wenn im Januar mit dem Abbruch der vorhandenen Bahnsteigbrücke begonnen wird, muss zuvor im Wortsinn eine Übergangslösung geschaffen werden.
Und die wird im südlichen Bereich des Bahnhofs in Höhe der Buswendeschleife errichtet. Die provisorische Brücke wird aus zwei auf Stahlgerüsten stehenden Treppenaufgängen und einem Brückenteil bestehen, das dann über die Gleise 1 und 2 zum Mittelbahnsteig führt.

Zuerst wird laut Bahn ab Montag, 12. Oktober, die Baustelle eingerichtet, dann mit dem Aufbau der Treppenaufgänge begonnen. Diese Arbeiten finden tagsüber statt. Zwischen dem 19. und dem 31. Oktober wird dann jeweils zwischen Mitternacht und 5 Uhr via Bahn das Material angeliefert.
Parallel zur Montage der Aufgänge wird auf der Fläche südlich der Buswendeschleife das Brückenteil zu einem Stück vormontiert und dann mit einem schienengebundenen Kran in einer nächtlichen Gleissperrung zwischen die Aufgänge eingehoben. Das soll nach gegenwärtiger Planung am 7. November geschehen. Bahn-Pressesprecher Peter Mantik weist darauf hin, dass es bei den nächtlichen Arbeiten zu Lärm durch Bagger, Radlader und Warnsignale für die Arbeiter kommen kann. „Diese Sicherheitsmaßnahme ist notwendig, da während der nächtlichen Arbeiten der Güterverkehr über die Gleise 3 und 4 rollt“, so Mantik. Nach Abschluss der Montage der provisorischen Brücke wird zudem eine Beleuchtung installiert. Allein für den Aufbau der provisorischen Gerüstbrücke sind Kosten von rund 370.000 Euro veranschlagt.

Bekanntlich wird die bestehende Bahnsteigbrücke im kommenden Jahr umgebaut und durch Aufzüge barrierefrei gemacht. Um den Umbau war jahrelang gerungen worden – zunächst war der Umbau nur des Überganges, später die Anhebung des denkmalgeschützten Gesamtbauwerks erwogen worden, dann wollte die Bahn es komplett abreißen. Schließlich verständigte man sich mit den Denkmalschutzbehörden darauf, dass der Mittelbau über den Gleisen abgebrochen werden kann, die Türme aber erhalten bleiben müssen. Mit dem bestehenden Gebäude ist keine ausreichende Höhe unter der Bahnhofsbrücke für die zur Elektrifizierung der Strecke nötigen Fahrdrähte gegeben. Die Brücke liegt dafür etwa 70 Zentimeter zu tief.
Die Planung sieht nun den Anbau einer überdachten Fußgängerbrücke als Stahlkonstruktion an die alten Treppenhaustürme vor, ergänzt um Aufzüge in eigenen Türmen aus Stahl und Glas auf beiden Seiten.

Bis zum Beginn der Arbeiten an der vorhandenen Brücke steht diese den Fahrgästen noch zur Verfügung. Mitte Januar soll dann der Abbruch des alten Brückenganges beginnen. Die vorhandenen Treppenaufgänge werden im Zusammenhang mit den Bauarbeiten saniert, ebenso wie der Mittelbahnsteig mitsamt Überdachung. Insgesamt soll das Projekt bis Ende 2021 abgeschlossen sein, damit ab 2022 die Elektrifizierung der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven beginnen kann.
Varel. Vor etwaigem Diebstahl weitgehend sicher ist wohl das neue Exponat, das seit kurzem an der Karl-Nieraad-Straße neben dem Kreisdienstleistungszentrum zu sehen ist: Rund 5,6 Tonnen schwer ist der Findling, der jetzt, ergänzt durch einen gemauerten Sockel und eine Aufschrift, an die Geschichte des rund 35 Hektar großen Geländes als Standort verschiedener Bundeswehreinheiten erinnert.
„Ehemalige Friesland Kaserne 1961 bis 2006“ ist auf dem Stein zu lesen. Ganz bewusst wird damit ausschließlich auf das „Kapitel Bundeswehr“ in Varel hingewiesen, wenngleich die Historie der Stadt als militärische Garnison deutlich weiter zurückreicht. Die Gebäude etwa, die das Erscheinungsbild der späteren Friesland-Kaserne maßgeblich prägen sollten, sind während des Zweiten Weltkrieges für Einheiten der Kriegsmarine errichtet worden, dazu zählten auch die Kompanielocks, von denen einer zum heutigen Dienstleistungszentrum umgebaut wurde.
Ab 1961 war in der Friesland-Kaserne zunächst das Panzer­grenadierbataillon 311 stationiert, später das Fallschirmjägerbataillon 313. Dessen Kommandeur war von Oktober 1993 bis März 1996 Ferdinand Baur, damals Oberstleutnant. Inzwischen ist der Offizier pensioniert, Baur und seine Familie blieben der Wahlheimat Varel aber treu. Ferdinand Baur war nach dem Dienst in Varel, inzwischen als Oberst, stellvertretender Kommandeur der Oldenburgischen Luftlandebrigade, zu der auch das Vareler Bataillon gehörte. Zuletzt hatte er von 2009 bis zu seiner Pensionierung Ende 2013 das Kommando über die Luftlande- und Lufttransportschule der Bundeswehr im oberbayerischen Altenstadt.
„Mit Augenmaß die Erinnerung an die Geschichte des Standorts erinnern“, das sei das Ziel gewesen, erklärte Baur jetzt bei der Präsentation des Steins, der bei Erdarbeiten auf dem Kasernengelände nur unweit des jetzigen Standorts ausgebuddelt worden war. Zusammen mit einigen ehemaligen Bundeswehrangehörigen, die der Friesland-Kaserne bis heute verbunden sind, und mit Unterstützung der Stadt Varel, insbesondere von Ratsmitglied Jost Etzold, hatte sich der ehemalige Kommandeur für den Aufbau des Steins an zentraler Stelle bemüht, ergänzt um eine Texttafel, die in aller Kürze über die Geschichte der Friesland-Kaserne informiert. Ferdinand Baur sprach von einem „Akt der Solidarität“ mit all jenen Menschen, die ihren Dienst geleistet haben. „Es hat auch Todesfälle gegeben, an die wir erinnern möchten“, betonte Baur, „sowohl in der Ausbildung, bei Unfällen sowie im Einsatz.“
Jost Etzold erinnerte an die Bedeutung, die der Armeestandort auch für die Stadt gehabt habe: „Ohne die Kaserne wäre Varel heute kleiner, auch ist mit der Schließung Kaufkraft verloren gegangen“, so der FDP-Ratsherr. Bürgermeister Gerd-Christian Wagner betonte, dass mit dieser Form der Erinnerung die genau passende Lösung gefunden worden sei. „Die Gebäude gehen Stück um Stück verloren, aber so bleibt die Erinnerung an jene, die hier ihren Dienst für das Gemeinwesen verrichtet haben, gewahrt.“ Wagner dankte auch Fritz Schimmelpenning und den Kollegen vom Stadtbetrieb für den Einsatz, die Stadt hatte für das Fundament und den Aufbau des Steins gesorgt. Dabei hatte zunächst ein Gabelstabler zum Einsatz kommen sollen. „Keine Chance“ habe der aber gehabt, wie Fritz Schimmelpenning verriet: „Ein 40-Tonnen-Autokran musste her.“
Varel. Über das weitere Vorgehen in Zusammenhang mit dem Antrag, auf dem brach liegenden Haßmann-Gelände in Obenstrohe die Möglichkeit zum Bau eines neuen Edekamarktes mit bis zu 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche zu schaffen, wurde kurz vor Ostern im Planungsausschuss debattiert. Einen Beschluss gab es wiederum nicht – zunächst soll in einer Infoveranstaltung von Stadt und Vorhabenträger weiter über das konkrete Vorhaben aufgeklärt werden, Bürger haben dabei schon im Vorfeld einer etwaigen Bauleitplanung die Möglichkeit, Fragen und Bedenken vorzubringen.
Im Zuge des bekannt gewordenen Vorhabens, das neben dem sogenannten Vollsortimenter – in Rede steht derzeit eine Edekamarkt – auch Platz für einen Backshop und eine Apotheke sowie den Umbau des dann gemeinsam mit dem Disounter zu nutzenden Parkplatzes vorsieht, ist nun die Debatte um die Größenordnung entbrannt: Ratsherr Alexander Westerman beantragte, die Verkaufsfläche auf 1.400 Quadratmeter zu begrenzen, um die Auswirkungen auf den gesamtstädtischen Einzelhandel im Rahmen zu halten. Auch von Seiten der Grünen sowie von der Fraktion Zukunft Varel wurde eine Reduzierung der Flächen angemahnt.
Im Zusammenhang mit möglichen Auswirkungen auf den Ortsteil Büppel betonte Stadtplaner Olaf Freitag, dass es bis dato keinen Antrag, ja nicht einmal laut gewordene Überlegungen für einen Nahversorgungsmarkt in Büppel gebe: Es sei im Rahmen erster Untersuchungen lediglich geprüft worden, ob denn das in Rede stehende Vorhaben in Obenstrohe einer Planung für Büppel schaden würde, so diese denn dereinst angestellt werden sollte. (Ergebnis: nein, würde sie nicht.)
Dass ein größerer, modernerer Vollsortimenter in Obenstrohe als Ersatz für den heutigen Edekamarkt an der Mühlenteichstraße auch mit dem gültigen Einzelhandelsentwicklungskonzept in Einklang zu bringen sei, hatte ein Verträglichkeitsgutachten bereits dargelegt.
Georg Ralle beantragte für die Mehrheitsgruppe schließlich erneut die Verschiebung des Tagesordnungspunktes. Der Planer solle zunächst verbindlich erläutern, wie groß Sortiment und Verkaufsfläche tatsächlich werden sollen und nach Mögklichkeiten erste Ansichten für das geplante Gebäude vorstellen. Außerdem werde ein vorhabenbezogener Bebauungsplan bevorzugt, mit dem einem Vorhabenträger engere Grenzen gesetzt werden können.
Auf Anregung der SPD lädt die Stadt nun also zu einer Informationsveranstaltung ein, diese findet statt am Donnerstag, 19. April um 19 Uhr in der Aula der Oberschule Obenstrohe. Der Projektentwickler wird zusammen mit der Stadtverwaltung über das Vorhaben informieren. Es können auch vorab Fragen schriftlich eingereicht werden, bis zum 16. April via E-Mail an die Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Büppel. Auch im 6. Jahr wird die Dorfgemeinschaft Büppel nicht müde in Sachen Sommerkonzert und kann dabei dieses Jahr mit einer besonderen Überraschung aufwarten. Mit den „Cajun Roosters“ kommen fünf der besten Cajun-Musiker Europas auf den Eekenhof. Fünf Musiker aus fünf Ländern, die sich dem Cajun und Zydeco aus Louisiana verschrieben haben. Damit ist ausgelassene Feierstimmung garantiert. Das Sommerkonzert findet in diesem Jahr am Freitag, 11. August, statt, der Kartenvorverkauf beginnt in Kürze.

Weitere Infos zu Terminen der Dorfgemeinschaft gibt es unter www.bueppel.de – und soviel sei verraten: Nach einer längeren Pause soll es im nächsten Jahr auch wieder ein Osterfeuer in Büppel geben, wie immer dann am Ostersonntag.
Hähnchenmast an der Wehgaster Straße - Vorgesehen ist eine Anlage mit Kapazität für bis zu 30.000 Tiere. Bislang gibt es in Varel keine Sondergebiete für Geflügelställe.

Varel. Der Stadt Varel liegt ein Bauantrag zur Errichtung eines Geflügelmaststalls nahe Dangast vor. Das bestätigte Bürgermeister Gerd-Christian Wagner auf Nachfrage. Den Ratsmitgliedern war das Schreiben im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses zur Kenntnis gegeben worden.
Der Antragsteller beabsichtigt, an der Wehgaster Straße eine Stallanlage mit Platz für bis zu 30.000 Masthähnchen zu errichten, nunmehr aber weiter östlich als bei den ersten Überlegungen vorgesehen, mit denen sich die Stadt bereits vor gut zwei Jahren konfrontiert sah.

Im Herbst 2014 hatte es bereits eine Voranfrage zum Bau eines Geflügelstalls gegeben, die hatte der Vorhabenträger dann aber zunächst wieder zurückgezogen. Dabei hatte der Investor ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Planung keineswegs gescheitert wäre und das grundsätzlich an der Absicht zum Bau eines Geflügelstalls festgehalten werde. In der Zwischenzeit habe es nun zahlreiche Abstimmungsgespräche mit der Stadt gegeben, die nunmehr auch zu der Verlegung des Standortes weiter nach Osten geführt hätten.
Wie der Unternehmer bereits im Herbst 2014 erklärte, sei ferner nicht geplant, tatsächlich die maximal mögliche Zahl von knapp 30.000 Tieren zu halten, vielmehr sei ein Besatz mit einer vergleichsweise langsam wachsenden Rasse vorgesehen. Die Aufzucht der Hähne solle sich so weit wie möglich am Tierwohl orientieren und über die ohnehin geltenden Standards deutlich hinausgehen, teilte der Antragsteller damals mit. Vorgesehen sei „ein Nischenprodukt“, eine Mischung aus dem, was einerseits landläufig – meist negativ konnotiert – als „konventionelle Geflügelmast“ und andererseits als Bio-Haltung verstanden wird. Schließlich werde auch der Markt entscheiden, was wirtschaftlich darstellbar ist. Ein geschlossener Stall aber müsse sein, der Freilauf der Tiere komme schon aus Gründen der Seuchenprävention nicht in Frage.

Ob und inwieweit die Gremien der Stadt Einfluss nehmen können auf ein solches Vorhaben, darüber war im Planungsausschuss bereits im Herbst 2014 ausführlich diskutiert worden. Sollte die Politik den Bau zu verhindern suchen, wäre das sehr schwierig – wenn überhaupt möglich, wie Stadtplaner Olaf Freitag damals dargelegt hatte. Nicht zuletzt muss bei der Betrachtung unterschieden werden zwischen landwirtschaftlich und gewerblich betriebener Geflügelmast: Um erstere handelt es sich dann, wenn mindestens die Hälfte des für die Aufzucht der Tiere benötigten Futters auf eigenen oder dauerhaft gepachteten landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden kann. Ist diese Bedingung erfüllt, handelt es sich um ein privilegiertes landwirtschaftliches Vorhaben nach § 35 Baugesetzbuch, das grundsätzlich Anspruch auf Genehmigung hat, sofern diesem, wie es im Gesetzbuch heißt, „öffentliche Belange nicht entgegenstehen“. Einfach gesagt: Einen solchen landwirtschaftlichen Geflügelstall im Außenbereich hätte die Kommune fast zwangsläufig zu genehmigen.
Etwas anders sieht es bei gewerblich betriebener Geflügelmast aus, wie sie hier zunächst beantragt wurde: dafür kann die Stadt sogenannte Vorranggebiete ausweisen, auf die Antragsteller dann verwiesen werden können, für das übrige Stadtgebiet ergäbe sich daraus zunächst eine Ausschlusswirkung. Den Antrag, ein Sondergebiet „Geflügel-Mastställe“ im Flächennutzungsplan der Stadt auszuweisen, hatte die Fraktion der Menschenmüll-Wähleraktion im Herbst 2014 gestellt. Umgesetzt wurde er bislang nicht.

Ob und wo solch ein Sondergebiet ausgewiesen werden könnte, ist bis dato auch völlig offen geblieben, mit Vorschlägen dazu hielt man sich seinerzeit im Ausschuss geflissentlich bedeckt – wohl wissend, dass man sich diesem emotional aufgeladenen Thema immer den Unmut der jeweils betroffenen Nachbarschaft zuziehen wird.
Das weiß auch der jetzige Antragsteller: Der hatte seine Bauvoranfrage vor gut zwei Jahren zunächst zurückgezogen, obwohl dem Projekt an dem vorgesehenen Standort planerisch und rechtlich nichts im Wege gestanden hätte. Es sei aber nachzuvollziehen, dass einige Menschen sensibel auf diese Thematik reagieren, so der Unternehmer damals. Viele Bedenken seien dabei allerdings „eher emotionaler Natur“ denn durch sachliche Abwägung begründet. Das Vorhaben hatte in den Gremien für lebhafte Debatten gesorgt. Die Mehrheit der Fraktionen hatte es seinerzeit kritisch gesehen, auch im Kommunalwahlkampf 2016 spielte das Thema eine Rolle. Ein Geflügelmaststall ausgerechnet in der Nähe des Tourismuszentrums und Kurortes Dangast sei abzulehnen, so der Tenor.

Doch das Planungsrecht bietet für eine solche politische Ablehnung im Grunde kaum Spielraum. Dennoch wird der Bescheid der Stadt zu diesem Bauantrag zunächst wohl noch auf sich warten lassen: Vor dem Hintergrund des im Raume stehenden MMW-Antrages zur Ausweisung eines Sondergebietes soll den Ratsgremien Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden. Der städtische Planungsausschuss wird sich des Themas annehmen, die nächste Sitzung findet voraussichtlich statt am Montag, 15. Mai.
Eine neue Anbindung an die Georgstraße soll her, dabei muss eine künftige Siedlung möglichst schohn berücksichtigt werden.

Jaderberg.
Um ein neues Verkehrskonzept zur zukünftigen, verbesserten Erschließung des weiter wachsenden Wohnquartiers nördlich der Georgstraße in Jaderberg wurde jetzt im Jader Gemeinderat diskutiert. Dabei meldeten sich besorgte Anwohner zu Wort, die den aktuellen Überlegungen zur Schaffung einer neuen Verbindung zwischen der Georg- und der Gewerbestraße so gar nichts abgewinnen können, da diese Straße direkt an ihren Grundstücken vorbeiführen würde.

Hintergrund für die Überlegungen ist die Tatsache, dass durch die Erschließung weiterer Wohnbauflächen an der Mozartstraße der Verkehr in der besagten Siedlung weiter zunehmen wird. Insbesondere die jetzige Durchfahrt von der Georg­straße in die Gewerbestraße wird als Problem betrachtet. Es handelt sich um eine schmale, gepflasterte Fahrbahn ohne echte Nebenanlage, wegen des scharfen Winkels unübersichtlich – ein potenzieller Gefahrenpunkt, insbesondere bei steigenen Verkehrszahlen, da war man sich im Rathaus einig.
So war ein Planungsbüro beauftragt worden, ein Verkehrskonzept zu erstellen, das Lösungen für das Problem aufzeigen soll. Im Februar waren die Vorschläge der Ingenieure im Bauausschuss vorgestellt worden – die nunmehr von der Politik präferierte Variante „1C“ war nicht darunter. Dafür die Option, weiter westlich eine neue Verbindung direkt zwischen der Georgstraße und der Raiffeisenstraße (L 862) zu schaffen, so dass mit der Einmündung „Am Esch“ eine Kreuzung oder, noch besser, ein Kreisverkehr entstehen könnte. Das hätte den Vorteil, dass der bislang teils recht rasant in den Ort einrauschende Kfz-Verkehr hier eingebremst werden könnte. Aber das wäre einerseits sehr aufwendig und teuer, zudem müssten landwirtschaftliche Flächen durchschnitten werden. Letztlich konnte keine der vom Planer erarbeiteten Möglichkeiten im Ausschuss überzeugen. Ein Aspekt ist bei den Überlegungen zudem die Anbindung einer möglichen neuen Wohnbausiedlung östlich der Gewerbestraße, die ebenfalls über die vom Bauausschuss nun ausgetüftelten Variante „1C“ möglich wäre. Zentraler Kritikpunkt der Anwohner, die sich im Rat zu Wort meldeten: Diese Variante würde die in Rede stehenden Probleme gar nicht lösen, besser wäre es, Fahrzeuge aus der Siedlung rund um die Mozartstraße könnten weiter westlich auf die Landesstraße gelangen.
Ohnehin sei insbesondere die nördliche Georgstraße aufgrund ihrer Bauausführung gar nicht geeignet, weiteren Verkehr aufzunehmen. Das hatte zuvor schon der Fachplaner bestätigt: Als Sammelstraße tauge die schmale Straße nicht, sie zumindest abschnittsweise auszubauen, sei zusätzlich zu überlegen.
Einfach die Georgstraße (wie früher schon) ganz im Westen wieder an die L 862 anzubinden, sei keine gute Lösung, hieß es im Ausschuss: Man dürfe die Durchfahrt von der Raiffeisen- zur Vareler Straße nicht zu attraktiv machen sonst würde die Georgstraße – mehr als womöglich schon jetzt – zur Abkürzung, auf der immerhin eine Ampelkreuzung und zwei Bahnübergänge umfahren werden können. Auf die vielstimmige Kritik reagierte Bürgermeister Henning Kaars schließlich mit dem Hinweis, dass noch keine Entscheidung für den Bau der einen oder anderen Variante getroffen sei. Vielmehr gehe es nun zunächst darum, Kosten und Realisierbarkeit der zunächst Lösung 1C zu prüfen. Den entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat dann einstimmig – schließlich seien die übrigen Varianten im Planungsausschuss bereits ausgeschlossen worden.
Jade. Sowohl der Bauausschuss wie auch gut eine Stunde später der Gemeinderat in Jade haben am Dienstag den Weg frei gemacht für eine Erschließung des seit Jahren in der Schwebe stehenden Ferienhausparks in Sehestedt. Sobald der Satzungsbeschluss zur nun beschlossenen Bebauungsplanänderung rechtskräftig ist, kann mit den Vorbereitungen zur Erschließung begonnen werden. Darauf warten die Eigentümer von Hausgrundstücken bereits seit Jahren. Bekanntlich hatte es eine lange Auseinandersetzung zu der Frage gegeben, ob die Gemeinde nach der Insolvenz des damaligen Investors in die Erschließung eintreten sollte. Nach langem Hin und Her entschied der Gemeinderat letztlich, die Erschließung zu übernehmen, auch nachdem der Landkreis eine Einschätzung abgegeben hatte, nach der sich eine Erschließungspflicht der Gemeinde verdichtet habe. Alles in allem wird mit Kosten von nunmehr rund 1,4 Millionen Euro gerechnet, nach Erschließungssatzung wird die Gemeinde dabei letztlich zehn Prozent selbst tragen müssen, 90 Prozent kann die Kommune von den Anliegern wieder einfordern.

Eine Änderung des Bebauungsplans „Ferienhausgebiet Sehestedt-Süd“ war nötig geworden, um die zunächst als privat vorgesehene Verkehrsfläche sowie die Regenrückhaltebecken und Aufweitungen von Gräben in öffentliche Flächen zu ändern sowie die zukünftigen Straßenverläufe an die zuletzt durchgeführte Vermessung anzupassen.

Knut Brammer (CDU) erklärte im Bauausschuss, dass er der Vorlage nicht zustimmen könne: Es lägen noch keine ausreichend nachvollziehbaren Erläuterungen zur Verdichtung der Erschließungspflicht vor, wie sie im Dezember beantragt worden waren. Dennoch war man sich im Ausschuss mehrheitlich einig, das Thema zum Beschluss zu bringen, da bereits wiederholt und ausführlich über den Bebauungsplan debattiert worden sei. Im Gemeinderat beantragte die CDU in dieser Sache namentliche Abstimmung, bei drei Gegenstimmen der CDU gab es dennoch eine breite Mehrheit für den Abwägungs- und Satzungsbeschluss.

Den Weg bereitet hat der Rat ferner für eine neue Nutzung des einstigen Postgebäudes an der Poststraße in Jaderberg. Die Poststelle selbst ist hier schon seit vielen Jahren geschlossen, doch der Dienstleister nutzt bislang noch hintere Gebäudeteile für die Logistik. Nach Auskunft von Bürgermeister Henning Kaars wird die Post diese Aufgaben in Zukunft in ein in Varel neu geplantes Logistikzentrum verlagern und die Räume in Jaderberg aufgeben. Der Eigentümer denke diesbezüglich über eine neue Nutzung nach. Es gebe auch bereits einen Interessenten, der sich vorstellen kann, an der Poststraße eine Jugendhilfeeinrichtung zu eröffnen. Doch das lässt der bisherige Bebauungsplan nicht zu, das fragliche Grundstück ist mit der Zweckbestimmung „Post“ belegt. Deshalb sei eine Planänderung nötig. Ulrich van Triel (Grüne) merkte an, dass bei dieser Änderung dafür Sorge getragen werden solle, die Zulässigkeit für die Errichtung von Spielhallen zu unterbinden.
Freitag, 20 Januar 2017 15:06

Rundgang mit Zootierarzt

Jaderberg. Einblicke in den Arbeitsalltag von Zootierpflegern und Tierärzten gibt es beim schon traditionellen Rundgang durch den Jaderberger Tierpark mit dem zoologischen Leiter, Tierarzt Sebastian Lange. Der winterliche Rundgang erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit, weil Sebastian Lange dabei auch Blicke hinter die Kulissen des Jaderparks ermöglicht und bei Bedarf auch Tipps und Anregungen für die Haltung von Tieren aller Art liefert. Um möglichst vielen Interessenten die Gelegenheit zur Teilnahme zu geben, wird der Rundgang in diesem Januar wieder an zwei Tagen angeboten: An diesem Wochenende, 21. und 22. Januar, geht es jeweils um 14.15 Uhr an der Spielscheune los.

Während des Rundgangs durch den Tierpark stellt Sebastian Lange seine Schützlinge vor. Er wird Ausführungen zum Pflege- und Personalaufwand machen. Ein weiterer Aspekt sind die behördlichen bzw. gesetzlichen Anforderungen die an die heutige Tierhaltung gestellt werden. Dazu kommt das wichtige Aufgabenfeld der veterinärmedizinischen Betreuung. Hierzu wird es Einblicke in die Behandlungsmethoden der modernen Zootiermedizin geben. Am Ende des Rundgangs steht der Tierarzt Ratsuchenden gern zur Verfügung.

Der Rundgang selbst ist kostenlos, es ist nur der jeweilige Eintrittspreis zu entrichten.
Freitag, 28 April 2017 15:51

Kein Tempo 70 in Neuenwege

Varel. Keinen Bedarf für die Anordnung von Tempo 70 auf der K 340 (Oldenburger Straße) in Varel-Neuenwege sehen Polizei und Verkehrsbehörde des Landkreises. Einen entsprechenden Antrag hatte Uwe Hinrichs an die Stadt Varel gerichtet, dazu waren nun Stellungnahmen von der Polizeiinspektion und der Verkehrsbehörde angefordert worden. Uwe Hinrichs hatte vorgeschlagen, die maximal zulässige Geschwindigkeit auf der einstigen Bundesstraße auf 70 Stundenkilometer zu begrenzen, auch im Abschnitt zwischen dem Kreisel Heubült (Wilhelmshavener Straße) und der RWG-Tankstelle in Neuenwege. Von dort bis zur Abzweigung zum Aeropark gilt bereits Tempo 70, im Kreuzungsbereich selbst gar Tempo 50. Hinrichs begründete seinen Antrag mit der vorhandenen Bus­haltestelle. Landwirtschaftliche Fahrzeuge würden auf der langen Geraden häufig mit hoher Geschwindigkeit überholt, nicht selten würden Kraftfahrer den Abschnitt „als Rennstrecke“ nutzen und selbst die derzeit erlaubten 100 km/h augenscheinlich deutlich überschreiten. Wilfried Alberts vom Fachbereich Ordnung schilderte im Verkehrsausschuss nun die Rechtslage, die eine Temporeduzierung nur zulasse, wenn eine besondere Gefahrenlage oder andere wichtige Gründe dies erforderlich machten. Dies sei für den genannten Abschnitt aber nicht erkannt worden, es handele sich auch nicht um einen Unfallschwerpunkt. Der Antrag von Herrn Hinrichs sei insofern abzulehnen. Im Ausschuss nahm man den Hinweis zur Kenntnis. Raimund Recksiedler (SPD) regte dazu an, es müsse vielmehr erwogen werden, ob nicht für das Teilstück der Oldenburger Straße vom Umspannwerk entlang den Einmündungen Tannenkamp und Moorweg Tempo 70 angeordnet werden könnte: „Dort haben wir einen wirklich gefährlichen Bereich, insbesondere für Radfahrer und Fußgänger, die zwischen Brunsdamm und Tannenkamp die Kreisstraße queren“, so Recksiedler.
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